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Nur ein wenig Mut

von Tasha88
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
15.06.2022
20.06.2022
4
6.423
4
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
15.06.2022 1.281
 
Hallo miteinander :)
schön, dass ihr bei dieser Geschichte (wieder) dabei seid ;)
und entschuldigt bitte, dass Elsa so langsam wie eine Alkoholikerin wirkt - so ist das nicht gedacht ;)
Jetzt viel Spaß beim Lesen ^^
Eure Tasha

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“Oh Gott, habt ihr gesehen, wer da ist?”
Elsa bleibt vor ihren Freundinnen stehen, die beide erstaunt ihre Aufmerksamkeit auf sie richten. Warum ist ihre Freundin so aufgeregt? Mayumi dreht ihren Kopf zu Seite, versucht zu erkennen, was genau ihre beste Freundin so aufdrehen lässt.
“Da.” Sie tippt Conny neben sich an und deutet in die Richtung, in der sie etwas oder eher jemanden, ausgemacht hat.
“Oh.” Conny blinzelt erstaunt, als sie die grüne Mütze erkennt. “Wusstest du, dass er kommt?” Fragend richtet sie sich an Elsa.
Diese schüttelt mit roten Wangen ihren Kopf. “Nein! Hätte ich es gewusst, dann …”
“Dann was?” Auf Mayumis Zügen erscheint ein Grinsen. “Hättest du dich dann besonders hübsch gemacht? Dich von oben bis unten rasiert? Besonders hübsche, vielleicht sogar sehr sexy Unterwäsche angezogen?”
Ihre Freundin wird noch röter. “Nein! Natürlich nicht!”
“Du hättest dich nur seelisch und moralisch besser darauf vorbereitet.” Connys Stimme ist wie immer lieb und sanft.
Auf ihre Aussage nickt Elsa sofort. “Genau!”
“Und du hättest dir fünfhundert verschiedene Gedanken darüber gemacht, was du zu ihm sagen sollst.”
Wieder nickt Elsa, bis sowohl Conny als auch Mayumi lachen.
“Ihr seid doch doof!” Mit verschränkten Armen dreht sie sich zur Seite.
“Nein, sind wir nicht.” Eine Hand landet an ihrem Oberarm und Conny beugt sich zu ihr. “Wir wissen nur, dass das genauso passiert wäre, wir kennen dich doch.”
“Und wir wissen, dass du bis über beide Ohren in den Kerl verknallt bist. Warum sprichst du ihn nicht endlich an?” Mayumi legt ihren Kopf leicht schräg, hält ihren Blick auf ihre Freundin gerichtet. Diese zuckt mit ihren Schultern und senkt ihren Kopf, während sie mit ihrem Fuß einen Kreis auf dem Boden zieht.
“Ich weiß auch nicht so genau …”, murmelt sie.
“Hey, wenn Conny es geschafft hat, ihre Schüchternheit zu überwinden, dann schaffst du das doch auch.”
“Es war Gregor, der mich damals um ein Date gebeten hat”, wirft die Erwähnte ein.
“Ja, aber du bist nicht jedes Mal, wenn er dich anspricht, rot geworden und auf und davon gerannt.” Mayumis hat ihre Augenbrauen gehoben.
“Ähm”, es ist Conny, die zumindest jetzt rot wird, “doch, eigentlich schon, zumindest zu Beginn.”
“Und inzwischen seid ihr wie lange schon zusammen? Vier Jahre?”
“Fünf.”
“Genau, fünf Jahre. Und Elsa und Mario kennen sich ja auch schon so lange wie du und Gregor euch kennt.” Mayumi lässt keine Ausrede gelten. Sie wendet sich wieder ihrer besten Freundin zu. “Also Elsa, was wirst du tun? Irgendwann taucht er hier mit einer anderen auf und dann hast du das Nachsehen, wundern würde es mich nicht. Du bist doch sonst nicht so schüchtern!”
“Nur, wenn er auftaucht wird sie so. Warum eigentlich? Früher konntest du doch auch mit ihm reden.” Die Jüngste legt ihren Kopf nachdenklich schräg.
“Ich weiß auch nicht”, murmelt Elsa und ihr Kopf dreht sich in die Richtung, in der der Mann steht, für den sie schon seit Ewigkeiten schwärmt.
“Tja, vielleicht war es ja die Pubertät”, sagt Mayumi mehr an sich selbst gerichtet. Als sie erkennt, dass sich ihre Freundinnen ihr zuwenden, blinzelt sie. “Was ich damit meine ist, dass du ab der Mittelschule immer so unsicher warst, was ihn angeht.”
Sofort schlägt sich Elsa ihre Hände vor ihr Gesicht.
“Ehrlich gesagt”, nuschelt sie hinein, weigert sich aber, die Hände wieder sinken zu lassen, “er hat mich in der Mittelschule um ein Date gebeten und ich habe vor lauter Unsicherheit abgelehnt …”
Sowohl Conny als auch Mayumi sehen sie auf diese Aussage ungläubig an.
“Wirklich?”
“Nicht dein ernst! Bist du dumm? Und warum hast du mir das nie erzählt?” Mayumi kann nicht anders, als ihren Kopf zu schütteln. “Verdammt, seit ich dich kenne, schwärmst du für den Kerl! Und dann lässt du jetzt, Jahre später, raus, dass er dich um ein Date gebeten hat?”
“Ich kann es auch nicht glauben. Vor allem, da …” Sofort ist die Aufmerksamkeit auf Conny gerichtet.
“Vor allem da was? Sprich dich aus!” Mayumi hebt ihre Augenbrauen an.
“Naja, sie ist ja immer noch so verknallt in ihn. Ich kann einfach kaum glauben, dass sie ihm trotzdem noch so verfallen ist, obwohl sie ihm bereits einen Korb gegeben hat.”
“Was? Ich bin ihm doch nicht verfallen!”
“Das passt ganz gut!”
Elsa und Mayumi reden gleichzeitig los. Während Erstere es zu verleugnen versucht, lacht Zweitere laut.

“Okay, Süße, das hier ist deine letzte Chance heute. Er ist hier, du bist hier, so wie ich es sehe, beide ohne Partner. Sprich ihn an, frage nach einem Date. Falls du das nicht schaffst, dann ist es vorbei. Dann will ich nicht mehr hören, wie du von ihm schwärmst oder jammerst, weil du dich nicht traust, ihn anzusprechen!”
Conny stimmt der Älteren zu. “Mayumi hat recht. Heute ist deine letzte Chance. Also los, trau dich endlich!”
Elsas Augen sind weit aufgerissen. “Aber …”
“Kein Aber!”
“Sowas von kein Aber!”
Ihre Freundinnen sehen sie ernst an.
Unsicher kaut Elsa auf ihrer Unterlippe herum und wieder wandert ihr Blick zu dem Jungen, nein, inzwischen dem Mann, den sie so mag. Sie ist zwanzig, mit bereits elf Jahren hat sie sich in ihn verliebt. Mayumi und Conny haben doch recht, wenn sie es jetzt nicht schafft, dann sollte sie diese Schwärmerei aufgeben. Sie kann ja nicht einmal damit rechnen, dass er sie noch mag. Wobei sie ihn auch noch nie mit einer anderen gesehen hat, zumindest nicht, wenn er an einem Ort auftaucht, an dem auch sie ist …
“Okay.” Sie ballt ihre Hände zu Fäusten und sieht ihre Freundinnen an. “Ich werde ihn ansprechen und um ein Date bitten!”
“Gut, das wollten wir doch hören.” Mayumi wirkt zufrieden, im nächsten Moment weiten sich ihre Augen, denn Elsa packt ihr Handgelenk und zieht sie mit sich. “Was hast du vor?”
“Ich will zu deinem Freund!”
“Was willst du von Viktor?”
“Alkohol!”
“Alkohol?” Nun klingt Mayumi ungläubig.
“Ja, Alkohol! Ich muss mir dringend Mut antrinken und ich kenne deinen Freund! Er hat auf jeden Fall Alkohol irgendwo hier!”
“Elsa, hältst du das für eine gute Idee?”
“Sonst würde ich es nicht sagen! Oh, schau mal, da ist er ja. Viktor, hey, Viktor!”
Der sieht erstaunt auf, als er seine Freundin im Schlepptau von Elsa erkennt.
“Mädels, was gibt es?”, fragt er sie.
“Ich brauche Alkohol!” Elsa sieht ihm direkt in die Augen, woraufhin er nur blinzelt und sich seiner Freundin zuwendet.
“Die Frage kann man sicher auch besser stellen, aber: Häh?”
Mayumi zuckt mit ihren Schultern. “Sie will Mario endlich ansprechen.”
“Ahh.” Verständnisvoll wendet er sich wieder Elsa zu. “Mut antrinken?”
“Ich wusste du verstehst mich, Viktor. Also, hast du was?”
Ein breites Grinsen erscheint auf seinen Zügen. “Natürlich. Komm mit.”
Nun ist er es, der aufgehalten wird.
“Hältst du das wirklich für sinnvoll, Viktor?”
Er sieht seine Freundin an. “Elsa wird schon wissen, was sie tut. Willst du auch was?”
“Die hat dich doch schon”, grummelt Elsa.
“Das schon, aber mit ein wenig Alkohol wird sie hemmungsloser.” Das breite Grinsen auf Viktors Zügen vertieft sich und auch Mayumi lacht auf, während Elsa hochrot anläuft.
“Das will ich beim besten Willen nicht wissen! Vielleicht sollte ich jetzt trinken, um zu vergessen!”
“Bloß nicht! Du hast eine einzige Aufgabe heute, mach endlich deinen Kerl klar! Wenn du alles vergisst, ist es doch umsonst gewesen!”
Elsa sieht Mayumi an und nickt. “Okay.” Der nächste Blick geht zu Viktor. “Du bist dran!”
Wieder lacht dieser auf und winkt die beiden Frauen mit sich. “Na dann, kommt mit. Ich habe das passende für euch hier, da bin ich mir sicher.”
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