Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Western / Revenge

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Revenge

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Historisch / P16 / Gen
23.05.2022
20.07.2022
9
13.697
3
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.06.2022 1.399
 
Rocky Mountains, Colter

Colter war eine Geisterstadt wie es sie viele gab. Städte gründeten sich dort wo es Arbeit gab wie eine Mine oder Ackerland oder eine Bahnverbindung zum Rest der USA. Anscheinend waren die Adern der Mine schnell ausgelaugt, denn die Stadt war verlassen. Die Arbeiter zogen weiter und ohne die Arbeiter starben auch die örtlichen Geschäfte weil sonst keiner an diesem gottverlassenen Ort lebte oder daran vorbeikam. Aber die Geisterstadt schien doch nicht so verlassen wie gedacht.

Der Marshall hatte mit seinen Begleitern in sicherer Entfernung Stellung bezogen. Er hatte alleine das Lager verlassen und war an die Stadt herangeritten. Das Pferd war in sicherer Entfernung angebunden und er lag auf einem Felsen mit seinem Fernglas. Das Winchester lag neben ihm auf dem Boden. Durch das Fernglas beobachtete er die Siedlung. Aus den Schornsteinen stieg Rauch auf. Auf dem Dach des höchsten Gebäudes war ein Wachposten, der aber wenig aufmerksam schien.

“Und Marshall?”. Parker näherte sich ihm von hinten. “Parker? Was machen sie denn hier? Was ist mit dem Lager?” fragte der Marshall im Flüsterton. “Die Kleine kann sich schon verteidigen. Immerhin hat sie gestern unser Abendessen geschossen”. Der Marshall gab das Fernglas an ihn weiter. “Was ist ihr Plan Marshall?” fragte Parker. “Ich hab noch keinen”.

“Darf ich etwas vorschlagen?” fragte der Revolverheld. Der Marshall nickte. “Ich gebe ihnen Deckung”. Nun hob der Gesetzeshüter eine Augenbraue. “Mit ihren Revolvern?”. Der alte Mann schüttelte mit dem Kopf und ging kurz zu seinem Pferd. Er kam wieder mit einem Sharps Cavalry Carbine Model 1874. Eine verkürzte Version des legendären Sharps Gewehres. Wohl das präziseste und schusskräftigste Gewehr des ganzen Westens mit einer Reichweite von etwa 1000 yards. “Ein kleines Geschenk von einem Freund in der Kavallerie” erklärte Parker. “Und sie können damit umgehen?”. Der Mann nickte. “Die Geschichte dass ich diesen Kopfgeldjäger vom Pferd geschossen habe ist wahr”. Demonstrativ öffnete Parker den Verschluss der Waffe und schob eine Patrone Kaliber .45-70 Government hinein. “Gut”. Er rutschte von dem Felsen herunter auf dem er lag in eine sitzende Position mit dem Rücken gegen den Felsen. Parker folgte ihm.

Marshall Cook schob .44-40 WCF Patronen in seine Winchester. “Was ist ihr Schlachtplan?” fragte Parker. “Ich gehe zu Fuß. Wenn ich auf Ärger stoße Feuern sie einen Schuss ab auf das erste Ziel was sie sehen”. Der Revolverheld nickte. “Ich suche mir eine gute Schussposition”. Der Gesetzeshüter nickte, schob die letzte Patrone in seine Waffe und betätigte den Unterhebel.

Der Marshall näherte sich in geduckter Haltung dem Lager. Er schaffte es unentdeckt an die erste Hütte heran. “Hast du was von Fred gehört?”. Sofort ging der Marshall neben dem Fenster in Deckung. Er konnte die Männer im inneren zwar gedämpft aber klar genug verstehen. “Nein. Aber es interessiert mich auch nicht. Dieser Muldoon ist eine kleine Ratte. Ich hab keine Ahnung warum Joe ihn toleriert. Der Typ kann nur schießen wenn die Anderen nicht zurückschießen. Hast du sein Gesicht gesehen als er diese Siedler abgeknallt hat?”. Kurze Stille. “Ich frage einfach wen anders. Dieser Arsch schuldet mir noch Geld vom letzten Kartenspiel” erklärte die andere Stimme. “Er wollte in die Stadt. Keine Ahnung ob er schon zurück ist”. Der Marshall hörte wie die Tür sich öffnete und schloss.

Er wagte einen Blick durch das Fenster. Nur noch ein Mann war im Raum. Dieser saß vor einem Kanonenofen mit dem Rücken zum Fenster. Kurz überlegte der Marshall, bis er gegen das Fenster klopfte. Der Mann fraß den Köder und ging an das Fenster heran. Als er es öffnete bekam er sofort den Kolben einer Winchester ins Gesicht.

Als er zu Boden ging sprang der Marshall durch das Fenster hinein und schloss das Fenster hinter sich. Der Outlaw lag ohnmächtig am Boden. Marshall Cook zog den Revolver des Mannes aus dessen Holster und entfernte die Patronen und kickte den Revolver in eine Ecke des Raumes. Ebenso entfernte er die Patronen aus der Schrotflinte, die an einem der Stühle lehnte. Als er sicher war, dass der Mann fürs erste außer Gefecht näherte sich der Gesetzeshüter dem Fenster an der Türseite der Hütte, sodass er ins innere schauen konnte.

An einem Feuer saßen einige Männer. Alle bewaffnet mit Repetiergewehren, Schrotflinten und Revolvern. Keine Spur von Joseph Townsend. Kurz überlegte er wie er das angehen sollte. Die Aufgabe wurde ihm aber abgenommen. Ein Schuss fiel und der Marshall sah wie der Wachposten vom Dach des Gebäudes fiel und im Schnee der Rocky Mountains landete. Anscheinend hatte Parker die Führung übernommen. Eilig schlug der Marshall mit dem Kolben seines Gewehres die Scheibe des Fensters ein und legte sofort mit seiner Waffe an. Er schaffte es einen der verwirrten Männer zu treffen, bevor diese sich in Deckung warfen und das Feuer aus allen Rohren. Sofort ging der Marshall in Deckung als ihm Kugeln und Holzsplittern um die Ohren. Die Wände der einfachen Hütten der Siedlung waren nicht sonderlich Dick. In Bauchlage kroch der Marshall hinter eines der Stockbetten die in der Hütte standen. Er wartete bis der Kugelhagel ein Ende hatte, wobei die Outlaws nachladen mussten.

Sofort sprang der Marshall auf seine Füße und ging in die Offensive. Er hatte die Tür aufgetreten und belegte die Outlaws mit seiner Winchester unter Dauerfeuer. Die Outlaws waren überrascht und zerstreuten sich. “Ich will nur Joe Townsend!! Ihr anderen seid mir egal!”. Einer der Outlaws nutzte die Chance. Er spannte den Hahn seines Spencer Karabiners und zielte genau. Die Hausecke hinter der er stand war genau im toten Winkel des Marshalls. Der Marshall zuckte zusammen, als eine Kugel im Nebel des Gefechtes sein Bein traf. Sofort drehte er sich in die Richtung des Schützens und feuerte einen Schuss ab, wodurch sich der Schütze hinter die Hütte zurückzog.

Fluchend humpelte der Gesetzeshüter hinter den Brunnen in der Mitte der Straße. Der Brunnen war aus Stein gebaut, weswegen es eine sichere Deckung war. Fluchend presste er die Hand auf die Stelle in seiner Hose, die sich langsam rot färbte. Ein Streifschuss. Sehr schmerzhaft, aber nicht gerade tödlich. Sein Glück dass dieser verdammten Outlaw wohl zu besoffen war um richtig zu zielen. Er nahm Patronen aus den Ösen seines Patronengurtes und steckte sie in das leer geschossene Winchester.

“Du verdammter Hund!”. Aus einer der Hütten stolperte einer der Outlaws. Eine Doppelflinte in der Hand. Die Waffe war schon älter denn sie erschien rostig. Der Mann drückte ab und der Hammer der Waffe fiel. Doch die Patrone schien nicht zu zünden. Sofort ließ der Marshall die Patrone in seiner Hand fallen und zog seinen Revolver. Ein einzelner Schuss brachte den Outlaw zu Boden. Es war viel zu offen hier draußen. Immer wieder hielten einzelne Schüsse die Outlaws in Deckung. Parker hatte eine sehr gute Schussposition gefunden, von der aus er große Teile der Siedlung unter Beschuss nehmen konnte. Der Marshall griff sich seine Winchester aus dem Dreck  “Los zum Stall!! Wir hauen ab!”. Die Outlaws zogen ab. Der Marshall stand auf und pfiff kräftig nach seinem Pferd. Sie würden ihm nicht entkommen. Dafür würde er persönlich sorgen.


Guns of the Wild West

Name: Sharps Cavalry Carbine 1874
Typ: Gewehr
Länge: 0,995 m
Gewicht: 3,7 kg
Kaliber: .45-70 Gouverment
Magazinkapazität: Einzelschuss
Kommentar: Der Sharps Karabiner war die Kavallerieversion des legendären Sharps Rifle. Das Sharps konnte ein wuchtiges Geschoss über weite Distanzen abfeuern, weswegen es gerade bei Großwildjägern beliebt war. Büffeljäger rotteten mit diesen Waffen die Büffel aus und nahmen den Indianern der Great Plains ihre Lebensgrundlage. Das Sharps hatte für die Zeit eine gewaltige Schusskraft und eine unerreichte Reichweite von knapp 1.000 yards. Es wurde von Jägern aber auch von den Soldaten der US Cavalry genutzt. Das Sharps war eine Waffe für den geübten Schützen und war durchaus tödlich in den richtigen Händen.


Name: Spencer 1860 Carbine
Typ: Repetiergewehr
Länge: 0,997 m
Gewicht: 3,74 kg
Kaliber: .56-56 Spencer Rimfire
Magazinkapazität: 7 Schuss
Kommentar: Der Spencer Repeater kam zusammen mit dem Henry Rifle auf. Der Vorteil war das größere Kaliber der Waffe. Der Nachteil war die langsame Schussfolge. Mann musste nach jedem Schuss den Unterhebel betätigen und den Hahn Manuell spannen. Etwas was bei Henry und Winchester automatisch passierte. Das Gewehr war beliebt bei der Kavallerie im Bürgerkrieg und den Indianerkriegen. Besonders gegen die Indianer war die höhere Schlagkraft von Vorteil. Jedoch geriet das Spencer immer mehr ins Hintertreffen. Nach 200.000 Stück wurde die Produktion im Jahr 1869 beendet als die Firma Spencer Bankrott ging.
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