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Dark Memories

von Loriia
Kurzbeschreibung
GeschichteAction / P16 / Het
Maka Albarn Soul Eater Wes Evans
23.06.2022
23.06.2022
1
1.819
 
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„Hey Soul, sieh dir das mal an!“, rief Maka ihrem Partner zu, der nur gelangweilt in seinem Zimmer vor dem Fernseher hockte. Der junge Mann hingegen legte nur stöhnend den Kopf in den Nacken. „Was gibt’s denn so Dringendes?“
„Schwing deinen Hintern hoch und komm schon her oder ich zieh dir ein Buch über die Rübe!“ Souls Gesicht verzog sich vor Schrecken, denn er wusste genau, wie schmerzhaft ein beherzter Chop von Maka war. Also zwang er sich nun doch dazu, aufzustehen, und lief zu seiner Partnerin ins Wohnzimmer. „Was ist denn?“
Die junge Sensenmeisterin wedelte mit einem Zettel vor Souls Nase herum. „Schau mal, was heute in der Post war.“
„Ein Flyer?“ Soul nahm seiner Partnerin das Papier aus der Hand und las es sich durch. „Seit wann gibt es denn Talentwettbewerbe an der Shibusen? Und warum lässt man dafür Flyer verteilen, anstatt es in der Schule einfach anzukündigen?“ Die Partnerin des Weißhaarigen blähte nur ihre Wangen auf. „Ist doch egal. Wichtig ist doch, dass du teilnehmen solltest.“
„Bist du bescheuert?! Talentwettbewerbe sind uncool, was soll ich auf so einer Veranstaltung?“ Maka grinste ihren Partner breit an. „Na Klavier spielen, was denn sonst?“
Souls Mundwinkel verzogen sich und er wirkte regelrecht angeekelt. „Ich passe.“ Die Sense wandte sich ab und ging ohne ein weiteres Wort wieder in sein Zimmer. Für ihn war das Thema beendet. Wie uncool wäre es denn, wenn die ganze Schule ihn Klavier spielen hörte? In der Kettenresonanz mit Kid und Black*Star war das eine Sache, aber vor der gesamten Shibusen? Nie und nimmer!

Am nächsten Tag saßen Soul und Maka wieder im Unterricht. Als ihr Klassenlehrer Dr. Stein endlich in den Raum gerollt kam – wie immer auf seinem typischen Bürostuhl mit Rollen – seufzte Soul innerlich auf. Bestimmt würden sie heute mal wieder etwas sezieren, wie fast jeden Tag.
„Hört mal alle her! Bevor wir mit dem Unterricht anfangen, habe ich eine Ankündigung zu machen. Diese Ankündigung kommt direkt vom Shinigami-sama.“
„Eine Nachricht direkt vom Shinigami-sama?“, hörte man viele der Schüler rufen und sofort ging das Getuschel los.
„Ob das etwas mit diesen Flyern zu tun hat?“
Ein Schlag ging durch die Klasse, als Dr. Stein laut auf den Tisch schlug und somit für Ruhe im Klassenraum sorgte. „Ruhe bitte!“ Einen kurzen Moment wartete Dr. Stein, bis es wirklich mucksmäuschenstill im Raum war. „Ihr habt womöglich schon eine Ahnung, worum es geht. In den letzten Tagen gingen einige Flyer in Death City herum, auf denen von einem Talentwettbewerb die Rede war. Der Shinigami-sama hat sich dazu entschlossen, einen eben solchen Wettbewerb austragen zu lassen. Laut seiner Aussage, hättet ihr euch alle auch mal etwas Spaß verdient. Es ist keine Verpflichtung, an diesem Wettbewerb teilzunehmen, also müsst ihr euch auch nicht vor schlechten Noten fürchten, wenn ihr nicht teilnehmen wollt. Wer hingegen teilnehmen will, kann sich in die Teilnehmer-Liste eintragen, zusammen mit dem Talent, welches vorgestellt werden soll.“
In den hinteren Sitzreihen hatte Soul seinen Kopf auf der Hand abgestützt und stöhnte nur. Also war das kein Scherz mit diesen Flyern gewesen. Wie uncool! Soul zumindest hatte nicht vor, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. So ein Auftritt würde seinen Ruf ruinieren! „Trag dich doch in die Teilnehmer-Liste ein, Soul. Du spielst so toll Klavier, da gewinnst du sicherlich.“, flüsterte ihm Maka zu, doch ihr Partner verdrehte nur die Augen. „Ich habe gestern schon gesagt, dass ich auf sowas Uncooles keine Lust habe, und dabei bleibt es auch. Also hör auf, mich überreden zu wollen, Maka.“
„Fangen wir nun mit dem Unterricht an.“, rief Dr. Stein durch den Raum und begann seinen Sezierunterricht.

In der Mittagspause saßen Soul und Maka, zusammen mit Black*Star, Tsubaki, Kid, Liz und Patty in der Mensa.
„Du willst echt nicht am Wettbewerb teilnehmen, Soul?!“, kam es entsetzt von Liz, der älteren der beiden Thompson-Schwestern. „Wie oft denn noch? Nein! Talentwettbewerbe sind uncool und sowas passt einfach nicht zu mir.“
„Und dabei spielst du doch so gut. Schade, ich hätte mich gefreut, dich spielen zu hören.“
„Sieh mich nicht mit deinen Kulleraugen an, Tsubaki, ich mach es nicht. Können wir über etwas anderes reden?“
„Ich verstehe, dass du da keine Lust drauf hast. Ist aber auch umso besser für mich. Du hättest mir ansonsten wohl komplett die Show gestohlen!“, lachte Black*Star laut los, woraufhin alle am Tisch stöhnten. „Ich glaube, ich spreche für alle hier, wenn ich sage, dass es uns alle sehr freuen würde, dein Spiel zu hören, Soul.“ Nun schaltete sich Kid auch noch ein und versuchte, ihn zu bequatschen. Der Weißhaarige hatte nun genug und erhob sich vom Tisch. „Ich esse draußen! Auf diese Diskussion hab ich keine Lust mehr.“
„Das ging wohl daneben ...“, murmelte Maka und blickte ihrem Partner bedrückt hinterher.

Nach dem Essen suchte Maka nach ihrem Partner und fand ihn wenig später auf dem Hof vor der Schule, wo er auf der Treppe saß und über die Straßen von Death City blickte. Mit einem entschuldigenden Lächeln ließ sich die Sensenmeisterin neben ihrer Waffe auf der Treppe nieder.
„Tut mir leid, dass wir so auf dich eingeredet haben, das war nicht okay.“
„Das war echt mehr als uncool!“, brummte Soul zur Bestätigung und Maka verzog ihre Mundwinkel. „Akzeptiert doch einfach, dass ich auf sowas keinen Bock habe. Ich spiele nun einmal nicht mehr gerne Klavier.“
„Aber während unserer Kettenresonanz spielst du doch auch für uns.“
„Das ist aber auch was komplett anderes, Maka! Mein Spiel hilft euch dabei, die Kettenresonanz aufrecht und eure Seelenwellen stabil zu halten. Das sind keine Konzerte, die zur reinen Unterhaltung dienen.“ Der Ältere wandte wieder den Blick ab und schaute in die Ferne. „Belass es bitte einfach dabei und bohre nicht mehr danach.“
„Na gut, Soul ...“



~*~




„Du willst was machen?!“ Schnell bedeutete Maka ihren Freunden, leiser zu sein. „Ich will Soul heimlich auf die Teilnehmer-Liste schreiben. So stur, wie er ist, scheint man zu seinem Glück zwingen zu wollen.“
„Aber Maka, findest du das nicht gemein?“, wandte Tsubaki besorgte ein. „Immerhin hat Soul ausdrücklich gesagt, dass er das nicht will. Wir sollten seinen Willen akzeptieren und ihn nicht stattdessen heimlich bei diesem Wettbewerb anmelden.“
„Ich muss Tsubaki Recht geben.“, gab Kid nun ebenfalls zu bedenken. „Bedenke, dass so eine Tat, das Vertrauen deines Partners in dich dadurch stark beschädigt werden kann ... im schlimmsten Fall könnt ihr eure Seelenwellen nicht mehr zur Harmonie bringen.“
Verdammt, daran hatte ich gar nicht gedacht ...! , schoss es Maka durch den Kopf.
„Außerdem besteht das Risiko, dass sich bei Soul während dem Spielen sein schwarzes Blut aktiviert und er dem Wahnsinn verfällt.“ Kid warf nun immer mehr Argumente gegen Souls Teilnahme am Talentwettbewerb ein und Maka grübelte. Sollte sie ihren Partner wirklich, trotz all dieser Gegenargumente trotzdem auf die Liste der Teilnehmer setzen? Sie wäre keine gute Partnerin, wenn sie das täte ...
Aber wie oft hat Soul mir Dinge aufgezwungen, die ich nicht wollte?! Immer lässt er seine blöden Jazz-Platten so laut laufen, dass ich nicht vernünftig lernen kann! Und wenn ich ihm sage, dass er sie leiser machen soll, dreht er sie erst recht lauter. Damit ich den Vibe des Jazz spüren kann, hat er immer ach so cool behauptet und dabei breit gegrinst. Dieser Idiot!

Der Frust über all diese Dinge sorgte dafür, dass Maka sich in einer ruhigen Minute einen Stift schnappte und zur Teilnehmer-Liste lief, die am schwarzen Brett der Schule hing. Natürlich nahm Black*Stars Unterschrift alleine schon das halbe Papier in Anspruch, was Maka seufzen ließ.
Sie suchte sich eine leere Zeile auf der Liste und begann zu schreiben.

Name der/des Teilnehmers/Teilnehmerin: Soul Eater
Talent: Klavier spielen

Einen Moment lang überlegte Maka. Sollte sie es beim Klavier Spielen belassen? Ein Grinsen zog sich über ihre Lippen, als sie den Stift erneut ansetzte.

Talent: Klavier spielen & singen!

Die Sensenmeisterin ließ ihren Stift wieder in ihrer Rocktasche verschwinden und war zufrieden. Damit konnte sie Soul endlich mal eins auswischen für die unzähligen Male, in denen er sie geärgert oder aufgezogen hatte. Als die Schulglocke wieder läutete, machte sich das Mädchen auf den Weg zurück in ihre Klasse.

„Was ist denn da hinten los?“ Nach Schulschluss hatte sich eine Menschentraube um das schwarze Brett im Korridor angesammelt.
„Ich dachte, er wollte nicht teilnehmen?“
„Dass er Klavier spielen kann, wusste ich nicht.“
„Die größere Überraschung ist, dass er wohl auch singen will.“, hörte man einige Schüler tuscheln und Soul schlängelte sich durch die Menge durch, bis er direkt vor dem schwarzen Brett stand. All diese Schüler hatten sich vor der Teilnehmerliste des Talentwettbewerbes versammelt. Black*Stars Autogramm zierte das halbe Formular, doch unter der riesigen Unterschrift ...
„Was zum Teufel?!“ Soul riss die Liste vom Brett und starrte diese entsetzt an. Da stand ganz eindeutig sein Name drauf und irgendjemand klopfte ihm auf die Schulter. „Find ich toll, dass du doch teilnimmst, Soul. Ich wusste gar nicht, dass du Klavier spielen kannst.“, lächelte ihm die Hexe Kim zu, während in einer hinteren Ecke ihr gemeinsamer Mitschüler Ox Ford kauerte und Soul innerlich dafür verfluchte, dass er mehr Aufmerksamkeit von seiner geliebten Kim bekam als er selbst.
„Ich will nach wie vor nicht teilnehmen, Kim. Und warum steht da auch, dass ich singen würde?! Sekunde ...!“ Soul sah sich nun die Liste genauer an. Die Art, wie sein Name geschrieben war ...
Das ist doch gar nicht meine Handschrift!, dachte sich die Sense und als endlich der Groschen fiel, ließ er das Blatt in seinen Händen sinken und schnaufte hörbar. Er war echt wütend.

Als die Wohnungstür laut zugeknallt wurde, zuckte Maka in ihrem Zimmer zusammen. Soul war eindeutig wieder zuhause und kurz darauf kam er auch schon in ihr Zimmer gestürmt. „Was soll das, Maka?! Warum hast du mich auf die Teilnehmerliste geschrieben?! Die Aktion ist echt uncool!“, beschwerte er sich lautstark und Maka presste ihre Lippen zu einer dünnen Linie zusammen.
„Weil du mir auch immer wieder Dinge aufdrängst, die ich nicht mag.“
„Und die wären?!“
„D-Deine Schallplatten, die du viel zu laut hörst, obwohl ich lernen will.“ Stöhnend raufte sich Soul die Haare. „Ist das dein Ernst?! Wegen solcher Kleinigkeiten zwingst du mich an einem uncoolen Talentwettbewerb teilzunehmen und fügst als Talent auch noch singen hinzu?!“
„Ich höre dich manchmal unter der Dusche singen.“, gab Maka kleinlaut von sich. Anscheinend war ihre Aktion noch übler ausgegangen, als sie erwartet hatte. „Aber Maka – unter der Dusche klingt selbst Ragnaröks Angstschrei wie eine Ballade!“ Bei diesem Vergleich konnte sich Maka das Kichern nicht verkneifen. „Lach nicht, das ist nicht lustig!“
„Doch, irgendwie schon.“ Soul verdrehte genervt die Augen. „Ernsthaft, Maka, ich habe dir ausdrücklich gesagt, dass ich das nicht machen will. Hättest du es einfach dabei belassen, wäre es besser gewesen!“ Die Sense wandte sich von Maka ab und ohne eine weitere Diskussion zog er sich in sein Zimmer zurück. Der Knall, als die Tür ins Schloss fiel, war das Letzte, was man an diesem Abend in der Wohnung hörte.
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