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Erdbeerkuchen, der neue Mitbewohner [Beyond]

von Moerf
Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P12 / Gen
16.05.2022
16.05.2022
1
1.513
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16.05.2022 1.513
 
Dieser OneShot ist ein sogenannter “Fanwunsch” von Midorima. Man kann es gerne als einen kleinen Spin-Off meiner Geschichte Beyond betrachten. Der Charakter Erwin ist bereits in Beyond vorgekommen und der weitere Charakter, der hier Erwähnung findet, kann durchaus ebenfalls in der Originalgeschichte vorkommen.
Also, Midorima! Ich hoffe, dir gefällt die Story :)




R.I.P Berry


Als Erwin nach seinem Besuch am See im Verbotenen Wald zurück in sein Büro kehrte, ahnte er noch nicht, was noch alles auf ihn zukommen würde. Woher hätte der 26-Jährige auch wissen können, dass ein Stück Kuchen eine Seele hatte? Die Antwort lautete: gar nicht. Denn diese Art von Wesen waren nun wirklich nicht in der Welt bekannt. Nicht einmal in Kindergeschichten oder Märchen tauchten solche Kreaturen auf. Und an diesem Tag sollte der junge Hogwartslehrer eines besseren belehrt werden.

Der blonde Mann beachtete seinen Schreibtisch nicht, an dem er vor wenigen Stunden gesessen und fokussiert in seinem Notizbuch geblättert hatte. Sonst hätte er bemerkt, dass er den Kuchen, welcher am Rande des Schreibtisches stand, nicht mehr in seiner Matscheform vorfinden würde, wie er ihn zurückgelassen hatte. Erwin wollte nur noch ins Bett und begab sich in sein Gemach, um den Tag ausklingen zu lassen. Obwohl sein erster Schultag von Erfolg gekrönt war, erlitt er bei seinem persönlichen Ziel eine Niederlage und das machte ihm zu schaffen.

Doch er sollte weder an seinen besten Freund denken können, noch zur Ruhe kommen. Denn nachdem er sich umgezogen ins Bett legte, fühlte er etwas weiches unter seinem Körper, was ihn erschreckte. Schnell breitete sich auf seinem Körper eine Gänsehaut aus und er sprang, wie von einer Tarantel gestochen, aus dem Bett, nur um festzustellen, dass auf der Matratze irgendeine Pampe verteilt lag, die sehr stark an einen Erdbeerkuchen erinnerte.

Erwin runzelte die Stirn. Spielte ihm jemand einen Streich? War es vielleicht einer seiner Schüler, die etwas gegen seine Autorität hatten? Nein. Es war ein weiteres Wesen, welches sich ihm erkennbar machte, indem es sich aus der Unsichtbarkeit offenbarte. Das Wesen war klein, fast schon winzig. Es besaß die größer einer menschlichen Hand. Zudem hatte es knallrotes Haar, Haut weiß wie Schnee und saß im Schneidersitz auf einer fliegenden Erdbeere.

Erwin seufzte und hatte keineswegs vor, sich seinem Schicksal zu ergeben. Ein plötzlich aufgetauchtes Wesen würde ihm jetzt nicht den Abend verderben. Nein! Er zauberte den Schund hinfort, legte sich ins Bett und erlebte die Prozedur erneut. Wieder stand er auf den Beinen und glotzte die fliegende Erdbeere finster an. “Wenn du Leben möchtest, rate ich dir, mich in Frieden zu lassen”, drohte Erwin mit kühler Stimme und wartete darauf, dass sich der ungebetene Gast vom Acker machte. Allerdings schien der Rotzlöffel Spaß daran zu haben, Erwin zu ärgern. Die Erdbeere verschränkte die Arme und verdeutlichte, dass sie nicht verschwinden würde. Stattdessen zauberte es sich eine Erdbeere und biss genüsslich hinein. Unter anderen Umständen hätte Erwin bei dem Anblick wohl gelacht. Immerhin war die Frucht so groß wie das Wesen selbst.

“Auf mir herumstochern, bis mir die Knochen brechen, konntest du aber gut!”, schimpfte das Wesen mit einer niedlichen, frechen Stimme.

Dann erst ging Erwin eine Glühbirne an und er erinnerte sich daran, einen Erdbeerkuchen auf dem Tisch gehabt zu haben. Gleichzeitig fiel ihm aber auf, dass er gar nicht wusste, woher der Kuchen eigentlich kam. Er dachte an Noels Worte zurück und an L.R, die beide sagten, dass es in “dieser” Welt keine magischen Wesen gab. Woher kam also der Kuchen? Und warum überhaupt ein Kuchen?!

Erwin musterte das rote Wesen, dessen gleichfarbige Augen vor Wut und Schmerz funkelten. Auf der viel zu hellen Haut, hatten sich blaue Flecken und Blutergüsse abgebildet. Der Blonde konnte kaum glauben, dass er tatsächlich dafür verantwortlich sein sollte. Da er nichts auf die Aussage der Erdbeere geantwortet hatte, wurde er mit Erdbeeren abgeworfen, die auf seiner weißen Schlafkleidung unschöne Flecken hinterließen, die sich niemals rauswaschen lassen würden.

“Hör sofort auf damit!”, befahl Erwin und hatte langsam genug von den Aktionen eines Winzlings. Dann schnippte das Wesen mit den Fingern und zauberte eine riesengroße Erdbeere herbei, die es auf den blonden Mann jagte. Die Frucht zerplatzte und die gesamte Masse verteilte sich in dem Schlafzimmer. Erwin wurde auch nicht verschont, weil sehr viel Fruchtfleisch an ihm klebte.

Das Wesen kicherte und drehte sich überkopf. Doch dann griff Erwin wütend danach und hielt es fest, so dass es sich nicht befreien konnte. Ein gequälter Gesichtsausdruck folgte, weil Erwin aus dem Akt der Aggression die Wunden des Winzlings vergaß. Er wollte die Erdbeere hochkant aus seinem Zimmer verbannen, aber er kam für einen Augenblick zur Besinnung. Warum sollte er das Wesen auch wegstoßen, wenn es ihm helfen könnte, seinen besten Freund zu finden? Außerdem war er kein schlechter Mensch, um einen Verletzten achtlos umherwandern zu lassen.

Er lockerte seinen Griff und setzte die Erdbeere auf die Kommode. Dann holte er aus einer Schublade, in der einige Medikamente und Balsame lagen, eine kleine Dose heraus. “HILFE!! ICH WERDE GLEICH VERGEWALTIGT!!!”, schrie das Wesen so laut wie es konnte, wobei es immer noch zu leise war und niemand es hören würde, der nicht unmittelbar vor der Schlafzimmertür stand. Erwin fluchte innerlich und musste sich zurückhalten, es nicht doch lieber in einen Müllcontainer zu stopfen.

Er öffnete die Dose und mit seinem kleinen Finger nahm er ein wenig der Creme, die sich darin befand und reibte vorsichtig die wunden Stellen der Erdbeere damit ein. Die Erdbeere machte große Augen, als sich die Schmerzen linderten und die Flecken verschwanden. Dann lächelte das Wesen breit und freute sich gewaltig. Es hüpfte umher und vollführte eine Art Tanz, der ziemlich merkwürdig aussah. Aber Erwin ließ es einfach machen und nutzte die Chance in sein Bett zu flüchten, selbstverständlich nicht ohne sich sauber gezaubert zu haben.


Als er im Bett lag, gesellte sich die Erdbeere zu ihm, ehe auch es sich die Freiheit nahm zu entspannen. Erwins Gesichtsausdruck verkrampfte sofort, er seufzte dann und überlegte das Gespräch zu suchen.

“Wie heißt du?”, fragte er die Erdbeere, dessen Geschlecht er ebenfalls nicht kannte. Er tippte zwar auf einen Jungen, aber es könnte auch ein Mädchen sein.

Die Erdbeere blinzelte mehrmals und neigte den Kopf schief. “Ich hab keinen Namen”, sagte es dann traurig. Erwin überlegte einen Moment und drehte sich dann auf die andere Seite. Aber auch da hatte der Lehrer keine Ruhe vor der Frucht. Das Wesen kletterte auf seine Schulter und rutschte hinunter, um Erwin in die Augen sehen zu können. Irgendwie wirkte es harmloser als vor wenigen Minuten.

“Hey!”, sagte das Wesen, als hätte es eine grandiose Idee und zauberte eine Erdbeere in seine kleinen Hände, “Hier, nimm. Als Dank”. Erwin seufzte, mal wieder. Er war an diesem Abend ganze zwanzig Jahre älter geworden, das spürte er. Danach setzte er sich auf und nahm die Erdbeere an. Erneut lächelte das Wesen breit und wartete gebannt auf die Reaktion des Zauberers. Dieser staunte nicht schlecht, als er die Erdbeere in den Mund nahm und den vollen Geschmack erfuhr. Die Erdbeere war angenehm süß, saftig und von der Konsistenz genau perfekt. Erwin liebte Erdbeeren, aß sie aber eher selten, da sie oftmals nicht gut schmeckten.

“Also, Berry”, fing der Blonde an und gab der Erdbeere einen geschlechtsneutralen Namen, “Warum bist du hier?”. Das Wesen, ab heute Berry genannt, fühlte sich geschmeichelt und wurde rot auf den Wangen. Hätte es nicht eine viel zu helle Hautfarbe, wäre die Errötung vermutlich nicht so deutlich gewesen. Um seine Antwort zu präsentieren, plapperte Berry drauf los. Von der Vergangenheit und der Familie, die es im Stich gelassen hatte, die einsame Reise durch die Gegend und wie es sich stets versteckte und zum Schluss, wie es auf Erwin aufmerksam wurde und ihm folgte.

“Du bist also ein Stalker”, kommentierte Erwin stumpf und wurde von der erhaltenen Antwort überrumpelt. “Ich stalke gerne, was mir gefällt”, grinste Berry dreckig und schmiss sich in eine verführerische Pose. Erwin lernte nicht nur ein Wesen kennen, an das er bis heute nicht glaubte, sondern auch, dass Berry ziemlich selbstgefällig war und gerne Menschen ärgerte.

“Pff, so ein Winzling wie du kann mich nicht überzeugen”, sagte Erwin selbstsicher und war davon überzeugt, diese Diskussion, die völlig unnötig war, gewonnen zu haben und sie damit zu beenden.

Berry schnippte jedoch mit zwei Fingern und nahm die Größe eines Teenagers an, welches gleichzeitig auch sein Alter verriet. “Wenn die Größe das Problem ist…”, er leckte sich über die grinsenden Lippen. Zudem stieg Erwin der Geruch von frischen und saftigen Erdbeeren in die Nase. Nun war auch ihm klar, dass es sich tatsächlich um einen Jungen handelte, der ziemlich dreist war und sich wahrlich etwas erlaubte. Aber nicht mit ihm. Auf keinen Fall.

Niemand weiß, was in dieser Nacht alles geschah. Aber eines war sicher: Erwin hatte ab dem heutigen Tag einen Mitbewohner.

That escalated quickly.
Ich bedanke mich bei Midorima, mich auf diese unrealistisch gute Idee gebracht zu haben. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß bereitet einen Charakter wie Erwin in so eine Situation zu stecken. Ich hoffe daher, dass es dir Midorima und auch allen anderen Lesern etwas Unterhaltung geboten hat!

 
 
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