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Verfolgungsjagd an der schönen blauen Donau

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Chloe Chris Kratt Jimmy Martin Kratt OC (Own Character) Stella
20.06.2022
27.06.2022
5
8.970
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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23.06.2022 1.830
 
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Zurückbetrachtet wäre Stella wohl keineswegs in der Lage gewesen zu antworten, wenn Jemand sie danach gefragt hätte warum sie das alles hier tat. Warum sie Sven Krüger aus dem Museum gefolgt war. Warum sie ihn heimlich beobachtete. Oder warum sie sich einfach Chris BuzzBike geschnappt und sich an Krügers Fersen geheftet hatte. Auch wenn die ganze Sache etwas erschwert wurde, weil sie gerade einen Rock trug und sich deshalb seitlich auf das Bike setzen musste. Ähnlich wie die schönen Damen sich früher auf ihre Pferde gesetzt haben. Mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand verfolgte sie Svens Wagen. Ließ ihn nie aus den Augen. Nach dem Gespräch, welches sie belauscht hatte, schien er seine Kollegen abholen zu wollen. Seltsam war, wo sie sich treffen wollten. Sven fuhr in Richtung eines Industriegebiets. Hier gab es wenig Menschen. Geschweige denn Touristen. Das Gebiet verlief direkt an der Donau.

Schließlich hielt Sven sein Auto und stieg aus. Stella parkte das BuzzBike im Schatten eines der Lagerhäuser und mit ausreichend Abstand verfolgte sie Sven zu Fuß. Sicherheitshalber zog sie ihre Pumps aus. Nicht nur, dass sie noch immer Probleme hatte mit ihnen zu laufen. Auch war das typische Klackern, was sie machten doch etwas zu laut für Stellas Geschmack. Auf leisen Sohlen verfolgte Stella ihn, als er an einem Lagerhaus um die Ecke bog. Dicht an die Hauswand gedrückt kam sie langsam näher und lugte schließlich vorsichtig hinter der Ecke hervor. Weiter vorne stand Sven mit einem weiteren Mann im schwarzen Anzug. Dieser hatte ebenfalls dunklere Haut und längliche dunkelbraune Haare, welche er hinten herum zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte: „Du bist spät. Dachte schon du kommst nicht mehr.“ Sven fuhr sich lässig mit einer Hand durch die Haare: „Sorry. Ich war beschäftigt. War gar nicht so einfach mich von dem Alten loszureißen. Aber es läuft gut. Er hat keine Ahnung was ihn erwartet.“ Stella zog fragend eine Augenbraue hoch. Was sollte denn das bedeuten? So etwas Merkwürdiges hatte Sven schon im Museum am Telefon gesagt.

„Also? Du sagtest, es wäre eingetroffen? Ich hoffe es ist das, was wir auch wirklich brauchen.“, Sven wurde auf einmal ernst und fokussierte seinen Kollegen. Dieser hatte eine kleine Sporttasche neben sich auf dem Boden liegen, neben welcher er sich hinkniete: „War nicht einfach. Aber ich habe genau besorgen können, was du wolltest. Klein aber kraftvoll. Lässt sich fast überall verstecken. Leider hatte mein Kontakt keine mit Automatischen Zünder. Du wirst also, nachdem du das Ding im Rednerpult platziert hast, es gleich einschalten müssen. Der Timer läuft dann automatisch 30 Minuten. Das muss perfekt getaktet sein. Anderseits ist er wieder außer Reichweite, bevor das Ding auf Null runter geht.“ Sven beugte sich runter, um einen Blick in die Tasche werfen zu können: „Das sollte gehen. Ich kenne den Zeitplan für den heutigen Abend und weiß wann die Pressekonferenz ist. Ihr müsst nur die Leute ablenken damit ich das Ding an Ort und Stelle setzten kann. Wie ist der Explosionsradius?“ „Nicht sehr viel. Zwei Meter. Aber um den Schirmherrn zu erwischen, sollte es ausreichen. Er wird immerhin direkt danebenstehen. Pass nur auf, dass du rechtzeitig genug Abstand bekommst. Sonst warst das auch für dich.“, wurde Sven gewarnt. Dieser schien aber nicht besonders besorgt zu sein: „Entspann dich. Das ist nicht unser erster Coup und bisher waren wir immer erfolgreich. Heute wird es nicht anders sein. Dieser Dummkopf von Unternehmer, der sich ja so für die Umwelt einsetzt. Diese Veranstaltung wird seine Letzte sein.“

In ihrem Versteck wurde Stella kreidebleich. Als sie realisierte worüber diese Leute sprachen. Diese Männer planten einen Anschlag. Einen Anschlag auf den Schirmherren Andreas von Hirschhain. Und für diesen Zweck hatten sie sich ganz offensichtlich eine Bombe beschafft. Sie musste etwas tun. Sofort! Ihr WildPad befand sich bei Chris BuzzBike. Aber selbst wenn sie es bei sich getragen hätte. Von ihrer jetzigen Position aus Jemanden anzurufen wäre viel zu riskant. Sie würde erstmal mit dem Bike von den Lagerhäusern wegfahren und dann in sicherer Entfernung die Brüder kontaktieren. Langsam wich sie rückwärts zurück. Sie war gerade drei Schritte gegangen, als sie mit den Rücken gegen etwas stieß, was ganz sicher keine Hauswand war. Sie drehte sich um und sah etwas Schwarzes. Stella wollte sich nicht die Zeit nehmen genauer herauszufinden um was es sich handelte. Ihr erster Instinkt war Flucht. Allerdings wurde ihr nicht gestattet diesem zu folgen, als zwei Hände ihre Schultern packten und sie festhielten: „Loslassen!“

Allerdings war es zwecklos. Der Typ, welcher sie festhielt war wesentlich größer und kräftiger als sie selbst. Und es war für ihn kein Problem sie aus ihrem Versteck und ins Sichtfeld der anderen Männer zu zerren: „Seht mal wen ich gefunden habe. Ein neugieriges Mäuschen.“ „Nennen Sie mich nicht so!“, zischte Stella wütend. Als Stella und der Mann vor den beiden Anderen waren, wirkte Sven alles andere als begeistert: „Na toll. Von allen Leuten bist ausgerechnet du mir gefolgt?“ „Kennst du sie?“, fragte Pferdeschwanz-Frisur. „Allerdings. Dieser ganze Kram, den sich die Leute bei der Ausstellung ansehen werden, sie ist die Erfinderin.“, erklärte Sven wenig beeindruckt. Stella erwiderte darauf nichts, sondern warf ihm einen finsteren Blick zu. Der große Mann betrachtete Stella verwundert: „Sie hier? Wirklich? Sie sieht nicht unbedingt aus wie eine Erfinderin.“ Wütend wand sich Stella in seinem Griff: „Wenigstens bin ich keine Verbrecherin die Anderen schaden will. Was wollen Sie überhaupt von Herrn Hirschhain, dass Sie ihn dafür umbringen wollen? Was hat er Ihnen getan?“ Sven wirkte amüsiert: „Er hat uns nichts getan. Bis vor kurzen kannten wir ihn noch gar nicht. Wir tun nur dass, wofür wir von unserem Auftraggeber angeheuert und bezahlt werden. Und unser Auftraggeber hat uns eine Menge bezahlt.“ „Und was ist, wenn Ihre Bombe zusätzlich Jemand anderes erwischt? Was wenn ausgerechnet in diesem Augenblick Jemand dicht neben Herr Hirschhain steht?“, Stella versuchte es sich nicht vorzustellen. Wie Herr Hirschhain nichtsahnend am Rednerpult stand und dicht neben ihm sich noch Jemand befand. Noch weniger versuchte sie sich vorzustellen was wäre, wenn dieser Jemand ausgerechnet Chris oder Martin wären. „Und wenn schon? Wir sind nur wegen Hirschhain hier. Alles andere ist lediglich Kollateralschaden.“, Sven zuckte nur mit den Schultern, als wäre es keine große Sache.

„Alles schön und gut. Aber was machen wir mit ihr? Jetzt, wo sie uns offenbar durchschaut hat.“, äußerte Pferdeschwanz-Frisur die große Preisfrage. „Soll ich sie fesseln und in eines der Lagerhäuser schaffen?“, schlug der Große vor. Sven schüttelte den Kopf: „Nein. Die Lagerhallen sind voll mit Ersatzteilen. Wenn dass, was man mir über sie gesagt hat wirklich stimmt, dann ist es gut möglich, dass sie sich vielleicht irgendetwas bauen wird mit dem sie sich befreien und uns Ärger machen kann.“ Stella zog eine Augenbraue hoch. Okay. Sie war vielleicht sehr gut als Erfinderin. Sie war aber noch lange keine Zauberin oder so. Der Große, der sie immer noch festhielt, bemerkte ihren Blick natürlich nicht: „Und was sollen wir dann mit ihr machen?“ Ein böses Grinsen, was bei Stella eine Gänsehaut auslöste, breitete sich auf Svens Gesicht aus: „Tut was immer ihr für richtig haltet. Ich vertraue deinem und Antons Urteilsvermögen. Ich bringe das schon mal zum Auto.“ Er bückte sich und nahm die Tasche, bevor er sich umdrehte und davonging.

Jetzt war Stella ganz alleine mit den Typen. Zwar waren es jetzt nur noch zwei gegen eine. Aber viel besser sahen ihre Aussichten trotzdem nicht aus. „Und was jetzt?“, hätte er nicht beide Hände voll gehabt, hätte sich der Große wahrscheinlich fragend am Kopf gekratzt. „Na was wohl? Das was Sven uns aufgetragen hat. Ich schlage vor wir machen es wie damals in Madrid. Was sagst du?“, Anton griff nach seiner Armbanduhr. „Oh. Verstehe.“, Stella hatte nicht die Zeit nachzudenken, worüber die Beiden da redeten. Der Große drehte sie im nächsten Moment in seinem Griff herum, sodass sie gezwungen war ihn anzusehen, bevor er sie grob von sich wegstieß. Stella stolperte zurück, wurde kurz darauf aber von Anton aufgefangen. Etwas legte sich von hinten um ihren Hals. Etwas Dünnes, was sich schmerzhaft in ihre Haut schnitt. Ihre Finger schossen hoch und versuchten das Etwas wegzukriegen und merkte dass es ein Draht war. Anton zog den Draht aber nur noch fester: „Je weniger du dich bewegst, desto weniger schmerzhaft wird es für dich werden, Schätzchen.“ Während Anton sie von hinten strangulierte, arbeitete Stellas Versand auf Hochtouren nach einem Ausweg. Wenn sie nicht bald einen fand, warst das. Und nicht nur für sie.

Stella bekam keine Luft mehr und ihr wurde langsam schwarz vor Augen. Plötzlich erinnerte sie sich an etwas was Chloe ihr vor einiger Zeit gezeigt hatte. Mit der letzten Kraft die sie noch hatte holte Stella mit ihrem Arm aus und verpasste Anton im nächsten Moment einen heftigen Ellenbogenhieb in die Magengrube. Sie hörte ihn keuchen und spürte wie sich der Draht um ihren Hals lockerte. Ohne zu zögern wirbelte Stella herum und stieß Anton mit beiden Händen von sich weg. Noch bevor er auf dem Boden aufkam, rannte sie los. Einfach los. Ganz egal wohin. Einfach nur weg. „Björn! Halt sie auf!“, hörte Stella geradeso über das laute Pochen ihres eigenen Pulses in ihren Ohren. Aus dem Nichts wurde sie plötzlich von hinten gerammt. Björn hatte sie gerammt und versucht sie zu tackeln. Aber offenbar hatte er sich etwas fehlkalkuliert. Denn statt Stella mit sich zu Boden zu reißen, wurde sie nach vorne geschubst. Die Luft die plötzlich wieder in ihren Hals strömte war fast überwältigend und Stella hatte keine Kontrolle über ihre Bewegungen. Mit rudernden Armen stolperte sie nach vorne direkt auf den Fluss zu. Da hier ein Industriegebiet war, gab es kein natürliches Flussufer. Alles hier war mit Beton und Steinen bebaut. Dadurch ähnelte das Ufer mehr an einen Hafen. Die Kante am Boden war steil und es ging direkt in die Tiefe. Trotz ihres verletzten Halses entfuhr Stella ein lauter Schrei, als sie nach vorne kippte und kurz darauf kopfüber in der Donau verschwand.

„Verdammt!“, Anton war aufgesprungen und zum Ufer gelaufen. Doch von Stella fehlte jede Spur. Aus dem Augenwinkel sah er Sven auf sich zukommen. Offenbar hatte ihn der Lärm angelockt: „Was ist passiert?“ „Sie hat sich befreit und ist dann irgendwie in den Fluss gefallen.“, Björn wirkte niedergeschlagen. War er wohl beschämt darüber, dass sein Versuch Stella aufzuhalten so schief gegangen war. Sven hatte aber scheinbar kein Mitleid: „Irgendwie? Was soll das heißen? Irgendwie?! Ihr wart zu zweit und sie war völlig alleine!“ Björn zuckte zusammen: „Tut mir leid, Chef. Was sollen wir denn jetzt tun?“ „Vielleicht müssen wir ja gar nichts weiter tun. Es hat in den vergangenen Wochen in der Gegend stark geregnet. Die Strömung ist stärker als sonst. Außerdem ist sie verletzt. Mit etwas Glück erledigt sich die Sache von selbst.“, Anton hielt den Draht hoch, der rötlich vom verschmierten Blut in der Sonne schimmerte.

Sven richtete seinen Blick auf die Donau, die unter seinen Füßen entlangfloss, als erwartete er irgendwo einen Schimmer von Stellas Haaren oder ihrem Kostüm zu entdecken: „Wir werden das Schicksal nicht weiter herausfordern. Meine Herren. Noch ist nicht aller Tage Abend.“

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