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Blue Eyes

Kurzbeschreibung
OneshotDrama, Poesie / P12 / Gen
Chuya Nakahara Kouyou Ozaki Osamu Dazai Ryurou Hirotsu
23.06.2022
23.06.2022
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1 Sommertime

In my sad heart the day breaks,
in my glad heart the day breaks.
No! What's going on?
Indeed the sad day breaks.
The blue eyes didn't move,
the whole world was still sleeping;
then "that time" was about to pass.
Ah a remote, remote story.
The blue eyes didn't move:
- now maybe they're moving...
the blue eyes didn't move,
pitiful and beautiful!
Here I'm now, in the yellow light.
After that I don't know what happened..
Ah, so "the time" was about to pass,
like blue vapour gushing out.


Manchmal würde er aufwachen und wissen, ein schlechter Tag bricht an. Manchmal wiederum wacht er auf und würde wissen das ein guter Tag vor der Tür stehe und er nur noch diese Tür öffnen müsste, um den Sonnenstrahl dahinter zu erreichen. Manchmal.., manchmal.  
Manchmal, selten?
Was ist der Unterschied. Er verblasst mit der Zeit und so wachte er auf und wusste, wusste dieser Tag würde ein schlechter werden. Denn er konnte noch die aufgestaute Trauer spüren, die sein Herz erschwerte. Konnte, bis in seine Knochen, noch den Kater von letzter Nacht fühlen.
Warum fragt er sich.

Warum sich betrinken?
Warum sich kümmern?
Warum weinen?

Warum weinen bis nichts mehr in diesen Augen außer Leere übrig war.
Warum..?

Dann kommt der Punkt, wo man sich normalerweise an die Dinge erinnert.
Und es kommt alles wieder hoch. Niemand starb. Aber jemand verließ, verließ ihn. Verließ diese Organisation. Er wusste es war nichts persönliches. Aber sein Herz hörte nicht auf seinen Verstand. Das tut es nie.

Er seufzte. Sein Körper lag verdreht in seinem Futon, Augenringe zierten sein Gesicht und der Geruch von Zigaretten und Alkohol erfüllte die Luft. Eigentlich mochte er den Duft, gerade aber verstopfte es ihm den Zugang zu jedweden anderen Gerüchen.
Stöhnend setzte er sich auf, Gelenke schmerzten und Knochen knackten. Abstützend, am Tisch hochziehend stand er auf. Wackelnd aber nicht zappelnd. Dann hopp, hopp. Schritt für Schritt. Tasten, kriechen, endlich das Klicken.

Schwankend betrat er das Badezimmer. Strich sich rasch die störenden, orangen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Vermied den Blick in den Spiegel und lief direkt Richtung Dusche. Zog Nachthemd und Hose aus, Stück für Stück.
Dann rein in die Wanne nicht zittern und zucken. Kein rucken, wenn die Füße den kalten Boden betreten. Auch erschaudern ist unerlaubt, für den Fall, dass er sein verschwommenes selbst im spiegelnden Duschkopf anschaut.
Zu beschämt wäre er, obwohl der Raum ist glasklar leer.
Nun endlich das Wasser an. Damit er sich langsam und genüsslich, die Sorgen vom Leibe wischt. Schön mit Shampoo, sodass auch keine Spuren übrig bleiben.
Und er jeden Winkel seines Körpers reinigt.

Wasser aus.
Jetzt raus.

Anschließend das Handtuch nehmen, sich abtrocknen. Wieder anziehen. Obacht! Nicht "ihh" schreien. Die Klamotten voller Schweiß, nicht frisch. Voller Schmutz und Dreck.
Zu Müde, um sich neue zu suchen oder den Blick im Spiegel zu umgehen. Zu Müde, um sich gar zu bewegen und den lausigen Sommermorgen zu genießen.

Stattdessen blaue Augen starr und leer.
Matt wie trüb. Sich selber anschauend.
Nicht bewegend. Stock und steif. Vielleicht regen sie sich jetzt?
Nein.
Hier sind nur blaue Augen, starr und leer.
Matt wie trüb. Sich selber anschauend.
Nicht bewegend. Stock und Steif.

Keine Energie übrig, um sich fortzubewegen. Denn für ihn schlief die Welt noch, tief und fest, obwohl die Mittagssonne schon hoch am Himmel stand und den Tag erleuchtet hat. Kriegte er aber nichts davon mit, denn die hängenden Teppiche vor seinem Fenster, nahmen jegliches gelbes Licht, welches den Raum erhellen würde.
Er lebt in Dunkelheit. Gelbes Licht wird ihn nie erreichen.

Bling! Fiiiip!

Trotz alledem ein aufzucken. Eine Benachrichtigung.
Es ist die Schwester.

Kouyo
ᴡɪᴇ ɢᴇʜᴛ ᴇs ᴅɪʀ?

Fragt sie ihn. Während er noch zögert das Handy zu entsperren.
„Rausgehen!“, schreibt sie ihm.
Nicht in der Dunkelheit verweilen, weiterziehen.
Er wollte das aber nicht. Wirklich nicht.
Es klang in seinen Ohren wie das schrecklichste der Welt.
Aber den Gefallen konnte er ihr nicht vertagen, so zog er Hos', Shirt und Schuhe an.
Dann noch kurz einen Blick in den Spiegel werfen, nur um sicherzugehen, obwohl so oder so sich wahrscheinlich nichts ändern wird.
Und was sieht er?

Blaue Augen starr und leer.
Matt wie trüb. Sich selber anschauend.
Nicht bewegend. Stock und steif. Vielleicht regen sie sich jetzt?
Nein.
Hier sind nur blaue Augen, starr und leer.
Matt wie trüb. Sich selber anschauend.
Nicht bewegend. Stock und Steif.

Blick abwendend, aus der Tür treten. Wohnungsschlüssel nicht vergessen.
Jetzt wieder schließen und die großen, alten Treppen hinab kriechen.
Das Knarzen der Stufen zu laut. Treppenhaus nicht finster genug. Oh, er bereut es.
Bereut es und verflucht sie. Verflucht auch ihn und die Welt. Jeden den er kennt.
Dann unten angekommen wundert er sich. Er steht nun im gelben Gold. Dem Licht der Sonne, welches Fröhlichkeit bringt,
wie viel Zeit ist vergangen, fragt er sich? Wann brach es an die Sommerzeit?
Wann wurd's Juni? Wann wurd's Mai?
Wundernd wandert sein Blick nach oben zu den Wattebällchen, die den Himmel krönen und ihm das gewisse Etwas geben.

2 Wintermorning

After that what became oft it...
that I didn't know;
anyway, in the morning, from the misty airport
the airplanes had vanished for good.
Left behind, only cruel gravel and weeds
and cheek-piercing cold remained.
- Even on this kind of cruel vast morning,
one must meet others wearing a smile,
which I thought was a truly pitiable thing;
however, there still
were those who were so full of smiles,
feeling superior.
The sun shine in the mist, the frost on the grassblades
thawed,
from faroff houses cocks crowed;
the mist and the light and frost and the cocks
touched no-one's heart.
Everyone had gone home, seated at table.
(What was left in the airport was me,
trying to kick an empty cigarette packet. )


Graue Wolken bedecken den Himmel. Neblig. Nichts zu erkennen. Kein Vogel piepen oder Schmetterling flattern.
Denn es war frostig kalt. Kein Lebewesen war zu sehen, nun, vielleicht ganz selten, ab und zu konnte man einen Fuchs erblicken, der stehen blieb, um dich anzuflehen,
ob du ihm nicht das letzte Stückchen deines Leib Brot gibst oder vielleicht die Schokolade in deiner Hand.
Verzweifeltes Tier, dachte Chuuya, da er einen warmen Platz hatte. Er musste nicht Hungern und betteln, er bekam genug Geld, um sich sein eigenes Leib Brot zu kaufen.

Und er wusste dafür gab er etwas anderes auf,
aber nun war es schon zu spät.
Die Menschlichkeit hatte ihn schon lange verlassen.
Es gab nichts zu bedauern.
Er konnte nichts rückgängig machen.

Das versprach ihm auch der kalte Morgen, welcher beinahe so wirkte, als würde er ihn auslachen.
Wie er da stand und im Endeffekt doch die meisten Sachen überdachte.
Aber dennoch, er musste weiterziehen, daran gab's nichts zu machen. Wie die Vögel im Winter von Nord zu Süd.
Würden sie's anders doch gar nicht erst überleben, so dachte er sich und kramte zitternd in seiner Jackentasche, um das Feuerzeug mit den Zigaretten zu kriegen.
Ein ganzes Jahr war vergangen. Und er wartete immer noch. Wie ein Mann am Flughafen auf seine Frau.
Wartet immer noch obwohl alle ihm sagten:  „Er solle sich keine Hoffnungen machen!“
Er seufzte schwer und blickte nach links und rechts. Die ersten Leute machten schon den ersten Schritt und lösten sich von der Vergangenheit.
Ließen ihn zurück in seiner eigen, kleinen Dunkelheit.
Nun ein Licht gab es. So sagte er sich und schaltete das Feuerzeug an.
Es leuchtete hell im nebligen Sonnenaufgang.
Er musste aufpassen, dass er sich nicht verbrannte.

Chuuya sollte sich glücklich schätzen. Er hatte treue Freunden, Menschen die kamen und gingen und schienen sich in dieser Zeit dazwischen um ihn kümmerten.
Als Beispiel nannte er gerne den Mann mit dem grauen Bart, der trotz seines Alters problemlos die Geschäfte der Mafia schaffte. Stets subtil aber dennoch da an seiner Seite.
Der Jahrzehnte in dieser Organisation verbrachte.
Hirotsu war sein Name.
Der loyale Leiter der Black Lizard.  

Er war nicht der einzige dem Chuuya seinen Dank aussprach. Gin, Tachihara und viele mehr.
Sie alle bedeuteten ihm sehr viel.
Wie sie auf ihn acht gaben, ihn umsorgten und pflegten, als würde er wie eine alte Oma zerbrechen, falls sie einen Schritt zu viel machen würden, nach links oder rechts.

Nachdenklich zündete er die Zigarette an.
Nahm seinen ersten tiefen Zug.
Rauch füllte seine Lungen.
Erleichterung war das Erste was er verspürte, süchtig war er schon lange.
Das Interesse etwas daran zu ändern war mangelhaft.
Manche Dinge würden immer so bleiben wie sie sind.
Zumindest in Chuuya's kurzer Lebenszeit.
Obwohl er ein Gott war, doch so unglaublich menschlich.
Obwohl er nur ein kleines Experiment ist.
Was man zusammen und auseinander basteln kann. Eine Laborratte. Die kein Recht auf das Leben hat und sich trotzdem mit schwitzend Fingernägel an dieses klammert.
Und kurz davor ist abzustürzen.
Vielleicht wird er Korruption benutzen.

In der nächsten Sekunde, gleich danach verwarf er diese Idee wieder.
Anders als sein alter Freund, fand er doch den Sinn zu Leben. Den Sinn weiterzumachen und weiterzuziehen.
Nicht stehenzubleiben.
Und so sah er nach links und rechts, beobachtete wie selbst die letzten Leute ihn verließen. Und weiterzogen, nicht riskierten einen Blick in die Vergangenheit zu werfen
Jedes Mal wenn er es ansprach, entnervt dreinschauend Gesichter.
Warum er denn noch immer nicht weiter gezogen war.
Er wusste es doch selbst doch nicht, also was sollte er sagen?
Ihnen die Wahrheit gestehen oder zum lügenden Teufel werden.
Er konnte sich wirklich nicht entscheiden.

Und so war er hier ganz allein. Wie auf einem einsamen Flughafen, alle waren schon gegangen. Stand er hier als einziger, wartend auf ein einzelnes Flugzeug. Wo nur eine Person drin saß.
Zündete er sich einsam und allein eine Zigarette an.

Er würde sich wohl nie lösen von der Vergangenheit.

- Blue Eyes von Chuuya Nakahara
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