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Just thinking - Rezensionen

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
23.06.2022
23.06.2022
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23.06.2022 682
 
Womit beginnen?
Das ist immer eine schreckliche Frage, und der erste Eindruck zählt – das ist es doch, was alle sagen, oder?

Mein Bücherregal ist gut gefüllt, und mir fallen dutzende gute Bücher ein. Aber ich will nicht in die Vergangenheit greifen. Das hier soll ein neues Projekt werden und womit lässt sich da besser beginnen, als mit einem Buch, das ich erst gestern beendet habe?


Die erste Rezension also:

You've reached Sam
Von Dustin Thao

Worum geht’s?
Lasst mich den Klappentext kopieren. Das mag faul klingen, aber er existiert nicht ohne Grund.


Seventeen-year-old Julie Clarke has her future all planned out—move out of her small town with her boyfriend Sam, attend college in the city; spend a summer in Japan. But then Sam dies. And everything changes.

Heartbroken, Julie skips his funeral, throws out his belongings, and tries everything to forget him. But a message Sam left behind in her yearbook forces memories to return. Desperate to hear him one more time, Julie calls Sam’s cell phone just to listen to his voice mail recording. And Sam picks up the phone.

The connection is temporary. But hearing Sam’s voice makes Julie fall for him all over again and with each call, it becomes harder to let him go.

What would you do if you had a second chance at goodbye?



In letzter Zeit lese ich wirklich gerne englischsprachige Bücher.
Die Welt ist neu, die Welt ist unverbraucht und wann immer ich vor einem Regal stehe, auf dem groß books  steht, weiß ich, dass ich mit mindestens einem neuen Buch nachhause gehe – viel häufiger muss ich mich entscheiden, welches ich kaufe und welches im Laden stehen bleibt.

You've reached Sam hat mich aufgrund des Covers angesprochen. Es ist wunderbar gestaltet, und ich liebe diesen Stil, der sehr an Anime erinnert und das zweigeteilte Theme. Trotzdem habe ich es nicht sofort gekauft. Das Genre ist nicht wirklich meins und der Klappentext klang nach einem Schema, das ich bereits häufig in Geschichten und Filmen gesehen habe – und wollte ich das wirklich noch einmal durchkauen?
Ich war mir unsicher, bin aus dem Laden raus und im Grunde sofort wieder hinein.

Ja, ich wollte.
Und ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Das Buch hat eine wunderbare Art zu erzählen, und auch, wenn die Geschichte an einem Zeitpunkt einsetzt, an dem Sam bereits verstorben ist, fühlt er sich so lebendig an, wie jeder andere Charakter darin. Und das hat mich tatsächlich verblüfft wie fasziniert.

Die Liebesgeschichte zwischen Sam und Julie ist wirklich schön inszeniert. Keine Kapitel zu Kapitel Geschichte, sondern viele kleine Momentaufnahmen aus ihrer gemeinsamen Zeit, die ineinander übergehen, wie Erinnerungen es tun. Es war so schön, sie zu lesen, mitzufühlen und jedes Mal, wenn diese kleinen Szenen endeten, war der Schritt zurück in die Realität hart.

Ich hab geweint. Immer wieder und ich befürchte – oder hoffe? – dass ich es wieder tun werde, sobald ich das Buch für einen reread  in Händen halte. Die letzten Seiten lag ein Plüschpinguin neben mir, während ich heulend Seite um Seite verschlungen habe, bis die Geschichte ihr bittersüßes Ende gefunden hat.
Der Pinguin saß mit feuchten Flügeln neben mir, während ich nur auf das Cover starren konnte, um zu verstehen, dass die Geschichte nun tatsächlich vorbei war.

War es ein Schema, das ich erwartet habe?
Nein. Absolut nicht.
Das Buch hat mich überrascht, und auch wenn an keiner Stelle erklärt wird, wie oder warum... es war für mich nach einiger Zeit wirklich nicht mehr wichtig. Absolut angenehm, wenn ich bedenke, dass viele Geschichten für jede Kleinigkeit eine Erklärung parat haben.

Einige Fehler und Ungereimtheiten sind mir aufgefallen, aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten gewesen - Nachrichten, die seit Monaten nicht durchkommen und plötzlich vibriert einen Nachmittag das Handy ununterbrochen.

Es ist, was es ist – und das ist herrlich.
Es ist ein bittersüßer Abschied. Von einer geliebten Person, und einem Leben, das man sich gemeinsam erträumt hat.
Und es ist ein Neuanfang. Es ist ein Weitermachen.


Ich gebe dem Buch deshalb das Rating: ein nasses Plüschpinguin in der Skala der Emotionalität.
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