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Ein ganz besonderer Tag

von Quell
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFantasy, Freundschaft / P6 / Gen
Harry Potter Severus Snape
23.06.2022
23.06.2022
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Erster Teil von Delphines Geschenk, ich hoffe es gefällt dir!


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„Aufwachen!“
Langsam öffnete Harry die Augen, als er Tante Petunia gegen seine Zimmertür hämmern hörte. Nun, konnte er den Abstellraum unter der Treppe wirklich als „Zimmer“ bezeichnen? Wie auch immer, draußen hörte er schon die Dursleys herumlaufen und seine Tante aufgeregt herumschreien.
Heute sollte Dudleys Geburtstagsfeier stattfinden. Sie würden den ganzen Tag Lasertag spielen und Kuchen essen. Wie konnte Harry da nicht vor Aufregung aufspringen? Ganz einfach: er war nicht eingeladen. Nicht nach dem, was letztes Jahr mit der Schlange im Zoo passiert war.

Er setzte sich auf und griff nach seinen Socken. Abwesend merkte er das Loch, durch das sein großer Zeh mühelos passte und sagte sich, dass er ein neues Paar bräuchte, bevor er sich ein T-Shirt über den Kopf zog und seine Hose ergriff. Plötzlich hörte er einen schrecklichen Lärm und Staub rieselte auf ihn herab als würde ein Elefant während eines Erdbebens die Treppe herunterpurzeln. Weit lag Harry nicht, denn es war Dudley, der die Treppe aufgeregt heruntertrampelte. Immerhin musste er zwei(!!) ganze Wochen auf diesen Tag warten, da seine Eltern vorher keinen Platz in der Halle für das Lasertagspiel ergattern konnten.
Harry wartete darauf, dass sein Cousin an seiner Tür vorbei in die Küche gestürmt war, um diese zu öffnen und sich selbst zum Frühstückstisch zu begeben. Dort herrschte die reine Hektik. Tante Petunia eilte nur so herum, brachte ihrem liebsten Sohn Kakao und Brötchen, während Dudley Nutella verlangte. Onkel Vernon warf seiner Frau einen mürrischen Blick zu, bevor er sich seiner Zeitung zuwandte und an seinem Kaffee schlürfte. Harry schaffte es, sich in dem Durcheinander unbemerkt ein Brötchen und ein Glas Milch zu schnappen und sich an den Tisch zu setzen. Er machte sich so klein wie möglich, um ja nicht aufzufallen. Darüber hätte er sich keine Sorgen machen müssen, denn jetzt war seine Tante damit beschäftigt, Bacon für Dudley zu machen. In (relativer) Ruhe iss Harry sein Brötchen und trank seine Milch aus, bevor es an der Tür klingelte. Tante Petunia stürzte zur Haustür, um sie zu öffnen. Dort stand ein mürrisch aussehender Mann, der der Hauptgrund für Harrys schlechte Laune war.
„Guten Morgen Mr Snape. Ich danke Ihnen vielmals, dass sie auf Harry aufpassen können“, sagte Petunia fröhlich mit einem breiten Lächeln.

„Harry, komm hier her!“, rief sie viel weniger nett Richtung Küche. Dieser seufzte und stand geschlagen auf, räumte sein dreckiges Geschirr weg und ging widerwillig zur Haustür. Dort fand er einen großen Mann, ganz in schwarz gekleidet mit halblangen fettigen schwarzen Haaren und kalten Augen vor.
„Nun begrüß schon unseren lieben Nachbarn, der heute auf dich aufpassen wird“, drängte ihn seine Tante. „Guten Tag Mr Snape“, brachte Harry flach heraus. Der eiskalte Blick des Mannes machte ihm doch mehr Angst, als er dachte. „Guten Tag Harry“, antwortete Severus und brachte ein angsteinflößendes Grinsen zustande.
Vor Grauen gelähmt stand Harry stocksteif und konnte nicht anders, als den Blick des Mannes zu erwidern. Nach ein paar Sekunden brach Tante Petunia mit einem Hüsteln das Schweigen. „Harry, warum ziehst du dir nicht schnell deine Schuhe an? Oh mein Gott! Was sind das denn für Socken? Hättest du dir nicht etwas Ordentliches anziehen können?“ Petunia hatte das Loch in Harrys Socken bemerkt und schimpfte mit ihm, während sie ihn in den Flur zog.  Im Flur angekommen befahl sie ihm ärgerlich, ein anderes Paar Socken anzuziehen und dann mit Schuhen und Jacke zu kommen. Ohne auf eine Antwort zu warten, stürmte sie mit einem großen Lächeln zurück zu ihrem Gast „Hach diese Bengel! So rebellisch heutzutage. Zum Glück ist mein Sohn viel lieber und…“

Weiter hörte Harry nicht zu, Petunias Zerren hatte ihn zurück zu sich gebracht. Schnell zog er sich seine Jacke über und schlüpfte in seine Schuhe. Er hätte gerne andere Socken angezogen, aber es war sein letztes sauberes Paar und versuchen, das Tante Petunia zu erklären hätte ihm noch mehr Ärger eingebracht. Wie man so schön sagt, Schweigen ist gold.
Er ging zurück zur Haustür, wo Petunia Sinnloses von sich gab und Snape immer noch so mürrisch dreinblickte. Als er sich neben seine Tante stellte, wanderte der Blick des Mannes zu ihm herüber und traf erneut Harrys. Diesmal jedoch war Harry bereit und er erwiderte den Blick ohne Angst zu zeigen.


Keine Minute später standen der Junge und der schwarz gekleidete Mann vor der geschlossenen Tür der Dursleys. Harry hatte keine Ahnung wie seine Tante ihn so schnell herausbefördert hatte und auch Snape sah leicht verwirrt aus. Nach ein paar Sekunden hatte sich dieser gefangen, drehte sich um und ging zum Gartentörchen, das zur Straße führte. „Komm“, meinte er einfach ohne nachzuschauen, ob Harry ihm tatsächlich folgte, bevor er auf der Straße links abbog. Harry lief ihm schnell nach und holte seinen düsteren Nachbarn bald ein. Schweigend liefen sie Seite an Seite.

Nun verstand Harry, warum der ältere Mann darauf bestanden hatte, ihn bei den Dursleys abzuholen. Anscheinend würden sie den Tag nicht in Snapes Haus verbringen, sondern irgendwo anders. Der Richtung nach zu urteilen, in welcher sie gingen, würden sie bald am großen Spielplatz ankommen. „Dachte der alte Mann wirklich, dass ich den ganzen Tag mit Kleinkindern dort spielen werde?“, fragte sich Harry innerlich verwundert. „Vielleicht kann ich ihn überreden, mich bei Dr Dumbledore zu lassen. So begeistert darauf, auf mich aufzupassen, scheint er ja nicht zu sein.“

Dr Dumbledore war ein anderer von Harrys Nachbarn. Obwohl er etwas weiter als Snape vom Haus der Dursleys entfernt wohnte, besuchte Harry ihn häufig. Der alte Mann hatte viele alte Bücher und verstaubte Requisiten in seinem Haus. Er war früher Professor an einer angesehenen Schule im Bereich Naturwissenschaften gewesen, soviel hatte Harry verstanden. Doch Tante Petunia mochte den Professor nicht, er war ihr nicht „normal“ genug. Also war sie ziemlich glücklich, als Snape sich angeboten hatte, auf Harry aufzupassen, als ihr normaler Babysitter kurzzeitig abgesagt hatte.

Inzwischen konnte Harry am Ende der Straße schon den Spielplatz erkennen. Gerade als er Snape darum bitten wollte, zum Professor zu gehen, bieg dieser scharf links in eine kleine Gasse ab.
Mit einem mulmigen Gefühl folgte ihm Harry. Er musste hinter den schwarz gekleideten Mann bleiben, da die Gasse zu eng war, um Seite bei Seite zu gehen. Zwischendurch klopfte Snape scheinbar zufälligerweise gegen die Mauern links und rechts von ihnen. Die Mauern schienen immer größer zu werden, je länger die beiden in der Gasse liefen.
Plötzlich erreichten sie das Ende der Gasse und vor Harry erstreckte sich ein riesiger Wald. Diesen Wald hatte er noch nie gesehen und eigentlich sollte er gar nicht existieren. Er staunte vor den uralten Eichen und dichten Büschen, die er von hier erkennen konnte. Bis vor 5 Minuten war Harry noch in der Stadt, dort, wo er aufgewachsen war und wo es definitiv keinen riesigen Wald wie diesen gab.
Er drehte sich um und ja, die Gasse war immer noch da. Doch rechts und links konnte er keine Häuser ausmachen, nur zwei alte Mauern und noch mehr Wald.
„Komm.“ Snape ging weiter, einen kleinen Pfad entlang, den Harry bis jetzt noch nicht bemerkt hatte. Er zögerte. Der Wald war einfach so erschienen, Harry kannte diesen Ort nicht und traute Severus eigentlich nicht.
Sollte er Snape wirklich folgen?

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Vielen Dank fürs Lesen!
Nächster (und letzter) Teil kommt nächste Woche. Was erwartet den armen Harry wohl?
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