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Achterbahn

von nickilein
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
John "Johnny" Christopher Depp II OC (Own Character)
02.06.2022
14.08.2022
38
95.859
8
Alle Kapitel
74 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.08.2022 3.127
 
ein paar Wochen später

Irgendwie ging nichts in dem Fall Johnny weiter. Jetzt hatten wir schon Dezember, sogar der erste Schnee lag schon und wir stritten immer noch wo die Gerichtsverhandlung stattfindet und ob diese Live übertragen werden sollte. Ich war eigentlich nur noch genervt und freute mich auf ein paar freie Tage. Obwohl so viel Frei würde ich auch nicht haben, da am Ende des Jahres viele Fristen verstreichen. Außerdem ging meine Familie davon aus das ich über die Feiertage zu Ihnen kam. Also hieß es auch noch Geschenke besorgen. Genervt packte ich meine Sachen und machte für heute Feierabend. Auf den Weg nach draußen lief ich Johnny in den Arm. „Nicht so stürmisch. Ich freue mich dich zu sehen. Aber umrennen brauchst du mich auch nicht gleich.“ scherzte er. „Haha. Sehr witzig. Nein ich lauf eher vor meiner Arbeit weg. Ich hab gerade beschlossen Feierabend zu machen.“ erklärte ich ihm. „Lust auf was verrücktes?“ fragte er mich spitzbübisch. „Verrücktes?“ ich sah ihn verwirrt an. „Ja wir gehen zusammen auf den Weihnachtsmarkt.“ lachte er. „Und was ist daran verrückt?“ fragte ich ihn. „Warte ab bis mich die ersten erkennen. Dann wird es verrückt.“ erklärte er. „Ich hasse Weihnachtsmärkte.“ meckerte ich. „Wie kann man Weihnachtsmärkte hassen?“ jetzt war es Johnny der entsetzt mich ansah. „Zu viele Leute. Ich mag keinen Glühwein und es ist eh nur Kommerz.“ erklärte ich ihm. „Ja und das ist das tolle daran. Also komm.“ und schon zog er mich am Arm hinter sich her. Er konnte auch kein Nein akzeptieren oder?


Draußen setzte sich Johnny eine Mütze auf und zusammen machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Weihnachtsmarkt. Von weiten konnte man schon den Geruch von Glühwein und frischen Mandeln riechen. „Und sie mag keine Weihnachtsmärkte.“ konnte ich Johnny leise neben mir meckern hören. Ich ging nicht darauf ein. Ich war eigentlich voll der Weihnachtsmensch. Ich war diejenige die im Dezember eigentlich nur mit Weihnachtspullis herum lief, mehr Plätzchen backte die sie je essen konnte. Ich liebte es Weihnachten mit meiner Familie zeit zu verbringen. Obwohl dann wieder das ewig gleiche Gespräch stattfindet von wegen wieso bin ich noch nicht verheiratet und hab noch keine Kinder. Irgendwann kamen wir am Weihnachtsmarkt an und schlenderten durch die Stände. Ich blieb an einen Stand stehen der für die Krippe verschiedene Figuren stehen hatte. Mittlerweile gab es sogar Alpakas dafür. Ob es die zu Zeit Jesus schon gegeben hat? Johnny stellte sich neben mich. „Was gefunden?“ fragte er. „Früher als ich noch ein Kind war, war es Tradition von mir und Oma das ich mir jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt eine neue Figur für die Grippe aussuchen durfte. Ich liebte unsere Grippe. Opa hatte sie noch selber gemacht. Und jeden Tag hab ich sie umgestellte. Wir hatten so ein herausnehmbares Jesus Kind. Einmal hat Oma es überall gesucht. Ich hab es ins Bett mitgenommen. Weil es friert ja sonst.“ erklärte ich ihm und er grinste. „Schon immer ein Herz für Schwache gehabt?“ „Ja ich wusste eigentlich als Kind schon das ich Anwältin werden will.“ gab ich ihn recht. Er nahm das Alpaka, redete kurz mit den Besitzer und bezahlte es. Dann hielt er es mir hin. „Die Tradition gefällt mir. Vielleicht machen wir diese weiter. Sag hallo zu Johnny das Alpaka.“ Ich fing das Lachen an. „Johnny das Alpaka? Dein Ernst. Aber meine Oma wird es lieben. Sie liebt Alpakas. Obwohl ich mich eher frage, gab es schon Alpakas zu Jesus Zeiten?“ ich sah ihn fragend an. „Bestimmt. Außerdem wollt ich kein Esel sein oder Ochse. Da ist ein Alpaka wesentlich flauschiger.“ er zuckte mit den Schultern. „Und sie spuken wenn ihnen was nicht passt.“ Ich steckte das Alpaka in meine Tasche. Egal was Oma sagen würde, Alpaka Johnny würde auf  jeden Fall seinen Platz bekommen. „Keine Angst. Alpaka Johnny spukt dich schon nicht an. Sonst bekommt er ärger mit mir. Oder wie bringen ihn zum Schlachter.“ lachend gingen wir weiter. Irgendwann kamen wir an einen Glühweinstand vorbei. Ich sagte zu Johnny er solle einen Platz suchen ich würde was zu trinken und essen holen. Am Stand sah ich ein bekanntes Gesicht.

„Ja Herr Abgeordneter. Persönlich hinter dem Grill.“ begrüßte ich Martin. Mein Vater arbeitete seit Jahren für seinen Bruder, daher kannte er mich auch seit klein auf. „Na Frau Anwältin. Wie geht es deinem Vater? Ist er auch hier?“ fragte er mich. „Nein, leider nicht. Du weißt ja, die Arbeit hält mich meistens auf Trab .“ erklärte ich ihm. „Mit wem bist du den da?“ Neugierig war er schon immer. „Einen Freund. Bekomme ich von dir zweimal Kinderpunsch und zwei Bratwurstsemmel?“ fragte ich ihn. Er nickte und begann es fertig zu machen. „Immer noch kein Glühwein für dich?“ er grinste. „Nein. Ich glaub Glühwein und ich werden im Leben keine Freunde.“ grinste ich. Ich nahm die Bestellung und ging. Es war doch schwerer als Gedacht zwei Kinderpunsch und zwei Semmeln durch die Menge zu bekommen. Irgendwann sah ich Gott sei Dank Johnny an einem Tisch stehen und steuerte diesen an. Ich stellte ihn erst mal alles ab bevor ich ihm seine Semmel und den Kinderpunsch gab. Er schnupperte erst einmal an dem Getränk. „Kinderpunsch?“ er sah mich fragend an. „Ich mag keinen Glühwein. Und da du ja ein Gentleman bist, wirst du mich nicht alleine Kinderpunsch trinken lassen.“ erklärte ich ihm. „Wie du magst keinen Glühwein?“ fragte er weiter. „Ich mag es nicht das man da den Alkohol so heraus schmeckt.“ erklärte ich ihm und biss in meine Semmel. Anscheinend war dann das Gespräch beendet.

„Wie verbringst du eigentlich Weihnachten?“ fragte Johnny auf einmal. „Ich fahr zu meiner Familie. An heilig Abend sind wir immer alle bei Oma. Das heißt mein Vater, mein Bruder, Oma und ich. Ich denke es wird heuer ein bisschen komisch. Es ist das erste Weihnachten ohne meinen Opa.“ erklärte ich ihm. „Oh das tut mir leid. Ich kann es aus Erfahrung sagen. Als meine Mutter gestorben ist. Das erste Weihnachten war komisch.“ erzählte er. „Für Opa war es besser. Er war krank. Krebs und Alzheimer. Am Ende hat er mich nicht einmal mehr erkannt. Das war hart.“ erzählte ich ihm. Johnny nahm mich in den Arm. „Siehst du. Auch wenn es hart klingt. Ihm geht es besser. Und vielleicht sitzen meine Mutter und dein Großvater jetzt auch zusammen, da oben und trinken zusammen Kinderpunsch wie wir.“ Ich musste grinsen. Wie schaffte er es nur jedes mal mich wieder auf andere Gedanken zu bringen. „Wie verbringst du Weihnachten?“ fragte ich ihn nun. „Ich fahr nach Frankreich. Ich werd mit den Kindern, Vanessa und ihren neuen Mann wahrscheinlich die Weihnachtsfeiertage verbringen.“ erzählte er. „Muss doch auch komisch sein. Ihr beide wart so lange ein Paar.“ „Wir wussten eigentlich schon lange bevor wir uns Trennen das es irgendwann dazu kommen wird. Ich denke wir haben es nur wegen den Kindern nicht schon viel früher gemacht. Wir haben uns auseinander gelebt. Ich war meistens in Amerika und sie in Frankreich. Irgendwann hat jeder von uns mehr oder weniger sein eigenes Leben geführt. Wir hatten nach der Trennung auch nicht das beste Verhältnis worin ich auch nicht ganz Unschuldig bin. Den welche Frau wird gerne so schnell ausgewechselt. Im Nachhinein muss ich zugeben, das mit Amber ist alles ein bisschen zu schnell gegangen. Auf jeden Fall war Vanessa nicht gut auf Amber zu sprechen und ich dachte immer sie vergönne mir mein Glück nicht. Das sie Amber schneller durchschaut hat wie ich, war mir damals noch nicht Klar. Gut vielleicht hab ich nach der Trennung auch ein bisschen mit dem Alkohol übertrieben. Aber ich hatte eine über 10 Jahre laufende Beziehung beendet. Da darf man auch mal ein bisschen wehmütig werden. Aber mittlerweile haben wir wieder ein gutes freundschaftliches Verhältnis.“ erzählte er. „Das ist schön.“ lächelte ich ihn an und nahm einen Schluck von meinen Kinderpunsch. Leider war dieses schon leer. „Ich hol die nächste Runde, oder?“ fragte Johnny und ohne das ich was sagen konnte nahm er die Tassen und ging. Irgendwie komisch das ihn noch keiner Erkannt hatte. Obwohl. Wenn ich nicht so viel mit ihm zu tun hätte würde ich ihn wahrscheinlich nicht mal erkennen wenn er neben mir stehen würde. Kurz darauf kam er mit zwei neuen Tassen. „Erzähl mir was, was man nicht auf Wikipedia lesen kann über dich.“ forderte ich ihn auf. Er überlegte kurz. „Mein Sohn hatte früher eine Ente aus Haustier.“ Ich musste lachen. Wer hatte bitte eine Ente aus Haustier. „Eine Ente?“ fragte ich noch einmal nach und kicherte wieder. „Ja, in dem Haus in Frankreich und er hat ihn Trommelwirbel...“ Johnny trommelte mit seiner Hand auf den Tisch, „Donald Duck genannt. Vanessa war nicht wirklich begeistert, aber John hat sie irgendwie überredet das er sogar ins Haus durfte. Vor allem im Winter wenn es draußen kalt war.“ „Was ist aus ihm geworden?“ fragte ich neugierig. „Es war der zweite Winter und er lief frei im Haus herum und wir hatten eine neue Haushälterin. Und nachdem John Donald immer gut gefüttert hat und er naja ganz schön....dick für eine Ente war, dachte sie er wäre unser Weihnachtsessen. Also hat sie ihn zum Metzger gebracht und schlachten lassen.“ Ich hielt mir die Hand vor den Mund und lachte nur noch lauter. „Oh der arme Donald.“ brachte ich hervor.

„Nein, nein. Der arme John. Erklär mal einen Sieben-Jährigen, dass seine Haustier-Ente geschlachtet wurde.“ Ich konnte fast nicht mehr aufhören zu lachen und Johnny grinste über beide Wangen. „Vanessa, egal wie gut sie zu allen Menschen war, diese Frau hat sie umgehend gefeuert.“ Johnny schüttelte den Kopf als er daran zurück dachte. „Und was habt ihr dann....habt ihr ihn dann gegessen?“ so neugierig wir ich war konnte ich mir diese Frage nicht verkneifen. „Um Gottes Willen, nein“, prustete Johnny. „Er liegt irgendwo im Garten in Frankreich begraben. Ich weiß nicht mehr genau wo. Aber wir haben eine Zeremonie abgehalten. Ich selbst hab die Predigt gehalten. „ Johnny konnte nicht anders und lachte wieder. Wie absurd die ganze Sache mit der Ente damals war.



               Johnny´s Sicht


Ich merkte das sich Jessica köstlich über die Geschichte von Donald amüsierte. „Naja wie auch immer.“ winkte ich ab und wollte jetzt ein bisschen mehr in die offensive gehen. „Hast du Lust noch ein bisschen Spazieren zu gehen?“ fragte ich sie. Hauptsächlich wollte ich nicht ständig das Gefühl haben, irgendjemanden würde mich erkennen und mir meine Chance nehmen. Jessica schaute kurz auf die Uhr und nickte dann. Ich brachte die Tassen zurück und gemeinsam machten wir uns auf den Weg. Es begann zu Schneien und Jessica zog ihre Mütze fester über die Ohren. Eigentlich Süß wie sie hier so eingepackt da stand. Man sah vielleicht nur noch das halbe Gesicht da sie sich den Schal darum geschlagen hatte.

„Wie sieht es eigentlich bei dir Beziehung technisch aus? Gibt es da jemanden?“ fragte ich sie ganz beiläufig. „Nicht wirklich. Meine letzte Beziehung war der reinste Reinfall.“ erzählte sie. Ich wurde hellhörig. „Wieso das?“ fragte ich noch einmal nach. „Es war mehr oder weniger eine Fernbeziehung. Wir haben uns wenn nur am Wochenende gesehen, da er unter der Woche immer unterwegs war, von der Arbeit aus. Und da hat er auch lieber was mit seinen Freunden gemacht. Ich bin zwar immer mit gegangen. Aber ich konnte mit ihnen nicht. Seine beste Freundin hat immer gegen mich gestichelt. Auch seine anderen Freunde haben nicht wirklich mit mir gesprochen. Ich war immer irgendwie die komische Anwältin die sich anscheinend für was besseres hielt. Am ende hab ich immer meinen Laptop mit genommen wenn wir uns mit ihnen getroffen haben, das ich wenigstens ein bisschen Arbeiten konnte. Weil was sollte ich sonst machen, wenn sich keiner mit mir Unterhält. Einmal war dann Julia mit dabei. Und wir beide hatten dann unseren Spaß. Da meinte die eine von seinen Freundinnen wieso ich nicht immer so sein kann. Ich dachte mir nur. Was willst du von mir. Du redest doch nie mit mir. Naja, dann kam noch sein Alkoholproblem dazu, worüber wir wirklich oft gestritten haben. Er hat um 11 Uhr morgens sich das erste Bier aufgemacht. Irgendwann hab ich gesagt es geht so nicht mehr. Entweder es ändert sich was oder es ist vorbei. Er hat sich für das Ende der Beziehung entschieden. Ich hab dann über gemeinsame Freunde erfahren, dass er mich bei seinen Freunden immer als die Böse hingestellt hat. Danach verstand ich auch wieso seine Freunde so waren. Als ich dann einen Freund erzählt habe wie es wirklich war, war er geschockt und ihm war es peinlich wie er zu mir war.“ erzählte sie. „Tut mir leid für dich.“ murmelte ich. Es tat mir nicht leid um den Typen. Anscheinend hatte er sie nicht verdient wenn sie ihr ganzes Leben nach ihm richtete und er sich lieber betrank und mit Freunden was unternahm, anstelle mit ihr den Abend zu verbringen. Es tat mir wirklich leid, das so mit ihr umgegangen wurde. Ein so guter Mensch wie sie hatte das einfach nicht verdient. „Aber es gibt ja noch andere Männer auf dieser Welt.“ meinte ich und boxte ihr mit den Ellenbogen leicht in die Seite. Im nächsten Moment sah ich nur wie Jessica wegrutschte und im Schnee landete. „Oh.“ entfuhr es mir und ich wollte ihr sofort hoch helfen. Jessica lachte nur und zog mich in den Schnee als ich ihr meine Hand hinhielt, während sie selbst wieder aufsprang und kicherte. „Na warte“, warnte ich sie und mühte mich wieder hoch. Jessica hingegen hatte schon die Flucht ergriffen.

„Bekommst mich doch eh nicht, alter Mann.“ rief sie noch. Aber da hatte sie nicht mit mir gerechnet. Ich war Fitter als ich aussah. Als ich knapp hinter Jessica war, zog ich sie mit einem Griff fest in meinen Arm. „Hab dich.“ sagte ich triumphierend hatte aber nicht mit Jessica gerechnet, die in einer Hand eine Ladung Schnee hatte, die sie mir ins Gesicht rieb. Ich hatte sie schneller wieder los gelassen, als ich sie gefangen hatte und sah sie verdattert an, bevor ich sie in eine feste Umarmung zog und mein kaltes uns nasses Gesicht an das ihre drückte.

„Okay, ich ergebe mich, aber bitte hör auf.“ Jessica versuchte mich von sich wegzuschieben. Dieser nasse Schnee war wirklich nicht angenehm. Als ich von Jessica abließ sah ich sie grinsend an. Anscheinend war dieses Grinsen so ansteckend, das sie ihren bösen Blick gleich wieder vergaß und wieder lächelte. Sie wischte sich mit ihrem Schal das Gesicht ab und klopfte sich den Schnee von der Jacke. „Wann geht dein Flug nach Frankreich?“ erkundigt sich Jessica und rückte nebenbei ihre Mütze zurecht. Weil ich sah das sie noch Schnee in den Haaren hatte, streckte ich meine Hans aus, um diesen zu entfernen.

„Am 23.12. Aber ich denke entweder vor Silvester oder kurz danach komm ich wieder.“ erklärte ich und bedauerte das erste mal das ich sie nicht gefragt habe ob wir nicht Weihnachten oder Silvester zusammen verbrachten. Sie hätte ihre Familie zu mir einladen können und ich hätte meine Kinder, Vanessa und auch Chrisi mit ihrer Familie einladen können. Aber jetzt war es schon vereinbart das sie zusammen in Frankreich feiern würden. Und Chrisi hatte bestimmt auch schon was für ihre Familie geplant.


                    Jessica´s Sicht.

Ich sah ihn an. Naja die zwei Wochen waren ja nicht lange, dachte ich mir und sträubte mich im nächsten Moment sehr gegen meinen Gedanken. Warum dachte ich überhaupt so? Johnny, der seine Hand noch immer in meinen Haaren hatte, strich wie von selbst mir leicht über die Wange. Ich merkte das sein Blick an meinen Lippen hingen blieb. Würde ich nun den Kuss bekommen an den ich mich nicht mehr erinnern konnte? „Wir sollten besser schauen das wir wieder ins warme kommen. Deine Lippen sind ganz blau.“ Wir gingen weiter und irgendwann fanden wir ein Restaurant das nicht wirklich voll war. Nur ein paar einzelne Pärchen saßen darin. Wir entledigten uns drinnen von unseren Winterjacken sowie Schal, Handschuhen und Mützen. Ich stand etwas unbeholfen und verwirrt herum. Wieso fand ich den Moment eben draußen so schön? Warum machte ich mir Gedanken darüber, das die 2 Wochen die Johnny weg waren, doch gar nicht so schlimm seien? Warum dachte ich die ganze Zeit nur daran, wie Johnnys Hand ganz leicht über meine Wange strich? Und der Moment davor, als er sein nasses Gesicht an ihres rieb? Nicht das das ein besonders schöner Moment gewesen wäre...aber sie war ihm nahe und diese Nähe machte sie fertig. Ich erinnerte mich wieder an die ganzen anderen schönen Momente mit Johnny. Angefangen damit das er sie immer so nett grüßte, von Anfang an schon. Dann das wir uns immer gut unterhielten bis hin zu dem Abend als er mit ewig vielen Pizza Schachteln vor meiner Tür stand oder als sie seine Schwester kennen gelernt hatte. Selbst an dem Abend der Geburtstagsparty war bis zu einem gewissen Zeitpunkt alles normal gewesen. Und als ich über diesen Zeitpunkt hinaus dachte und überlegte, dass sein verhalten so war wie es nun einmal war, vielleicht weil er sich unsicher war – wegen diesem Kuss. Selbst dann hatte er sich eigentlich stets zuvorkommend und höflich mir gegenüber verhalten.

Resigniert klopfte ich meine Handschuhe aneinander, um sie von dem Rest Schnee zu befreien. War sie wirklich so blind gewesen? So blind gewesen, weil ich die ganze Zeit den Prozess vor Augen hatte, sodass ich Johnny´s Gesten nicht erkannte? Ich seufzte. Bestimmt bildete ich mir das nur ein. Jeder hatte sich doch schon mal vorgestellt, dass ein Prinz auf einem weißen Pferd daher geritten kam und man selbst die Prinzessin war. Jeder, auch ich, als ich noch klein war. Und jetzt schien es mir, als würden diese träumerischen Gedanken wieder hochkommen.

„Wollen wir uns setzten?, riss mich Johnny auch meinen Gedanken. Ich nickt gedankenverloren und seufzte dann. Irgendwie war mir das alles gerade nicht mehr so wirklich geheuer, was mein Kopf und meine Gefühle mit mir anstellten. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und sah zu Johnny, der mich einfach nur freundlich und unbekümmert anlächelte. Ich bildete mir das alles bestimmt nur ein – er war einfach nur nett weil ich seine Anwältin war. So nahmen wir Platz. Ich bestellte mir eine heiße Schokolade und wir Unterhielten uns  die halbe Nacht. Wir gingen erst als uns die Bedienung darauf aufmerksam machten, das sie schlissen wollten.



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Huhu , hoffe ihr habt die Woche gut hinter euch gebracht.
Bei uns war es einfach nur warm. Ich freu mich schon jetzt wieder auf den Winter. War für mich schon genug warm :).
Deswegen vielleicht auch der Zeit Sprung.
Hoffe euch gefällt das Kapitel. Über Kommentare freue ich mich wie immer.
LG
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