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Eichhörnchen. Nicht mehr, nicht weniger.

von Ekenora
Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P12 / Gen
25.06.2022
25.06.2022
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Eichhörnchen. Nicht mehr, nicht weniger. Nur Eichhörnchen.

By Ekenora



Ich.

Das bin ich. Also, das war ich. Obwohl, bin ich ja noch immer. Aber eben anders als vorher. Ihr wisst schon, was ich meine.

Aber beginnen wir von ganz vorne. Ohne aber. Eigentlich. Es gab ja nur den Anfang. Wir beginnen mit Eichhörnchen. Nein, ich hab keinen Schreibfehler und auch keinen Denkfehler. Obwohl, da könnten wir nochmal drüber nachdenken. Eichhörnchen ist eine Katze. Um genau zu sein, meine Katze, die ich vor sieben Jahren kennengelernt habe. Sie lebt noch immer. Leider. Ohne sie hätte ich einige Probleme weniger. Viele Probleme, um genau zu sein.

Eichhörnchen ist ein bisschen cringe. Genau wie ich. Ich weiß gar nicht, warum ich sie überhaupt mitgenommen hab. Aber hey, damals war ich sechs. Ich hatte nicht besseres zu tun, als hässliche Katzen vom Straßenrand zu holen, sie in eine  Badewanne zu stecken und Eichhörnchen zu taufen. Das einzig Gute an der Katze ist, dass sie keine Haare hat. So haart sie zumindest nicht. Eichhörnchen ist eine Sphynx. Vielleicht hatte sie früher mal Haare und sie sind ihr mit der Zeit ausgefallen, genauso wie meinem Vater. Ich weiß nicht, irgendwie fallen Leuten, die mit mit zusammensind, ziemlich schnell die Haare aus. Meine Schuld ist es nicht. Um mich herum passieren oft ziemlich seltsame Dinge. Ich kann mich noch außerordentlich gut an meine Babysitterin erinnern, die spurlos verschwunden ist, nachdem ich sie in der Gartenhütte eingesperrt hatte. Es war ja nicht meine Schuld, dass ich sie dort vergessen habe. Sie hätte ruhig ein bisschen lauter schreien können. Wir haben sie dann auch irgendwann wieder gefunden, aber sie war nicht mehr ganz. Eichhörnchen stand da und leckte sich das Maul. Das war das erste Mal, dass ich mir ernsthaft Sorgen um meine Katze machte. Fütterte ich sie auch genug? Wollte sie mehr? Danach sind wir umgezogen, weiß gar nicht wieso. Wie gesagt, es war nicht meine Schuld. Eichhörnchen ist mitgekommen. Leider. Und ab dann fingen die Dinge an, richtig mies zu laufen. Ich mein, vorher war es ja noch geregelt. Einigermaßen geregelt. Na gut, es war kacke. Aber jetzt wurde es noch kackiger. Gibt es da überhaupt eine Steigerung? Egal. Deutsch ist sowieso am kackigsten.

Warum es so kackig war? Tja, nur ein Wort. Danny. Wer ist Danny? Wer bin ich?

Ach sorry, ich hab vergessen mich vorzustellen. Ich heiße Walpurga. Beschissener Name, ich weiß. Aber hey, du heißt bestimmt nicht besser! ODER!? Meiner Mutter ist erst im Nachhinein klar geworden, was sie angerichtet hat. Als sie meine Geburtsurkunde gesehen hat, ist sie abgehaut. Ich hoffe, sie lebt noch immer mit ihren Schuldgefühlen. Irgendwo in Texas, am Arsch der Welt. Ich mein, sie soll mit den Schuldgefühlen wegen dem Namen leben. Dass sie weg ist, ist mir egal. Ich hab ja Eichhörnchen. Aber hey, meine Mutter heißt Adelheid, wenn es euch tröstet.

Und wer ist jetzt Danny? Ach, das wollt ihr gar nicht wissen. Denn dann müsstet ihr die Leidensgeschichte von Eichhörnchen miterleben. Das ist echt heftig. Also, Tschüss.



Oder, wartet ne Sekunde. Es brennt mir auf der Zunge. Hat sich grad so schön gereimt. Musste es loswerden. SO. Danny ist mein Nachbar. Der Horror in Person. Das Monster. Der alles Ruinierende. Obwohl, nicht ganz. Es gibt da auch noch Tristen. Zusammen sind sie die alles Ruinierenden. Wartet mal kurz.

Ich hab euch ja erzählt, dass ich umgezogen bin, ne? Und zwar bin ich eingequetscht zwischen dem Schlimmen und dem Schlimmeren. Also, damit mein ich Danny. Und Tristen. Insider-Tipp. Eichhörnchen ist natürlich das Schlimmste. Aber damit kann ich leben. Muss ich leben. Vor ihr hab ich am meisten Angst. Wenn ich sie aussetze, und sie in der Nacht zurückkommt, um sich zu rächen. Allein von dem Gedanken krieg ich Alpträume.

Also, fassen wir mal kurz zusammen. Danny und Tristen, meine Nachbarn, Horror. Eichhörnchen, die Sphinx-Katze, Grauen in Katze. Mein Vater, haarlos. Meine Mudda, abgehaut in Texas. Meine ehemalige Babysitterin, tot. Glaub ich halt.

Und ich, einfach unverbesserlich. Walpurga. Cringe, hässlich, Außenseiterin, Mobbingopfer. Obwohl, seit der Sache mit Eichhörnchen nicht mehr. Zumindest einmal war diese Katze gut. Kommen wir vielleicht mal zum Punkt.

Mein erster Schultag in der 27. neuen Schule. Nicht vergessen, ich bin erst 13. Das ist Weltrekord. Krieg ich nen Orden? Ne? Okay…

Mhm, ich bin da so in die Klasse rein. Und ich muss sagen, beim 27. Mal bist du nicht mehr so aufgeregt. Du hast auch keinen Bock mehr, dich vorzustellen und so ein Zeugs. Spulen wir mal kurz zurück.



Rückblick

Und da stand ich. Neue Schule, mal wieder. Das erste, was ich sah, war der dicke Lehrer. Er nahm den gesamten Lehrertisch ein. Fuckö. (Schreibfehler, sorry, aber kein Bock auszubessern. Fuckö. Fuckö. Fuckö. Irgendwie Finnisch. Oder Norwegisch)

Der Lehrer sah mich an. Ich starrte ihn zurück an. Nach einer Ewigkeit öffnete er seinen Mund. „Möchtest du dich-", begann er, doch ich unterbrach ihn.

„Nope", knurrte ich und stapfte zu einem Dreiertisch, von dem nur zwei Plätze belegt waren. Auf den Sesseln saßen ein blonder und ein rothaariger Junge. Danny und Tristen. Der größte Fehler meines Lebens. Der zweitgrößte, nach Eichhörnchen, aber das wisst ihr ja schon. Zu meiner Verteidigung, es war auch sonst nichts mehr frei. Die Mädchen gifteten mich an, die hatten wohl alle nen Crush auf die Typen. Einige trugen sogar T-Shirts mit der Aufschrift Team Danny oder Team Tristen. Aja, ich wusste also wie die hießen. Stalker. Moment, die wussten ja auch, wie ich hieß. Oder doch nicht, ich hatte mich ja nicht vorgestellt. Ha, Punkt geht an mich. Fuckö, wo war ich denn hier gelandet!?

Okay, jetzt überspringen wir mal ein bisschen. Wir bewegen uns so schnell, wie Eichhörnchen, wenn sie mal wieder mal nen Babysitter gefressen hat. Und ich kann euch sagen, das ist nicht schnell. Tipp aus Erfahrung.

Wie ich später herausfand, waren die beiden Typen meine Nachbarn. Jej. Nicht. Sie hatten nichts besseres zu tun, als mich den ganzen Tag zu ärgern. Ich beschloss, sie zu hassen, weil auch ich nicht wirklich etwas besseres zu tun hatte.

Sogar Eichhörnchen ließ mich im Stich. Das erste Mal in ihrem erbärmlichen Leben ging sie nicht ihrer Aufgabe nach, Leute zu fressen, sondern pennte in der Sonne. Wie hatten diese Idioten es geschafft, meine Katze um den Finger zu wickeln? Ich beschloss, Eichhörnchen noch mehr zu hassen. Sieben Jahre schon fütterte ich dieses Vieh und schenkte ihr sogar meinen Babysitter. Und als Dank verliebte sie sich in meine Mobber. Mich würde es nicht mal mehr wundern, wenn sie demnächst ein T-Shirt mit der Aufschrift Team Danny & Tristen tragen würde. ARHH.

Es sollte ihr bald zum Verhängnis werden.

Spolier: Sie stirbt.



Stopp, zu schnell. Gewöhnlicher Tag, ich steh auf, triff meinen Vater und meine hässliche Katze und frag mich mal wieder, womit ich dieses Leben verdient hatte.

Ich ging zur Schule. Nein, doch nicht. Ich fütterte Eichhörnchen. Dann ging ich zur Schule. Als ich in der Klasse angekommen war und Danny, Tristen und die ganzen Schüler mich fertig gemobbt hatten (sogar der Lehrer. Wieso!?), öffnete ich meinen Ranzen. Ich entdeckte eine Katzenfutterdose. Verdammt.

Niemand wusste besser als ich, mit welchem Herz, mit welcher Leidenschaft, Eichhörnchen ihr Futter verteidigte. Ich wartete fast auf ihre Ankunft. Vielleicht würde sie mich ja heute verschonen. Ach fuckö, da war sie ja schon.  Ich wusste es. Ich starrte in ihre hässlichen Augen und wusste, wir waren jetzt erbitterte Feinde.

Doch so weit konnte ich gar nicht denken. Tristen schrie: „Oh mein Gott, so ein hässliches Stück Haut!“

Damit hatte er ausnahmsweise mal Recht.

Tja, und dann war es aus. Schon wieder zu schnell!? Ach kommt, ist doch grad so lustig.

Naja, wie soll ich das beschreiben? Danny packte Eichhörnchen am Nacken. Ich wunderte mich, dass sie keinen Anfall bekam. Mich hätte sie schon längst zerstückelt.

Die Jungs begannen, mit ihr Basketball zu spielen.

Ich überlegte, ob ich Eichhörnchen retten sollte. Obwohl, wozu eigentlich. Ich hatte mir immer schön Gedanken gemacht, wie sie sterben könnte. Kreuzigung, Steinigung, lebendig begraben, abfackeln. Ich glaube, spätestens jetzt schickt ihr mich zu einer Psychotherapie. Aber wie gesagt, ich hab mir nur Gedanken gemacht. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass Eichhörnchen Gedanken lesen konnte.

MOMENT!? Die Schaufel, die gegen meinen Kopf geknallt ist, oder der mysteriöse Stein aus dem Himmel waren gar kein Zufall!?

Hatte sie die gleiche Idee wie ich? Das würde zumindest das komische Grinsen erklären. Konnten Katzen überhaupt Grinsen? Meine schon. Und die von Alice im Wunderland auch. Grinsekatze vor, noch ein Tor!!!



Ja gut. Eichhörnchen wurde zu Tode geworfen. Wenn man es nett ausdrücken möchte, konnte Danny einfach nicht fangen. Obwohl, das weiß jeder. Ich wette, Tristen hat absichtlich zu ihm geworfen. Überall war Blut und Haut und Knochen. Wir werden nicht näher darauf eingehen. Die Jungs sind alle schreiend rausgerannt und die Mädels haben Insta gepostet. War ja klar. Aber für mich ist das eh nix neues. Zumindest habe ich jetzt das Gefühl, Danny und Tristen sind für irgendetwas gut. Ahh Nein doch nicht, darüber können wir noch reden. Wir werden uns nie wieder sehen. Darüber bin ich übrigens nicht sehr traurig. Wir ziehen morgen dann wieder um.

R.I.P Eichhörnchen



Nachwort

Müssen wir irgendetwas zu diesem Scheiß sagen? Ne, glaub nicht. Wir, zwei Freunde, nein, nicht Walpurga und Adelheid, sind jetzt noch dümmer als vorher.

Aber, es hat Spaß gemacht. Haha. Wird wahrscheinlich eh niemand lesen. Wir haben viel Süßes gegessen. Insiderwissen. WARUM SIND DIE SÜßIGKEITEN WEG :DDD

Vielen Dank fürs Lesen (oder auch nicht Lesen)

UND LASST VERDAMMT NOCH MAL EIN REWIEW DA!

Sonst steht Eichhörnchen von den Toten auf :DDD

Tja, es gibt nichts mehr zu sagen, außer… Ihr könnt eurem Psychologen ausrichten, dass er jetzt gefälligst mal danke sagen soll. Er wird ne Menge Arbeit haben, euch wieder geradezubiegen.

ADIEU!

Ekenora und anonyme Freundin/Freund
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