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For all the Ghosts that are never gone

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Daniel "Dan" Anderson Der Hacker Hannah Donford Jessica "Jessy" Hawkins Lilly Donford OC (Own Character)
23.06.2022
23.06.2022
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Everthing is going to be fine in the End

If it’s not fine .- It’s not the End



Prolog: Einsamkeit

156verpasste Anrufe
3042ungelesene Nachrichten

Alle von meinen Freunden aus Duskwood, doch ich hatte sämtliche Kontaktaufnahmeversuche der anderen ignoriert.

Gekonnt ignoriert!

Der Schock saß immer noch zu tief in den Knochen. Richy war für die Entführung von Hannah verantwortlich. Und Richy war am Selbstmord von Amy Bell Lewis nicht ganz unschuldig. Auch wenn er es keineswegs gewollt hatte.

Ich konnte es nicht wirklich erklären, aber ich empfand Mitleid mit ihm. Er war kein schlechter Mensch. All das war doch nur passiert, weil er sich für den Unfalltod von Jennifer Hanson verantwortlich fühlte. Dabei war er nicht einmal vor Ort gewesen. Er hatte doch nur den AMC Gremlin Amy und Hannah überlassen.

Auch wenn er wusste, dass keins der beiden Mädchen einen Führerschein besaß. Er selbst hatte schon auf dem Pine Glade Festival getrunken und war nicht mehr fahrtauglich. Er wusste das Hannah mit einem Auto umgehen konnte. Schließlich hatte sie schon öfters auf dem Gelände von Rogers Garage ihre Fahrkünste ausprobiert.

Im guten Glauben, dass Hannah das Fahrzeug beherrschen würde, hatte Richy den beiden Mädels den AMC Gremlin überlassen.

Ich konnte ihm keinen Vorwurf machen!

Zugebenermaßen auch so sehr ich es versuchte. Richy konnte nicht wissen, dass Hannah die unschuldige Jennifer auf den dunklen Straßen übersehen würde. Auch wenn es im Bereich des Möglichen lag, dass sich ein unerfahrene Fahrerin sich und ihre Fertigkeiten überschätzte. Doch wer rechnete schon mit dem Schlimmsten. Ich wäre auch so naiv gewesen. Wahrscheinlich hätte ich genauso gehandelt.

Keineswegs würde ich es rechtfertigen wollen, dass er sich 10 Jahre nach diesem tragischen Unfall als Mann ohne Gesicht ausgeben hatte um Hannah und Amy…

Naja, was eigentlich?
Eine Lektion erteilen?
Sich rächen für seine Schuldgefühle?


Ich kam nicht umher über all das nachzudenken. Nicht nur über seine Motive, sondern auch wie ich in seiner Situation gehandelt hätte. Unsere Schicksale waren irgendwie auf eine seltsame Art und Weise verbunden. So wie Richy war auch ich unschuldig in eine Sache verwickelt, dessen Kontrolle ich am Ende ausnahmslos verloren hatte. Ich hatte zwar nicht so wie er einen Selbstmord zu verantworten.

Ich schluckte.

Doch das hatte ich!

Ich konnte es auf den Kameras sehen. Ich habe gesehen wie Richy das Benzin vergossen hatte. Gefühlte tausendmale hatte ich versucht ihn telefonisch zu erreichen. Doch er hatte nicht mehr abgenommen.

Hilflos musste ich mit ansehen, wie er das Benzin angezündet hatte.
Hilflos habe ich geschrien, dass er mit dem Mist aufhören sollte.
Wohlwissend das er keins meiner Worte hören würde.
Ich konnte ihn nicht retten!
Durch mein Einmischen in Hannahs Vermisstenfall klebte nun Blut an meinen Händen.
Richys Blut!

Mit dieser Bürde musste ich nun für immer Leben

Doch das war nicht der Grund warum mein Hass auf Richy mein Mitleid für ihn überschattet. Es lag nicht daran, dass ich mich verraten fühlte. Das tat ich ohne Zweifel. Die ganze Zeit bei der Suche und Sorge um Hannah hatte er uns belogen.

Und ja eigentlich sollte ich deswegen wütend sein….

Dennoch….

Da war diese eine Sache…

Diese eine Sache die ich Richy niemals verzeihen konnte. Jake war auch in den Minen gewesen. Ich konnte mit 100% Sicherheit sagen, dass ihm irgendetwas passiert sein musste!

Die Möglichkeit die Jake gehabt hatte, waren eine Auswahl aus Cholera und Pest. Ich hätte niemals zulassen sollen, dass er in diese Minen geht. Definitiv hätte ich penetranter sein müssen.

Mein einziger Feind war der Mann ohne Gesicht.

Klar, wir dachten alle Michael Hanson hatte sich diese alte Legende angeeignet um Rache für den Unfalltod seiner Tochter zunehmen.

Es ist im Nachhinein war es reinster Hohn, dass es Richy der Mann ohne Gesicht war. Ich wäre wohl nie in ernsthafter Gefahr gewesen, wenn ich in diese alten Minen von Duskwood gefahren wäre.

Im Gegensatz zu Jake.

Seine Verfolger waren ihm schon dicht genug auf der Spur gewesen.

Dann…

Ich stockte meine Gedanken. Es fiel mir immer noch schwer diesen Gedanken zu Ende zu bringen. Ich wusste nicht, ob Jake die Minen noch vor Richys Inferno verlassen konnte. Doch wenn er es geschafft hatte war er wohl blindlinks dem FBI, seinen Verfolgern, in die Arme gelaufen.

Klar, war dieser kleine Hoffnungsschimmer gewesen. Dieser kleine unscheinbare Hoffnungsschimmer der sich mit jeder Sekunde des Warten in ein Inferno der Verzweiflung verwandelt. Jake hätte sich gemeldet, wenn er in Sicherheit gewesen wäre.

Niemals, nie im Leben hätte er seine letzte Nachricht einfach so im Raum stehen gelassen. Gerade weil ich mit meiner Antwort klargemacht hatte, dass ich seine Gefühle erwidere. Diese drei magischen Worte von ihm hatten mich glauben lassen, ich wäre geradeaus unterwegs in Richtung Happy End.

Doch jetzt ertrank ich regelrecht in meiner Verzweiflung. Nicht zu wissen, ob er meine letzte Nachricht überhaupt gesehen hatte - das war die Hölle. Unabhängig davon, welches der beiden Endszenarien die Wahrheit war. Jake sollte wissen, dass ich ihn auch liebte.

Für den Fall, dass er dem FBI in die Arme gelaufen ist, würde ihm das doch sicher Kraft geben. Er würde wissen, dass ich auf ihn wartete. Er musste doch wissen, dass er auf Ewig der Einzige sein würde. Der Einzige der jemals zählte und es immer würde. Er bedeutete mir doch genau so viel, wie ich ihm.

Das musste ihm doch Hoffnung geben. Er würde doch nicht an diesem Wissen in seiner Verzweiflung und Hilflosigkeit ertrinken.

So wie ich.

Meine salzigen Tränen brannten auf meiner Haut. Ich war nicht mehr stark genug den schlimmsten aller Gedanken zu unterdrücken.

Was wäre wenn Jake es nicht auf den Minen geschafft hatte?

War es Frieden für ihn zu wissen, dass ich ihn liebte?
Oder war es die Hölle?
Musste er dadurch noch mehr leiden?

Ich hätte gelitten, wenn ich an seiner Stelle in den Minen gewesen wäre. Genau in dem Moment in dem ich realisiert hätte, dass ich es nicht mehr rechtzeitig aus den Minen schaffen würde. Der Gedanke zu wissen, dass ich ihn allein lassen würde wäre schlimmer als mein eigenes Todesurteil.

Immer mehr Tränen rann über mein Gesicht. Das Atmen fiel mir mit jedem weiterem Zug immer schwere.

Warum musste gerade ich in den Vermisstenfall von Hannah Donfort reingezogen werden?


Eine Frage auf die ich bis heute keine Antwort hatte. Ehrlich gesagt auch keine haben wollte. Der Grund, warum ich aus meinem unbeschwerten und glücklichen Leben gerissen wurde, schien so unbedeutend. Genauso wie die Tatsache, dass ich Hannah gerettet hatte.

All das zählte nicht.

Der Preis, den ich zahlen musste, war einfach zu hoch!
Ich hatte Jake verloren!
Wahrscheinlich für immer…

Er hätte sich sonst bei mir gemeldet. So lange würde er doch niemals brauchen, um mich zu kontaktieren! Es war doch schon so viel Zeit vergangen. So viel Zeit, dass ich den Überblick verloren hatte.

Halt!
Das war eine Lüge….

Ich wusste ganz genau, dass es sieben Wochen, drei Tage, fünfzehn Stunden und achtunddreißig Minuten waren!
Es war reiner Selbstschutz…
Wenn ich mir den genauen Zeitraum vor Augen führte, zerstörte ich doch sämtliche Hoffnung die ich in mir aufkeimte.

Drei Tage kein Lebenszeichen konnten immer noch bedeuten, dass ihn irgendwas oder irgendwer verhindert hatte sich direkt bei mir zu melden. Doch fast zwei Monate macht dies nur noch unwahrscheinlicher.

Ich schreckte hoch als ich das Klingeln meines Mobiltelefons vernahm. Enthusiastisch griff ich danach um im nächsten Moment auf den harten Boden der Realität zufallen.

Natürlich war es nicht Jake.

Jessy war nun verpasster Anruf Nummer 157

Zugebenermaßen konnte ich man ihr wohl die meisten Versuche mich zu erreichen, zu sprechen. Die Tatsache das sich ihre Kontaktaufnahmeversuche in letzter häuften machten es mir nicht unbedingt leichter. Doch ich konnte und wollte mit keinem von ihnen sprechen.

Ich wusste, dass ich mich zu einem gewissen Teil selbst belog. Nach der Erkenntnis, dass Richy die ganze Zeit der Entführer gewesen war, wusste ich wirklich nicht wie ich ihnen gegenübertreten sollte. Doch die Angst, dass mir einer sagen könnte, dass man auch Jakes Leiche in den Minen gefunden hatte, war zu groß. Ich wollte mir nur nicht eingestehen, dass ich noch nicht bereit war diesen Hoffnungsschimmer aufzugeben.

Wieder klingelte mein Handy.
Wieder war es Jessy.

Wieder hatte ich nicht die mentale Kraft das Gespräch entgegenzunehmen. Eigentlich wollte ich sie nicht für so einen langen Zeitraum ignorieren. Doch alle meine Gedanken drehten sich zurzeit um Jake.

Ich würde Jessy keine Hilfe sein. Nicht die Stütze die sie brauchte und verdiente. Ich war einfach ein emotionales Wrack. Vorgestern erst hatte ich aus Wut meinen Badezimmerspiegel zertrümmert. Mit voller Kraft mit meiner Faust darauf eingeschlagen. Selbst die Verletzungen, die ich mir dabei zugezogen hatte, störten mich nicht.

So wirklich spürte ich den physischen Schmerz nicht einmal.

Die kleine piepsige Stimme in meinem Kopf versuchte mir klar zu machen, dass ich sämtliche Warnsignale erreicht hatte und dringend professionelle Hilfe bräuchte. Doch diese leise Stimme konnte ich perfekt ausblenden.

Denn wenn ich ganz ehrlich zu mir war: Ich wollte leiden!

Das Gefühl, dass ich es verdient hatte zu leiden war zu groß. Denn so wie alles geendet hatte war es ganz allein meine Schuld. Richy hätte Hannah niemals ernsthaft Schaden zugefügt.

Ich hätte niemals auf Thomas Nachricht reagieren sollen.
Ich hätte mich nicht hinreißen lassen sollen Detektiv zuspielen.
Und vor allem hätte ich mich niemals meiner Faszination diesen einen mysteriösen Hacker hingeben sollen.

Wenn ich ihn nicht hätte kennen lernen wollen…
Wenn wir uns nicht besser kennen gelernt hätten…
Dann hätten wir uns doch nie ineinander verliebt.

Jake wäre niemals anstatt meiner in diese dämlichen Minen gestiegen. Er würde jetzt in Sicherheit sein. Er wäre niemals überhaupt nur in Gefahr geraten. Immer noch versteckt vor seinen Verfolgern.

Warum habe ich ihm nicht, wie die Anderen, von Anfang an misstraut?
Warum war ich so großzügig gewesen ihm sofort mein Vertrauen zu schenken?


Denn seien wir ehrlich, verdient hatte er das nicht!

Warum war ich nicht in der Lage gewesen, einzusehen wie verdächtig er sich verhielt?

Nein, ich musste mich ja ausgerechnet in den von der Regierung gesuchten Hacker verlieben!

Ich sollte definitiv meiner Männergeschmack noch einmal überdenken!

Wieder klingelte mein Handy
Wieder war es Jessy
Verpasster Anruf 159…
160…
161…
162…
163…
164…
Dieses Mal war sie wirklich penetrant!
165…
166…
167…

Wahrscheinlich erhoffte sich Jessy, dass ich nun doch schwach werden würde und sie nicht weiterhin ignorieren würde. Irgendwie war ich auch kurz davor gewesen.
Ich wollte das es aufhörte…
Das alles aufhörte…

Im Nachhinein betrachtet war es doch einen gute Idee gewesen den Anruf nicht entgegenzunehmen. In meiner selbstzerstörerischen Phase hätte ich sie nur angebrüllt, dass sie mich doch endlich zufriedenlassen sollte. Das wäre ihr und ihrer Situation gegenüber nicht fair gewesen. Schließlich hatte sie Richy verloren….
Sie und Richy waren….

Das Klingeln meiner Wohnungstür ließ mich aufschrecken.
Wer zum Teufel klingelte den jetzt Sturm?
Wankend machte ich mich auf den Weg, um meinem unbekannten Besucher die Tür zu öffnen.
„Ich komm ja schon!“, stöhnte ich genervt. Die Hoffnung das es Jake sein könnte, kam gar nicht erst auf. Schließlich wusste er nicht einmal wo ich wohne. Geschweige denn dass er nicht einmal meinen Nachnamen kannte.

Wie sollte er mich finden?
Und vor allem wieso nach fast zwei Monaten Funkstille hier auflaufen?

„Ich bin ja da!“, brüllte ich mehr wütend als genervt von dem ruhstörenden Ton meiner Türklingel.
„Was soll der Scheiß?!“, brüllte ich in dem Moment in dem ich die Tür öffnete. Mir war egal wer da war. Die Person durfte ruhig wissen, wie sehr mich ihr Verhalten auf die Palme brachte.

Ich hatte auch keinen Gedanken daran verschwendet wie unpassend mein Verhalten sein könnte. Nicht nur weil ich jemand Fremdes meines Frust der letzten Monate regelrecht ins Gesicht brüllte. Es gab schließlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich damit in Gefahr brachte. Das FBI, zum Beispiel, würde sicherlich nicht zimperlich sein, wenn man ihnen nicht den nötigen Respekt entgegenbrachte. Vor allem gerade dann wenn man beinah seine eigene Liebesgeschichte mit einem gesuchten Hacker gehabt hätte.

Doch wahrscheinlich wären mir sämtliche Konsequenzen auch egal gewesen.

Jake war nicht mehr da und das war alles was für mich zählte. Ich hatte die Liebe meines Lebens verloren.
Was sollte mir also noch Schlimmeres passieren?

Mein Körper erstarrte als ich realisierte wer da vor mir stand.

„J…J…J…J…“stammelte ich. Es hatte mir völlig die Sprache verschlagen Ich konnte nicht fassen, wer da vor mir stand.
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