Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Western / Revenge

 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Revenge

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Historisch / P16 / Gen
23.05.2022
23.06.2022
7
11.082
3
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
23.06.2022 1.525
 
Rocky Mountains, Gebirgspfad

Townsend preschte mit seinen verbleibenden Männern durch den Schnee. In einer Hand hielt er den Zügel seines Pferdes und in der anderen seinen Revolver Marke Remington Model 1875. Immer wieder feuerte er einzelne Schüsse nach hinten ab. Ihm dicht auf den Fersen war der Marshall zusammen mit Parker. Auch die Outlaws auf den Pferden schossen mit ihrem Revolver auf die Männer. Der Marshall musste sich etwas ducken. Er musste mit einer Hand sein Pferd reiten und mit der anderen seinen Revolver abfeuern. Urplötzlich kam Milly von hinten angeritten. Sie trieb ihr Appaloosa so dermaßen an, dass sie die Männer einholte. Zum Schutz vor dem peitschenden Wind des Rittes hatte sie sich ein Halstuch umgebunden. In einer Hand hielt sie ihr Henry Rifle. Sie wickelte sich den Zügel ums Handgelenk um das Gewehr richtig halten zu können.

Sie drückte ab. Das Pferd von Townsend wieherte auf, als es getroffen wurde. Es bäumte sich auf und warf seinen Reiter ab. Doch seine Untergebenen ritten weiter. “Ihr Feiglinge bleibt stehen! Ihr verdammten Hurensöhne!”. Voller Wut richtete er nun seinen Revolver auf seine Ehemaligen Komplizen und schoss ihnen hinterher, doch er traf nicht. Der Marshall stoppte sein Pferd und stieg ab. Es hatte keinen Sinn die fliehenden zu verfolgen. Die wollte er nicht. Sollten sich die lokalen Gesetzeshüter um die Strauchdiebe kümmern. Für ihn war nur Townsend wichtig.

Townsend lag im Schnee und hatte sichtlich Schmerzen. Der Marshall ging auf ihn zu. Den Revolver in der Hand. “Verdammtes Schwein!”. Townsend richtete seinen Revolver auf Marshall Cook. Blitzschnell spannte er den Hahn und drückte ab. Doch es klackte nur, als der Hammer des Revolvers auf die schon verschossene Patrone schlug. “Du warst schon immer zu blöd um bis sechs zu zählen” spottete dann Parker, während der Marshall die Waffe aus seiner Hand trat.

“Parker? Du mieses Verräterschwein! Du arbeitest jetzt mit dem Gesetz zusammen? Hey Marshall!! Wissen sie wie viele ihrer Kollegen der Typ umgelegt hat! Vielleicht sollten sie erst ihn vor Gericht stellen!”. Parker sah Cook an. Dieser erwiderte seinen Blick. “Um Parker kann ich mich später kümmern”. Der Marshall richtete seinen Revolver auf den Mann. “Sie können mich nicht erschießen Marshall. Sie müssen mich vor Gericht bringen!”.

“Ich will sie gar nicht sie haufen Scheiße. Ich suche Moses Callander” erwiderte der Marshall. “Callander? Nie von ihm gehört”. Parker verpasste ihm einen Schlag auf den Kopf. “Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen sagte meine Ma immer” verspottete der Revolverheld Fatman Joe. “Is ja gut! Ich habe Moses schon ne Weile nicht mehr gesehen. Ich habe nur Gerüchte gehört!” versuchte sich der Outlaw raus zu reden. “Wissen sie”. Der Marshall holsterte seinen Revolver. “Ich persönlich liebe Gerüchte. Die Wahrheit kann so hart sein, aber Gerüchte erheitern mich immer”.

Townsend schluckte. “Ich habe gehört er hat sich nach Mexiko durchgeschlagen”. Der Marshall nickte langsam. “Mexiko. Hmm. Dann sind wir ja sehr weit ab vom Schuss”. Parker verpasste ihm einen Schlag. “Wir wissen dass er nach Norden unterwegs ist du fetter Sack Scheiße. Wir wissen du weißt etwas darüber!”. Parker hielt ihm nun einen seiner Navy Colts direkt unter die Nase und spannte den Hahn der Waffe. Hilfe vom Marshall konnte er nicht erwarten.
“Scheiße ist ja okay! Hope County in Montana. Hope County! Verdammt ihr werdet ihm aber nichts anhaben können. Seine Gang ist dreimal so groß wie meine. Diese Typen sind miese Gestalten und Mörder! Sie haben mehr Artillerie als ein gesamtes Bataillon Kavallerie”.  Marshall Cook sah Carter an. “Hope County?” fragte er dann. Parker nickte. “Den Ort kenn ich”  bestätigte er. “Verschwinden sie. Wenn sie mir wieder unter die Augen kommen erschieß ich sie”. Townsend sprang auf und rannte in die Richtung in die sein Pferd geflohen war. Blitzschnell zog Parker seinen Revolver und feuerte einen Schuss ab. Townsend wurde ein den Rücken getroffen und er fiel mit dem Gesicht in den Schnee. “Das war für diese Siedler und all die anderen die du auf dem Gewissen hast”. Er wirbelte den Revolver einmal herum und holsterte ihn wieder. Er sah den Marshall an. “Dem Fakt zugrunde, dass er auf uns geschossen hat war das ganz klar Selbstverteidigung”.


Lager, wenig später

Milly saß am Lagerfeuer. Auf ihren Beinen lag das Henry Rifle. Sie polierte die Waffe mit einem geölten Lappen. Während Parker in seinem Zelt schlief kam der Marshall zu ihr. In der Hand zwei Blechtassen Kaffee. “Kaffee?”. Die junge Frau nahm die Tasse dankend an. Er setzte sich zu ihr. “Sie können damit gut umgehen Miss Henderson. Ich habe noch nie eine Frau so präzise vom Pferd schießen sehen”. Milly nickte und stellte die Kaffeetasse ab und nahm das Gewehr wieder. “Mein Pa hat mir alles beigebracht was er auch seinem Sohn beigebracht hätte. Ich habe vom Pferd Wölfe, Kojoten und Berglöwen geschossen die die Herde bedroht haben. Ich sagte ihn schon von anfang an, dass ich mich verteidigen kann”. Geräuschvoll schloss sie den Verschluss des Gewehres und legte es beiseite. Sie nahm wieder ihren Kaffee und nippte vorsichtig daran.

“Das sehe ich jetzt auch und es tut mir leid. Aber ich bin Südstaatengentleman und weiß wie man sich bei einer Dame entschuldigt. Mit einem Geschenk”. Er hob einen Patronengurt mit einem Holster daran. In dem Holster befand sich ein Revolver. “Der gehörte einem von Townsends Männern. Ich wette der vermisst ihn nicht”. Milly nahm den Gürtel an und zog den Revolver aus dem Holster. Ein Colt Open Top. Der Vorgänger des legendären Peacemakers. Kaliber .44. “Haben sie schonmal mit einem Revolver geschossen?” fragte er dann, was die junge Frau mit einem Kopfschütteln beantwortete. “Dann kann ich es ihnen zeigen Miss Henderson”. Milly stand auf. “Bitte….nennen sie mich doch Milly”. Der Marshall schien etwas erstaunt. “Na gut. Milly”.

Der Marshall hatte einige leere Konservendosen auf einem Felsen aufgereiht. “Also. Der Revolver ist anders als das Gewehr. Sie halten ihn nur in einer Hand.  Zum nachladen müssen sie mit dem Daumen den Hahn erneut spannen”. Mildred nickte und nahm den Revolver in die Hand. Mit den Daumen spannte sie den Hahn und zielte auf die Dose. Doch der erste Schuss ging daneben. “Versuchen sie es nochmal. Wie beim Gewehr. Kimme und Korn”. Milly nickte und zielte erneut. Diesmal wurde die Dose getroffen und in die Luft geschleudert.  “Sehr gut. Jetzt versuchen wir mal etwas schwereres”. Der Marshall stellte drei Glasflaschen auf den Felsen.

“Jetzt drei schnell hintereinander”. Sie nickte. Schnell feuerte sie drei Schüsse ab. Zwei der Flaschen wurden zerschossen. “Zwei von Drei sind nicht schlecht. Nochmal die dritte Flasche”. Mildred nickte und spannte den Hahn erneut, wodurch auch die Trommel rotierte. Diesmal traf sie die Flasche. “Sehr gut. Sie lernen wirklich schnell”. Milly nickte und holsterte den Revolver wieder. “Danke Sir” bedankte sie sich. “Ach nennen sie mich einfach Frank”. Milly lächelte und nickte. “Also Milly. Wollen sie mich womöglich begleiteten? Wir brauchen noch ein wenig Fleisch für den Kochtopf. Und das was wir nicht brauchen können wir zu Trockenfleisch verarbeiten”.


Rocky Mountains, Wald

Schon einige Zeit streiften die beiden durch das Unterholz. Der Marshall hielt seine Winchester in der Hand während Mildred ihr Henry Rifle hielt. “Hier Mildred. Spuren”. Der Marshall deutete in den Schnee. Milly begutachtete sie. “Irgendein gehüftes Tier. Ist zu klein für einen Elch oder ein Wapiti. Womöglich ein Weißwedelhirsch”. Der Marshall nickte anerkennend. “Ihr Vater hat ihnen wirklich alles beigebracht”.

Die Beiden folgten der Spur immer weiter in den Wald. “Psst. Dort”. Der Marshall deutete Milly hinter einem umgestürzten Baum in Deckung zu gehen. Sie hatten eine Gruppe Rocky Mountains Dickhornschafe ausgemacht. “Ich hoffe sie mögen Hammel”. Der Marshall legte an, hielt aber kurz inne. “Hier. Versuchen sie es”. Er hielt Milly dann seine Winchester hin. Etwas perplex nahm sie die Waffe an und zielte mit ihr. Ein Schuss peitschte durch die Landschaft. Sofort zerstreuten sich die Schafe. Nur eines blieb im Schnee liegen. Milly schien den Kopf getroffen zu haben, da es nicht mehr zuckte. “An ihnen ist ein Scharfschütze verloren gegangen”. Der Marshall pfiff sein Pferd herbei. Das knapp 120 Kilogramm schwere männliche Schaf wollte er nicht alleine zurück tragen.


Guns of the Wild West:

Name: Remington Model 1875
Typ: Single Action Revolver
Länge: 34,25 cm
Gewicht: 1,27 kg
Kaliber: .45 Long Colt
Magazinkapazität: 6 Schuss Trommel
Kommentar: Das Konkurrenzprodukt zu den Modellen der Firma Colt und Smith & Wesson. Ein Single Action Revolver mit fester Trommel und Single Action Abzug. Er verblasste hinter solchen Revolver wie dem Smith & Wesson Scofield oder dem Colt Peacemaker, da die Armee letzteren als Standardwaffe wählte. Was bleibst ist ein solider und verlässlicher Revolver mit dem Postkutschen ausrauben und seine eigene Haut verteidigen konnte.


Name: Colt Open Top
Typ: Single Action Revolver
Länge: 33 cm
Gewicht: 1,19 kg
Kaliber: .44 Henry Rimfire
Magazinkapazität: 6 Schuss Trommel
Kommentar: Der Colt Open Top ist eine Zwischenstufe zwischen den alten Perkussionsrevolvern und den modernen Patronenrevolvern. Der Name kommt davon, dass über dem Trommel nichts mehr liegt, womit er oben offen ist. Diese Waffe nutzt dieselbe Patrone wie das Henry Repeating Rifle. Der Revolver wurde nur von 1871 bis 1873 produziert, bis die Produktion zugunstes des Peacemakers 1873 nach zirka 7.000 Exemplaren eingestellt wurde.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast