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Begegnungen

von Kingsman
Kurzbeschreibung
OneshotRomance / P16 / MaleSlash
Arthur Dayn Jaime Lannister
23.06.2022
23.06.2022
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3.533
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23.06.2022 3.533
 
Hallo ihr lieben und vor allem Hallo agenthartwin. Denn für dich ist diese kleine Geschichte, die im Rahmen des  Geburtstagswichteln2022 entstanden ist.
Ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag und hoffe das diese Geschichte dir gefällt :)

Liebe Grüße deine Kingsman

~~~

Jaime hatte ihn das erste Mal mit 10 beim Turnier in Casterlystein gesehen. Arthur Dayne war nur einen Tag für das Turnier angereist und Jaime hatte ihn gewinnen sehen. Auch wenn Jaime damals schon gewusst hatte, dass er ein Krieger war, so hatte dieses Turnier seinen Entschluss besiegelt. Er war geboren um das gleiche zu tun. Er war geboren um ein Ritter zu werden.
Und er war todtraurig gewesen, dass er keine Gelegenheit bekam Ser Arthur zum Sieg zu gratulieren. Dennoch nahm er das Training von diesem Tag an ernster als je zuvor.

~~~


In den kommenden Jahren, dachte Jaime nur selten an jenes Turnier zurück und an den Ritter der ihn so tief beeindruckt hatte. Er dachte nur an die Gegenwart und war glücklich, als er das erste Mal für Ser Baristan Selmy ein Knappe sein durfte und als er dauerhaft als Knappe in den Dienst von Ser Somner Rallenhall genommen wurde.
Er liebte es sein Talent zu entdecken und es zu beweisen, als er selbst an den ersten Turnieren teilnahm.  Er war schnell beliebt bei den anderen Jungen, auch weil er sich gegen den nervigsten von Ihnen durchzusetzen vermochte. Merret Frey hatte er einen Denkzettel verpasst und er wusste, dass sich nichts und niemand ihm würde in den Weg stellen können.  
Er würde der glanzvollste Ritter von allen werden und er war auf dem Weg dorthin. Auch keine Frau würde sich diesem Plan in dem Weg stellen.
Als er einmal auf Schnellwasser verweilte, war es ihm gleich, dass Lyssa Tully ihm schmackhaft gemacht werden sollte. Es war ihm fast zuwider, er wusste, dass er zu Höherem berufen war. Deswegen genoss er den Aufenthalt lieber, indem er sich die Kriegsgeschichten des Ser Byrnden Tully anhörte. Er war ein Mann, zu dem er aufsah. Den er bewunderte. Ein wahres Vorbild.

Genauso wie Arthur Dayne, den er bald darauf wiedersehen sollte.
Arthur hatte das Kommando bekommen, eine Gruppe von abscheulichen Gesetzlosen zu zerschlagen, die sich die Bruderschaft vom Königswald nannten und einen Großteil ihrer Beute mit Geiselnahmen machten.
Jaime freute sich, dass er an der Seite von Ser Somner Rallenhall zu diesem Einsatztrupp gehören durfte und sehnte den Tag herbei, an dem dieses Abenteuer beginnen würde.
Doch als Arthur Dayne dann tatsächlich erneut vor ihm stand, spürte er, dass etwas anders war als Jahre zuvor. Dieser Mann, wirkte, als er zu ihnen kam, noch immer eindrucksvoll, stark und entschlossen. Er wirkte noch immer wie das Vorbild, das Jaime damals in ihm entdeckt hatte, aber da war noch etwas anderes, das ihn an ihm faszinierte, und das Jaime erst im Laufe der folgenden Wochen genauer benennen konnte.  
Er bemerkte, dass es Ser Arthurs anmutige Haltung war, die ihn immer wieder zu ihm schauen ließ und er erwischte sich dabei, dass er, wenn er Arthur beim Training zusah, allzu oft nicht wirklich auf die präzisen Hiebe des Zweihänders achtete, sondern vielmehr darin verging die Muskeln des Älteren anzusehen. Der Körper von Ser Arthur war perfekt und jeder Schweißtropfen der langsam über den Nacken des schönen Ritters rann brachte Jaimes Fantasie in Gang.
Zuerst war Jaime geschockt über sich selbst gewesen. Bei all den Rittern die er auf den Turnieren schon bewundert hatte, hatte er nie auf diese Weise an einen der Ritter gedacht.
Schnell erinnerte er sich an die Erlebnisse auf Schnellwasser. Er hatte zwar an Byrnden Tullys Lippen geklebt, hatte alles von ihm wissen wollen, aber nein, das war nicht zu vergleichen gewesen. Bei Ser Byrnden war es bloße Neugier nach dessen Abenteuern gewesen. Das hier, war wirklich etwas anderes. Ser Arthur war zwar ebenfalls ein Held, aber auch jung und gutaussehend. Das feine Lächeln um seinen Mund und der Humor des Ritters beflügelten Jaime.
So kam es, dass er kurz nachdem er sich eingestanden hatte, dass ein Mann solch einen Einfluss auf ihn und auch auf seinen Körper hatte, sich ebenfalls eingestehen musste, dass dieser Mann auch sein Herz berührte. Jaime hatte sich verliebt. Denn nicht nur Arthurs Körper interessierte ihn, nein auch seine Intelligenz raubte Jaime den Atem. Er war brillant in seinem Schachzug, das gemeine Volk zuerst zu Ködern, damit die Bruderschaft die Unterstützung von ihnen verlor. Er befolgte somit seinen Auftrag und tat gleichzeitig gutes für das Land und seine Bürger.
Jaime half dabei wo er kann und schaffte es doch immer wieder Ser Arthur beim abendlichen Training zuzusehen.
Immer öfter lächelte ihm Ser Arthur nun dabei zu, aber Jaime wusste, dass es ein gewöhnliches Lächeln für einen gewöhnlichen Knappen war. Ser Arthur wusste, dass sich die Knappen etwas bei ihm abschauen konnten und ihm gefiel es wohl, dass Jaime dies auch regelmäßig tat. Dennoch wünschte sich Jaime insgeheim, dass Ser Arthur ihm ein anderes Lächeln zugeworfen hätte.

Er schalt sich einen Narren und verdrängte diese Gefühle tief in sich, trainierte selbst härter und versuchte das, was er bei Ser Arthur gesehen hatte in seinen eigenen Kampfstil einzubringen.
Das war es auch schlussendlich, was ihn dazu befähigte in den kommenden Kämpfen Ser Somner das Leben zu retten und gegen den Lächelnden Ritter standzuhalten, ehe er dabei zusehen konnte, wie Ser Arthur den Lächelnden Ritter endgültig besiegte.
Danach hatte er in der Septe dem Krieger seine Rüstung und sein Schwert zu Füßen legen dürfen. Die ganze Nacht hatte er in einem einfachen weißen Gewand verbracht, seine Knie hatten geblutet. Er war stolz gewesen, als Ser Arthur ihm am nächsten Morgen den Ritterschlag verlieh.
„Alle Ritter müssen bluten, Jaime. Blut ist das Siegel unserer Ergebenheit.“, hatte er ihm weise mit auf den Weg gegeben. An diese Worte erinnerte er sich noch oft. Er würde sie nie vergessen.
Genauso wenig wie die Worte die er Ser Arthur gesagt hatte.
„Ich werde ein guter Ritter werden und ich bin stolz diese Ehre von keinem Geringeren als euch bekommen zu haben.“
Mehr hatte Jaime ihm niemals über seine Gefühle verraten. Nicht ein Wort hatte er mehr verloren, als jene Worte, die den tiefen respekt vor Ser Arthur zeigten. Dennoch hatte Jaime das Gefühl gehabt, dass er zuviel gesagt hatte. In Ser arthurs Blick war etwas gewesen, dass Jaimes Magen hatte flau werden lassen.
Als ob Ser Arthur auch dies gespürt hatte, hatte er wieder sein breiteres Lächeln aufgesetzt, seine Hand auf Jaimes, vom Ritterschlag leicht blutende Schulter gelegt, und gemeint: „Kommt Ser Jaime, auch Ritter brauchen ein gutes Frühstück! Ihr müsst hungrig sein.“

~~~


Dieses Frühstück war nun schon Monate her und doch erinnerte Jaime sich noch an jedes Wort, dass er während der Unterhaltung mit Ser Arthur gewechselt hatte. Es waren keine besonderen Themen gewesen, aber es war nun mal das einzige Mal gewesen, wo er Gelegenheit gehabt hatte sich wirklich mit Ser Arthur auszutauschen. Es war eine angenehme private Unterhaltung gewesen und Jaime hatte bedauert, dass jetzt, da die Bruderschaft zerschlagen war, sich ihre Wege wieder trennten.

Er hatte das Gefühl, dass er jetzt, da er den gleichen Stand hatte wie Arthur, er ihm ebenbürtiger war. Das sie zumindest hätten Freunde werden können.
Doch das Schicksal trennte die beiden auch bei der nächsten Gelegenheit wieder. Es war der Tag an dem Jaime in die Königsgarde aufgenommen wurde. Ser Arthur war zwar anwesend und zu gerne hätte Jaime sich gegen ihn bewiesen beim Turnier, welches auch an diesem Tag stattfand, doch die Pflicht führte ihn fort.

Und das Schicksal schien es noch übler mit ihm zu meinen, denn in Königsmund bemerkte er nun, dass man gar nicht so viel von ihm hielt wie er dachte. Schnell fand er heraus, dass er eigentlich nur ernannt worden war, weil er Tywin Lannisters Sohn war und er nur eine Schachfigur in diesem Spiel war. Er war für den Lord Kommandanten nichts weiter als ein einfacher Soldat. Dabei war das hier alles, was er jemals gewollt hatte. Den weißen Umhang tragen. Jaime wollte, dass man ihm die Anerkennung entgegenbrachte, die er verdient hatte.
All das dachte er während eines Festes, bei dem er privat teilnahm. Eine Feier bei Hof, auf die er zu gerne verzichtet hätte. Doch sein Vater hatte darauf bestanden, dass er teilnahm. Tywin selbst stand gerade wieder bei Cercei und Jaime, konnte erahnen, dass die beiden sich leise Dinge zuraunten. Bei den Sieben, wie sehr ihn diese Pläneschmiederei der beiden doch nervte.
Zu gerne hätte er das Glas, welches er in der Hand hielt zerdrückt oder gegen die nächste Wand geworfen. Es war doch alles Mist! Nichts war so wie es sein sollte. Absolut nichts!

„Na, was schaut ihr denn so verdrießlich Ser Jaime? Ihr seht aus, als wäret ihr lieber in einer Schlacht als hier auf diesem Fest.“, erklang plötzlich neben ihm eine Stimme und Jaimes Muskeln spannten sich an. Dennoch kam er nicht wirklich dazu, sich darüber zu ärgern, dass er sich nicht im Griff gehabt hatte, denn viel zu nervös machte ihn auch die Tatsache, dass die Stimme ausgerechnet Ser Arthur Dayne gehörte. Er hatte nicht mal gewusst, dass er in Königsmund war.
2 Atemzüge brauchte Jaime um sich zu beruhigen, dann musste er schmunzeln, denn Arthur hatte eigentlich einen wirklich netten Vergleich genannt. Ja jede Schlacht wäre ihm lieber gewesen, als hier zu sein.
„Ihr habt mich erwischt.“, antwortete Jaime also wahrheitsgemäß dem Älteren und bekam dafür ein Lächeln von diesem.
„Wollt ihr mir erzählen, was euch die Stimmung so verdrießt hat? Immerhin habt ihr etwas aus euch gemacht. Ihr seid jetzt ein Mitglied der Königsgarde und nebenbei ist es auch ein wunderschöner Abend.“
Jaime hörte den Stolz aus Arthurs Worten heraus. Arthur fand wohl wirklich, dass Jaime in der Königsgarde gut aufgehoben war. Und er fand diesen Abend wohl auch wirklich amüsant. Lächelnd blickte er sich jetzt im Saal um. Überall waren lachende Menschen zu sehen. Kurz blieb sein Blick an einer Gruppe junger Ladies hängen, die sich kichernd unterhielten.
Jaime schluckte, er war wohl wirklich der einzige hier, der schlechte Laune gehabt hatte. Und eigentlich war es auch nicht seine Art, mit jemandem über seine Probleme zu sprechen. Früher hatte er das noch mit Cercei getan, doch auch das hatte seit geraumer Zeit aufgehört.
Jaime hätte vermutlich nie etwas gesagt, wenn nicht Ser Arthurs Augen, die jetzt nicht mehr auf den Damen lagen sondern auf ihm, ihn so neugierig und offen gemustert hätten.
Vielleicht war es aber auch der Alkohol, der seine Zunge schon etwas gelockert hatte und ihn nun dazu veranlasste leicht sarkastisch zu schnauben: „Da seid ihr wohl der einzige der das so sieht. Die meisten hier in Königsmund finden, dass ich zu jung für die Garde bin und nicht gut genug.“
„Ist das das Problem?“, fragte Arthur wissend nach und Jaime nickte. Jetzt schämte er sich es gesagt zu haben, doch Arthurs gütiger und milder Blick nahm ihm das Gefühl wieder. „Ihr solltet nicht soviel darum geben, was die Leute in Königsmund von euch denken. Wichtig ist doch nur, was eure Freunde von euch denken. Und ich für meinen Teil weiß, dass ihr einer der besten Kämpfer seid, die die Garde hat! Ihr müsst nur diesen falschen Stolz loslassen.!“
Jaime schluckte erneut. Ja, er hatte ja schon damals in Königswald festgestellt, dass Ser Arthur intelligent war. Dennoch beschämte es ihn nun doch, gerade von ihm als leicht arrogant entlarvt zu werden. Aber auch gerade von ihm glaubte er es. Ser Arthur hatte recht.
„Was nicht heißt, dass ihr nicht noch besser werden könnt. Ich bin mir sicher, dass ich euch noch ein paar Tricks zeigen kann, mit denen ihr auch dem Lord Kommandant beweisen könnt, dass ihr euren Platz zurecht habt. Was ist, habt ihr Lust auf ein Training?“ Arthur sah ihn nun so euphorisch an, das Jaime sich an dem Schluck Wein, den er gerade zu sich genommen hatte, verschluckte. „Was jetzt?“, hustete er dadurch leicht und sah Arthur erstaunt an. „Ja, warum nicht jetzt? Ihr saht schließlich nicht so aus, als ob ihr noch lange auf diesem Fest verweilen wolltet.“ Arthurs Lächeln war breit und ansteckend, was dazu führte das auch Jaime zu lächeln begann. Er würde mit Ser Arthur trainieren dürfen! Ein Traum wurde wahr. Doch dann drangen wieder die kichernden Stimmen der Ladies an Jaimes Ohr und er blickte zu ihnen. Ihm wurde gewahr, dass die Damen wohl über Ser Arthur tuschelten und sich sicherlich erhofften, dass er sie noch zum Tanz auffordern würde. Jaime schluckte. Er wollte nicht egoistisch sein.
„Aber ihr scheint Spaß an diesem Fest gehabt zu haben, den möchte ich euch nicht nehmen. Außerdem habt ihr dort vorn wohl ein paar Verehrerinnen. Lasst euch von mir nicht aufhalten.“ Erst nachdem er den Satz ausgesprochen hatte spürte er das komische Gefühl in seinem Magen. Dass diese Frauen so offen zu Ser Arthur sahen gefiel ihm nicht. Er wusste, dass es Eifersucht war, die ihn dabei plagte. Doch Ser Arthur schüttelte nur den Kopf und legte Jaime eine Hand auf die Schulter. Sofort spürte Jaime die Hitze in seinem Körper, die nicht vom Wein kam und der Blick den Arthur ihm in diesem Moment zuwarf, kam ihm so intensiv vor, dass sich sein Magen zusammenzog. „Die Ladies interessieren mich alle nicht. Ser Jaime, mich interessiert nur das Training mit euch. Also? Wollen wir?“ Auch Ser Arthurs Stimme klang tiefer und rauer bei diesen Worten. Jaime hatte das Gefühl das mehr dahinter steckte. Auf seinem Körper stellte sich eine angenehme Gänsehaut ein und obwohl Jaime in seinem ganzen Leben noch nie die Worte verloren hatte, konnte er in diesem Moment nur nicken.

Wortlos gingen sie dann auch hinaus in die kühle Nachtluft und suchten sich einen guten Trainingsplatz, der jetzt mitten in der Nacht menschenleer und mondbeschienen war.
Die Nachtluft tat Jaime gut. Er hatte gleich das Gefühl wieder nüchterner zu sein und gelöst von seinen albernen Fantasien. Was hatte er nur geglaubt? Das Ser Arthur wirklich mit ihm flirtete? Das war unsagbar dumm.
Er vertrieb diesen Gedanken, was ihm gut gelang, da das Training es stets vermochte alle seine Gedanken und Sorgen zu vertreiben. Während er mit Ser Arthur kämpfte, und tatsächlich einige Tricks von ihm gezeigt bekam, ging er einfach nur im Moment auf. Es war wundervoll zu kämpfen. Und noch wundervoller war es mit jemandem zu kämpfen, der so gut war wie Ser Arthur. In diesem Kampf merkte Jaime das erste Mal, dass er selbst vielleicht doch nicht der beste Schwertkämpfer in den 7 Königslanden war.
Jaime vergaß die Zeit und hätte sicherlich mit dem Älteren bis zum Sonnenaufgang trainiert, hätte nicht eine Stimme sie beide aus dem Moment gerissen.
„Ah, hier bist du Arthur. Ich habe dich schon überall gesucht.“, kam Prinz Rhaegar auf sie beide zugelaufen. Auch Arthur war überrascht und senkte sein Schwert um sich aufzurichten. „Mein Prinz, was kann ich für euch tun?“, fragte er förmlich und doch spürte Jaime, dass das nur Etikette war, die die beiden sonst nicht pflegten. Das hatte ihm Prinz Rhaegars Haltung gezeigt. „Das würde ich euch gerne bei einem Glas Wein erzählen. Ich hoffe ihr habt etwas Zeit?“ Neugierig musterte Rhaegar nun Jaime und Jaime spürte, dass er gerade störte.
„Natürlich mein Prinz, für euch habe ich immer Zeit. Ser Jaime? Ich hoffe ihr entschuldigt mich? Es hat Spaß gemacht mit euch zu trainieren, wir können das gerne bald mal wiederholen.“, meinte nun Ser Arthur und noch ehe Jaime antworten konnte schloss der Ältere sich dem Prinzen an und sie gingen von dannen.
Erst jetzt spürte Jaime, dass er nicht nur das Gefühl hatte, dass er gestört hatte, sondern dass auch das vertraute Verhältnis zwischen den beiden erneut Eifersucht in ihm aufkommen ließ. Es war doch zum verrückt werden. Jetzt ging es ihm fast genauso wie vor dem Kampf. Er hätte zu gerne irgendetwas gegen irgendeine beliebige Wand geworfen!
Warum wollte der Prinz um diese Zeit mit Ser Arthur Wein trinken?

In der Nacht schlief er schlecht. Und auch in den folgenden Nächten. Denn jetzt wo Ser Arthur in Königsmund war, sah er ihn oft – viel zu oft – in Prinz Rhaegars Nähe. Hatte er sich zuerst für übertrieben eifersüchtig gehalten, so kam ihm der Gedanke, dass die beiden wirklich etwas miteinander hatten, nun gar nicht mehr so abwegig vor. Immerhin gab es schon lange Gerüchte, dass die Ehe des Prinzen nicht die Beste war. Vielleicht war Ser Arthur ja der Grund dafür? Jaime wollte sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, was das für ihn selbst bedeuten konnte und doch tat er es in jeder freien Minute.
Zu gerne hätte er auch wirklich noch öfter mit Ser Arthur trainiert, doch er schien nie Zeit zu haben.
Umso überraschter war Jaime, als er eine Woche später, als er gerade nach einer Wachschicht den roten Bergfried verließ, von Ser Arthur angesprochen wurde. „Oh Hallo Ser Jaime, wie geht es euch?“
Der Ältere hatte, mal wieder, mit Prinz Rhaegar bei den Pferden gestanden. Es war unverkennbar, dass sie wohl gerade von einem Ausritt zurückgekehrt waren.
Während der Ältere, Rhaegar bei den Pferden zurücklies und sich Jaime näherte, überlegte Jaime was er antworten sollte. Die Eifersucht machte sich wieder in ihm breit, er musste sich zwingen höflich zu bleiben. „Gut und euch? Wie ich sehe habt ihr einen Ausritt gemacht?“ Arthur merkte nicht, dass etwas nicht stimmte und nickte zufrieden. „Ja, Prinz Rhaegar und ich haben uns heute früh schon zu einem kleinen Jagdausflug aufgemacht. Es ist schade, dass ihr nicht dabei wart.“ Jaime schluckte, er hatte eher das Gefühl, dass er gestört hätte. „Ihr versteht euch wirklich gut mit dem Prinzen.“, stellte er fest und nahm mit erschrecken war, dass Ser Arthur gleich noch ein bisschen breiter lächelte. „Ja, ich darf mit Stolz behaupten, dass der Prinz zu meinen engsten Freunden zählt.“ Arthur warf einen Blick hinüber zu Rhaegar, und dieser, der diese Äußerung wohl mitbekommen hatte, zwinkerte freundschaftlich zurück. Doch Jaime war viel zu befangen um die Freundschaft darin zusehen. Für ihn gab es nur einen Grund des Zwinkerns und die Eifersucht kochte endgültig in ihm hoch. So das die Wörter seinem Mund entflohen, ehe er wirklich darüber nachgedacht hatte. „Seid ihr und der Prinz…?“ Jaime schluckte, wie so oft in Arthurs Gegenwart und wünschte sich, dass er sich eine Scheibe von seinem besonnenen Vater abgeschnitten hätte. Tywin Lannister, wäre so etwas sicher niemals passiert. Er rechnete damit, dass Ser Arthur nun beleidigt sein würde, doch das Lächeln des Mannes vor ihm schien niemals zu vergehen. Immerhin schien er die Sache mit Humor zu nehmen. Schmunzelnd meinte der Ältere: „Das ist eine ziemlich gewagte Frage, glaubt ihr wirklich der Prinz würde seine Gattin mit einem Mann hintergehen?“
„Entschuldigt, ich wollte weder den Prinzen beschämen noch euch. Ich… ich weiß auch nicht was über mich gekommen ist!“, verteidigte sich Jaime und wünschte sich, dass er die Zeit zurückdrehen könnte. „Ich kann euch versichern, der Prinz und ich sind nur Freunde. Und seine Hoheit ist auch nur am weiblichen Geschlecht interessiert… wir sprachen erst während der Jagd über eine hübsche Dame aus dem Norden…“
Jaime war das Ganze noch immer unangenehm. Wenigstens schien Prinz Rhaegar selbst es nicht mitbekommen zu haben. Er hatte sich wieder den Pferden zugewandt. „Das… das geht mich nichts an. Ihr müsst mir auch nichts versichern. Ich kann mich nur erneut für mein Verhalten entschuldigen..“
Arthur legte den Kopf schief. „Ihr müsst euch für überhaupt nichts entschuldigen Jaime! Ich weiß warum ihr gefragt habt! Ihr seid eifersüchtig. Und das gefällt mir!“ Ein Schauer durchfuhr Jaime bei diesen Worten. „Ihr wisst es?“, entflohen Jaime schon wieder Worte über die er nicht nachgedacht hatte und er fühlte sich plötzlich wieder wie ein kleiner Junge Ser Arthur gegenüber.
Jaime verstand auch nicht, was Ser Arthur damit meinte, dass es ihm gefiel, dass Jaime eifersüchtig war. Sein Kopf war kurzzeitig überfordert damit, dass Arthur ihn auch in diesem Punkt durchschaut hatte.
„Ja, ich weiß es schon seit unserem Aufenthalt im Königswald. Meint ihr es ist mir entgangen wie ihr mich angesehen habt? Ihr wart immer anders als die anderen Knappen. Aber ihr wart dennoch ein Knappe, Jaime. Ihr wart zu jung für mich. Das ist jetzt anders. Ihr habt euch gemacht, seid älter und reifer geworden.“
Jetzt verstand auch Jaime was Ser Arthur meinte. Ser Arthur erwiderte seine Gefühle. Mit einem Schlag erwachte der Löwe in Jaime wieder zum Leben. Jaime fühlte sich nicht mehr wie der kleine Junge, sondern wieder wie ein ebenbürtiger Ritter.
„Und wenn wir jetzt nicht hier, unter lauter Menschen vor dem roten Bergfried ständen, wo uns jeder sehen kann, dann hätte ich schon längst meine Lippen auf die euren gelegt, Jaime!“ flüsterte nun Ser Arthur und Jaime wusste in diesem Moment, dass das, was er auf dem Ball schon für einen Flirt gehalten hatte, auch einer gewesen war. Glückseligkeit durchströmte ihn und zu gerne wäre er jetzt wirklich mit dem Älteren alleine gewesen. Von dem neuen Mut ergriffen, meinte Jaime also forsch: „Ihr habt vorgeschlagen, dass wir unser Training wiederholen könnten. Was haltet ihr von heute Abend?“ Wiedermals lächelte Ser Arthur sein breites fröhliches Lächeln und seine Augen funkelten dabei. „Bei mir in meinen Gemächern?“
„Ich denke, das ist genau der richtige Ort für ein Training.“, schmunzelte Jaime und wusste, dass er noch eine gute Flasche Wein hatte, die er mitnehmen würde.

Ende
 
 
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