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Auf den ersten Blick

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Sawamura Daichi
09.06.2022
30.06.2022
4
7.748
2
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 2.106
 
„Kannst du das glauben?“ Daichi verschränkt beleidigt die Arme vor seinem Oberkörper, während er neben Sugawara zu der großen Sporthalle in Tokio läuft. „Wie kann es sein, dass Hinata ihre Nummer sofort bekommt, sie mir aber sagt, dass ich sie erst bekomme, wenn wir uns das dritte Mal sehen?“
„Weil die, nennen wir es doch mal Beziehung, zwischen den beiden etwas ganz anderes ist, als du im Kopf hast, wenn du an Ayumi denkst. Hinata will nur das eine von ihr, du weißt es doch auch: Ihren Aufschlag lernen.“
Auf diese Aussage muss Daichi schmunzeln, ehe er wieder seufzt und die Arme hinter seinem Kopf verschränkt. „Trotzdem ... Ich weiß nicht einmal, wann ich sie das nächste Mal sehen werde, geschweige denn, ob ich sie überhaupt noch zwei weitere Male treffen werde.“
Sugawara lacht leise. „Ach, ansonsten bitten wir Shoyo, dass er dir ein Treffen organisiert.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob er das machen würde. Ich habe ihn gefragt, ob er mir ihre Nummer geben will, er hat es jedoch sofort abgelehnt. Anscheinend hat Ayumi es ihm verboten.“
„Ob sie es wohl dem Universum überlassen will, dass ihr euch besser kennenlernt?“
Daichi sieht den neben sich Laufenden mit gerunzelter Stirn an. „Auf was für Ideen kommst du jetzt bitte?“
Dieser zuckt mit seinen Schultern. „Es erklärt sich nicht anders für mich. Aber gut, wird schon werden, du wirst sicher einen Weg finden. Sonst nutze halt deine Kontakte auf der Arbeit.“
„Sicher nicht!“ Ein bestimmtes Kopfschütteln folgt auf diese Idee. „Zudem ist das verboten und strafbar.“
„Was denn?“ Sugawara sieht ihn an und hebt abwehrend seine Hände. „So wie du ständig von ihr redest, bin ich mir sicher, dass du alles dafür tun würdest, sie wieder zu sehen.“
„Aber doch nichts Illegales!“
„Das hoffe ich doch sehr. Oh schau mal, da vorne ist Asahi.“ Sugawara deutet in die Richtung, in der er ihren Freund entdeckt hat, ehe er seine Hand winkend über seinen Kopf hebt. „Hey Asahi“, ruft er ihm entgegen.
Dieser sieht in ihre Richtung und sein Gesicht leuchtet vor Freude auf. „Hey Leute“, begrüßt er die beiden, als sie bei ihm ankommen. Sie umarmen sich und klopfen sich auf den Rücken.
„Wow, dich haben wir ja schon lange nicht mehr gesehen“, sagt der Älteste von ihnen.
Daichi stimmt seinem besten Freund zu. „Das haben wir wirklich nicht. Eigentlich war der Plan, uns regelmäßiger zu sehen.“
Sofort kratzt sich Asahi über den Hinterkopf. „Ich weiß ja“, murmelt er schuldbewusst, „aber gerade ist einfach so viel los bei mir und ...“
„Alles gut, jetzt bist ja hier.“ Daichi klopft ihm auf die Schulter und zu dritt setzen sie sich in Bewegung, um in die Sporthalle einzutreten.
„Naja, Hinatas und Kageyamas Spiel findet in Tokio statt, wäre ja auch zu schwach von Asahi, wenn er es nicht einmal schaffen würde, an dem Ort, wo er wohnt, zu uns zu stoßen.“ Sugawara zieht seine Augenbrauen hoch.
Während Asahi vor sich hin grummelt, grinst Daichi und nickt. „So sieht es aus.“
Während sich ihr Freund bei ihnen über sie beide beschwert, treten sie in die Sporthalle ein, in der es sich vor Volleyball-Begeisterten nur so tummelt. Es handelt sich um ein offizielles Spiel der japanischen Nationalliga, dementsprechend ist einiges los.

„Hinata hat uns Plätze reserviert, kommt mit.“ Sugawara übernimmt die Führung und läuft vor ihnen in Richtung der Zuschauerränge.
Sie laufen gerade die Treppen hinunter, um zu der vordersten Reihe zu kommen, die ihnen ihr Freund und ehemaliger Mannschaftskollege besorgt hat, als Asahi plötzlich abrupt stehen bleibt.
„Oh wow. Seht ihr diese Frau? Die wäre doch das perfekte Model! Ich sehe gerade das Kleid vor mir, auf sie zugeschneidert.“
Verwirrt sehen Daichi und Sugawara den Designer an, ehe sie seinem Blick folgen. Daichis Herz macht einen Satz, während sein bester Freund lachen muss.
„Das Universum hat wohl gesprochen.“
„Ach halt die Klappe“, murmelt Daichi, dem das sichtlich peinlich ist.
„Häh? Universum? Was willst du damit sagen?“, fragt Asahi, der natürlich kein Wort versteht.
Gerade als Sugawara zu einer Antwort ansetzt, dreht Ayumi sich um und entdeckt sie drei. Bei Daichis Anblick hellt sich ihr Gesicht auf und sofort setzt sich dieser in Bewegung, um zu ihr zu kommen.
„Die kennen sich?“, fragt Asahi verwundert.
Der noch bei ihm Stehende nickt. „Jap. Sie haben sich vor ungefähr zwei Wochen zufällig getroffen. Und dann hat sich, ebenso zufällig, herausgestellt, dass sie die Volleyballspielerin mit diesem, was sagte Shoyo noch gleich? - super krassem Schlag ist. Und zwischen den beiden da“, er deutet auf Ayumi und Daichi, die nun voreinander stehen und miteinander sprechen, „scheint es gefunkt zu haben, nur dass Ayumi Daichi ihre Nummer erst geben will, wenn sie beide sich durch Zufall dreimal getroffen haben. Heute ist ihr zweites Aufeinandertreffen.“
„Ah, das meintest du mit Universum. Hmm, ich frage sie vielleicht trotzdem mal, ob sie Modell für mich stehen will.“
„Wenn du sie dabei so ansiehst, denkt sie, dass du ein Aktmodell meinst, sowie diese andere Frau vor ein paar Monaten, also erkläre es ihr am besten gleich richtig.“ Sugawara zuckt mit seinen Schultern, dann setzt er sich in Bewegung, um zu den beiden zu kommen, von denen er gerade noch erzählt hat.
Wieder kratzt sich Asahi am Hinterkopf. „Oh, stimmt, das wäre wohl sinnvoll.“
Als sie bei Ayumi und Daichi ankommen, dreht Letzterer sich zu ihnen um. „Ayumi, du erinnerst dich noch an Sugawara? Und das hier ist Asahi ...“
„Asahi Asumane“, stößt sie hervor und lächelt diesen an, ehe sie sich erneut Daichi zuwendet. „Shoyo hat mir von euch allen erzählt und mir auch Bilder gezeigt.“
„Ah ... ihr ... habt euch getroffen?“, fragt Daichi zögerlich.
Sie nickt. „Ja. Wir haben den Schlag trainiert, den er unbedingt lernen wollte. Und ich muss sagen, er lernt schnell. Vermutlich hat er ihn inzwischen besser drauf als ich.“ Sie lacht auf, bis sie den Gesichtsausdruck ihres Gesprächspartners erkennt. Lächelnd beugt sie sich näher zu ihm. „Bist du etwa eifersüchtig, Daichi?“, fragt sie ihn und ihre Augen blitzen dabei auf.
„Quatsch“, murmelt dieser, doch noch ehe er weitersprechen und alles abstreiten kann, erklingt Sugawaras Stimme.
„Ja, ist er. Total.“
„Koushi!“ Ungläubig starrt Daichi seinen besten Freund an. Wie kann dieser ihn nur so verraten?
Asahi steht neben diesem und auch seine Augen sind vor Erstaunen geweitet.
Daichi will gerade wütend etwas sagen, als er eine Hand an seiner spürt, die diese umfasst und sanft drückt. Überrascht sieht er Ayumi an, die sich etwas auf die Zehenspitzen stellt, um ihren Mund zu seinem Ohr zu bringen.
„Musst du nicht, keine Sorge“, haucht sie hinein, lässt sich wieder auf ihre Füße sinken und schmunzelt, während sie ihn anblickt. Anschließend wendet sie sich wieder den anderen beiden zu, wobei sie ihre Hand aus Daichis zieht.

Der von ihr gerade Überraschte, sieht sie immer noch ungläubig an, als er weitere Stimmen hört und sofort erkennt. Er hebt seinen Blick und erkennt mit Begeisterung, dass dort Yu Nishinoya und Ryunosuke Tanaka sind, die auf sie zukommen. Er hebt eine Hand, um sie zu begrüßen, ihnen zu zeigen, dass er sie gesehen hat. Mit je einem breiten Grinsen auf den Zügen kommen die beiden auf ihre kleine Gruppe zu und die nächsten Minuten sind damit gefüllt, dass sie sich gegenseitig begrüßen. Dann sind die Blicke der beiden Ankömmlinge neugierig auf Ayumi gerichtet, die sie neugierig betrachtet.
„Wer bist du denn?“, fragt Tanaka.
„Bist du etwa Daichis Freundin? Ich meine, hätte ich ihm nicht zugetraut, dass er mit so einer hübschen Frau hier auftaucht.“ Nishinoya hebt eine Hand an sein Kinn und lässt seinen Blick über die von ihm Angesprochene gleiten, während er versucht, sich zu seiner ganzen Größe aufzurichten um nicht zu klein zu wirken.
„Was? Nein, das nicht und ...“ Daichi sieht mit rotem Kopf neben sich zu Ayumi, ehe er erneut seine Freunde ansieht und beide Hände abwehrend vor sich hebt.
Ayumi blinzelt überrascht, mit so einer Frage hat sie nicht gerechnet. Ein Lachen entkommt ihr und sie schüttelt ihren Kopf. „Nein, das nicht, aber“, sie sieht den neben ihr Stehenden an und das Lächeln auf ihren Zügen vertieft sich, „wir sind Freunde.“
Der Angesprochene blinzelt und sein Herz macht erneut einen Satz. Freunde ... sie kennen sich nicht, nicht wirklich, hatten ja auch noch keine wirkliche Möglichkeit, sich kennenzulernen, aber sie bezeichnet ihn als Freund. Das bedeutet ihm viel. Auch er lächelt.
„Ach, nicht? Dachte, weil ihr so nebeneinander steht. Aber gut, das bedeutet, du bist noch frei?“ Tanaka beugt sich etwas näher in ihre Richtung.
Sofort werden ihre Augen groß und sie nickt, ehe sie ihren Kopf schüttelt. „Ja. Ähm, nein!“
„Was jetzt?“, fragt Nishinoya und beugt sich ebenfalls etwas zu ihr vor.
Ihr Blick hingegen richtet sich wieder auf Daichi. „Ich bin in keiner Beziehung, nein. Aber“, wieder erscheint dieses Funkeln in ihren Augen, „da gibt es jemanden ...“ Sie wendet sich wieder den beiden Männern vor sich zu.
„Oh, schade“, bringt der Kleinere von ihnen hervor.
Doch noch ehe sie etwas weiteres sagen können, legt sich sowohl Tanaka als auch Nishinoya eine Hand auf die Schulter und sie werden ein Stück zurückgezogen.
„Und damit fertig mit der Fragerunde“, erkling Sugawaras Stimme, woraufhin die beiden Jüngeren enttäuscht wirken.
In der Zeit tritt Asahi zu Ayumi. „Ich hätte mal eine Frage an dich“, bringt er schon beinahe schüchtern hervor, während er sich durch die langen Haare fährt, die er offen trägt.
„Was willst du denn wissen?“ Sie sieht ihn neugierig und offen an.
„Ich weiß nicht, ob Hinata es dir gesagt hat, aber ich bin Designer.“
Sie nickt auf diese Aussage. „Ja, das weiß ich.“
„Ah, sehr gut. Ähm, auf jeden Fall wollte ich dich fragen, ob du dir vorstellen kannst, dass ich ein Kleid oder ähnliches für dich designen darf und das vielleicht dann auf meiner Seite posten.“
„Ein Kleid für mich?“ Ayumis Augen weiten sich erstaunt.
„Ja. Als ich dich vorher gesehen habe, ist mir sofort etwas in den Kopf gekommen, und ja ... Also, was denkst du?“ Hoffnungsvoll sieht Asahi sie an.
Sie blinzelt, dann nickt sie begeistert. „Oh ja, sehr gerne. Aber, wie hast du dir das vorgestellt?“

Daichi betrachtet die beiden während seines Gesprächs und ohne dass es ihm groß bewusst ist, liegt ein Lächeln auf seinen Zügen. Sein Blick hebt sich und bleibt an einer Frau hängen, die gerade die Treppen herunter kommt. Sein Lächeln vertieft sich. Nach einem kurzen Blick auf Ayumi und Asahi entschließt er, dass er diese ohne Probleme allein lassen kann, Tanaka und Nishinoya sind unter Sugawaras Fuchtel, daher geht er der Frau entgegen. Diese lächelt, als sie ihn entdeckt.
„Hallo Shi...“, beginnt er und bricht im Satz ab. Seine Gegenüber muss lachen, werden er schief grinst. „Ich glaube, das werde ich nie hinbekommen. Hallo Kiyoko.“
„Und das, obwohl ich jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr Shimizu heiße.“
„Trotzdem ist es immer wieder verwirrend, dich mit deinem neuen Namen in Verbindung zu bringen. Ryu ist Tanaka und damit verbinde ich den Namen mit so vielen anderen Dingen als mit dir. Also … du weißt, wie ich es meine.“
Wieder lacht sie. „Das kann ich vollkommen verstehen, Daichi.“
Nun lachen alle beide, ehe sie sich gemeinsam auf den Weg zu den anderen machen.
„Wie geht es dir?“, fragt Daichi seine ehemalige Managerin.
„Wirklich gut. Wir genießen die Zeit, die wir noch zu zweit sind.“ Kiyokos Hand landet auf ihrem Bauch, dem man die Wölbung inzwischen gut ansehen kann, auch wenn es noch drei Monate dauern wird, bis der Nachwuchs kommen wird.
„Das klingt wirklich gut. Und ich bin mir sicher, dass es bei dem Vater sicher ... ähm .. interessant wird.“
„Nenne es ruhig beim Namen: anstrengend. Und ich bin mir nicht sicher, ob ob ich damit das Baby oder dessen Vater meine.“ Kiyoko klingt trocken bei der Aussage.
Wieder muss Daichi lachen. „So wie ich ihn kenne, zweiteres.“
„Da kann ich dir nur zustimmen.“
„Und ebenso wenig, wie ich das mit deinem Namen hinbekomme, bin ich immer wieder darüber erstaunt, dass du mit Tanaka zusammen bist. Nicht nur das, ihr seid sogar verheiratet und bekommt ein Baby.“ Ein Seufzen entkommt ihm. „Da könnte man fast neidisch werden.“
Sofort legt Kiyoko eine Hand an seinen Oberarm. „Du wirst die Richtige schon noch finden, das weiß ich, Daichi. Du bist ein großartiger Mensch und auch Mann. Und Ryu ist das ebenso.“
Ihre Worte entlocken ihm ein Lächeln. „Du bist großartig. Danke dir, Kiyoko. Oh, und ich hoffe, das weiß er.“
„Doch, das tut er, da bin ich mir sicher. Ansonsten muss ich ihn einfach daran erinnern.“
Und das sorgt für ein lautes Lachen, in das Kiyoko gleich darauf einsteigt.
Daichis Blick landet auf Ayumi, die neugierig zu ihm sieht. Wieder macht sein Herz einen Satz. Wer weiß, vielleicht hat er die Richtige sogar schon gefunden.
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