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Die Chroniken der Ysnar-Arena - Jahr 1

von Odin
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Action / P16 / Gen
18.06.2022
13.08.2022
9
6.376
1
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06.08.2022 617
 
Als Djoga vor der Hütte ankam, die den Treffpunkt darstellte, war es heller Tag. Die Hütte war groß, aber ärmlich. Entweder sie wurde auch als Lager verwendet oder es war eine sehr große Familie, die dort lebte.
Unberührt klopfte Djoga an. Die Tür schwang aber durch sein Klopfen auf. Der Raum, den er sehen konnte, war sehr klein, offensichtlich ein Vorraum. Direkt gegenüber war eine weitere Tür. Er lockerte sein Schwert und öffnete auch diese. Gleichzeitig schloss sich die Eingangstür und Djoga stand im Dunkeln, wenn man von der Laterne absah, die auf einem Tisch in dem Raum stand, allerdings nur die nahe Umgebung beleuchtete.
„Hallo?“, rief Djoga in den Raum, die Hand auf den Schwertgriff.
„Leg dein Schwert auf den Tisch“, kam eine Stimme aus dem Dunkeln. Sie schien aus allen Richtungen zu kommen und war so verzerrt, dass Djoga gleich an Magie denken musste. Er konnte noch nicht mal unterscheiden, ob es eine männliche oder weibliche Stimme war. „Zusammen mit deinen Messern. Dann können wir reden. Ansonsten kannst du gleich wieder kehrt machen.“
Das gefiel Djoga nicht wirklich, aber er zog sein Schwert aus der Scheide und legte es ins Licht. Danach holte er aus mehreren Verstecken in seiner Kleidung fünf Messer und legte auch diese ins Licht.
„Alle Messer“, betonte die Stimme, worauf Djoga auch das letzte Messer auf den Tisch warf.
„Das sind alle Messer. Du kannst mich durchleuchten, wie du willst, du wirst keines mehr finden“, meinte Djoga, der sich jetzt sicher war, dass tatsächlich Magie am Werk war und der Besitzer der Stimme darüber verfügte.
„Gut“, meinte die Stimme. „Du weißt, weshalb du hier bist?“
„Ich weiß nur, dass jemand das Verlangen hat, jemanden tot zu sehen.“
„Das ist richtig“, meinte die Stimme. „Ich nehme mal an, dass du auch im Zweikampf versiert bist?“
Djoga runzelte die Stirn. „Natürlich. Sprichst du auf die Arenakämpfe der Ysnari an?“
„Ja“, meinte die Stimme. „Du sollst an den Kämpfen teilnehmen. Es gibt da jemanden, den ich tot wissen will.“
„Wer ist es“, fragte Djoga.
„Nimmst du den Auftrag an?“
„Ja. Ich töte sie alle, wenn du willst und wenn du dafür bezahlst.“ Er wollte noch weiterreden, wurde aber von einem plötzlichen Druck im Inneren seines Kopfes unterbrochen. Djoga schlug sich die Hände an den Kopf und fiel auf die Knie. Es war aber kein Angriff. Sein gesamter Auftrag, inklusive seiner Zielperson und dem Plan, wurde in seinem Geist verankert.

Diese Tortur schien Stunden gedauert zu haben. Vielleicht aber auch nur eine Minute. Als Djoga seine Hände senkte und aufstand, meinte er nur: „Das wird aber teuer. Die Hälfte jetzt und die andere Hälfte nach Erledigung. Und das Preisgeld gehört mir auch.“
„Einverstanden“, sagte die Stimme. „Dreh dich um.“
Djoga tat wie verlangt und sah einen weiteren Tisch mit einer Lampe, die an der Wand befestigt war. Auf dem Tisch waren mehrere Beutel, die genügend ausgebeult waren, um prall mit Goldmünzen gefüllt zu sein. Er nahm einen Beutel in die Hand und wog ihn. Danach öffnete er ihn und nahm eine Münze in die Hand und befühlte sie. Danach steckte er die Münze wieder in den Beutel und nickte. „Sie sind echt“, sagte er zufrieden. „Es ist mir ein Vergnügen, mit dir Geschäfte zu machen. Ich würde dich gerne weiterempfehlen. Ich müsste dazu nur deinen Namen wissen.“
„Ich bleibe lieber im Verborgenen. Nenn mich einfach ‚die Stimme‘.“
Djoga verbeugte sich. „Und wo kann ich dich kontaktieren, wenn der Auftrag erledigt ist?“
„Gar nicht. Du bekommst eine Nachricht von mir. Ich werde es in dem Moment wissen, in dem es vollbracht ist“, sagte die Stimme.
Djoga nickte. Nachdem er alles weggepackt hatte, verließ er die Hütte. Er bemerkte das Augenpaar nicht, dass seinen Weggang beobachtete.
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