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Never give up

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
19.06.2022
28.08.2022
4
6.980
1
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.07.2022 1.738
 
Hey, ihr lieben es geht weiter, es hat zwar etwas gedauert, aber jetzt geht es weiter. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen.
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Schmerzen, schreckliche Schmerzen. Der Geschmack nach Eisen in meinem Mund und ein fürchterliches hämmern in meinem Kopf  waren das Erste was ich spürte als ich zu mir kam. Ich wusste im ersten Moment nicht mehr was passiert war. Es dauerte einige Sekunden ehe Bruchstücke des Sturzes zurück kamen und ich einigermaßen klar denken konnte. Die schrecklichen pochenden Schmerzen überall am Körper und das Gefühl sich nicht mehr bewegen zu können, waren da nicht grade förderlich. Vor meinen Augen tanzten erneut schwarze Punkte und es dauerte eine Weile bis meine Sicht wieder etwas klarer wurde. Die Bilder des  Unfallherganges tanzten vor meinem inneren Auge auf und darauf hätte ich echt verzichten können. Wie in Zeitlupe rannten die Bilder an meinen Augen vorbei.

Das silberne Auto, wie mich der Seitenspiegel schmerzhaft in der Seite traf, ich mein Gleichgewicht verlor, der Fall, die Aufschläge an der Felswand, wie ich versuchte mich festzuhalten und schlussendlich der Aufprall.

Mir war schlecht, mein medizinisches Wissen war grade eher weniger hilfreich. Ich wusste dadurch nur wie ernst es um mich stand und das fand ich grade eher kontraproduktiv. Was sollte ich jetzt nur tun? Meine Tasche lag definitiv außer Reichweite und auch mein Handy war im ersten Moment nicht auffindbar. Mein Kopf dröhnte höllisch und es viel mir schwer nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Immer wieder waren da die schwarzen Punkte und das unaufhörliche dröhnen hinter meiner Schläfe. Verdammt noch mal, was hatte das Leben nur gegen mich? Warum musste bei mir in den letzten Jahren einfach alles so verdammt schief laufen. Verzweifelt versuchte ich mein Handy auszumachen und meine Gedankenbruchstücke zu ordnen. Wo war bloß dieses verdammt Handy? Jede Bewegung schmerzte heftig und ich wusste nur zu gut das ich mit jeder Bewegung meine Verletzungen verschlimmerte. Verzweifelt versuchte ich es zu entdecken. Dann endlich sah ich es. Es lag etwa einen Meter von mir entfernt. Ich musste unbedingt versuchen es zu bekommen. Ich streckte mich, dabei schmerzte mein Körper schrecklich und das rauschen in meinem Kopf wurde immer heftiger. Nach etlichen schmerzhaften Minuten schaffte ich es das Handy mit den Fingern zu angeln und es schlussendlich fest in der Hand zu halten. Erschöpft ließ ich meinen Arm wieder fallen diese kleine Bewegung war ziemlich anstrengend gewesen und mein Arm zitterte wie espenlaub. Die Schmerzen hatten sich verdreifacht und es wurden immer mehr schwarze Punkte vor meinem Gesicht. Außerdem stieg das Rauschen in meinem Kopf ins unerträgliche. Nach einer kurzen Verschnaufpause, in der ich verzweifelt versuchte die Kontrolle über meinen Körper wenigstens etwas zu behalten, wählte ich mit zittrigen Fingern den Notruf, dabei begannen die schwarze Flecken vor meinen Augen immer wilder zu tanzen. Als nach gefühlten Stunden endlich das Freizeichen ertönte hatte ich bereits immer mehr damit zu kämpfen bei Bewußtsein zu bleiben und mich nicht der schwärze hinzugeben "Hilfe, ich...ich...Ha.... Hang....hinunter... nicht bewegen... Au...Auto" dann hatte ich keine Kraft mehr. Ich konnte nicht weiter gegen die Bewusstlosigkeit an kämpfen, mein Arm knallte schlapp auf den Boden und mein Handy fiel mir dabei aus der Hand. Ich versuchte noch irgendwie dagegen an zu kämpfen, doch da wurde schon erneut alles schwarz um mich herum. Aber immerhin spürte ich mit der eintretenden Bewusstlosigkeit auch die Schmerzen nicht mehr. Mein letzter Gedanke war 'Hoffentlich würde mich jemand finden.' So wollte ich nicht sterben, auch wenn ich es vielleicht verdient hätte. Vielleicht hatte meine Mutter all die Jahre recht gehabt und ich war wirklich schuld.

~Zur gleichen Zeit in der Bergretter Zentrale.~

Das Team kam grade von einem Einsatz zurück und musste nun den verhassten Papierkram erledigen. Außerdem musste die Ausrüstung  auch kontrolliert werde. Schließlich musste beim nächsten Einsatz wieder alles perfekt vorbereitet sein. Es durfte nichts fehlen.
Beim letzten Einsatz musste das Team, wie so oft malwieder übermütige Jugendliche aufgabeln. Die beiden 18 jährigen Jungs hielten es für eine schlaue Idee ohne Erfahrung klettern zu gehen und mussten schließlich von ihnen aus einer Felswand gerettet werden. Wie heißt es so schön, Übermut tut selten gut, so war es auch in diesem Fall. Immerhin gab es keine, schweren Verletzungen und die beiden waren mit ein parr Schrammen und dem Schrecken davon gekommen. Hoffentlich würde ihnen das ganze eine Lehre sein und sie nächstes mal vernünftiger handeln lassen. Katharina war grade dabei ihren Rettungsrucksack zu kontrollieren. Sie musst alles verbrauchte wieder auffüllen. Markus saß derweil missmutig an einem Laptop und tippte den Bericht. Diesen Teil des Jobs mochte keiner von ihnen, aber es gehörte halt dazu und musste wohl oder übel erledigt werden.
Nach einer guten halben Stunde war Markus mit dem Bericht fertig und Katharina schlürfte mitlerweile genüsslich an einer dampfenden Tasse  Kaffee,  da unterbrach das klingeln des Telefons das Schweigen. Sofort stellte Katharina ihre Tasse ab und griff nach dem Telefon.

~Sicht Katharina~

Kaum hatte der Anrufer die ersten Worte gesagt, erstarrte ich für einen kurzen Moment. Am Telefon war eine junge Mädchen Stimme "Hilfe, ich... Ha...Hang hin..nn..hinunter... ni...nicht be...bewegen... Auto" das war doch das Mädchen von heute morgen, da war ich mir ziemlich sicher. Kaum hatte ich darüber nachgedacht und wollte das Mädchen etwas fragen, da war die Leitung auch schon Tod. Sie antwortete nicht mehr. Entweder hatte sie aufgelegt oder sie hatte kein Netz mehr. "Markus Einsatz, da ist ein junges Mädchen einen Hang hinunter gestürzt und braucht Hilfe, dann war die Verbindung weg. Ich glaube das war das Mädchen von heute Morgen, erinnerst du dich? Wir müssen versuchen das Handy zu Orten, sie hörte sich garnicht gut an."

Kurz darauf stand das ganze Team auch schon wieder zusammen in der Zentrale am Tisch und wartete auf das Ergebnis der Handy Ortung. Es dauerte einige Minuten und die Zeit rannte uns davon, in wenigen Stunden würde es dunkel werden. Ich wurde immer unruhiger. Als wir dann endlich, nach Minuten des Wartens, eine Ortung hatten mussten wir erstmal sortieren wie wir vorgehen würden. Wie es so sein musste war ein Teil des Gebietes sehr dicht bewaldet und man konnte ihn mit dem Heli schlecht einsehen. Außerdem zeigte die Ortung uns leider ein Gebiet in einem Umkreis von 3 Kilometern. Wir hatten also ein recht großes Suchgebiet. So entschlossen wir uns in zwei Teams zu arbeiten. Ich und Markus würden mit dem Auto in den Bereich fahren und zu Fuß suchen während Michi und Simon den Heli nehmen würden. So hatten wir die größte Chance sie heute noch zu finden, wenn es überhaupt noch rechtzeitig wäre. Ich machte mir tatsächlich einwenig Sorgen, ich war mir sicher das ich das Mädchen auch vor heute morgen schon einmal gesehen hatte und irgendetwas war damals passiert, ich wusste aber nicht mehr was es war und war mir auch nicht zu 100% sicher. Aber ich glaubte mich erinnern zu können das sie damals mit einem anderen jungen Mädchen auf Emelies Hof ein Zimmer genommen hatte und dann von einem auf den anderen Tag plötzlich aufgebrochen war. Vieleicht sollte ich bei Gelegenheit Emelie mal fragen, vieleicht wusste sie mehr. Aber erstmal mussten wir sie jetzt finden. Ich zerbrach mir darüber immer weiter den Kopf, während ich neben Markus in seinem schwarzen Pick-up saß und wir die schmale Schotter Straße hochfuhren, bis wir endlich den Rand des Suchgebietes erreichten. Somit bekam ich garnicht mit, das Markus den Wagen in einer Haltebucht zum stehen brachte und bereits ausgestiegen war.
"Katharina, alles gut bei dir?" Erschrocken schaute ich auf und machte mich nun auch daran auszusteigen. "Ja, war nur in Gedanken." Antwortete ich. Kaum stand ich draußen reichte mir Markus schon meinen Rettungsrucksack und wir beganen Gemeinsam die Straße entlang zu laufen.

Immer wieder schauten wir den Hang hinab, suchten nach dem kleinsten Anzeichen und riefen immer wieder nach dem Mädchen, von dem ich mir mittlerweile ziemlich sicher war das es Avelina, von heute morgen war, die wir suchten. Doch wir bekamen auf unser rufen keine Antwort und fanden auch keine Spuren dafür das jemand den Hang hinab gerutscht war. Immer mehr näherten wir uns dabei dem Rand unseres Suchgebietes und ich hatte langsam die Befürchtung das wir sie nicht mehr finden würden.

~Sicht Avelina~

Als ich wieder zu mir kam hatte ich jegliches Zeitgefühl verloren dafür trafen mich die Schmerzen jetzt mit aller Härte und zu allem überfluss fing ich heftig an zu zittern und vor meinen Augen tanzten immer wieder viele schwarze Punkte. Ich versuchte verzweifelt gegen die aufkommende Bewusstlosigkeit anzukämpfen, doch die Schmerzen die Minute um Minute heftiger wurden, schienen mir mehr und mehr die Kraft zu rauben. Aber ich musste bei Bewußtsein bleiben, falls mich jemand suchte, musste ich schließlich auf mich aufmerksam machen. Aber ich wusste nicht wie lange ich es noch schaffen würde, ich begann mich auf meine Atmung zu konzentrieren. Ein und aus, ein und aus, irgendwo drauf musste ich mich einfach fixieren und die Atmung erschien mir dabei am sinnvollsten. In der Ferne hörte ich einen Hubschrauber doch ich wusste das sie mich hier nicht finden würden, ich lag zwischen Bäumen und Felsen und konnte selber den Himmel nur eingeschränkt sehen, wie sollten sie mich also von oben, hier sehen. Und wie befürchtet wurde das Geräusch des Hubschraubers nach einiger Zeit auch wieder immer leiser. In diesem Moment hatte ich das Gefühl für immer verloren zu sein, die ersten Tränen bahnten sich einen Weg über mein Gesicht und in mir machte sich das Gefühl von völliger Verzweiflung breit. Wenn man überhaupt noch verzweifelter werden konnte. Ich wusste absolut nicht weiter, wollte aufgeben, dann würde ich immerhin diese schrecklichen Schmerzen nichtmehr aushalten müssen.
Ich wollte mich grade der immer erdrückender werdenden Schwärze hingeben, als ich aus der Ferne rufe hörte. Waren diese real oder spielte mein Körper mir einen Streich? Ich wusste das mein Körper die Bewusstlosigkeit herbeiführt um meinen Körper vor den heftigen Schmerzen zu schützen, aber ich wusste auch das ich jetzt doch noch einmal gegen all das ankämpfen müsste.
Denn wenn die Rufe real waren, dann waren sie jetzt wirklich meine letzte Chance. Ich atmete noch einmal tief durch, sammelte alle meine Kräfte und begann verzweifelt zu rufen und zu rufen, hoffentlich war ich laut genug und man würde mich hören.

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Na was sagt ihr? Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und wir hören voneinander, bis zum nächsten Mal ;)
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