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2022 05 16: Ich bin keine Maschine! [by Laila]

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
16.05.2022
16.05.2022
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Dieses Kapitel
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16.05.2022 1.084
 
Tag der Veröffentlichung: 16.05.2022
Titel der Geschichte: Ich bin keine Maschine!
Song:  Keine Maschine von Tim Bendzko
Autor: Laila
Kommentar des Autors: Nicht jeder Tage ist gleich und manchmal wird es eben zu viel. Zu viel Stress oder auch Verantwortung.


Müde ließ sich Venom auf dem Sofa nieder und schloss die Augen. Er war müde und seine Knochen taten ihm weh. Was gar nicht möglich sein sollte. Immerhin war er ein Vampir und spürte keinen Schmerz, aber leider war es im Moment anders.
Das Training der neuen Rekruten war hart.
Es gab auf Helios V eine Akademie für Soldaten und Venom war einer der Besten. Der Vampir war alt und mächtig. Nicht nur im Kampf war er bewandert, sondern auch in Sachen Magie.
Er war vielleicht kein Hexenmeister, aber ein paar Dinge beherrschte er auch.
Sein wahres Alter wusste niemand, nur, dass er auf der Erde als Mensch geboren wurde und dann zu den Sternen reiste. Dort wurde er zu einem Vampir und arbeitete seit Jahren für den Rat von Helios.
Er hatte schon tausende Krieger ausgebildet und war mit diesen in die Schlacht gezogen.
Aber heute war er müde und kraftlos. Er war eben keine Maschine.
Vielleicht konnte sein Freund Steve ihn ein wenig aufheitern.

Ein paar Tage später war er zusammen mit Ash und Jonas auf einer Mission auf einer anderen Welt. Reno, ihr Pilot, hatte sie sicher dort abgesetzt und den Spacejumper in der Nähe geparkt. So konnten sie zur Not verschwinden, wenn es gefährlich wurde.
Aber Venom hoffte es nicht.
Er war immer noch müde und fühlte sich kaputt. Vielleicht lag es doch an seinem Alter.
Oder aber daran, dass er immer funktionierten musste. Jeden Tag Training oder sie zogen in den Kampf. Hinzu kamen die stundenlanden Sitzungen im Ratssaal. Das war nicht seins.
Verhalten gähnte er und hoffte, dass keiner seine Schwäche sah. Wobei es nicht so weiter gehen konnte.
Er wollte endlich wieder leben, frei sein und die Zeit mit Steve verbringen. Nur leider sah es im Moment nicht danach aus.
Jeden Tag kam etwas Neues und er musste bereit sein.
Das war eben der Nachteil, wenn man einer der besten Krieger der Galaxie war.
Zusammen mit seinem Team sondierten sie die Gegend und suchten nach dem Raumschiff. Dieses war dank hochentwickelter Technik getarnt und so mussten sie erst den Schutzschild knacken und die Energiezufuhr lahmlegen. Was für Jonas aber kein Problem war.
Danach ging es mit gezückten Waffen und geduckt weiter.
Das Raumschiff war riesig und Venom war sich nicht sicher, was sie erwartete.
Die Mission beinhaltete das Sammeln von Daten und sie sollten einen Datenstick aus dem Raumschiff mitnehmen.
„Seid vorsichtig, nicht dass wir einen Alarm ausgelöst haben. Höchste Alarmbereitschaft. Bleibt auf Funk“, meinte Venom.
Er gab den anderen ein Zeichen, so dass sie sich aufteilen konnten. Er würde zusammen mit Reno auf Erkundung gehen. Ash und Jonas waren das andere Team. Die beiden harmonierten perfekt miteinander.
„Ich will alle fünf Minuten Meldung. Wenn ihr auf Gegner trefft, verschwindet, wenn möglich. Einen Kampf gehen wir aus dem Weg“, erklärte der Vampir.
Leider war das einfacher als gedacht.

Schon nach wenigen Minuten trafen Reno und er auf gegnerische Soldaten. Diese zogen auch sofort ihre Waffen und orderten Verstärkung.
Ein ohrenbetäubender Alarm ging los, als noch mehr Soldaten erschienen. Venom fluchte leise und zog sein Schwert. Die Waffe hatte er bereits in der Hand. Kurz wanderte sein Blick zu Reno und dieser nickte leicht. Sie würden kämpfen, zur Not bis zum bitteren Ende.
Die Soldaten griffen an und Venom tat alles, um seine Leute zu schützen.
Nur im Hintergrund hörte er Reno rufen und dessen Schüsse. Der Mann war nicht nur ein herausragender Pilot, sondern auch ein begnadeter Schütze. Aber hier auf engsten Raum war das alles nicht einfach.
„Kommt zu uns und dann ziehen wir uns alle zurück. Wir müssen hier weg. Es sind zu viele Gegner“, rief Venom.
Er drängte einen Soldaten zur Seite und schlug einen zweiten mit dem Schwert nieder. Aber schon wurde dieser ersetzt.
Das Ganze schien eine Falle zu sein und Venom knurrte.
Auch wenn sie gut waren, gegen diese Horden hatten sie keine Chance.
Er gab Reno einen Wink und dieser schoss erneut drei Gegner nieder. Dann wandte er sich um. Ash, Jonas und Venom bildeten einen losen Kreis um ihn und Reno zog ein kleines Gerät aus der Tasche. Sekunden später erschien ein Teleporterstrahl und sie standen draußen in der Nähe ihres Schiffes.
Jonas schnappte nach Luft und beugte sich nach vorn.
Das war knapp gewesen. Zum Glück lebten sie noch. Aber die Mission war gescheitert.
Der Krieger sah an sich herab und verzog das Gesicht. Blut und andere Innereien klebten an seiner Kleidung. Er stank fürchterlich.
Jonas verzog das Gesicht und sah zu Venom. Dieser hielt sich den Arm. Blut tropfe zu Boden.
„Boss, alles gut? Das war ja mal ein Abenteuer. Warum haben wir nicht weitergekämpft? Die hätten wir besiegt“, meinte Ash und grinste die anderen an.
Der Vampir knurrte genervt und schüttelte den Kopf. Sie mussten hier weg. Die Soldaten würden sie finden. So folgte er Reno zu ihrem Schiff und ließ sich dort auf einem Sitz nieder. Sein Arm brannte immer noch. Die Blutung hatte zwar nachgelassen, aber der Schmerz war noch da.
„Bist du völlig verrückt? Wir haben es gerade so geschafft zu entkommen. Ohne den Teleporter wären wir jetzt alle tot“, machte Reno seiner Laune Luft.
Dem konnten Jonas und Venom nur zustimmen.
Aber Ash grinste nur. Ihm machte so etwas Spaß.
„Ach kommt schon, Leute. Das war einfach nur geil. Das war ein Auftrag nach meinem Geschmack“, gab dieser zurück.
„Nein, war es nicht. Ich bin keine Maschine und so geht es nicht weiter. Das war es jetzt endgültig. Ich habe die Nase voll von diesen Missionen. Das hier war eindeutig eine Falle und du willst zurück? Bitte, aber ohne mich. Ich will mein Leben zurück und es selber gestalten. Ich will ein Leben mit Steve und nicht ständig kämpfen und neue Rekruten trainieren. Schluss damit.“
Er schwieg kurz und sah seine Leute an.
„Bring uns zurück, Reno und ich will kein Wort hören.“
Damit schloss er die Augen und lehnte sich zurück.
Die Freuden sahen sich betreten an und selbst Ash schwieg.
So kannten sie ihren Boss nicht, aber sie konnten ihn auch verstehen. Ob der Rat ihn aber gehen ließ, war die anderen Seite.
Daran wollte jetzt niemand von ihnen denken.
Venom hatte seine Gefühle ausgesprochen und Reno brachte sie zurück. Der Rest würde sich zeigen.

ENDE
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