Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The night we met - Obito x Kakashi -

Kurzbeschreibung
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Obito Uchiha
19.06.2022
26.09.2022
19
40.399
5
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
22.09.2022 2.016
 
Alles um ihn herum war voller Erinnerungen. Fast ausschließlich positive, aber es war nicht mehr so, wie es einmal war, seitdem er noch immer das Bild von seinem erhängten Vater vor Augen hatte.
Lange würde es auch nicht mehr normal werden und Kakashi liebte sein Haus. Sein Haus, welches er geerbt hatte, drin aufgewachsen war und am liebsten geblieben wäre. Das war auch sein Plan gewesen. Dort zu leben, während er studierte und jeden schönen Sommertag mit seinen Freunden in dem kleinen Garten Zeit zu verbringen, in dem man seine Ruhe vor der Stadt hatte, die nicht weit entfernt war. Dass sein Leben eine ganz andere Richtung nahm, hätte er niemals erwartet.

Kakashi würde auch zweifellos zurückkommen, aber dafür war er nicht bereit. Er fasste nichts in dem Haus an, bewegte nichts von seinem Platz und wusste, dass er alles ganz genau an einem anderen Tag unter die Lupe nehmen würde. Aber das würde alles an einem anderen Tag passieren. Auf keinen Fall an diesem, als er im Wohnzimmer stand und dieses beklemmende, fast eher betäubende Gefühl in seiner Brust spürte.
Die Wunde war frisch. Viel zu frisch, um sie schon direkt nähen zu können. Zu einem Bild ging er jedoch, da es einfach seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Langsam nahm er den Bilderrahmen in seine Hand und betrachtete kurz das Bild. Er war dort vielleicht drei oder vier Jahre alt gewesen, als er auf dem Schoß von seinem Vater saß und man musste die zwei nicht kennen, um zu wissen, dass Kakashi nicht dort sein wollte. Aber Sakumo hielt ihn lachend im Arm, was dem kleinen Kakashi gar nicht passte.
Natürlich bereute er es zutiefst, dass er immer so abweisend zu seinem Vater gewesen war. Dabei hatte Kakashi ihn immer bewundert und war froh, wenn es gewitterte und er als kleines Kind dann doch in Sakumos Arm schlafen durfte, obwohl er nur ein paar Minuten vorher noch herumgemeckert hatte, dass er alt genug war und keine Angst vor einem lächerlichen Gewitter hatte. Sakumo hatte Kakashi schon einfach immer verstanden und wusste, dass Kakashi einfach eine zu stolze und sture Person war, er ihn aber trotzdem immer bedingungslos geliebt hatte. Und dass er seinen Vater eigentlich brauchte, obwohl er das nie zugegeben hatte.

Er brauchte ihn immer noch. Auch hatte er keine Chance mehr, ihm zu sagen, dass er ihn immer gebraucht hatte und froh war, dass er Kakashi ohne irgendwelche Worte verstanden hatte. Das war nämlich nicht selbstverständlich gewesen.
Sakumo wusste das alles und er hätte Kakashi auch gesagt, dass er ihm so etwas nicht sagen brauchte, aber wo er nun tot war, hatte er das Bedürfnis, ihm das alles zu sagen. Nicht mal bei seiner Beerdigung konnte er dabei sein und hatte dadurch nicht mal an diesem einen Tag die Gelegenheit gehabt. Aber im Nachhinein wurden seine Beine schon weich, wenn er nur daran dachte, noch demnächst an Sakumos Grab zu gehen. Dafür war es auch noch zu früh.

Kakashi schluckte den dicken Kloß in seinem Hals herunter und spürte dabei seine fauchten Augen, während er das Bild zurück auf den Tisch legte und dabei umklappte. Er schaltete das Licht im Wohnzimmer aus, kehrte um und schlenderte wieder nach draußen. An der kleinen Straße stand Obitos Auto, an dem er gelehnt auf Kakashi wartete. Von seinen Freunden hatte sich Kakashi schon verabschiedet, denn natürlich kam er mit nach Shimane. Er hatte ihnen einfach gesagt, dass er an der Uni in Tokio nicht angenommen wurde, was sie zuerst nicht geglaubt hatten, aber um ihn nicht weiter zu belasten, akzeptierten sie es einfach. Auch, dass Kakashi mit Obito wegzog.
Es war kein Abschied für immer.

Man musste kein herausragendes Vampirgehör haben, um heraushören zu können, dass sich Kagami und Shisui wie zwei kleine Kinder anzickten. Die zwei inklusive Itachi zogen nämlich auch mit nach Shimane.
Niemand musste es aussprechen, um klarzumachen, dass sie es nur taten, damit sie für Obito da waren, falls etwas war. Und vielleicht lag es auch daran, dass es ein alter Beschützerinstinkt von ihnen war, einen von der Familie nicht allein weggehen zu lassen. Was genau das nun für Kakashi bedeutete? Hoffentlich gar nichts.

Auf jeden Fall eine anstrengende Autofahrt, ganze zehn Stunden mit Itachi, Shisui, Kagami und Obito zu verbringen. In einzelnen Konstellationen waren alle in Ordnung, aber alle zusammen konnten wirklich nervig werden. Auch Obito, der dann mal ganz gerne zickte.

„Alles in Ordnung?“, fragte Obito so gut es ging seine Cousins ignorierend.
Kakashi nickte und beide wussten, dass nichts in Ordnung war. Aber diese Sache vor dem Auto mit seinen jammernden Cousins zu besprechen, war nicht ein idealer Zeitpunkt.
„Schau nicht so“, sagte Kakashi und verdrehte die Augen bei Obitos mitleidigen Blick.
Er hatte sich das eigentlich für die Rast oder die Ankunft aufheben wollen, aber er konnte doch nicht anders, als Kakashi in seine Arme zu nehmen. Wirklich wohl fühlte er sich aber nicht, was Obito schnell an seiner verspannten Haltung merkte, weshalb er ihn losließ.
„Nicht hier“, sagte Kakashi nur leise und meinte damit vor dem Auto.
Und vor den neugierigen Cousins, die alle drei zu den beiden schauten und ihnen somit keine Privatsphäre gaben.

„Können wir dann mal los?“, fragte Kagami, als die zwei einstiegen.
Obito war der Fahrer, Kakashi saß auf dem Beifahrersitz und hinten saßen die anderen drei, wobei man gehofft hatte, dass wenn man Itachi in die Mitte setzen würde, es ruhiger sein würde, aber das war gescheitert.
Es war genauso laut wie vermutet.

„Man, mir ist so schlecht“, mäkelte Shisui herum.
„Hör auf zu heulen, wir sind erst eine halbe Stunde unterwegs“, sagte Obito streng.
„Du weißt doch gar nicht, wie schlimm das ist“, jammerte Shisui weiter. „Können wir bitte eine Rast machen?“, forderte er.
„Nein“, sagte Obito.
„Bitte.“

Das Bitte-Nein-Gespräch ging noch eine Weile, bis Obito plötzlich am Straßenrand hielt und böse in den Rückspiegel schaute.
„Shisui, ich lege dir gleich einen Eid ab, dass wenn du nicht deine Fresse hältst, ich dich rausschmeiße und wir ohne dich fahren“, sagte er genervt.
Kakashi lag entspannt in seinem Sitz, war es aber nicht. Seine Augen sagten schon genug aus, dass er die Stille sehr bevorzugen würde.
Shisui brummte etwas und verschränkte dann die Arme, was hieß, dass er schweigen würde.

Da Shisui sich irgendwann auf eine nervige Art mit Kagami unterhielt, holte Kakashi seine Kopfhörer heraus und hörte einfach Musik. Dabei sah er sich die Bilder von dem Haus an, welches er sich von nun an mit Obito teilen würde.
Vor einer Woche kam die Nachricht von Madara und vor ein paar Tagen hatte Kakashi zugestimmt, mitzukommen.
In der Zeit hatte er auch nur bei Obito gehangen und war nur einmal zu sich nach Hause gegangen, hatte aber gemerkt, dass er das nicht konnte. Es hatte auch einfach keinen Sinn, allein mit seinen Freunden in Tokio zu leben. Damit wäre Kakashi nicht weit gekommen. Sein Bauchgefühl hatte ihm auch noch nicht Bescheid gegeben, dass irgendetwas faul war. Und sein Bauchgefühl meldete sich immer sehr schnell bei ihm, aber bis jetzt spürte er noch nichts Derartiges.

„Ich bekomme Durst“, seufzte Kagami, nachdem sie schon fünf Stunden geschafft hatten.
„Ich habe dir gesagt, dass du noch etwas trinken sollst“, sagte Itachi und blätterte in seinem Buch, welches er schon die ganze Zeit las.
„Wieso denn? Wir haben doch einen lebenden Snack hier“, scherzte er.
Aber dass es nur ein Scherz war und er definitiv nicht vorhatte, Kakashi zu beißen, ging völlig an Obito vorbei und er sah wieder böse in den Rückspiegel.
„Ich warne dich“, sagte er bedrohlich und sah einmal kurz an Kakashi vorbei, der davon gar nichts mitbekam und nur an seinem Handy spielte.

„Das war nur ein Scherz“, versuchte Itachi die Situation zu beruhigen.
„Lass solche dummen Scherze“, sagte er angepisst.
Shisui und Kagami sahen zu Itachi, der nur mit den Schultern zuckte. Er hatte den beiden schon vor der Fahrt gesagt, dass sie keine Witze auf Kakashi bezogen machen sollten. Wirklich ernst hatten sie es nicht genommen, aber merkten auch langsam, dass sie es lieber lassen sollten.

„Ist Sasuke gar nicht angepisst, dass du einfach weggezogen bist?“, fragte Kagami, als sie an einer Raststätte hielten.
Shisui hatte sich fast vor Lachen an seinem Getränk verschluckt und sah zu Itachi, der an den Gedanken, wie Sasuke reagiert hatte, nur seufzen musste.
„Er hat einen riesigen Aufstand gemacht, aber er wird zu mir ziehen, wenn er mit der Schule fertig ist. Und auch passend in Matsue studieren“, sagte Itachi.
Itachi war auch nur mitgekommen, als Obito ihn vor ein paar Tagen in der Nacht angerufen und ihn angefleht hatte, bitte unbedingt mitkommen zu müssen, denn allein würde er der Position bestimmt nicht gerecht werden. So jemand wie Itachi würde sich perfekt in so einer Position integrieren und Obito daher bestimmt beibringen können, wie man so etwas machte. Dass Itachi selbst keine Erfahrungen dabei hatte, spielte keine Rolle. Er konnte einfach alles.

„Brauchst du etwas? Wir können auch in der Tanke nach einem Sandwich für dich sehen. Oder etwas zum Trinken?“, fragte er Kakashi bei der Rast.
„Hör auf, mich bemuttern zu wollen“, sagte er und drehte sich von Obito weg.
„Dreister Knirps“, flüsterte Obito und seufzte leise.
Er wollte doch nur das Beste für Kakashi, strengte sich aber vielleicht ein bisschen zu sehr an. Nachdem Kakashi ihm aber seine schwache und verletzliche Seite gezeigt hatte, bekam Obito immer mehr das Gefühl, sich um ihn kümmern zu müssen. Dass seine Anwesenheit schon dafür ausreichte, damit es ihm besser gehen würde, wusste er nicht.

Die anderen drei standen am Auto und unterhielten sich über die Weiterfahrt, was er zu seinem Vorteil nutzte und sich hinter Kakashi stellte. Er ließ seine Arme auf Kakashis Schultern sinken und stützte seinen Kopf auf Kakashis. Bevor er etwas Negatives sagen konnte, sagte Obito: „Sie schauen nicht.“
Damit brachte er Kakashi zum Schweigen.

„Früher, wenn ich immer mit dir kuscheln wollte, hast du mir immer ins Gesicht gehauen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie mich das genervt hat und wie gerne ich zurückgeschlagen hätte“, sagte er leise und versuchte dabei sein Lachen zu unterdrücken.
„Warum hast du es nicht?“, fragte Kakashi. An Obitos Stelle hätte Kakashi nämlich zurückgeschlagen.
„Weil ich dir nicht wehtun wollte“, erklärte er.
Als Kakashi seinen Kopf in den Nacken legte, um zu Obito zu schauen, machte er sich das zunutze und gab ihm einen behutsamen Kuss auf die Stirn, wobei er eher Kakashis wirres Haar dabei küsste, statt etwas von seiner Haut zu erwischen.

„Waschlappen“, sagte Kakashi und sah wieder nach vorne.
„Nie kannst du Zärtlichkeit annehmen“, beschwerte sich Obito leise.
Es nervte ihn, dass er so leise reden musste, denn seine Cousins standen genau nebenan und mindestens zwei davon hörten ihm mit absoluter Wahrscheinlichkeit zu.

Sie standen einfach nur da, sahen auf die grünen Bäume und dachten über verschiedene Dinge nach. Während Kakashis Gedanken um alles Mögliche in der Zukunft kreisten und wie er das alles bewältigen würde, machte sich Obito Gedanken darüber, was Kakashi dachte und wie er ihm am besten helfen und unterstützen konnte, obwohl er einen ziemlich strengen und vollen Job haben würde. Dennoch würde er nicht zulassen, dass er eine Partei dabei vernachlässigte.

„Wenn wir ankommen, wird dann alles besser?“, fragte Kakashi kaum hörbar.
Auch er wusste ja, dass man ihnen zuhörte. Eine positive Antwort konnte Obito eigentlich nicht geben, denn er kannte die Zukunft nicht, aber Kakashi wollte auch einfach nur etwas Positives hören.
„Ja“, log er Kakashi an.
Dabei wusste er, dass er ihm noch ein paar Dinge erzählen musste, die auch Kakashi betrafen. Solange es aber ging, würde er zumindest versuchen, für ihn ein paar ruhige Tage in Matsue zu organisieren, bevor der richtige Stress erst losging.

„Wir wollen nur ungern stören, aber wir wollen weiter“, sagte Kagami und trat seine Zigarette auf dem Asphalt aus.
„Ja, wir kommen“, sagte Kakashi und wollte sich von Obito lösen, aber er hielt ihn fest.
Er konnte nicht leugnen, dass er sich schlecht fühlte, wenn er Kakashi Sachen verheimlichte, die er wissen und auf die er sich einstellen musste.
„Ist etwas?“, fragte er verwirrt.

„Alles gut“, sagte Obito mild und nahm langsam seine Arme von ihm weg.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast