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Kilt vs. Cargo Hose - Können Männer in Röcken sexy sein?

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Het
21.06.2022
21.07.2022
36
49.972
36
Alle Kapitel
84 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
24.06.2022 1.274
 
Fassungslos, beflügelt, verwirrt, fasziniert, schockiert, euphorisch, beschämt! Isi fand sich im reinsten Wechselbad ihrer Gefühle wieder, als sie sich mit dem Rücken gegen einen Baum lehnte, den Schutz der Dunkelheit nutzte um wieder Herr ihrer Sinne zu werden. Was zur Hölle war in sie gefahren? Dieser Mann war tatsächlich der Teufel, oder war sie es? Sie war es die sich vor den Augen eines im Grunde vollkommen Fremden berührt hatte, sich bis zum Höhepunkt gebracht hatte, sie war es die ihn dabei hatte beobachten wollen, wie er sich selbst befriedigte. Sie war es die sich noch immer nach seinen Berührungen sehnte. Sie hätte sagen können, dass er Schweigen soll, dass er gehen soll. Doch sie hatte es nicht getan, sie war blindlings seinen Anweisungen gefolgt. Fuck! Diese unfassbare Erregung, diese unbändige Lust, die dieser Mann mit seiner bloßen Anwesenheit in ihr ausgelöst hatte, auf die Spitze getrieben allein durch seine Worte. So etwas hatte sie noch nie erlebt! Zaghaft schlug sie den Hinterkopf gegen das Holz, in der Hoffnung einfach aufzuwachen, zur Vernunft zu kommen.
Sie liebte Greg, das tat sie doch, oder? Ging es hierbei überhaupt um Liebe? Nicht viel mehr um einen Reiz, eine sexuelle Spannung? Ihr wurde schlagartig übel, egal wie, sie hatte Greg in gewisser Hinsicht betrogen, auch wenn es zwischen Gavin und ihr keine körperlichen Berührungen gegeben hatte. Es war nun mehr als nur offensichtlich, ihr fehlte etwas in ihrer Beziehung, ihr fehlte etwas an Greg. Sie musste das Gespräch mit ihm suchen und das möglichst geschickt und behutsam und bis dahin musste sie sich von diesem unglaublichen Teufel fernhalten, musste sich zusammenreißen!

„Da bist du ja, Isi“, entfuhr es Greg lächelnd als er sie erblickte. „Ich habe mir nur etwas die Beine vertreten“, erklärte sie ruhig, trat neben ihn und ließ ihre Hand durch seinen Nacken gleiten, worauf er eine Augenbraue hob und sie fragend ansah: „Ist alles in Ordnung?“ Sie atmete tief durch, lächelte: „Sicher, warum nicht?“, erwiderte sie selbstverständlich „Möchtest du auch noch etwas trinken?“, fuhr sie fort und sah ihn erwartungsvoll an. Greg überlegte einen Moment, bevor er nickte: „Bringst du mir einen Rotwein mit?“ „Natürlich“, nickte sie. Noch während sie sich umdrehte ertappte sie sich dabei, wie sie nach Gavin Ausschau hielt, ihn jedoch nirgends ausmachen konnte. Wo war er? Wütend auf sich selbst schnaubte sie leise. Das funktionierte ja super!


„A Whisky, please“, vernahm sie eine raue männliche Stimme direkt neben sich, welche augenblicklich das Blut in ihren Adern in Wallung brachte, ihr einen glühenden Schauer über die Haut jagte. –Bloß nichts anmerken lassen-, ermahnte sie sich selbst. Unauffällig sah sie zur Seite, als bräuchte sie noch eine visuelle Bestätigung, wer da neben ihr stand. Diese Aura war unverwechselbar. Sie erstarrte: „Du…ähm Sie“, korrigierte sie sich just im gleichen Moment, während sie ihn aufmerksam musterte. Er hatte sich umgezogen, trug eine perfekt sitzende hellgraue Stoffhose, in der ein hellblaues locker sitzendes Hemd steckte, die ersten Knöpfe geöffnet, sodass sie einen Blick auf die zart gebräunte glatte Haut seiner Brust werfen konnte. „…haben sich umgezogen“, fuhr sie perplex fort, worauf er eine Augenbraue hoch: „Und grade Sie sollten wissen weshalb, junge Dame“, erwiderte er mit einem unverschämten Lächeln. Teufel!!!!! „Nennen Sie mich nicht so“, fuhr sie ihn leise, jedoch mit schneidender Stimme an, worauf er erneut eine Braue hochzog: „Vor wenigen Augenblicken noch so willig, hörig und folgsam. Nun so giftig“, bemerkte er schmunzelnd, fast schon amüsiert. „Was ist passiert?“, stichelte er förmlich. „Sie sind passiert, Sie….“, begann sie, wurde jedoch unterbrochen, als Yule in ihr Blickfeld trat. „Dad, du hast dich umgezogen?“, fragte sie verwundert. Gavin lächelte verschmitzt: „Ich hatte Angst, dass mit steigendem Alkoholpegel eine deiner Freundinnen noch auf die irrwitzige Idee kommt nachzusehen, was ein Schotte so unter seinem Kilt trägt“, witzelte er, griff nach seinem Whisky und nahm einen Schluck. Yule zögerte, dachte über die Worte ihres Vaters nach, bis sie letztlich lachend mit den Schulter zuckte: „Es wäre nicht auszuschließen. Wie es scheint haben sie noch lustige Spiele geplant“. Gavin rümpfte die Nase: „Vielleicht wird es Zeit für die ältere Generation, das Feld zu räumen“ „No way, Dad!“, entfuhr es seiner Tochter, die ihm einen Kuss auf die Wange presste und wieder unter den Gästen verschwand. Isi schnappte eilig die zwei vor sich stehenden gefüllten Weingläser und flüchtete regelrecht.


„Wir haben zwar keine richtige Tanzfläche, das jedoch bedeutet nicht, dass nicht getanzt werden soll“, erklärte Lil, welche sich von ihrem Platz erhoben hatte und sah lächelnd in die Runde. „Ich schlage vor, alle Damen ziehen jetzt ihren rechten Schuh aus und legen ihn dort hinten auf die Wiese, bis wir einen schönen Schuhberg haben. Dann meine Herren kommt ihr ins Spiel. Via Zufallsprinzip zieht ihr einen Schuh aus dem Berg und ach Überraschung sucht euch die passende Dame zu dem Schuh. Das ist eure erste Tanzpartnerin. Irgendwie müssen wir ja jetzt etwas Schwung in die Party bringen und die Gäste mal ordentlich durchmischen.“, grinste sie und machte eine fordernde Geste. „Los, Los die Damen“. „Ich kann doch nicht tanzen“, murrte Greg neben ihr. Isi hob eine Augenbraue: „Wir haben uns bei einem Tanzkurs kennengelernt, Greg, denk nochmal nach“. „Das habe ich doch schon längst verdrängt“, lachte er und zuckte mit den Schultern. Zum Lachen war Isi nicht zumute, sie war frustriert. Warum konnte er einen Spaß nicht einmal ohne vorher zu murren mitmachen. Unzählige Male hatte sie versucht ihn zu überzeugen weitere Tanzkurse mit ihr zu machen, ihre Kenntnisse zu vertiefen, vergebens. Ohne weiter auf seine Bemerkung einzugehen schlüpfte sie aus ihren Schuhen, stellte den Linken unter ihren Stuhl, während sie den rechten Schuh zu den Anderen auf den ‚Schuhberg‘ legte. Sie schmunzelte, tatsächlich alle Damen hatten sich eines Schuhs entledigt, sogar Yules Großmutter.
„So die Herren, jetzt seid ihr an der Reihe“, erklärte Lil amüsiert. „Lasst die Suche beginnen“, lachte sie weiter.
Isi erblickte Greg, nachdenklich blickte er auf den Schuh in seiner Hand, durchforstete offensichtlich seine Erinnerungen, an wem er diesen Schuh im Laufe des Tages gesehen hatte, bis er tatsächlich prüfend einen Blick unter ihren Stuhl warf: „Dein Ernst?“, lachte Isi schopfschüttelnd. Er konnte sich nicht einmal an ihre Schuhe erinnern? Amüsiert beobachtete sie die weitere Suche ihres Freundes. Aufmerksamkeit gehörte definitiv nicht zu seinen Stärken. Als sich die ersten Tanzpaare auf der Wiese einfanden, wurde sie stutzig. Irgendjemand musste auch ihren rechten Schuh haben. Suchend blickte sie sich um, schaute ob jemand ihren Schuh in der Hand hielt und erstarrte. Gavin stand nur wenige Meter von ihr entfernt, in seiner Hand ihr rechter Schuh, auf seinen Lippen ein verschmitztes Grinsen. Ohne auch nur einen Blick auf ihre Füße zu werfen, kam er zielstrebig auf sie zu. Er konnte sich offensichtlich daran erinnern welche Schuhe sie trug und langsam beschlich sie das Gefühl, dass es kein Zufall war, dass er ausgerechnet diesen Schuh in der Hand hielt. „So ein Zufall“, feixte er, als er ihr ihren Schuh entgegenhielt „Oder soll ich schauen, ob er passt, Prinzessin?“, fuhr er schalkhaft fort, sah sie herausfordernd an. Isi presste die Zähne aufeinander, hin und hergerissen zwischen Wut und Euphorie: „Teufel“, presste sie leise hervor, worauf seine Mundwinkel merklich zuckten: „Soll schon Prinzessinnen gegeben haben, die sich in den Bösewicht verliebt haben“ „Nennt man Stockholm-Syndrom“, konterte sie mit einem süffisanten Grinsen. „Ich könnte auch der Prinz sein“, witzelte er, was Isi nun tatsächlich ein Lachen entlockte: „Arrogant genug sind Sie jedenfalls, Gavin“. Zu Isis Überraschung lachte nun auch er, ein herzliches Lachen. Ein Lachen, welches bis zu seinen Augen reichte, sie förmlich funkeln ließ: „Dann wohl eher ein König“, zuckte er mit den Schultern und bot ihr höflich seine Hand an. „Na los, Prinzessin, lass uns tanzen“.
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