Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

CM - Sag mir erst, wer ich bin, wenn du dich kennst!

von THARA
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Action / P18 / Mix
Aaron "Hotch" Hotchner David Rossi Derek Morgan Dr. Spencer Reid Jennifer "JJ" Jareau Penelope Garcia
06.06.2022
07.12.2022
265
279.911
5
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
24.11.2022 1.038
 
„Wie kommst du bloß darauf?“ Der Schmerz über ihre Worte in ihm war derart schneidend, wie die Messerklinge, die Foyet neunmal verletzend in ihn gestochen hatte. „Blödsinn! Nein … ich liebe dich!“, sagte Aaron mit erstickter Stimme. „Jess, ich möchte mein restliches Leben mit dir verbringen!“
Hinter sich hörte Jessica Geräusche einer sich öffnenden Tür, dann Schritte und zuletzt fragte Schwester Tanja: „Oh, ist was passiert?“
Jessica wandte sich zu Tanja: „Die Ringer-Lactat-Lösung ist leer“, wies sie die Krankenschwester darauf hin.
Tanja blickte zum Krankenbett und dem leeren Infusionsbeutel, ehe sie sich wieder an Jessica und Aaron wandte. „Fühlen Sie sich besser, Aaron?“ Badezimmerszenen waren ihr nicht peinlich.
„Ja, etwas …“, blieb er zögerlich mit der Wahrheit.
„Etwas?“, hakte Tanja nach, die mit Aarons Antwort nicht zufrieden war. Ihre Berufserfahrung machte sie hartnäckig und aufmerksam.
„Mich treibt es dauernd auf die Toilette, und ich habe in Hand und Arm starke Schmerzen und mir ist leicht übel, wenn ich aufstehe und zum Klo gehe.“ Bittend, ihn nicht zu schelten, weil er Jessica nichts von seinen Beschwerden anvertraut hatte, hob Aaron den Kopf und sah zu seiner selten so streng, wie jetzt, blickenden Verlobten hoch.
„Aaron, du musst mir sagen, wenn es dir schlecht geht!“, tadelte sie, aber sie wurde nicht laut, weil sie Aaron nahe am Wasser bauen sah.
„Es tut mir leid, Liebste! Bitte nicht schimpfen!“, flehte er sie an.
Murmelnd schüttelte Jessica ihre kinnlangen flachsblonden Locken: „Kann Mann so stur sein?!“
Tanja meinte dazu aus ihrer Erfahrung als Krankenschwester: „Ja, da sind besonders die Alpha-Männchen von betroffen, aber sie nennen es nicht Sturheit oder falschen Stolz, sondern es ist Erhaltungstrieb! Und sie meinen, darauf ein Anrecht zu haben. Mein Onkel ist auch so ein Mann.“
Aaron wollte nicht der Querulant sein, so fragte er: „Warum muss ich ständig aufs Klo?“
„Das ist ein gutes Zeichen, denn Ihre Nieren schaffen mit der Urin-Ausscheidung Bakterien und Viren aus Ihrem Körper raus. Ich gebe Ihnen gleich eine weitere Infusionslösung. Diesmal dürfte die Ringer als reine Kochsalzlösung genügen. Die Übelkeit kommt weiterhin vom Antibiotikum – leider eine unangenehme Nebenwirkung durch das Abtöten der Entero-Bakterien. Das wird sich bessern, wenn Sie die Ringer-Lösung, das Metamizol und nochmals Vomex von mir bekommen. Ich werde die Infusion und die Medikamente bringen.“
„Ich habe dauernd Durst“, schilderte Aaron ein weiteres Symptom.
„Mundtrockenheit?“, fragte Tanja nach.
„Ja, schrecklich ist das …“, klagte Aaron.
„Auch vom Antibiotikum – trinken Sie bitte keinen Schwarztee heute Abend! Ihre Zähne werden dann stumpf und nehmen den braunen Schleier teefärbender Stoffe im Darjeeling an!“, kannte sich Tanja aus. „Trinken Sie schluckweise Wasser. Das wird helfen. Ich bin gleich zurück!“ Bevor sie sich umwandte, fragte sie: „Benötigen Sie Hilfe im Bad?“
„Ich schaffe es schon, Aaron zum Bett zu führen“, war Jessica als Helferin für ihn bereit.
„Gut – ich bin gleich zurück!“ Schwester Tanja verließ das Zimmer, eilte durch den Flur und bereitete in der Stationsapotheke alle für SSSA Hotchner notwendigen Medikamente vor.
„Ist alles in Ordnung bei euch?“, fragte Derek, der ins Zimmer kam und zum Bad, wo die Tür offenstand.
Ein Taubenschlag war dagegen ein stiller Ort der Genesung …
„Ja, Derek, es geht so“, sagte Jessica ruhig und gelassen, was sie nur nach außen demonstrierte, da sie sich zwang, ihre Gefühle und Gedanken für diesen Moment zu verbergen.
„Wisst ihr, was ich mir wünsche?“, merkte Aaron genervt an.
Derek grinste und Jessica lächelte, denn sie ahnten, was Aarons Wunsch im Augenblick war.
„Ich will einmal allein am Klo sitzen! Hier geht es zu, wie in der U-Bahn!“, seufzte Aaron, der seine Befindlichkeiten nun kaum vor den anderen zurückhalten konnte.
„Hotch“, Derek konnte sich das Lachen nicht verbeißen, „dich kann man keine Sekunde allein lassen! Heute Nacht haben Jess und ich den Auftrag, gut auf dich aufzupassen, mein Großer!“
Schon wollte Aaron sich beschweren, aber Jessica fuhr zwischen den sich anbahnenden Männer-Disput: „Aaron, du musst zu Bett!“
Widerwillig, aber schweigsam fügte sich Aaron in sein Schicksal, seit einer Woche stets Publikum beim Toilettengang zu haben, dann war er plötzlich anders gestimmt und fühlte sich dankbar, weil es einige Menschen in seinem Lebensumfeld gab, die sich um ihn sorgten und kümmerten. Ein leises Stöhnen rutschte ihm über die verkniffenen Lippen, was Jessica und Derek dazu animierte, sich schon wieder zu sorgen, was mit ihm los war.
„Schatz?“
„Hotch?“
„Bitte! Seid nicht so überbesorgt! Ich werde schon wieder gesund … ich bin nur müde“, versuchte Aaron, seine Lage herunterzuspielen, als er beim Aufstehen von der Toilette ächzte.
Während Jessica ihm von der Toilette hoch half und ihn anzog, gab sich Derek alle Mühe, Aaron mit einem Gesprächsgeplänkel von den lästigen Beschwerden seines Körpers abzulenken: „Hotch, heute hat die Schulrektorin echtes Standvermögen bewiesen, und das sogar zweimal!“
„Ja, wenn sie nicht durchgehalten und sich ruhig verhalten hätte, wäre es vielleicht völlig schiefgegangen … wie mein Rettungsschuss – ich habe noch nie so danebengelegen, trotz einem Zielfernrohr.“
„Du konntest nicht ahnen, dass ich Ebal entwaffnen würde, Hotch.“ Diesmal war es Derek, der Aaron am gesunden rechten Arm griff und zum Bett zurückführte, nachdem Jessica ihn angezogen hatte und nun die Toilette spülte. „Rektorin Kershaw rief mich an und teilte mir mit, dass dein Junge und seine Schwimmsportfreunde doch am Freitag zum Vorbereitungskurs fahren werden!“ Dabei strahlte vor Vorfreude Derek von einem Ohr bis zum anderen.
„Das weiß ich schon. Wir haben vorhin erst vor wenigen Minuten mit Jack am Telefon geredet.“ Schwer seufzend setzte sich Aaron auf die Krankenbettkante und legte sich gleich darauf lang hin, weil ihm wieder schlecht wurde. Unter den Decken war es noch immer von seiner eigenen Körperwärme warm. Liegend ging es schon nach ein paar Sekunden besser. Seine Sturheit war nun hilfreich, dass Aaron es mit purer Willenskraft schaffte, zu verhindern, dass er sich vom Abendessen übergab. In der halb aufrecht sitzenden Haltung im Bett gab er sich kurz dem Wunsch hin, die Augen zu schließen, um das Brennen in ihnen zu mindern. Die Schmerzen ließen etwas nach, als sein Gipsarm am Stützkissen ruhte. „Ich bin froh, dass Jack nicht auf das Training verzichten muss, worauf er sich schon so lange freut.“
Derek schürte weiterhin Hoffnung auf Normalisierung des Lebens in den kommenden Tagen: „Ja, Hotch, und ich freue mich, dass ich ihn mitsamt seiner Riege begleiten werde!“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast