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CM - Sag mir erst, wer ich bin, wenn du dich kennst!

von THARA
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Action / P18 / Mix
Aaron "Hotch" Hotchner David Rossi Derek Morgan Dr. Spencer Reid Jennifer "JJ" Jareau Penelope Garcia
06.06.2022
03.07.2022
77
69.252
3
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23.06.2022 1.293
 
Spencer schluckte, dann sagte er: „Ja, ich habe mir meine Gedanken gemacht, ob es wirklich mein Schulkamerad sein könnte, der uns den Kaffee vermieste, und ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass er uns noch mehr auf Trab halten wird.“ Typisch für Spencer war, dass er manchmal scheinbar sinnlos im Thema sprang, das er von sich gab, aber letztendlich trug sein verbales Ausholen in Wissenschaft und Zeitgeschichte mit seinem schier endlosen Wissen dazu bei, dass sie Fortschritte und ganze Quantensprünge in der Ermittlung erzielten. „Das griechische Alphabet hat den Buchstaben Stigma, das S, welches ich direkt auf mich mit meinem Vornamen beziehe … ein Hinweis, auf mich, da er sich durch mich vielleicht auch noch Jahre nach unsrer gemeinsamen Grundschulzeit dafür hasst, weil ich diese seltenen Gedächtnisfähigkeiten habe, die mich erfolgreich voranbrachten … Adam hingegen fühlt sich eventuell bis heute >>stigmatisiert<<, nicht gut und schlau genug für diese Arbeitswelt zu sein …“
„Mann, Spencer, das ist selbst mir einleuchtend, obwohl ich hier nur der Computer-Nerd bin!“, kam es aus Kevin geschossen.
Penelope nickte und meinte: „Da stimme ich dir zu, Doktorchen! Ich werfe mal eine Profil-Prognose in unsre Mitte: Ist dieser Adam ein Buchstaben-Fetischist, weil er früher mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben in der Schule Probleme hatte?“
„Ja, das war so!“, erinnerte sich Spencer sofort. „Adam will mir also damit demonstrieren, dass er inzwischen auch viel kann und weiß … Moment mal, ich habe einen Verdacht … bin gleich zurück …!“ Dann schwebte ihm ein weiterer Gedanke in den Kopf, was ihn plötzlich aufstehen und nach oben zu SSA Hotchners Büro rennen ließ.
Wo Aaron Bewerbungsmappen ablegte, wusste Spencer aus der Erinnerung an seine eigene schriftliche und dann persönliche Vorstellung beim jetzigen BAU-Einsatzleiter. Er rannte in Hotchners Büro zu einem Ablageregal, griff sich einen Stapel von zehn oder zwölf Mappen, eilte damit zum Chef-Schreibtisch, schaltete dort die Leselampe an und sah sich die Namen auf den Bewerbungsmappen an, die in den vergangenen vier Wochen abgearbeitet worden waren und auf dem Stapel der abgelehnten Bewerber und Bewerberinnen für die B A U abgelegt lagen, bevor diese ins Archiv gebracht wurden. Blätternd suchte und suchte er die Bewerbungsmappen durch, legte weibliche Anwerber gleich beiseite, bis er nach der siebten auf die achte Mappe mit dem Lebenslauf von Adam Lauxinski stieß, die er mitnahm, aber an der Bürotür rannte er schier in Penelope und Kevin rein, die zu ihm nach oben gekommen waren. „Seht mal hier!“, rief Spencer aus, dann eilte er zum Schreibtisch zurück, wo alle bei der Lampe genau sahen, welche Neuigkeit er gefunden hatte. „Adam hatte sich bei uns beworben, aber Hotch hat seine Bewerbung abgelehnt und unser Chef hat sogar mit einer handschriftlichen Randnotiz vermerkt, dass das Gespräch zur Vorstellung nur wenige Minuten dauerte, bis Adam sich anders entschied und ging!“
Penelope bückte sich und guckte unter Aarons Bürostuhl, dann erklärte sie den beiden Männern: „Jetzt habe ich Angst, dass im Boss-Büro eine Bombe versteckt ist!“  

Schier hatte Aaron durch das Erlebnis der Autobombe das Hörvermögen in seinem rechten Ohr verloren, das ihn monatelang dienstlich eingeschränkt hatte, weil er schrille Geräusche von Maschinen oder das Abfeuern einer Waffe nicht ertragen konnte, nicht fliegen durfte, immer wieder entsetzliche Ohr- und Kopfschmerzen gehabt hatte und was ihm noch manchmal heute Probleme machte, wenn er sich überanstrengte oder eine Erkältung bekam. Von sich selbst forderte er nun klares Denken und zielgerichtetes Handeln ab. Sein Handy war in der Küche zum Aufladen am Kabel, so verlangte er von Derek: „Gib mir dein Handy, Morgan!“
Derek gab es ihm, nahm dafür Aaron die Stabtaschenlampe ab, während David diesmal die Gegend draußen ums Haus zu beobachten begann, dann war SSA Morgan der erste, der sich mit vollem Suppen-Bauch runter auf den Boden legte, auf den Rücken wälzte und prüfend unter Davids Auto blickte. Im Lichtschein der langen Taschenlampe sah er sofort einen an der hinteren Stoßstange unten haftenden Gegenstand, den er zunächst nicht berührte, weil er sich nicht sicher sein konnte, ob sich dadurch ein Zündmechanismus aktivierte und eine eventuell vorhandene Bombe auslöste. Nach einem Sender sah der daumengroße Gegenstand aus, der eine Leucht-LED und eine Miniantenne besaß. Das LED blinkte munter im gleichbleibenden Rhythmus weiter.
„Hotch, da ist ein Sender angebracht, der blinkt – ich kann allerdings nicht sehen, ob wir einen Knallfrosch an Rossis Auto kleben haben oder nicht.“ Derek lag am Boden und leuchtete den Wagenunterboden langsam ab, aber er konnte nichts entdecken, was außer diesem Sender nicht zum SUV gehört haben könnte. „Eventuell ist es nur ein GPS-Sender, der unsere Fahrt und den jetzigen Standpunkt übertragen soll.“
Auswendig wählte Aaron indessen eine Telefonnummer, wartete, dann sagte er zum Telefongesprächspartner: „Horacio, hier ist Hotchner von gegenüber – ich habe hier ein delikates Problem! Ich brauche deine Hilfe! Bring deine Ausrüstung mit und Bomber – er muss ein Auto abschnüffeln … ja, kann sein, dass am Wagen von SSA Rossi ein Bumm-Bonbon klebt, das keiner haben will … gut, bis gleich!“ Aaron legte auf und wählte eine Nummer aus dem Telefonspeicher von Dereks Handy, das er sich ans rechte Ohr hielt. Dass sein Stress-Level zu steigen begann, merkte Aaron daran, dass er den eigenen Puls im rechten Ohr klopfen und ein leises, weit entferntes Fiepen hörte – der Tinnitus-Ton, den er seit der Autobombe zeitweise wahrnahm, wenn er gesundheitlich angeschlagen war, meldete sich und wollte ihn ermahnen, seinem Körper die Ruhe zu gönnen, die er mit der Magen-Darm-Grippe dringend nötig hatte.
Derek erhob sich vom eiskalten Boden, sah sich dann in der Einfahrt genauer um, leuchtete den Boden ab, weil er ungewöhnliche Spuren, die fremde Schuhabdrücke hätten hinterlassen können, sich zu finden erhoffte, aber nichts dergleichen entdecken konnte. Zu Aaron sagte Derek: „Vielleicht haben wir das bittere Bonbon bereits seit der Abfahrt von der FBI-Zentrale am Hintern haften. In die Tiefgarage kommen auch die Tagesbesucher rein, um für den Zeitraum des Aufenthaltes in der Behörde ihr Auto parken zu können.“
Jack klebte mit den Schuhsohlen am Garagenboden scheinbar fest. Was sein Vater und Derek zu ihm gesagt hatten, ignorierte er. Keiner der Männer – auch nicht sein Vater – zwangen ihn, ins Haus und zu Jessica in die Küche zu gehen. Er blickte zum Haus der Learys, wo plötzlich das Außenlicht anging, die Haustür geöffnet wurde und zwei Personen kamen heraus und über die Straße rüber gerannt zur Garage am Brooks-Haus; ein deutscher Schäferhund war bei den Zwillingen, die sich beeilten. Jack hastete zum Lichtschalter in der Garage und schaltete das Deckenlicht wieder an. Die Neonröhre blinkte, bevor sie gleichbleibend hell leuchtete. Besorgt blickte er seinen Vater an, dem der Schweiß aus dem Haaransatz über Stirn und Schläfen rann, obwohl es kalt war. Dann verließ er die Garage und kam den Zwillingen Brian und Abner Leary entgegengelaufen, die er ohne Begrüßung sofort darin einwies, was vor sich ging. Am Haus der Learys ging das Garagentor auf. Horacio war ein kleiner, schlanker Mann mit breiten Boxerschultern, ein Abkömmling einstmals irischer Einwanderer. Er kam von seinem Grundstück zum Brooks-Haus, hinter ihm folgte seine Frau – beide waren in Militäruniform der Army, in der sie gedient und sich ineinander verliebt hatten. Sie trugen Gegenstände bei sich, die erst im Licht an der Garage an Jessicas Haus deutlicher zu erkennen waren.
Horacio war in einer Splitterschutzweste geschützt gerüstet und trug die Teleskopkamera bei sich, mit der man unter Fahrzeugen nach Sprengsätzen, Sendern oder Drogenpäckchen sehen kann, ohne sich bücken oder im Dreck wälzen zu müssen.
Jack und die Leary-Zwillinge sahen dabei zu, wie der Schäferhund namens Bomber mit der Arbeit begann, SSA Rossis Auto intensiv zu beschnuppern – der Rüde war aufmerksam und voll dabei.
Claire trug Stahlhelm und eine M-16 bei sich und übernahm sogleich zusammen mit David das Sichern des Straßenzuges vor der Brooks-Garage.
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