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Gewonnen und Verloren

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
24.06.2022
15.08.2022
16
20.317
10
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.08.2022 1.110
 
Skinnys Sicht

Ich hatte genau wie Peter auch heute meinen zweiten Arbeitstag. Es tat mir gut eine Aufgabe zu haben, mit vielen Menschen oberflächlichen Kontakt zu haben. Mir gefiel die Strandbar richtig gut und mit Caroline verstand ich mich sehr gut.

Mein Dad kam kurz vor Feierabend und bestellte bei mir ein Virgin Sunrise. Ich bereitete ihm den Cocktail zu nachdem ich einer Gruppe weiterer Gäste ihre Getränke gebracht hatte. Als ich ihm seinen Cocktail reichte, eröffnete er: „Ich bin hier um dich abzuholen und über ein paar Dinge zu informieren.“

Caroline, die das mitbekommen hatte, ließ einen Blick über die Gäste schweifen, dann bot sie mir an: „Du kannst gerne etwas früher Schluss machen.“

Mein Dad winkte ab, erklärte sie hätten es nicht eilig und er würde jetzt eh erst noch seinen Cocktail in Ruhe trinken wollen. Und dann geschah etwas, was ich tatsächlich noch nie erlebt hatte, meine Chefin lobte mich vor meinem Vater und er lächelte zufrieden. Da sie darauf bestand, übernahm sie allein die letzten Minuten, bevor die Ablösung für die Abendstunden kommen würde und ich setzte mich zu meinem Dad.

„Der Anwalt hat angerufen. Herzlichen Glückwünsch Peter und du seit wieder ganz offiziell lebendige Bürger Kaliforniens“, gratulierte mein Dad nicht ganz ernst.

„Wow, das ist super“, erwiderte ich und überlegte kurz was das alles für mich nun bedeutete.

„Und außerdem haben wir in einer halben Stunde einen Termin mit dem Makler“, informierte mich mein Dad mit Blick auf die Uhr..

„Oh ich muss Peter noch fragen, ob-“warf ich ein und dachte nach, ob Peter noch auf dem Schrottplatz oder bereits wieder zuhause war.

„Er möchte nicht mitkommen. Ich habe ihn beim Gebrauchtwarenzentrum T. Jonas angerufen. Er will, daß du die Entscheidung alleine triffst, weil es mein Geschenk an dich ist und ich glaube er braucht da noch etwas Zeit, bevor er sich festlegen kann diesen Schritt zu tun“, erklärte mein Dad ganz ruhig.

„Okay, schade“, erwiderte ich darauf und zweifelte, ob ich die Entscheidung alleine treffen wollte.

Doch als ich vor dem Bungalow stand, wusste ich genau das war es. Etwas versteckt lag der Bungalow in einer Bucht. Ähnlich wie bei unserem Treffpunkt, der gar nicht so weit von hier entfernt war. Felsenhügel und zahlreiche Palmen schirmten das Grundstück von den Nachbargrundstücken ab und musste komplett uneinsehbar sein von den zwei großen Villen links und rechts, deren Grundstücke eh so groß wie Parkanlagen waren.

Das Grundstück selbst war zwar recht groß nur im Vergleich zu denen der Villen wirkte es klein, wichtig für mich war, es war, kein Gras, keine Blumenbeete oder Anbaufläche, sondern ganz pflegeleicht sandig und mit verschiedenen Palmen bepflanzt, die das Haus in ewigen Schatten tauchte. Eine Klimaanlage brauchte es hier demnach nicht.

Das Haus war wirklich klein, nur drei Zimmer, davon eine Wohnküche und nur ein einziges Bad, aber das reichte mir vollkommen. Ich hatte in meiner Wohnung davor das zweite Bad eh nie benutzt und ich wusste, daß Peter darauf auch keinen gesteigerten Wert legte.

Mein Dad zog die Stirn in Falten. Er meinte das Preis, Größe und Zustand zusammen passen würden, fand das Haus aber viel zu klein. Nun wenn man das Haus betrachtete, daß er bewohnte mit dem riesigen Wohnzimmer, Esszimmer, der riesigen Küche und den drei Schlafzimmern nach amerikanischen Standart jedes mit eigenem Bad und Einbauschrank, dann mochte das stimmen, aber das war nie das, was ich wollte und im Vergleich zu unserer selbstgebauten Hütte am Strand war das schon groß und luxuriös. Mehrere Räume, Strom und fließend Wasser.

Ich lief durch das Haus und ließ es auf mich wirken. Ich konnte es mir bildlich vorstellen, wie es sein würde, hier mit Peter zu wohnen. Das gemeinsame Kochen und Essen in der Wohnküche, das Schlafzimmer nur für uns mit Blick aufs Meer. Hier würden wir sogar dann noch den Sonnenuntergang am Strand ansehen und genießen können, wenn es im Winter kalt war.

Wir konnten jederzeit an den Strand und wir konnten dabei sogar nackt sein, denn hier musste jemand um uns zu sehen, zuerst auf unser Grundstück kommen.

„Das ist perfekt!“, widersprach ich meinem Dad.

Mein Dad zuckte mit den Schultern und sagte: „Wenn es das für dich ist, dann ist es dein!“

„Unser“, korregierte ich ihn in meinen Gedanken bei Peter, sagte laut aber nur: „Das ist es.“

Direkt handelte mein Dad mit dem Makler die Details aus und ich lief durch das Haus und freute mich darauf, es Peter zeigen zu können. Jetzt musste Peter nur noch sagen, ob er tatsächlich mit mir hier einziehen wird.

Ich ging an den Strand, schaute mir den Sonnenstand an. Bestimmt wird Peter jetzt aufbrechen, um zu unserem Treffpunkt zu laufen. Ich wartete geduldig bis mein Dad fertig war und zu mir kam.  

„Wie lange dauert es bis wir hier rein dürfen?“, wollte ich von ihm wissen.

„Ab sofort“, antwortete er und gab mir den Schlüssel. „Das Haus steht schon seit Wochen leer und wurde erst renoviert.“

„Das ist super. Ich kann es kaum erwarten“, sagte ich freudig und sah mich um. Sobald wie möglich, wollte ich Peter das hier zeigen. Es war fast als hätte ich es geschafft unsere Insel hierherzuholen. Er musste einfach begeistert sein.

„Sind wir so schlimm, daß du es so eilig hast von uns fortzukommen?“, fragte mein Dad und setzte sich trotz seiner chicen Anzugshose neben mich in den Sand, auch etwas, was er früher niemals getan hätte.

„Nein, also das heißt nicht mehr. Es ist nur so ich kann es nicht erwarten mit Peter hier einzuziehen“, erklärte ich ihm.  

Mein Dad lachte verhalten und meinte zunächst locker, wurde dann aber sehr ernst: „Schon klar, ich habe es nicht so ernst gemeint. Wir wissen alle drei wieviel bei uns schief gelaufen ist früher, wir waren zu streng, zu ungeduldig, waren der Meinung, daß du so werden musst, wie wir und waren entäuscht, als du dann ganz anders wurdest. Wir haben viel falsch gemacht, umso glücklicher sind wir, daß wir eine neue Chance bekommen haben. Wir sind sehr dankbar dafür und du kannst bleiben, solange du willst, aber wir wissen auch nicht erst seit heute, daß du erwachsen bist und es von Anfang an klar war, daß du unser Haus nur als vorübergehende Notlösung gesehen hast. Wenn du uns verzeihen kannst und wir jetzt den Kontakt halten, dann wären wir sehr glücklich.“

Ehrlich bewegt von seinen so ungewohnt versöhnlichen Worten, versprach ich: „Wir haben einen Neuanfang gemacht und ich bin auch sehr froh darüber. Ich werde sicher ab und an vorbeikommen.“

Mein Dad nahm mich kurz in den Arm, dann stand er auf, klopfte sich den Sand aus der Hose und meinte: „Na dann fahr ich dich jetzt zu Peter.“
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