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Das Yvonnigesige in der Affenfamilie – Immer diese Störungen

von NiniWeg
Kurzbeschreibung
GeschichteParodie, Familie / P6 / Gen
18.06.2022
02.07.2022
13
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23.06.2022 895
 
Bald poltert im Nebenzimmer wieder etwas herein. „Hallooho! Bin wieder daaaha! Habt Ihr mich vermisst?“, fragt die Affenspinne mit neuer guten Laune im Frohgemut-Singsang und knöpft das Radio wieder an. Das Yvonnigesige stöhnt: „Ohh, schon wieder. Muss das jetzt sein?“ Dann hört es den Affengorilla laut sagen: „Also, ich schon. Hatten doch gefrühstückt. Warum wolltest du nicht?“ „Ging nicht. Hatte die Ziegen ausgemistet. Ein bisschen was gegessen hatte ich aber schon.“, ruft die Affenspinne in die Küche hinüber. „Ein bisschen? Klingt aber nicht viel. Willst dir noch was machen?“, fragt der Affengorilla besorgt nach. „Och, nee. Ich warte, bis es Mittag gibt. Ich mix mir nur schnell mal einen Bananen-Karottensaft mit Blättern drin. Das reicht bestimmt erstmal.“, gibt die Affenspinne lässig zur Antwort. „Na ja, dann mix dir einen ordentlichen Schwung, denn wie ich den Laden hier kenne, gibt es Mittag erst abends.“, empfiehlt der Affengorilla. „Ja, werde ich auch machen. Hab voll Bock auf einen Bananen-Karotten-Mix. Hast du noch Datteln oder Kiwis dazu?“, antwortet die Affenspinne. „Liegen da hinten im Schrank. Hau weg, bevor sie hier wieder vergammeln!“, meint der Affengorilla. „Jop. Dankeeee.“, freut sich die Affenspinne über diese Erlaubnis im flotten Ton. Dann schnappt sie sich fünf Bananen, drei weiche Kiwis und zehn halb vertrocknete Datteln. Karotten holt sie sich aus einer Kiste. Diese sind noch jung und frisch, zart, knackig und süß. Sind gestern erst aus dem Garten gerupft worden. Frohgemut scheint die Affenspinne ihr Obst und Gemüse abzuwaschen. Die Karotten schrubbt sie mit einer Bürste ab, damit kein Sand haften bleibt. Das Kraut lässt sie aber dran. Die Datteln werden entkernt. An ihren Bananen hackt sie nur die Enden ab, schält sie aber nicht. Alles landet als Stücke im Mixer. Deckel drauf und er wird angeschmissen. Das ist laut.

Das Yvonnigesige hält sich sogar in seinem hintersten Zimmer die Ohren zu und flucht leise, warum die Affenspinne die Tür zwischen Küche und Affenzimmerchen nicht geschlossen hätte. „Meeeehm...määähm...meem...mem...meeeeehhm...mem, mem.“, dröhnt es aus der Küche. Die ganze Zeit kann das Yvonnigesige aber nicht die Ohren zuhalten. Das ist auf Dauer zu anstrengend und es gewöhnt sich daran. So hört es, wie der Deckel aufgeht und noch ein paar Kräuter hineingeworfen werden, nebst einigen Salatblättern. Ein wenig Wasser wird drüber gegossen und dann geht es erneut los. „Meeeehm...määähm...meem...mem...meeeeehhm...mem, mem.“, hört man aus der Küche kräftig den Mixer rumoren, als hätte jemand eine Motorsense angeworfen. Nachdem die Affenspinne alles zu trinkfertigen Brei verarbeitet hat, kippt sie sich davon einen großen Becher voll und geht damit zu ihrem geliebten Computer, um wieder mit Nachrichtenprogrammen und deren schrägen Geräuschen auf den Wecker zu fallen. Lautstark schmeißt sie sich auf ihren Drehstuhl und schlürft lauthals große Schlucke Flüssignahrung aus ihrer Riesentasse, die auch noch bequemer Weise einen Trink-Ausguss hat. „Hmmm, einfach köstlich. Na, will auch jemand von euch einen Schluck probieren? Schmeckt oberbananig.“, bietet die Affenspinne an.

Die Bollejulia beäugt misstrauisch den Becher, schnüffelt unscheinbar und antwortet: „Nee danke, lass mal! Das ist grün. Das seh ich ja von hier. Sowas Perverses kommt nicht in meinen Mund.“ „Dann eben nicht! Musst ja nicht, wenn du nicht willst. Wer nicht will, der hat schon.“, singsangt die Affenspinne der Bollejulia zu. „Einen kleinen Schluck nehm ich mir, wenn sonst keiner will. Aber den Rest hau du ruhig weg. Sollst ja nicht verhungern hier, ne?“, meint der Affengorilla. „Ich würde gern nur einmal probieren. Schmeckt das?“, fragt das Yvonnigesige unbedarft. „Na klar. Komm her! Schmeckt bombig.“, bietet die Affenspinne an. Das Yvonnigesige wagt es, zu ihr hinüber zu gehen und einmal zu nippen. Schmeckt kühl, breiig und grießig, aber sonst noch nach nichts. Also nimmt es noch einen größeren Schluck, um auch etwas vom Geschmack wahrnehmen zu können. Bitteres Karottenkraut schlägt ihm auf die Zunge, eklige Dattelsüße und überreife Kiwi piksen bis in den Kopf hinein. Das Yvonnigesige hasst diese Übersüße von Datteln und alkoholisierte Früchte. Der Raureif der Bananenschalen setzt sich widerwärtig auf Zunge, Innenwangen und Zähne ab. Am liebsten würde die Zunge weglaufen, die Zähne verschrumpeln und sich die Fußnägel hochklappen. Schockiert verzieht es sein Gesicht. Die Affenspinne sieht das und beginnt hysterisch zu lachen. „Haaaaaaa, ha, ha. Siehst du witzig aus, Yvonnigesiges. Man sieht‘s, wie köstlich es dir schmeckt.“, kreischt sie schadenfreudig amüsiert. „Ihhh-gitt! Ist da Bananenschale drin? Schmeckt ja scheußlich rau.“, beschwert sich das Opfer über den Geschmack, schluckt lautstark und reibt sich die Zunge mehrmals an seinem rosa Armfell ab. Ohne vom Buch aufzublicken, kommentiert die Bollejulia ungerührt: „Ich wusste doch, dass es was Räudiges ist. Hab ich doch gleich gesagt. Deswegen trink ich das auch nicht. Ich mach mir später einen eigenen Shake.“ Dann läuft das Yvonnigesige in die Küche zum Waschbecken und spült sich das Mäulchen aus. Bananenreif an den Zähnen und Karottenkrautbitterness im Mund ist schlichtweg nicht zu ertragen. Und dann noch diese fade, alkoholisierte Kiwi und Datteln. Kurrrrt! Das ist fast zum Würgen. Sowas kann auch nur dem Affengorilla und der Affenspinne schmecken. „Was hast Du denn für ein Problem?“, fragt der auch noch scheinbar ahnungslos. „Hab das komische Zeug probiert. Abscheulich. Sowas kann man doch nicht trinken.“ „Schmeckt dir etwa nicht? Ach, wat? Komm, das ist doch gesund. Ist doch lecker. Was du wieder hast.“, wiegelt er die Empfindungen des Yvonnigesigen herunter, als würde es bloß mal wieder spinnen und einen Tick ausleben.
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