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partager leur vie

von Faen
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug Plagg Tikki
21.05.2022
05.08.2022
6
7.736
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Dieses Kapitel
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05.08.2022 1.523
 
„Dann kannst du ja dein unnützes Hamsterwissen nutzen, um einen Hamster auszusuchen?“, sie kicherte, aber er verneigte sich nur kurz und bot ihr dann den Arm an, „Es wäre mir eine Freude, Mademoiselle.“ Marinette fühlte, wie ihre Wangen sich erwärmten, aber dennoch hakte sie sich bei ihm unter und ließ sich von ihm durch die, von kleinen Käfigen gesäumten Gänge führen.
„Dürfte ich diesen hübschen Gentlehamster empfehlen?“, er blieb vor einem Käfig stehen, dessen Schild verriet, dass es sich dabei um einen Goldhamster handeln sollte. „Hmmm ...“, sie betrachtete die kleinen Tiere im Käfig mit einem Lächeln, „Er ist wirklich ein sehr hübscher Hamster ...“ „Aber, er ist nicht nur einfach gutaussehend.“, Adrien deutete nun auf einen anderen Käfig, „Zwerghamster sind Entfesselungskünstler … Aber, Goldhamster sind … etwas zu kräftig für so etwas. Sie passen nicht durch die Gitterstäbe ...“ „Sehr wichtig.“, sie nickte, „Und, was sollte ich noch wissen?“ „Er ist außerdem ein Kurzhaarhamster.“, erklärte Adrien und dieses Mal runzelte sie die Stirn, „Und das ist etwas … Besonderes?“ „Ich will den kleinen Kerl ja nicht in Verlegenheit bringen ...“, er beugte sich zu ihr und Marinette fühlte ihre Wangen brennen, als sein Atem über ihren Hals strich und seine Lippen beinahe sein Ohr zu streifen schienen. Er war nahe, viel zu nahe … Sein Rasierwasser … Oh Gott … „Aber ...“, sie zuckte zusammen, als er nun flüsterte, „Ich finde die Langhaarigen zwar niedlicher, aber die Kurzhaarigen sind leichter in der Pflege ...“ „Is … Ist das so?“, brachte Marinette mühsam hervor, aber Adrien nickte nur, „Mhmmmm ...“
Ein lautloses Seufzen entrang sich ihrer Kehle und hastig trat sie einen Schritt zurück, wobei ihr Knie gegen eine Käfigecke stieß. Sie zischte schmerzerfüllt auf aber schon fühlte sie Adriens Hand auf ihrem Arm und ihre Wangen färbten sich dunkel, als sie an seinen Körper gedrückt wurde, „Mari …?“ „Es ist alles in Ordnung … Alles …. gut ...“, sie schloss die Augen und versuchte sich zu beruhigen, bevor sie dann einen Schritt zurücktrat und seufzte, „Ich bin verli … Ich meine, ich glaube ein Goldhamster wäre das Beste … Bist du einverstanden? Als mein … Mitbewohner … Nur, als mein Mitbewohner … Was auch sonst?“ Sie lächelte verlegen und ihre Finger verkrampften sich um den Saum ihres T-Shirts, als er sie von Kopf bis Fuß musterte, bevor er dann nickte, „Wenn du meinst …?“ „JA!“, sie nickte hastig und folgte Adrien durch die Gänge des Geschäfts.
Mission erfüllt.
Das Schlimmste war überstanden.

Oh, wie hatte sie sich geirrt!
Nur, weil sie sich nun auf die Art des Hamsters geeignet hatten, hieß das nicht, dass sie sich auf einen Hamster geeinigt hätten. „Der da?“, Marinette deutete auf einen Goldhamster, der sich gerade einen großen Sonnenblumenkern in die Backe stopfte, „Der ist niedlich … Er erinnert mich an … Nino.“
Nein, er erinnerte sie nicht an Nino, sondern an Chat Noir, wenn er sich hungrig über ihre … Ladybugs Mitbringsel hermachte und seine Partnerin dann beinahe entschuldigend … Nein, fast schon beschämt ansah…
„Oder der?“, hastig und in einem Versuch auf andere Gedanken zu kommen, deutete sie auf einen weiteren Hamster, der völlig begeistert quiekend in einem großen Hamsterrad lief und dann gleich auf einen anderen, der sich im Stroh versteckte, sodass man nur seinen flauschigen Hintern sehen konnte, „Der ist auch …“ „Der ist niedlich!“, ihre Aufmerksamkeit wurde nun von einem weiteren Hamster, der sie auf den Hinterbeinen stehend, beobachtete, „Oder den?“ „Ich mag den …“, erst als er sprach, erinnerte sie sich, dass Adrien neben ihm stand und sie spürte, wie ihre Wangen sich röteten, als sie rau hervorstieß, „Welchen?“ „Den ...“, sie zitterte,als er sich zu ihr beugte, wobei sein Atem sie wie eine wohlig duftende Wolke streifte, und dann auf einen kleinen Hamster, der in seiner Ecke saß, deutete. „Den?“, sie runzelte die Stirn, wirkte dieser Hamster doch wenig verspielt, sondern ungewohnt ernsthaft, wie er die beiden Menschen aus schwarzen Knopfaugen fast schon nachdenklich musterte. „Er erinnerte mich an ...“, Adrien räusperte sich und für einen Moment schien er fast unschlüssig, bevor er leise fortfuhr, „An meinen Vater ...“

Aber auch, als sie sich einen Hamster ausgesucht hatten, wurde es nicht besser. Er brauchte einen Käfig, ein Hamsterrad, Einstreu, weiche Polsterung für sein Häuschen, ein Häuschen, eine Trinkflasche und Näpfe … Und zahllose andere Dinge, die ein glücklicher Hamster zu brauchen schien, über die Marinette bisher aber noch niemals nachgedacht hatte.
Und all diese Entscheidungen mussten sie gemeinsam treffen!
Wichtige Entscheidungen.
Fast wie ein Paar …
Diese Art von Entscheidungen, die junge Eltern treffen mussten, wenn sie das Zimmer ihres gemeinsamen Kindes einrichteten … Oh nein … Sie durfte nicht darüber nachdenken, was wäre wenn … wenn sie … und Adrien … ein Kind … Oh nein … Sie durfte nicht … Emma hätte bestimmt seine grünen Augen …
„Ist alles in Ordnung, Marinette?“, wieder schrak sie zusammen, als Adrien ihr plötzlich eine Hand auf die Schulter legte und sie quiekte, „Alles … gut!“ Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Sie konnte das durchstehen … Sie musste sich einfach nur auf ihr Ba … den Hamster konzentrieren … „Also … “, sie räusperte sich und versuchte unbeteiligt zu klingen, als sie die zahllosen Sachen in ihrem Einkaufskorb skeptisch betrachtete, „Was fehlt uns noch?“ „Nur noch ...“, Adrien sah auf die Liste, die er vorbereitet hatte, „Kauspielzeug und … Futter.“ „Ich habe … dort hinten Kauspielzeug gesehen!“, sie deutete auf ein weit entferntes Regal und bevor Adrien noch reagieren konnte, war sie auch schon verschwunden.

Zuhause bauten sie gemeinsam den Käfig auf und setzten sich dann, den kleinen Hamster auf einer Decke zwischen sich habend, auf die Couch. „Wir müssen ihn an uns gewöhnen.“, Adrien streckte eine Hand aus und strich dem noch ängstlich wirkenden Hamster mit einem Finger über den Rücken, „Siehst du? So ...“ Marinette nickte nur, war das doch viel besser und lenkte sie eine Weile von ihren gefährlichen und unerwünschten Tagträumen über eine Heirat oder gar mögliche Kinder mit Adrien ab …
„Er braucht einen Namen.“, riss Adrien sie schließlich aus ihren Gedanken und prompt errötete sie, als sie bemerkte dass der Hamster so viel Zutrauen zu Adrien gefasst zu haben schien, dass er auf dessen Oberschenkel saß. „Wie wäre es mit Croissant? Er sieht … so aus?“ „Mmmmh ...“, Adrien streichelte ihn wieder, „Sir Hamsterlot?“ Sie krauste die Nase, „Baguette?“ „Nein … Bitte nicht.“, sein Lächeln war schief und seine grünen Augen wirkten etwas dunkler, „Bitte keine Esssachen … davon bekomme ich Hunger … und ...“ „Verstehe!“, quiekte sie eifrig und mit roten Wangen, wie hatte sie nur den Diätplan, der an ihrem Kühlschrank hing -und der keinerlei Camembert enthielt- vergessen haben, „Dann … Mona?“ „Monsieur Ham Ster?“, war sein Vorschlag und dieses Mal konnte sie nur schnauben, „Der Vorschlag hätte von Chat kommen können ...“
„Chat?“, eine steile Falte war auf seiner Stirn erschienen und sie erstarrte, „Ich meine … Äh … wir könnten ihn nach ihm nennen? Chat Noir? Das klingt doch … gut?“ „Ich weiß nicht.“, Adrien wirkte nicht überzeugt, „Es ist ein Hamster … keine Katze … Allerdings ist er blond wie Chat … Also ...“ „Du hast recht!“, stieß sie hastig hervor und fühlte, wie ihre Wangen glühten, als er sich mit einem wissenden Lächeln zu ihr beugte, „Könnte es sein, dass du ein Fan von ihm bist?“ „Ich?!“, ihre Stimme war eine Oktave zu hoch und ihre Gedanken rasten.
Adrien wusste nicht, dass sie Ladybug war …
Er hatte keine Ahnung, dass sie zusammen mit Chat Noir gegen Akumas kämpfte …
Und eigentlich … Sie und Chat waren Freunde.
Sehr gute Freunde sogar …
„Ja ...“, sie bemühte sich um ein falsches Lächeln, als sie etwas zu hastig nickte, „Ich bin ein Fan … ein großer Fan … sogar ...“ „Hm.“, Adrien lächelte, „Er ist wirklich cool.“ „Ähm ...“, sie räusperte sich und wechselte dann hastig das Thema, „Aber, Chat ist kein Name für einen Hamster … Und Noir auch nicht.“ „Hamsterabi?“, schlug er vor und streckte sich vorsichtig, sodass der kleine Hamster, der noch immer auf seinem Knie saß, sich nicht erschrak, „Ham and Eggs?“ „Ich dachte, du wolltest keine Esssachen?“, unterbrach sie ihn schließlich seufzend, „Außerdem wären Ham and Eggs zwei Hamster ...“ „Hn.“, Adrien schnaubte und nahm den Hamster nun vorsichtig in die Hand, „Ich habe keinen Vorschlag von dir gehört …?“ „Von mir ...“, Marinette musterte den Blonden, „Oder dem Hamster?“ „Von euch beiden ...“, Adriens Lächeln war scharf, „Er verdient einen hamstastischen Namen!“ „Hamsterabi klingt wie Kohlrabi.“, warf sie ein, aber er verwarf ihren Einwand gleich wieder, „Und ein Croissant ist etwas, das man zum Frühstück isst!“
War das etwa ein Streit?
Hatten sie ihren ersten Streit?
Oh nein, das war furchtbar!
Was, wenn Adrien nun ausziehen würde?
Wenn er nie wieder mit ihr reden wollen würde?
Was, wenn … sie keine Freunde mehr wären?
Warum bestand er unbedingt auf ein Hamsterwortspiel?
Oh Gott, was wäre wenn …
… wenn sie gar nicht zusammenpassen würden?
Was wäre denn, wenn sie die Namen ihrer Kinder aussuchen müssten?
Was, wenn er Emma, Hugo und Louis nicht mögen würde?
Was, wenn er sie Chloé, Chantalle oder Kevin nennen wollte?!?
„Das ist ein Desaster ...“, murmelte sie und wurde sich plötzlich bewusst, dass Adrien sie anstarrte, als hätte sie versucht den Hamster umzubringen, „Oh ...“ „Warum möchtest du ihn Desaster nennen?“, erkundigte er sich und rasch senkte sie den Blick, „Ich … Nein … Ich meine … Ich wollte immer … und nun … streiten wir uns über einen Namen ...“ „Ich ...“, Adrien leckte sich nervös über die Lippen, „Kann ich noch einen Namen vorschlagen?“ „Ich … ja?“, antwortete sie vorsichtig, aber konnte es noch schlimmer als Hamsterabi werden?
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