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Zwischen Leben und Tod

von gerex007
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
Alexandra Rietz Gerrit Grass
27.05.2022
13.08.2022
9
8.460
3
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
28.05.2022 1.117
 
Joa, hier ist das nächste Kapitel, ich hoffe es gefällt euch. Ich weiß nicht, ob ich das was über das Gehirn im Internet gelesen habe alles so stimmt. Ich hoffe ihr könnte mir die Fehler verzeichnen. ;) Schreibt mir doch gerne Ideen, wie es weitergehen könnte.
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Er saß zusammengesunken auf einem Stuhl, den ihm irgendjemand von den Krankenschwestern hingestellt hatte.
Wie lange war das her? 3 Stunden? Vielleicht auch mehr, er hatte jedes Zeitgefühl verloren.
In seinem Kopf spielte sich immer wieder die selbe Szene ab.
Alex, am Boden liegend, diese Leere in ihrem Blick, all das Blut, eine einzelne Träne, die ihr über die Wange gekullert war. Und davor dieser Blick, mit den sie ihn angesehen hatte. Er konnte diesen Blick nicht einordnen. Was wollte sie damit sagen? Das einzige was er darin lesen konnte war, dass sie ihn darum bat, ihr zu helfen, ihn beinahe angelegte, doch er hatte es nicht geschafft. Er hatte sie enttäuscht.

Gerrit wusste wie ernst ein Schuss in den Kopf war.
Er war bei Alex gewesen, hatte beruhigend mit ihr gesprochen, auch wenn er sicher war, dass sie ihn nicht hören konnte.
Hatte ihre Hand gehalten, als der Krankenwagen kam, als die Sanitäter Alex auf eine Trage legten und in das Rettungsfahrzeug trugen, auch als Alex in OP gebracht wurde, war er nicht gegangen.

Mehrere Personen hatten ihm angeboten ihm ein Taxi zu rufen oder jemanden zu infoieren, der ihn abholte, dich Gerrit hatte sich geweigert.
Er wollte hier bleiben. Er würde nicht nach Hause gehen.
Er wollte bei ihr sein, wenn sie aufwachte.
Über alles andere wollte Gerrit nicht nachdenken. Er wusste, dass man einen Schuss in den Kopf überleben könnte. Es bestand eine Chance und das war immerhin besser als nichts.
Gerrit machte sich Vorwürfe. Wieso hatte nicht er selbst mit dem Jungen gesprochen? Wieso hatte er sie nicht beschützt?
Wenn sie jetzt starb würde er dann je wieder normal weiterleben können?
Plötzlich legte sich eine Hand auf Gerrits Schulter.
Er drehte sich um und sah Michael vor sich stehen.
Blass, müde und besorgt, doch es war Michael. Ein bekanntes Gesicht unter den vielen, die Gerrit heute gesehen hatte.
"Alter, was stellt ihr da bloß an?", Michael ließ sich seufzend neben Gerrit auf einem Stuhl nieder.
Er legte ihm die Hand auf die Schulter und drückte diese kurz.

"Das wird schon wieder. Alex ist stark, sie schafft das!", sagte Michael nach einigen Sekunden.
Gerrit seufzte. "Und wenn nicht? Was machen wir dann? Ich bin Schuld-"

"Du bist doch nicht schuld! Dieser Amokläufer ist Schuld, aber doch nicht du! Was kannst du denn dafür?"
"Ich hätte sie beschützen müssen, ich stand doch nur wenige Schritte von ihr entfernt!", Gerrit verbarg das Gesicht in den Händen.

Er wollte sie nicht verlieren. Sie durfte nicht sterben!
Seine Augen brannten, doch Gerrit wischte sich schnell die Tränen aus den Augenwinkeln. Er wollte nicht so schwach wirken vor Michael.

"Ich bin gleich wieder da", Michael stand auf und ging davon.
Gerrit setzte sich wieder gerade hin und schloss die Augen. Sein Kopf schmerzte und er war erschöpft.
Er zwang sich nicht einzuschlafen. Er musste wach bleiben. Für Alex.
Er wollte unbedingt wach sein, wenn sie aufwachte.
Wollte bei ihr sein, wollte für sie da sein.

Wenige Minuten später, die Gerrit wie eine Ewigkeit vorgekommen waren, kam Michael zurück. In seinen Händen hielt er zwei Becher Kaffee.
Er gab einen davon Gerrit und trank den anderen selbst aus. Der Kaffee schmeckte zwar nach nichts, machte Gerrit allerdings wieder ein bisschen wacher.
Um die Uhrzeit machte Gerrit sich keine Sorgen. Er wurde heute nach sowieso nicht schlafen, also könnte er jetzt locker zehn Tassen Kaffee trinken.


In den nächsten zwei Stunden saßen die beiden schweigend nebeneinander da. Robert hatte vor einiger Zeit angerufen und gefragt, ob es schon Neuigkeiten gebe, doch Michael und Gerrit hatten keine. Robert war der einzige aus dem Team, der noch auf dem Kommissariat war. Er musste einen Bericht tippen und würde danach bei dem Jungen mit der Waffe vorbeischauen, der in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde.

Gerrit starrte an die Wand vor sich, als er Schritte auf dich zukommen hörte. Er sprang auf und ging dem Mann in dem weißen Kittel entgegen. Dieser wirkte abgekämpft und besorgt, doch als er die beiden Männer sah, lächelte er ihnen zu.

"Hallo, sind sie die Kollegen von Frau Rietz?", fragte er nach.
Als die beiden Beamten nickten, führte er sie zu einer kleinen Sitzecke und ließ sich dort nieder.

"Zuerst einmal kann ich ihnen sagen, dass ihre Kollegin die OP überstanden hat...", begann er.
Gerrit und Michael atmeten erleichtert aus.

"..jedoch", fuhr der Arzt fort. "mussten wir sie in ein künstliches Koma versetzten. Das war zu ihrem besten, da es wirklich knapp war und sie sich erholen muss."

Gerrit vergrub wieder das Gesicht in den Händen. Alex im Koma! Wir lange konnte es dauern, bis sie wieder erwachte?

"Die Kugel ist seitlich in ihre Schläfe eingetreten, wir könnten sie zwar entfernen, aber wir können nicht sicher sein, ob es Folgen mit sich ziehen wird", der Arzt hatte eine beruhigende Stimme.

"Das heißt?", Gerrits Stimme zitterte, auch wenn er sich bemühte das zu unterdrücken.

"Ich kann ihnen nicht sicher sagen, ob sie wieder ganz gesund wird. Die Kugel hat das Gehirn gestreift. Hinter der rechten Schläfe liegen die Frontallappen. Diese sind für die motorischen Funktionen zuständig.
Es könnte also sein, dass diese bei Frau Rietz in machen Bereichen des Körpers weniger oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr funktioniert.
Außerdem ist ihre Kollegin nachdem Schuss, mit dem Kopf auf den Fliesen aufgeschlagen. Bei diesem Sturz kam es zu einem Schädel Hirn Trauma. Wir können es jetzt noch nicht sicher sagen, aber es kann sein, das der Thalamus beschädigt wurde. Wir hoffen natürlich das Beste, aber wir können nicht sicher sein, ob Frau Rietz gesund werden wird.", der Arzt war besorgt, das könnte Gerrit genau aus seiner Stimme heraushören.

"Kann... kann man sich nach so etwas wieder ganz erholen?", fragt Gerrit.
Er bräuchte etwas, woran er sich jetzt klammern konnte.
"Es besteht eine 7-27% Chance, dass sich ihre Kollegin wieder erholt. Wir müssen alle das beste hoffen."

Der Arzt erhob sich und reichte den Männern die Hand.
"Sie können sie heute noch nicht Besuch aber vielleicht morgen. Wenn etwas sein sollte, rufen wir sie an. Könnten sie ihre Handynummer einer der Krankenschwestern geben?"

"Natürlich", antwortete Michael.
Seine Stimme klang gepresst.
Als der Doktor verschwunden war, sank Gerrit wieder zurück auf den Stuhl.
Alex müsste wieder gesund werden! Sie musste einfach!
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