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Moritz

von Myra
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
14.06.2022
26.09.2022
14
16.831
1
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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14.06.2022 1.451
 
Da bin ich wieder. Mit einer neuen Geschichte, die direkt an die Ereigenisse aus Pierre anschließt, aber eine eigenständige Geschichte ist, die mit neuen Überraschungen und Enthüllungen aufwartet. Viel Spaß beim Lesen.


München
Kriminalkommissariat:

„Kannst du mir mal erklären wie ich meine eigentliche Arbeit erledigen soll, wenn du mich mit deinen ständigen Kontrollanrufen davon abhälst?“ wollte Hannah genervt von ihrem Telefonpartner wissen. Stöhnte auf, als dieser etwas erwiderte. „Was soll den bitteschön schief gehen?“ hakte sich nach und blieb vor dem Eingang zum Kriminalkommissariat 1 stehen. Verdrehte die Augen, als ihr Telefonpartner wieder etwas sagte. „Der Einzige der hier etwas versaut, bist du,“ stellte sich klar. „Und zwar deinen eigenen Plan,“ legte dabei ihre Hand auf die Eingangstüre. „Also entspann dich,“ forderte sie und atmete einmal tief durch. „Oder geh spazieren, schwimmen, schau fernsehen, schlaf eine Runde oder lenk dich sonst wie ab. Egal. Hauptsache du gehst mir nicht mehr auf die Nerven und rufst mich ständig an,“ wurde zunehmend lauter. „Lass mich einfach meine Arbeit machen und vertraue mir. Ich weiß was ich zu tun habe.“ Atmete hörbar aus. „Ich lege jetzt auf,“ erklärte Hannah sauer. „Und schalte danach das Handy aus.“ Stöhnte erneut auf, als ihr Telefonpartner etwas sagte. „Und melde mich dann, wenn alles erledigt ist,“ stellte sie klar und beendete das Gespräch. „Das gibt’s doch nicht,“ stöhnte sie genervt und schaltete ihr Handy aus. „Männer.“ Schüttelte sich kurz, atmete einmal tief durch, drückte dann den Rücken durch, streckte sich und öffnete die Türe.

Blieb überrascht stehen, als sie einen Mann durch das Foyer schreien hörte: „Das ist eine Katastrophe.“ „Das ist keine Katastrophe, Herr Kriminalrat,“ entgegnete ein jüngerer Mann. „Hartinger,“ merkte Kriminalrat Blechinger an und drehte sich zu ihn um. Sah ihn finster an. „Sie haben Oberkriminalrat Waller bis jetzt nicht auffinden können.“ „Meinen Informationen nach, war er heute noch gar nicht im Haus,“ erklärte Hauptkommissar Hartinger, Leiter der Internen Ermittlungen. „Und seine Mitarbeiter.“ „Haben wir angewiesen, sich zu unserer Verfügung zu halten und das Kriminalkommissariat nicht zu verlassen,“ stellte Hartinger sofort klar. „Und trotzdem wissen sie nicht wo sie sind. Ob sie überhaupt noch im Gebäude sind,“ hielt Blechinger dagegen. Interessiert horchte Hannah auf. „Sie sind hier,“ meinte Hartinger. „Und wo?“ erkundigte sich Blechinger. „Wo sind die Kriminalkommissare Schmitt, Lohmann und Clemens?“ Hartinger räusperte sich verlegen. „Wo ist der IT-Experte Malte Beck?“ Hartinger schluckte. „Wo ist der Chef der Spurensicherung Doktor Stephan Wehle?“ Hartinger kratzte sich am Kopf. „Und was ist mit Waller?“ hakte Blechinger nach. „Wo ist der?“ Sah den Leiter der internen Ermittlung fragend an. „Das finden wir alles raus,“ versicherte Hartinger. „Das will ich hoffen,“ merkte Blechinger an und holte sein Handy aus seiner Jackentasche. „Und zwar schnell, Hartinger,“ fügte er noch hinzu, ehe er sich umdrehte und ins Telefon bellte. „Blechinger.“ „Vom Handy gerettet,“ sagte ein Mann leise zu Hannah. Die sah ihn nur verwundert an. „Andre,“ stellte er sich vor. „Ich bin der Assistent von Marco Hartinger, Leiter der Internen Ermittlung,“ und lächelte Hannah an. „Hannah,“ erwiderte diese nur.  „Pathologie.“ „Ist die nicht?“ erkundigte sich Andre verwundert und deutete auf die Eingangstüre. „Man sieht sich,“ merkte sie an und ging zur Kellertreppe. „Aber,“ meinte Andre und zuckte zusammen, als es durch das Foyer hallte: „Andre.“ Dieser verdrehte die Augen, ehe er sich umdrehte und sagte: „Ja, Chef.“ Diesen Moment nutzte Hannah und eilte schnell die Kellertreppe hinunter.

Blieb stehen, als sie von unten Stimmen hörte: „Ich weiß doch auch nichts, Henry,“ erklärte Staatsanwalt Lukas Schmitt. „Dann finde was raus,“ forderte Kriminalhauptkommissar Henry Funck. „Wie denn?“ erkundigte sich Lukas verärgert. „Jeder bei der Staatsanwaltschaft weiß das Lina meine Schwester ist. Die sagen mir nichts. Schon gar nicht, wenn die höchste Geheimhaltungsstufe gilt.“ Stöhnte frustriet auf. „Es gibt Geheimhaltungsstufen bei euch,“ wunderte sich Henry. „Keine Ahnung,“ antwortete Lukas genervt. „Aber du erfährst nichts, Henry. Absolut gar nichts. Die, die was wissen halten dicht und nochmal so ein Fehler wie mit dieser E-Mail, die ich zufällig lesen konnte, passiert denen sicherlich nicht.“ Sah Henry ernst an. „So schlimm also,“ vermutete Henry. Lukas nickte nur und blickte zur Treppe. „Hey,“ grüßte Hannah und stieg die letzten Stufen hinab. Lächelte die beiden an. „Ich bin Hannah, von der.“ „Ja,“ sagte Henry nur und zog Lukas mit sich durch eine der Türen. „Dann eben nicht,“ meinte Hannah leicht beleidigt und bog nach links ab. Ging den Flur entlang, bis sie schließlich vor einem Kasten stehen blieb. „Da bist du ja,“ meinte sie grinsend und öffnete ihn. Sah vor sich etliche Reihen mit Sicherungen. Fuhr diese mit ihrem Zeigefinger ab, bis sie schließlich unten angekommen war. Atmete erleichtert auf und klickte die Sicherung nach unten.

Das dadurch ausgelöste kurze Flackern der Deckenbeleuchtung, ließ Kriminalkommissar Moritz Lohmann kurz aufschauen. Stöhnend blickte er dann wieder auf das Foto von Pierre in seinen Händen.

Im Foyer hingegen bemerkte Andre, der Assistent von Hauptkommissar Marco Hartinger, ebenfalls das Flackern. Stirnrunzelnd blickte der Kommissar zur Deckenbeleuchtung.

Zu dieser blickten zur gleichen Zeit auch der Chef der Kriminaltechnik, Doktor Stephan Wehle und der IT-Experte Malte Beck. Kriminalkommissarin Liane Schmitt, die ein paar Meter weiter, auf einem der Tische im Archiv saß, nahm von dem Flackern keine Notiz. Stattdessen starrte sie auf den Boden. Bewegte sich nicht, sagte nichts. Saß einfach nur da. „Wieso bewegt sie sich nicht?“ wollte Malte besorgt von Steph wissen. „Ich meine wir stehen hier schon seit einer ganzen Weile und in dieser hat sich keinen Millimeter gerührt.“ Blickte wieder zu seiner Kollegin. „Sie sitzt einfach nur da.“ „Ihr Brustkorb hebt und senkt sich,“ stellte Steph klar. Verwundert sah Malte seinen Kollegen an. „Also atmet sie,“ wusste der Chef der Spurensicherung. Malte nickte zustimmend. „Demzufolge ist sie noch am Leben.“ Malte setzte zu einem Nicken an, sah dann aber den Doktor stattdessen fragend an. „Und kann euch hören,“ merkte Lina leicht genervt an und drehte sich langsam zu den beiden hin. „Jetzt hat sie sich bewegt,“ bemerkte Steph. Malte verdrehte nur genervt die Augen. „Und es ist ja süß von euch Jungs, dass ihr Sorgen um mich macht.“ Stolz grinste Malte. „Aber ich bin hier unten wegen der Ruhe, der Stille, der Einsamkeit.“ Enttäuscht stöhnte Malte auf. „Ich muss einfach nur mal in Ruhe und alleine meine Gedanken sortieren.“ Steph nickte zustimmend. „Mir klar werden über das was passiert ist.“ Seufzte. „Ich meine Pierre ist tot, gegen Waller ermittelt die Interne und Luca.“ Sprach nicht weiter. Gerade als Malte darauf etwas erwidern wollte, begann das Deckenlicht erneut zu flackern. „Das ist doch gerade eben auch schon gewesen,“ stellte der IT-Experte fest und beobachtete wie das Licht der Deckenlampe immer schwächer und schwächer wurde und schließlich ganz ausging.

„Eins, zwei,“ begann Malte sofort mit dem Zählen.

Verwundert blickte Kriminalkommissar Moritz Lohmann im dunklen Treppenhaus zu den seitlich angebrachten Leuchten. Runzelte irritiert die Stirn, erhob sich langsam, zuckte zusammen, drehte sich schnell um und

„Drei, vier,“ sagte Malte die nächsten Zahlen auf.

„Wieso ist das Licht aus?“ wollte Lukas wissen und aktivierte auf seinem Smartphone die Taschenlampe. Leuchtete damit Henry ins Gesicht. „Was war das?“ erkundigte sich Henry und blickte an Lukas vorbei. „Was?“ wollte dieser wissen und drehte sich um. Leuchtete in den dunklen Gang vor ihnen. „Du bleibst hier, Lukas,“ forderte Henry von dem Staatsanwalt und holte im Gehen sein Smartphone aus der Jackentasche. „Und rührst dich nicht von der Stelle,“ schaltete ebenfalls die Taschenlampe ein und leuchtete damit vor sich. „Ich bin gleich wieder hier,“ und bog um die Ecke.

„Fünf, sechs,“ zählte Malte weiter.

„Hat jemand das Licht ausgemacht?“ fragte Andre in die Runde und blickte verwundert auf die erloschene Deckenbeleuchtung. „Was interessiert uns das Licht?“ wollte Kriminaloberrat Blechinger wütend wissen. „Wir haben eine Bombendrohung.“ „Scheiße,“ entfuhr es Marco Hartinger. „Alles raus hier. Und zwar sofort,“ brüllte der Oberkriminalrat.

„Sieben, acht,“ erklärte Malte Beck im Keller.

Ein paar Türen weiter schüttelte Hannah lächelnd den Kopf. „Und deswegen hat er sich solche Sorgen gemacht.“ Gluckste. „Klappt doch alles wie am Schnürchen,“ und schnippte eine weitere Sicherung nach unten.

„Neun, zehn,“ zählte Malte und sah gespannt nach oben zur Deckenleuchte. Aber nichts passierte. Stattdessen holte Steph ein Feuerzeug aus seiner Tasche und entließ zischend die Flamme. „Es werde Licht,“ meinte der Forensiker nur und leuchtete zu Lina. „Eigentlich hätte jetzt das Notstromaggregat anspringen müssen,“ stellte Malte klar. „Ist es aber nicht,“ merkte Lina an und sprang vom Tisch. „Hätte es aber müssen,“ meinte Malte. „Ganz genau nach einer Minute.“ „Dann hättest du aber bis 60 zählen müssen,“ bemerkte Steph und schrie kurz auf. „Heiß,“ merkte er an und ließ das Feuerzeug fallen. Klirrend fiel es zu Boden, als plötzlich ein lauter Knall zu hören war. „War das?“ hakte Malte ängstlich nach. „Ein Schuss,“ vermutete Steph. „Ja,“ stimmte Lina zu, als ein weiterer Knall ertönte.
 
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