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Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
24.06.2022
19.01.2023
17
43.146
51
Alle Kapitel
72 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
24.06.2022 2.757
 
Meine lieben Leser

Ich hab mich trotzdem wieder an eine etwas längere Geschichte gewagt und bin deshalb wieder hier. Ja, wie der Inhaltsbeschreib vermuten lässt, kann diese Story Ähnlichkeit zu Geschichten wie "Alpha" und co haben. Ich versuche trotzdem natürlich diese Story so individuell wie möglich zu gestalten und hoffe allfällige Ähnlichkeiten stören niemanden.
Ich hab die Story noch nicht beendet, sondern erst einen Teil im vorraus geschrieben. Um mich trotzdem selbst nicht in stressige Situationen zu bringen, werde ich vermutlich im 2-Wochen-Rhythmus Kapitel veröffentlichen. Die Betonung liegt auf vermutlich.

So nun genug gequatscht. Dass das alles frei erfunden ist und die Jungs nur sich selbst gehören, muss ich ja wohl nicht mehr erwähnen (und tu es trotzdem). Lasst mir gerne ein Review da.

Bussi Baba
Heaven

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Seufzend reibt sich Joko den Schweiß von der Stirn. Es war schon den ganzen Tag brütend heiss, eigentlich schon die ganzen letzten Tage, und inzwischen sinken die Temperaturen auch nachts nicht weit unter 20 Grad. Der Boden, die Wände, gefühlt jeder Gegenstand, hat die Wärme inzwischen so stark absorbiert und gespeichert, so dass es selbst in den Häusern, geschützt von der Sonne, unglaublich warm ist. Zumindest wenn man sich keine Klimaanlage leisten konnte. Auch hier gibt es keine Klimaanlage und Joko wagt es, zu bezweifeln, dass es am Geld scheitert. Er hat eher das Gefühl, es wird als eine weitere Chance, die Disziplin, den Kampfgeist und den Durchhaltewillen aller Tänzer zu stärken, angesehen. Joko kann jedoch nicht verstehen, wie man bei solch einer stickigen, erdrückenden Wärme, seine volle Leistung bringen soll. Schlussendlich kann es ihm aber egal sein, denn er muss keine Leistung bringen, und Matthias, der neben ihm steht und in gekonnten Bewegungen seine Beine und Arme stretcht, hat sich noch nie über diese Voraussetzungen beklagt. Ganz im Gegenteil.

„Wenn man erfolgreicher Balletttänzer werden will, dann muss man leiden“, hatte Matthias ihm einst erklärt und Joko hatte nur genickt, ohne wirklich seine Zustimmung dafür zu geben.

Verstehen konnte und kann er es nämlich nicht, in seinen Augen sollte schließlich der eigene Traum Spaß machen. Aber Matthias‘ Traum war es nun mal schon immer erfolgreicher Balletttänzer zu werden, er wollte, schon seit er klein war, irgendwann in Moskau tanzen können, und er ist bereit alles dafür zu tun. Deshalb ist es für den blonden Lockenkopf mehr als selbstverständlich schon mindestens dreissig Minuten vor Trainingsbeginn im Studio zu stehen und sich vorzubereiten. Nicht selten ist Joko mit dabei, denn der restliche Alltag lässt es nicht wirklich zu, dass sie sich häufig sehen, und so haben sie wenigstens eine Möglichkeit doch ab und an zusammen zu quatschen.

„Wie ist dein Casting verlaufen?“, fragt Matthias, während er nach seinem Bein greift und es bis hoch zu seinem Kopf zieht.

Schnaubend wischt sich Joko die nächste Schweißperle von der Stirn.

„Frag nicht. Es war der absolute Reinfall. Wie sich rausgestellt hat, suchen die gar keine männlichen Models mehr.“

„Hö? Ich dachte auf dem Flyer stand männliche Models?“, fragt Matthias mit hochgezogener Augenbraue.

„Ja, aber anscheinend war der Flyer veraltet. Kommt man sich auch gar nicht dumm vor, wenn man da als einziger Typ zwischen all diesen Frau steht und merken muss, dass da irgendwas ein bisschen komisch ist.“

„Das heißt, du hast immer noch keine neue Agentur?“, fragt Matthias unnötigerweise nach.

Wieder schnaubt Joko, während er resigniert den Kopf schüttelt.

„Du findest schon noch was. Ein hübscher Kerl wie du findet immer was.“, versucht Matthias ihn aufzumuntern, während er sich nun das andere Bein hinter den Kopf klemmt.

„Ich hoffe es, hab kein Bock ständig nur in der Pizzeria mein Geld zu verdienen.“

Jokos Traum ist es nämlich ein erfolgreiches Männermodel zu sein, doch momentan ist er von seinem Traum so weit entfernt wie schon lange nicht mehr. Mit 16 Jahren wurde er auf der Straße angesprochen, ob er nicht als Model arbeiten will. Joko hatte den Typen nur irritiert und skeptisch angeschaut und ist dann kopfschüttelnd weiter gelaufen. Damals war für sein Verständnis der Model-Beruf rein auf Frauen beschränkt. Den Flyer, den er in die Hand gedrückt bekommen hatte, hatte er aber trotzdem, aus welchem Grund auch immer, mit nach Hause genommen. Wobei nach Hause bedeutete, zurück ins Internat. Als er damals Matthias, mit welchem er sich das Zimmer im Internat teilte, erzählt hatte, was man ihm da auf der Straße für einen Job angeboten hatte, mit der Erwartung, dass dieser laut loslachen würde, hatte der aber nur gesagt, das sei doch eine super Idee, schließlich sein Joko ein grosser, schlanker, hübscher Kerl.

Solange er noch im Internat war und zur Schule ging, hatte er aber sowieso keine Zeit und keine Erlaubnis dieser Idee nachzugehen, aber als Joko mit dem Abitur in der Tasche da stand und sich überlegen musste, wie er sich nun seinen Lebensunterhalt finanzieren soll, da kam ihm dieser Flyer wieder in den Sinn und tatsächlich konnte er ihn in all seinem Chaos noch finden. Dann ging alles ganz schnell, Joko wurde in der Model Agentur aufgenommen und seine Karriere begann. Aber natürlich ging das wiederum alles langsam und schleppend voran. Als unbekanntes Model muss man um Jobs kämpfen und wahnsinnig viel verdient man auch nicht, weshalb Joko von Anfang an gezwungen war, noch einen Zweitjob anzunehmen, um sich über Wasser zu halten, bis er, hoffentlich irgendwann, als Model durchstarten würde. Also begann er abends in einer Pizzeria zu arbeiten und hatte erst noch das Glück, für eine erschwingliche Miete, in dem kleinen 2-Zimmer Apartment über der Pizzeria zu wohnen. Je länger er diese Kombination an Berufen jedoch ausübte, umso klarer wurde ihm, dass das Modeln sein Traum war und er irgendwann nur davon leben will.

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm, denn vor einigen Wochen, da machte seine Agentur unerwartet dicht und Joko steht nun ohne Unterstützung da. Wie Joko im Nachhinein erfuhr, hatte die Agentur schon länger Geldprobleme und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie insolvent waren. Obwohl Joko nun mehrere Jahre Erfahrung als Model hat und obwohl er auch schon den ein oder anderen große Job einsacken konnte, wirft ihn das alles ein großes Stück zurück, denn ohne Agentur, die einem lukrative Jobs vermitteln kann, hat man es als Model unglaublich schwer. Deshalb sucht Joko nun seit Wochen verzweifelt nach einer neuen Agentur, die ihn unter Vertrag nimmt, damit es endlich wieder vorwärts gehen kann. Bisher jedoch ohne Erfolg.

„Oh! Weißt du, was ich gestern gesehen hab?“, wechselt dann Matthias plötzlich ganz euphorisch das Thema.

„Was?“, fragt Joko bei weitem weniger euphorisch zurück.

Die Erinnerung daran, dass er gerade ohne Agentur da steht, und diese klägliche Hitze lassen seine Stimmung ganz schön tief sinken.

„Einen Guardian!“, ruft Matthias euphorisch aus, während er beginnt seine Arme zu dehnen.

Nun hat er auch Jokos voller Aufmerksamkeit.

„Einen Guardian? Bist du sicher?“, fragt er skeptisch, aber durchaus neugierig nach.

„Ja man, ich hab das Muttermal groß und fett an seinem Handrücken gesehen!“

„Jetzt bin ich neidisch, ich hab noch nie einen Guardian gesehen.“

„Ich auch noch nie. Wenn ich’s nicht besser wüsste, hätte ich sogar behauptet, dass das alles nur ein Märchen ist. Aber es gibt sie halt wirklich!“, erwidert Matthias immer noch ungebremst euphorisch.

Nun muss Joko leise lachen. Schließlich erzählt ihm Matthias seit sie sich vor Jahren im Internat kennengelernt haben, dass er unbedingt einen eigenen Guardian haben will.

„Und? Sah er gut aus?“, fragt Joko grinsend.

„Und wie! Gross, stark, braune Haare, grüne Augen ...“, beginnt Matthias zu schwärmen.

„Aber?“

„Er ist schon geprägt“, schmollt Matthias nun resigniert.

„Woher weißt du das?“, fragt Joko zurück.

„Seine Augen. Als ich seine Begleitung nur eine Sekunde angeschaut hab, ich schwöre dir, der hat mich mit seinem Blick fast erdolcht.“, seufzt Matthias.

„Kopf hoch. Du findest schon noch deinen Guardian.“, versucht Joko seinen Kumpel aufzumuntern, auch wenn die Wahrscheinlichkeit relativ klein ist.

Während Matthias unbedingt einen Guardian haben will, so hatte Joko noch nie das Bedürfnis danach. Er braucht nicht jemanden, der auf ihn geprägt ist und ihn wie ein Wachhund verfolgt. Das hat für ihn nichts mit Liebe zu tun. Er will einen Partner an seiner Seite, weil dieser ihn liebt, und nicht weil Joko ihn auf sich geprägt hat. Matthias sieht das jedoch anders. Für ihn ist es der persönliche Jackpot, wenn jemand bedingungslos, bis zum letzten Atemzug, an seiner Seite ist und ihn aufs Blut beschützen würde. Aber leider, wenn man zumindest Matthias fragt, gibt es viel zu wenige Guardians auf der Welt. Gerade mal 1% der Weltbevölkerung tragen das Muttermal auf ihrem Körper, welches dafür sorgt, auf jemanden geprägt werden zu können, wenn dessen Blut damit in Kontakt kommt. Ein chemischer Prozess, der nicht mehr gestoppt oder rückgängig gemacht werden kann. Ist ein Guardian einmal mit dem Blut eines anderen Menschen markiert, weswegen man den restlichen 99% der Bevölkerung den Spitznamen Marker gegeben hat, so ist er bis zum letzten Atemzug auf diesen, seinen, Marker geprägt. Die Verbindung wird mit der Zeit so stark, dass ein Guardian sogar über die weitesten Entfernungen die Unsicherheit, die Nervosität, die Angst, seines Markers fühlen kann und wenn es nötig ist, diese bis auf den Tod beschützen und verteidigen würde. Für manche klingt das romantisch, für Joko eher weniger.

Als leise Stimme durch die geschlossene Tür zu vernehmen sind, blickt Joko auf seine Armbanduhr. Matthias‘ Training beginnt in wenigen Minuten und die restlichen Tänzer trudeln langsam ein. Zeit für Joko, sich wieder von seinem Kumpel zu verabschieden. Aber er muss sowieso los, schließlich wartet auch auf ihn Arbeit. Seine Schicht in der Pizzeria beginnt nämlich in etwas mehr als einer Stunde und Joko muss vorher noch zuhause vorbei, um zu duschen und sich frisch zu machen. Deshalb rappelt er sich schwerfällig auf und klopft sich den nicht vorhandenen Staub von seinem Hintern.

„Viel Spaß beim Training. Bis demnächst.“, verabschiedet sich Joko mit, zum Abschiedsgruß erhobener Hand.

Normalerweise würde er Matthias dafür umarmen, doch nicht wenn es so warm ist und die Klamotten sowieso am eigenen Körper kleben.

„Bis bald und gutes Durchhaltevermögen heute abend“, erwidert Matthias.

Erst als Joko bereits zur Tür raus ist und ihm die brütende Sonne auf den Kopf strahlt, begreift er, warum Matthias ihm gutes Durchhaltevermögen gewünscht hatte. Heute ist Mittwoch, was nichts anderes bedeutet, als dass heute Klaas da sein würde. Sofort sinkt Jokos Laune noch mehr. Er hasst es, zu arbeiten, wenn Klaas und seine Band „Baywatch berlin“ da sind, doch das sind sie immer am Mittwoch, weil sie immer mittwochs Bandprobe direkt ein paar Häuser entfernt haben und den Abend bei ihnen in der Pizzeria ausklingen lassen. An und für sich wäre das ja kein Problem, schließlich bedeutet Kundschaft Geld, aber auf diese Typen kann zum mindest Joko gut verzichten, weil er diesen arroganten Haufen nicht ausstehen kann. Zwei der vier Typen, Mark und Thomas heißen die wohl, wie Joko aus den Gesprächen mitbekommen hat, sind zwar ganz okay, aber die anderen zwei, Jakob und Klaas, die kann Joko beim besten Willen nicht abhaben. Gerade dieser Klaas, der Bandleader, ist häufig einfach nur abweisend, kalt und ungeduldig, und dieser Jakob ist ein verwöhnter reicher Bengel, der sich ab und an über Joko lustig gemacht hat, weil der in einer Pizzeria als Kellner und Pizzabote arbeiten muss, um sich über Wasser zu halten. Und Klaas, der Leader, der offensichtlich das Sagen hat, hat Jakob noch nie davon abgehalten. Er sitzt einfach nur da, grinst über die dummen Sprüche, die Jakob über ihn ablässt und das macht Joko fast noch wütender.

Einmal, da war es Mittwoch Abend und die Band tauchte nicht auf. Joko freute sich schon wie ein Schnitzel über diese Tatsache, doch dann kam sein Chef zu ihm und drückte ihm einen Zettel mit einer Adresse in die Hand. Eine Hauslieferung. Nichts Neues für Joko. Doch als er dann vor dem riesigen, zweistöckigen Haus ankam und an der Tür mit dem Klingelschild Lundt klingelte und kurz darauf Jakob die Tür öffnete, da viel ihm alles aus dem Gesicht.

„Na Pizzabote? Wie läufts?“, hatte Jakob ihn mit einem abwertenden und überheblichen Unterton gleichzeitig begrüßt, während er ihm die Pizzaschachteln aus der Hand zog.

„Thomas hilf mir mal“, hatte er dann nach hinten gerufen und gleich darauf tauchte Thomas auf, um Jakob die Pizzen abzunehmen.

Im Hintergrund erhaschte Joko den Blick in ein grosses Wohnzimmer, es sah so groß aus wie seine eigene komplette Wohnung, und Joko entdeckte definitiv dort auch noch Mark und Klaas, welche auf dem Sofa sassen und mit ihren Handys beschäftigt waren.

„Genug gestarrt?“, holte Jakob dann die Aufmerksamkeit süffisant auf sich zurück und Joko sah tatsächlich ertappt wieder zu Jakob, der ihn schief angrinste.

„Wie viel?“, fragte Jakob weiter.

„Ähm 60 Euro“, haspelte Joko immer noch ertappt.

„Hier ist ein Hunderter. Du hast es ja nötig.“, steckte ihm Jakob dann einen hundert Euroschein zu und so sehr Joko diese 40 Euro Trinkgeld auch brauchen konnte, so sehr machte es ihn auch wütend, dass es bei dieser Geste rein um eine Entwürdigung seinerseits ging und das Grinsen, dass er im Hintergrund auf Klaas‘ Gesicht erkennen konnte, ohne dass dieser auch nur eine Sekunde vom Handy hochgeschaut hätte, machte es nur noch schlimmer.

Zurück im Restaurant hatte er seinem Arbeitskumpel Achim erzählt, was gerade passiert war, weil er es auch immer noch absurd fand, dass Jakob ihm einfach 40 Euro Trinkgeld gegeben hat. Wie er dann aber von Achim, der ein ehemaliger Schulkamerad von Jakob war, erfahren musste, war das nichts Außergewöhnliches. Jakob hatte wohl kurz nach seinem 18ten Geburtstag seine Eltern bei einem Autounfall verloren. Diese waren steinreich und Jakob hatte als Einzelkind das ganze Vermögen inklusive dem Haus geerbet. Mit eben diesem Geld nun um sich zu werfen, war wohl Jakobs Art mit dem Verlust umzugehen.

Kurzfristig hatte Joko nach diesen neuen Informationen sogar Mitleid mit Jakob, weiß er schließlich selbst, wie es ist, die Eltern zu verlieren, oder zumindest die Mutter, aber mit jedem neune Spruch, den er einstecken musste, sank dieses Mitleid wieder, bis er erneut einfach nur komplette Antipathie für Jakob und all seine Kumpel verspürte.

Nach einem Fußmarsch von nicht mal zwanzig Minuten kommt Joko nassgeschwitzt bei der Pizzeria an. Durch eines der Fenster hat ihn Achim entdeckt und winkt ihm zu, weshalb Joko winkend zurückgrüßt, während er an den Fenstern vorbeigeht, einmal um das Gebäude rum, bis er das große hölzerne Tor zum Hinterhof erreicht. Knarzend und quietschend schiebt er dieses auf und betritt so den kargen Hinterhof. Zwischen dem alten, teilweise aufgesprungenen Teer, sprießt Unkraut empor. Das einzige Grünzeug, das man hier findet. Dampf dringt aus den geöffneten Küchenfenstern und um die Mülltonnen neben dem Hintereingang tummeln sich die Fliegen. Joko steuert direkt die hölzerne Treppe an, welche unter seinen Schuhen ebenso knarzt wie das Tor gerade eben. Eigentlich wartet Joko nur darauf, dass sie irgendwann unter seinen Füssen einbrechen würd. Sie führt ihn direkt zu der Haustür seiner Wohnung. Schnell ist diese aufgeschlossen und  noch bevor Joko seine Wohnung richtig betreten hat, drückt er schon blind auf den Knopf direkt neben der Tür, um die Klimaanlage anzuwerfen. Sie ist surrend und laut, doch Joko ist das egal. Er ist froh, den Luxus einer Klimaanlage genießen zu dürfen, und seufzend atmet er aus, als die kühle Brise ihm entgegen weht.

Gerne würde er den Rest des Tages hier in der Kühle auf dem Sofa verbringen und etwas fernsehen, doch die Arbeit ruft, deshalb durchquert Joko das Wohnzimmer, um direkt das Bad zu erreichen. Es ist unglaublich klein. Neben einer Dusche, der Toilette und der Waschmaschine ist gerade noch Platz für eine, maximal zwei Personen. Man könnte quasi auf der Toilette sitzen und gleichzeitig den Kopf unter die Dusche halten, so eng ist es. Schnell landen die durchgeschwitzten Klamotten direkt in der Waschmaschine und Joko stellt sich zufrieden brummend unter den kalten Wasserstrahl. Man tut das gut. Mit geschlossenen Augen wäscht sich Joko den Schweiß von seinem Körper und gerne würde er noch länger hier stehen, doch er weiß, dass inzwischen vermutlich die Zeit drängt. Deshalb dreht er das Wasser wieder ab, trocknet sich mit einem Handtuch sporadisch trocken und tappst dann nackt zurück ins Wohnzimmer und direkt weiter in sein Schlafzimmer und hinterlässt dabei eine Spur aus einzelnen Wassertropfen auf dem Boden. Das Schlafzimmer ist verhältnismäßig genauso klein wie das Bad. Da steht ein Bett, ein kleines Nachtschränkchen und ein Kleiderschrank. Mehr passt hier nicht rein, aber mehr braucht Joko im Schlafzimmer auch nicht. Schließlich ist er hier ja nur zum Schlafen. Aus dem Schrank zieht er nun frische Arbeitsklamotten heraus, und als alles sitzt, atmetet Joko ein letztes Mal tief durch, bevor er sich in die gehasste Mittwochsschicht stürzt.
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