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Dragonborn - Drachenblut wider Willen

von Ceelia
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
27.05.2022
10.08.2022
21
90.183
8
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46 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.08.2022 3.716
 
Jetzt kommt das, worauf ihr alle gewartet habt ;) (Hoffentlich? xD) Das erste P18-Kapitel!

Begründung habe ich eben im Vorwort ergänzt und weitere Warnungen wird es in Zukunft nicht mehr geben, um Kapitelinhalte nicht zu spoilern.


Kapitel 19 – Was man in einer dunklen Höhle eben so tut

Als die Sonne unterzugehen begann, wurde es schnell deutlich kälter draußen. Zu allem Überfluss hatte inzwischen auch leichter Regen eingesetzt. Wir hielten beide schon seit einiger Zeit nach einem geeigneten Rastplatz Ausschau, aber rechts und links von uns erstreckten sich nur nackte Felswände. Nun, bis auf die Festung ganz oben, deren Name mir entfallen war, doch diese war ziemlich sicher von kaiserlichen Soldaten besetzt und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
„Ich glaube, wenn wir diesem Pfad tiefer ins Gebirge folgen, finden wir möglicherweise eine Höhle, wo wir übernachten können“, schlug Miraak schließlich vor.
„Mhm“, machte ich nur. Ich war inzwischen müde und würde allem zustimmen, das uns irgendwo ins Trockene brachte.
Schließlich entdeckten wir einen schmalen Spalt im Fels, hinter dem sich nach genauerer Überprüfung der Beginn eines tiefer verzweigten Höhlensystems befand. Im Prinzip hatten wir genau nach etwas in dieser Art gesucht, deshalb nahmen wir unser Gepäck vom Rücken der Pferde und flüchteten vor dem Regen ins Trockene.
Wir machten kein Feuer, da es die Höhle mit Rauch gefüllt hätte und wir ohnehin kein brennbares Material dabei hatten, um es länger am laufen zu halten.
Als Magier, die immer und überall Licht machen konnten, hatten wir leider auch keine Fackeln oder ähnliches dabei. Ich machte mir eine gedankliche Notiz, demnächst welche einzukaufen, denn normalerweise bevorzugte ich ein wenig Licht, wenn ich schon in einer Höhle schlafen musste. Bei den Höhlen, in denen ich bisher übernachtet hatte, hatte ich bisher immer Glück gehabt und noch Reste früherer Lager vorgefunden, die ich verwenden konnte. Nur diese Höhle hier wirkte vollkommen verlassen – was gut war, denn so war es weniger wahrscheinlich, dass uns plötzlich jemand angreifen würde.
Der Boden war erdig, aber immerhin trocken. Nur die Luft war ein wenig klamm, nachdem es schon seit einer ganzen Weile regnete. Ich zog meinen Umhang aus, welcher ziemlich nass geworden war, auch wenn das glücklicherweise nicht auf die darunter liegende Kleidung zutraf, und warf ihn über einen Felsen. Ich erschuf eine kleine, magische Flamme in meiner Hand, bei dem Versuch, den Umhang ein wenig zu trocknen. Es brachte nicht wirklich etwas.
„Brauchst du Hilfe?“, kam es von Miraak, in dessen Stimme wie immer dieser leicht spöttische Unterton mitschwang, an welchen ich mich schon fast gewöhnt hatte.
Ich drehte mich nach ihm um. Sein Umhang wirkte im Licht meiner Flamme erstaunlich trocken, stellte ich fest.
Ich legte den Kopf schief. „Wie machst du das?“
„Ich erhöhe die Temperatur in den Luftschichten über meiner Kleidung“, erklärte er leichthin. „Hat dir das niemand auf der Akademie beigebracht?“
„Nein.“ Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass so ein Zauber jemals auf dem Lehrplan gestanden hätte. Tatsächlich war es auf der Akademie fast immer um Kampfmagie, defensive Magie und magische Duelle gegangen, weniger um praktische Alltagszauber...
Er seufzte. „Beherrschst du den Flammenmantel?“, wollte er wissen.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich habe mich auf die Sturmmagie spezialisiert. Wie du dir denken kannst, fiel mir das am leichtesten, weshalb meine Lehrer mich dazu ermutigt haben. Ich beherrsche nur sehr schwache Eis- und Feuerzauber.“
Es zeugte von meinem Vertrauen in das andere Drachenblut, dass ich diese Schwäche so freimütig zugab. Normalerweise war ich eher zögerlich damit, andere Magier über meinen Ausbildungsstand zu informieren – von spezialisierten Ausbildern abgesehen natürlich.
„Es ist eine stark abgeschwächte Variante davon“, erklärte Miraak. „Nur Hitze, ohne Flammen.“
„Ist sicher praktisch“, meinte ich nur.
„Ist er“, erwiderte er und ich bemerkte überrascht, wie es plötzlich wärmer in der Höhle wurde. Anscheinend hatte er den Zauber weiter ausgedehnt.
„Ist das nicht anstrengend?“, fragte ich skeptisch.
„Das wäre es, wenn ich den Flammenmantel so weit ausdehnen würde“, antwortete er. „Aber die Zieltemperatur für diesen Zauber liegt um ein Vielfaches darunter. Er braucht deutlich weniger Magicka.“
„Aber vermutlich einen sehr konstanten Magiefluss“, wandte ich ein.
„Das ist richtig“, bestätigte er geduldig. „Aber ich kann dir versichern, dass ich sehr viel Übung darin habe, mal dovahkiin.
Ich ließ mich auf meinem Schlafsack nieder. „Das hatte ich auch nicht angezweifelt...“, murmelte ich.
Miraak richtete eine Hand auf meinen abgelegten Umhang und ich bemerkte im Schein meines eigenen Magierlichts ein leichtes Flimmern in der Luft, als ob diese stark aufgeheizt würde. Nach etwa einer Minute stoppte das Drachenblut den Zauber.
„Das sollte erst einmal reichen“, meinte er, bevor er seinen eigenen Schlafsack ein paar Meter von meinem entfernt entrollte, so wie wir auch die bislang einzige andere Nacht, in der wir draußen hatten übernachten müssen, verbracht hatten.
Ich schlüpfte derweil in meinen Schlafsack, der innen wenigstens noch trocken geblieben war und den ich direkt neben der Felswand platziert hatte. Immer möglichst wenig Angriffsfläche bieten, falls es doch noch etwas anderes in dieser Höhle gab. Nacheinander verloschen unsere beiden Magierlichter und ließen uns in fast vollkommener Dunkelheit zurück. Nur durch den Spalt, durch den wir die Höhle betreten hatten, drang noch ein wenig Licht von draußen hinein, wann immer die Wolken genug aufrissen, um ein Stück der beiden Monde freizulegen.

Ich lag eine ganze Weile wach. Der Untergrund war hart und mir behagte die Stille und Dunkelheit nicht. Meine Sinne waren überdeutlich geschärft, so dass ich jedes noch so kleine Geräusch wahrnahm. Den Wind, der tiefer in der Höhle durch irgendwelche Ritzen heulte. Das leise Trippeln irgendeines Tieres, vermutlich einer Ratte. Ich hasste solche dunklen Höhlen wie die Pest, verstand aber, dass es insbesondere bei diesem Wetter ein deutlich besserer Rastplatz war als unter freiem Himmel. Doch ich war so angespannt, dass ich das Gefühl hatte, ich würde die ganze Nacht kein Auge zumachen.
„Miraak“, hörte ich mich leise sagen, bevor ich noch einmal darüber nachdenken konnte.
Was tat ich denn da? Bestimmt schlief er schon längst und hatte mich ohnehin nicht gehört.
„Mhh?“, kam es irgendwo aus seiner Richtung.
Oder auch nicht.
„Ich... vergiss es“, machte ich doch einen Rückzieher.
Ich hörte, wie er sich aufsetzte. „Kannst du nicht schlafen?“, fragte er, seine Stimme ungewöhnlich sanft und ohne den spöttischen Unterton, den ich bereits mit ihm assoziierte. Vermutlich war es das, was mich dazu brachte, eine ehrliche Antwort zu geben.
„Ich... ich hasse einfach nur Höhlen“, gab ich zu. „Es ist so dunkel und feucht und kalt und jedes noch so kleine Geräusch lässt mich zusammenzucken“, gestand ich. „Wahrscheinlich werde ich kein Auge zu machen.“
Er schwieg eine ganze Weile. „Was würde dir helfen?“, überraschte er mich dann mit einer Rückfrage. Damit hatte ich nicht gerechnet. Eher damit, dass er mir sagen würde, ich solle mich nicht so anstellen. War er deshalb so verständnisvoll, weil er so etwas vielleicht auch schon mal empfunden hatte? Oder machte er sich nur Sorgen, dass ich den Folgetag nicht durchhielt, wenn ich zu wenig geschlafen hatte?
So oder so, entweder schluckte ich meinen Stolz jetzt herunter und sagte, was ich wirklich wollte, oder ich würde es nie tun. „Darf ich... neben dir schlafen?“, fragte ich leise.
„Natürlich“, kam seine Antwort nach kurzem Zögern.
Ich erhob mich und nahm meinen Schlafsack, bevor ich ein kleines Licht erzeugte und zu ihm herüber kam. Ich ließ meine Sachen neben seinen zu Boden fallen und schlüpfte schnell zurück ins warme Innere. Wir starrten uns an.
„Gute Nacht, Miraak“, sagte ich schließlich und drehte mich um. Nach einigen Sekunden ließ ich mein magisches Licht verblassen.

Als ich aufwachte, war das Erste, was ich spürte, die Nähe eines anderen Körpers. Wir lagen so dicht beieinander, dass ich durch den Schlafsack hindurch seine Konturen spüren konnte, die sich von hinten an mich schmiegten. Das war, bevor ich realisierte, dass er auch einen Arm über mich gelegt hatte. Mein Herzschlag beschleunigte sich. Dann tat ich eine ganze Weile einfach weiter so, als würde ich noch schlafen, unwillig, den Moment vorzeitig zu beenden.
Irgendwann wurde es mir zu unbequem auf dieser Seite und drehte mich um – und starrte direkt in Miraaks schwarze, geöffnete Augen.
„Du bist wach?“, kam es ungläubig von mir. Er war die ganze Zeit bereits wach gewesen und hatte sich vollkommen bewusst an mich gekuschelt?
„Du offenbar auch“, kam es trocken von ihm und ich errötete, doch ich hoffte, dass er es in der Dunkelheit nicht sehen konnte. Er zog seinen Arm von mir zurück.
„Wie spät ist es?“, wechselte ich schnell das Thema. „Müssen wir schon weiter?“
„Nein“, erwiderte er. „Es ist immer noch dunkel draußen.“
Achso. Ja, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und schwaches Mondlicht drang von außen in die Höhle.
Wir sahen uns einige weitere Sekunden einfach nur an. Dann rutschte ich unwillkürlich wieder ein Stück näher und er zog mich erneut an sich. Ich lehnte meinen Kopf sachte unterhalb seines Kinns gegen seine Brust. Er seufzte tief. Moment, klang er etwa erleichtert? Ich blickte forschend zu ihm auf. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Wir sahen uns einfach nur an, ohne Worte, ohne Reaktion. Unsere Nasenspitzen berührten sich leicht. Mein Herz vollführte Purzelbäume. Seine Lippen streiften meine. Federleicht. Fast nicht spürbar.
Ich lehnte mich die letzten Millimeter vor und küsste ihn. Ich hörte, wie er fast erschrocken nach Luft schnappte, bevor er mich fester an sich zog und mich zurück küsste. Ich befreite meine Hand aus meinem Schlafsack und griff in sein seidiges Haar, zog seinen Kopf noch näher zu mir.
Wir lösten uns schwer atmend voneinander.
„Ich wusste nicht, dass du so über mich denkst, mal dovahkiin“, kam es trocken von ihm.
„Das Gleiche könnte ich über dich sagen“, gab ich ebenso zurück. Dann küsste ich ihn noch einmal. Ich bemerkte, wie er mich unter sich zog. Meine Hände griffen unter sein Hemd und ich spürte, wie er erzitterte. Er löste sich von mir.
„Spiel nicht mit mir, mal dovahkiin“, warnte er mich. „Wenn du jetzt weitermachst, werde ich mich nicht mehr zurückhalten können.“
Meine graugrünen Augen bohrten sich herausfordernd in seine. „Dann halt dich nicht zurück“, erwiderte ich kühn.
Er zog sein Hemd aus und warf es zu Boden. Dann begann er meinen Nacken zu küssen, während er mir gleichzeitig auch mein Hemd auszog. Irgendwie lag mein Schlafsack inzwischen offen irgendwo auf der Seite, während wir beide halb nackt auf dem weichen Innenfutter seines eigenen Bettzeugs lagen. Ich fuhr mit den Händen über seine Brust, welche mit feinen schwarzen Härchen bedeckt war, dann weiter über seinen Bauch, bevor ich ihn wieder packte und an mich zog, während ich ihn küsste. Ich spürte, wie auch seine Hände über meinen Rücken wanderten, schließlich das gebundene Bustier lösten, welches meine Brüste bedeckte.
„Du bist wunderschön“, kam es von ihm, während sein Blick über mich hinweg strich. Er zog mich mit dem Rücken zu ihm an sich, um meine Brüste besser streicheln zu können und mir entfuhr ein wohliges Seufzen. Es war eine Weile her, seit mich ein Mann so angefasst hatte... Ein anderer Student auf der Akademie. Aber er war nichts gegen das Drachenblut an meiner Seite. Seine Haut fühlte sich heiß an meinem Rücken an, eine willkommene Wärmequelle in der kalten Höhle. Seine Lippen strichen meinen Nacken entlang, was mir wiederum Gänsehaut bescherte.
Plötzlich zog er mich auf sich, so dass ich rittlings auf seinem Schoß saß. Ich konnte den Beweis seiner Erregung deutlich zwischen meinen Beinen spüren. Er keuchte auf, als mich leicht an ihm zu reiben begann.
Er wollte nach meiner Hüfte greifen, doch ich packte seine Handgelenke und drückte sie neben seinem Kopf zu Boden. Ich beugte mich vor, küsste ihn sanft auf die Lippen und dann seinen Hals entlang. Erneut versuchte er, nach mir zu greifen, doch ich ließ es nicht zu. Der Drache in mir genoss es, die Kontrolle zu haben.
„Zieh deine Hose aus“, forderte Miraak, nun wieder so direkt und unhöflich wie üblich.
Ich hielt direkt über seinem Gesicht inne. „Sag ‚bitte‘“, verlangte ich.
„Zieh sie aus“, wiederholte er, ohne meiner Forderung nachzukommen. Er spielte mit mir, provozierte mich absichtlich.
Ich beugte mich tiefer über ihn, folgte meinem inneren Drang, den anderen Drachen zu dominieren. „Sag ‚bitte‘“, hauchte ich in sein Ohr, bevor ich leicht hinein biss.
Im nächsten Moment lag ich unter ihm, in seinen schwarzen Augen sah ich den Drachen hervorblitzen, gefährlich, dominant und unnachgiebig. Seine Hände hatte er irgendwie aus meinen befreit und eine davon lag an meiner Kehle, übte aber keinen Druck aus.
Auch wenn ich ohne jegliche Gegenwehr unter ihm lag, hielt mein Blick immer noch den seinen gefangen, immer noch herausfordernd.
Er lachte leise, nahm seine Hand von meinem Hals und küsste mich. Es war immer noch nur ein Spiel für ihn. Er packte meine Hose am Bund und zog sie mir einfach selbst aus.
„Das ist nicht fair“, protestierte ich und wollte mich aufsetzen, doch dieses Mal drückte er mich zu Boden. Er küsste meinen Bauch, meine Leiste, die Innenseiten meiner Oberschenkel. Es schien ihm viel zu viel Vergnügen zu bereiten, mich mit meiner eigenen Lust zu quälen, sie immer weiter zu entfachen, ohne sie je zu befriedigen.
„Mach weiter!“, knurrte ich, als er wieder einmal inne hielt.
Seine dunklen Augen funkelten diabolisch.
„Sag ‚bitte‘, mal dovahkiin“, benutzte er meine eigenen Worte nun gegen mich.
Ich knurrte nur noch.
Das andere Drachenblut ließ mich meine zivilisierte Seite vollkommen vergessen. Erstmals in meinem Leben hatte ich das Gefühl, als würde sich meine sonst so unscheinbare Drachenseele von den Fesseln meines menschlichen Verstandes lossagen.
„Na gut, wenn du es nicht willst...“, erwiderte er lapidar und seine Küsse entfernten sich wieder von der Stelle, wo ich es am meisten wollte.
„Bei Talos, bitte!“, entfuhr es mir, ohne dass ich es wirklich beabsichtigt hatte. Ich schlug mir die Hände vors Gesicht. Warum ließ mich dieser Kerl nur so verdammt schwach werden?
Doch auch an meinem Ärger konnte ich nicht lange festhalten, denn die Belohnung für mein... Entgegenkommen war nur umso süßer. Auf einmal war ich froh, dass wir in einer abgelegenen Höhle waren oder ich hätte jetzt alle schlafenden Wanderer und Banditen im Umkreis aufgeweckt. Ich biss mir auf die Lippe, versuchte mir nicht zu sehr anmerken zu lassen, wie verrückt er mich machte, aber ich glaube, er merkte es trotzdem.
Irgendwann hörte er auf und während ich noch zitternd auf dem Rücken lag und versuchte, wieder etwas Selbstkontrolle zurück zu erlangen, war er bereits wieder über mir und küsste mich. Dieses Mal konnte ich spüren, dass er definitiv keine Hose mehr trug.
„Aurelia“, flüsterte er, plötzlich wieder ganz ernst. „Bist du sicher, dass du das wirklich willst?“
Ich sah ihn aus großen Augen an. Zuerst seine Ankündigung, sich nicht mehr zurückhalten zu können, dann sein dominantes Verhalten, mit dem er sich einfach nahm, was er wollte, und nun diese ernste, beinahe scheue Frage, als hätte er Angst vor einer Zurückweisung?
Ich küsste ihn sanft, bevor ich seinen Blick suchte.
„Ja“, erwiderte ich fest. „Ich will dich immer noch.“
Jetzt mehr denn je.
Der Ausdruck seiner Augen wurde wilder, hungriger, ein Spiegelbild meiner eigenen Leidenschaft. Wir küssten uns, während er in mich drang. Meine Hände krallten sich erst in seinen Nacken, dann in seine Schultern. Er packte meinen Hintern und zog mich noch näher zu sich.
Unsere erste Vereinigung war kurz, aber heftig. Vielleicht war es besser so. Der Untergrund war hart und wir hatten am nächsten Tag noch einiges an Weg auf dem Rücken unserer Pferde vor uns.
Er lehnte seine Stirn an meine, bis er wieder zu Atem gekommen war und sich neben mich fallen ließ. Wir starrten uns über die kurze Distanz hinweg an. Er streckte eine Hand nach mir aus und streichelte mit dem Daumen über meine Wange.
„Damit hatte ich nicht gerechnet, mal dovahkiin“, gab er zu. „Wann... Seit wann dachtest du darüber nach?“, wollte er wissen. Er klang neugierig.
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Seit wann ich Sex mit dir wollte?“, fragte ich trocken. „Ich glaube, das hat uns jetzt beide überrascht. Aber interessiert an dir war ich schon, als ich das erste Mal deine Stimme gehört habe“, gestand ich dann verlegen.
Er blinzelte. „Als du das Schwarze Buch erstmals gelesen hast und nach Apokrypha kamst?“
Ich lachte. „Nein, früher. Als ich deinem Zauber an den Schreinen erlegen bin. Sobald es mir bewusst wurde, konnte ich mich ganz leicht davon befreien, ich habe nur einen Moment gebraucht, bis ich das auch wollte.“
Er musterte mich forschend. „Du merkst, dass du von einem Zauber versklavt wurdest und dein erster Gedanke war, dass du die Stimme mochtest?“, fragte er ungläubig.
„Jop“, stimmte ich zu. „Und du? Seit wann hattest du Interesse an mir? Seit unserer Fahrt nach Himmelsrand?“, vermutete ich.
„Du wusstest es?!“, entfuhr es ihm.
Ich lachte auf. „Nein. Ich war mir nie wirklich sicher. Warum habe ich sonst wohl so lange Abstand gehalten? Ich hatte immer zu viel Angst, dass ich es fehlgedeutet hätte. Das wäre sehr unangenehm für mich geworden.“
„Du irrst dich übrigens“, antwortete er. „Interesse hatte ich schon, als ich dich vor dem Draugr gerettet habe“, gestand er. „Aber zwischenzeitlich schien es mir immer wieder so, als würdest du ein Monster in mir sehen und ich glaubte nicht, dass du mich auf diese Weise wollen könntest.“
„Und jetzt?“, fragte ich nach einem Moment der Stille. „Was genau siehst du in mir?“
Er stützte sich auf einen Ellbogen auf. „Das Gleiche wie vorher. Eine Verbündete.“
Mir fiel auf, dass er mich nicht als Untergebene bezeichnet hatte, obwohl ich ihm gegenüber einen Treueschwur geleistet hatte. Er griff nach meinem Arm und zog mich zu sich. Er blickte ernst auf mich herunter. „Meine Gefährtin, wenn du das möchtest.“
„Was genau bedeutet das für dich?“, hakte ich nach.
„Nicht viel anderes als vorher. Bleib an meiner Seite. In meiner Nähe. Ich werde dich beschützen und dir dabei helfen, ein stärkeres Drachenblut zu werden. Aber ich will dich für mich allein haben“, fügte er ein wenig härter hinzu.
„Ich habe kein Problem damit, treu zu sein“, erwiderte ich und stützte mich ebenfalls auf. „Solange du es auch bist.“
Ich gab ihm einen leichten Schubs, sodass er erneut auf dem Rücken unter mir landete. Meine Zopf hatte sich aufgelöst, so dass meine Haare mir nun wie eine rostrote Wolke ins Gesicht und auf die Schultern fielen, als ich mich über ihn beugte.
„Du bist die Einzige, die mich interessiert, mal dovahkiin“, versicherte er mir und aus irgendeinem Grund glaubte ich das sofort.
Ich lächelte, doch der Drache in mir zeigte seine Zähne. „Das will ich dir auch geraten haben“, warnte ich ihn, meine Stimme gefährlich sanft. „Ich kann sehr eifersüchtig werden.“
Er setzte sich auf und gab mir einen Kuss. „Ich würde es nicht wagen, den Zorn einer Elementarhexe auf mich zu ziehen.“
„Den Zorn einer Elementarhexe und eines Drachen“, korrigierte ich ihn.
Er küsste mich erneut. „Wie hatte ich das nur vergessen können.“ Sein Tonfall war bereits wieder spöttischer geworden.
Ich knurrte leise und drückte ihn zurück auf den Boden. „Vielleicht sollte ich dafür sorgen, dass du es nicht wieder vergisst“, drohte ich und biss leicht in die Seite seines Halses.
Seine schwarzen Augen funkelten. „Du bist diejenige, die mit dem Feuer spielt, mal dovahkiin“, behauptete er.
Meine Küsse wanderten tiefer seinen Bauch herunter. „Tu ich das?“, fragte ich unschuldig. „Ich glaube, diesmal wirst du derjenige sein, der gleich darum betteln wird, dass ich nicht aufhöre.“
„Ich werde um gar nichts... verdammt“, unterbrach er sich, als ich an seiner empfindlichsten Stelle angekommen war.
„Jaaa?“, fragte ich scheinheilig.
„Mach weiter!“, knurrte er.
Tat ich natürlich nicht. „Wie war das?“, fragte ich nach. „Na gut, wenn du es nicht willst...“, wiederholte ich seine Worte von vorhin.
Ich begann, mich vor ihm zurückzuziehen.
„Verdammt Aurelia, BITTE mach weiter!“
„Dein Widerstand bricht verdammt schnell, mein Lieber“, erwiderte ich triumphierend, aber ich tat ihm den Gefallen. Immerhin hatte er mir so brav nachgegeben...

Ich lag immer noch in seinen Armen, als die Dämmerung schließlich einsetzte und schwaches Licht von draußen die Höhle zu erhellen begann. Dieses Mal war mein Herzschlag absolut ruhig. Ich genoss die Nähe zu dem anderen Drachenblut, das unvertraute Gefühl von Geborgenheit. Die Momente, in denen ich seine Gegenwart als bedrohlich empfunden hatte, erschienen mir unendlich weit weg. Jetzt, in diesem Augenblick, fühlte ich mich vollkommen sicher.
Miraak war mir immer rücksichtslos vorgekommen, aber das eben hatte eine neue Seite an ihm offenbart. Es schien ihm nicht egal zu sein, was ich wollte. Und es schien mir so, als ob er mir sehr viel mehr erlaubte als anderen. Ich hatte durchaus gemerkt, dass der Drachenanteil seiner Persönlichkeit immer da war, immer darauf drängte, andere zu kontrollieren und zu dominieren, was vor seiner Partnerin nicht Halt machte. Aber auf eine spielerische Weise konnte er dann doch zulassen, dass ihm die Zügel immer wieder aus der Hand glitten, dass ich die Kontrolle erlangte. Ich bezweifelte, dass er das bei irgendjemand anderem zuließ.
Vielleicht bedeutete es, dass er mich als potenziellen Gegner sowieso nicht ernst nahm. Wie sollte er auch, als jemand, der bereits dutzende Drachen vom Himmel geholt und ihre Seelen verschlungen hatte? Was war da schon ein unerfahrenes Drachenblut dagegen? Auf der anderen Seite kannte er meine magische Macht als Fryse-Hexe, war aus der Ferne davon Zeuge geworden, wie ich sämtliche Dämonen um mich mit einer einzigen Eruption meiner Sturmmagie vernichtet hatte. Er wusste, dass mit meiner Magie nicht zu spaßen war und dass ich umso gefährlicher wurde, je näher man mich an sich heranließ. Also bedeutete es vielleicht auch einfach, dass er mir vertraute. Wir waren beide mächtige, überaus gefährliche Wesen und dass wir uns auf diese Weise miteinander einließen, nackt, verletzbar, schutzlos, erforderte durchaus ein hohes Maß an Vertrauen auf beiden Seiten.
Aber wenn wir uns gegenseitig vertrauten, unsere Macht nicht gegeneinander einsetzten und unsere Machtkämpfe untereinander nicht mehr als ein liebevolles Spiel waren, gäbe es kaum jemanden, der uns noch aufhalten konnte. Nicht die Drachen und vielleicht nicht einmal Alduin.
Und das restliche Himmelsrand? Ich wusste, dass Miraak dieses Land beherrschen wollte. Nur ich war mir nicht so sicher, ob ich diesen Weg wirklich bis zu Ende gehen wollte. Als Gefährtin des mächtigsten Drachenbluts aller Zeiten, die mit ihm gemeinsam über alle anderen herrschte. Das war Miraaks Traum und nicht meiner. Ich selber wollte eigentlich nur meine Ruhe haben, wollte weder Held noch Herrscher sein. Und irgendwann würde ich ihm das klar machen müssen. Aber dieser Zeitpunkt war im Moment noch fern.
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