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Durch den Tartaros

von Valkyr
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
16.05.2022
19.05.2022
2
6.414
9
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4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
16.05.2022 2.963
 
Hallöchen!

Willkommen zu meiner neuen Fanfiktion
« Durch den Tartaros »
Den Titel habe ich gewählt, weil der Tartaros in der griechischen Mythologie als Strafort der Unterwelt gilt.
Ich hoffe wirklich, euch wird dieses Student x Student Projekt gefallen!
Leider kann ich noch nicht sagen, wie regelmäßig ich ein Kapitel veröffentliche, aber ich bin aktuell fleißig dran!

*Kapiteltitel: Die Theogonie ist der bekannteste Mythos zur Weltentstehung von Hesiod, einem griechischen Dichter: Am Anfang gab es das Chaos.
Als Titel gemeint für den Anfang von allem, was noch folgen wird...

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über eure Meinung dazu!

Liebe Grüße
Eure Valkyr

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 « Durch den Tartaros »  

1. Kapitel - Die Theogonie


Es war ein regnerischer Morgen im September, als die Schule wieder begann und die Oberstufe der Storybrooke High School eine neue Schülerin bekam: Regina Mills, eine 17 Jährige, junge Dame mit dunklem, schulterlangen Haar, das ihr schmales Gesicht mit den haselnussbraunen Augen, den langen Wimpern und vollen Lippen umrahmte. Im Allgemeinen galt sie als Naturschönheit, barg jedoch einen kleinen Makel: Eine Narbe, die schräg auf der rechten Seite ihrer Oberlippe verlief. Von der Statur her war sie schlank gebaut und maß nicht ganz 1,60m in der Körpergröße. Die nur wenig ausgeprägt weiblichen Kurven, die sie besaß, versteckte sie zumeist gekonnt unter ihrer Kleidung, sodass sich kaum erahnen ließ, was sich unter dem Stoff befand.

Sie musterte sich in einem Standspiegel in ihrem Zimmer, als sie soeben die Krawatte band, die zur Schuluniform gehörte. Zwar war diese zu tragen keine Pflicht, doch stand es jedem Schüler frei. Man musste nun sagen, dass Regina es gar nicht anders kannte, denn hatte sie zuvor nur Privatschulen besucht, zumeist reineweg für Mädchen, in denen ausschließlich Uniformen getragen wurden. Umso größer war die Aufregung, dass sie nun wirklich eine herkömmliche Schule besuchen würde.

Es war ihr Vater gewesen, Henry, welcher in Italien lebte und dort ein großes Weingut besaß und führte, der sich dafür eingesetzt hatte, dass Regina ihr letztes Schuljahr an einer öffentlichen High School absolvierte. Ihre Mutter, Cora, war zunächst dagegen gewesen, aber Henry hatte darauf bestanden, da er zum einen nicht mehr gewillt war, die Kosten für eine Privatschule zu zahlen und es zum anderen als wichtig erachtete, dass Regina einen Bezug zu einem gewöhnlichen Lebensstandard bekam. Er glaubte, dass eine normale High School gut für das Sozialverständnis wäre und man Regina zudem nicht ständig von der Außenwelt abschotten konnte. Sie musste den Umgang mit Leuten aus allen Schichten kennen lernen.

Es hatte Cora ganz und gar nicht gefallen, aber da es in Storybrooke ohnehin keine adäquate Privatschule gab, hatte sie sich dann doch dazu überreden lassen. In New York war das natürlich etwas völlig anderes gewesen, aber da sie aus beruflichen Gründen nach Storybrooke ziehen mussten, war es wohl die einzige, sinnvolle Möglichkeit, Regina tatsächlich auf eine öffentliche Schule zu schicken. Allerdings versuchte Cora, welche nicht nur einen guten Job bei einer Bank hatte, sondern zudem streng konservativ war, Regina so gut wie möglich von allem weiterhin fernzuhalten und die alten Gewohnheiten beizubehalten. Allein deshalb schon war Regina gezwungen, die Schuluniform zu tragen, sich nicht zu schminken und generell jegliche Interessen der Jugend zu ignorieren.
Aber Regina kannte es auch nicht wirklich anders. Nach außen hin waren sie stets seriös, verkörperten Reichtum, Autorität und Disziplin in allen Lebenslagen. Bisher war das auch nie ein Problem gewesen, denn war es bei den meisten Familien so, die ihre Kinder auf eine Privatschule schickten. Aber wie würde es jetzt sein? Ein wenig befürchtete sie, dass sie negativ auffallen könnte, weil sie aus einer wohlhabenden Familie stammte. Aber das bliebe wohl abzuwarten...

Tief atmete Regina durch und betrachtete sich noch einmal im Spiegel, ehe sie nach dem Blazer griff, der zur Uniform gehörte und ihn überzog. Er war schwarz, mit dem Schulemblem auf der linken Brustseite. Es stellte ein zweifarbiges Wappen dar; Links ein schwarzes, aufgeklapptes Buch auf weißem Hintergrund, rechts eine weiße Krone auf schwarz. Darunter befand sich mittig eine Banderole, auf der „EST. 1983“ stand. Und gebogen, in geschwungener Schrift, stand „Storybrooke High School“ über dem Wappen.

Regina zupfte die Ärmel zurecht und richtete den Kragen, dann wandte sie sich vom Spiegel ab, nahm ihre Schultasche und verließ das Zimmer. Noch immer kam ihr das große Haus, indem sie nun lebten, sehr befremdlich vor, als sie durch den langen Flur, zur Treppe und nach unten ins Foyer ging, wo Cora bereits wartete. Wie immer, trug diese einen Hosenanzug, das dunkle Haar fiel wellig auf ihre Schultern und ihr Gesicht wurde von dezentem Make-up betont, was jedoch nicht wirklich verbarg, dass es sich bei ihr um eine Ende 40-jährige Frau handelte.

„Lass dich ansehen“, sagte sie, kaum, dass Regina vor ihr stand. Eingehend musterte sie sie. „So geht das nicht“, sie rückte Reginas Krawatte zurecht und zupfte hier und da an ihrer Kleidung. Zu guter Letzt knöpfte sie den Kragen von Reginas Bluse zu, woraufhin diese einen gar erstickten Laut von sich gab. „Stell dich nicht so an. Meine Tochter läuft bestimmt nicht wie ein leichtes Mädchen herum. Nun...“, sie nahm Reginas Gesicht in die Hände und prüfte es auf Schminke. Sie trug lediglich ein wenig Wimperntusche.

„Hm...“, machte Cora, „da es der erste Tag ist, will ich eine Ausnahme machen. Aber nächstes Mal lässt du die Finger vom Make-up, verstanden?“
„Ja, Mutter“, erwiderte Regina monoton und festigte den Griff um den Träger ihrer Tasche, bis dieser leise knirschte.
„Gut, dann lass uns gehen. Nicht, dass du zu spät kommst.“
So stiegen sie in Coras Wagen, einem schwarzen Mercedes und fuhren zur Schule.

Als Regina ausstieg, seufzte sie. Keine aufmunternden Worte zum ersten Schultag, kein „Viel Glück“ oder „Viel Spaß.“ Nichts dergleichen. Nur ein, „Ich weiß, wann du Schluss hast, Melde dich von zu Hause aus, wenn du da bist, damit ich weiß, dass du dich nicht irgendwo anders herum treibst.“
Es stimmte Regina traurig, aber sie ließ es sich nicht anmerken. Im Grunde hatte sie auch nichts anderes erwartet, wenn auch darauf gehofft...

Mit ausdrucksloser Miene ging sie ein paar Schritte von der Straße weg, ehe sie auf einem breiten Kiesweg stehen blieb, der unmittelbar zum Schulgebäude führte. Zu den Seiten waren große Rasenflächen, auf denen jeweils ein großer Apfelbaum stand. Der Weg selbst war umsäumt von kleineren, gepflegten Bäumen mit dazwischen befindlichen Sitzbänken. Nochmals holte sie tief Luft und setzte sich wieder in Bewegung, während sie den Blick umherschweifen ließ. Ein paar Schüler tummelten sich auf den Wiesen oder saßen auf den Bänken, unterhielten sich oder begrüßten sich freudig nach der langen Ferienzeit.

Wie Regina schnell auffiel, wurde die Uniform hier von keinem zur Gänze getragen, aber schien man dennoch stolz genug zu sein, dieser Schule anzugehören, dass man zumindest Teile davon am Leib trug. So waren manche mit Bluse oder Hemd und Krawatte ausgestattet, trugen aber gewöhnliche Jeans dazu. Andere hatten den Schulblazer über die Alltagssachen gezogen und wieder ganz andere trugen eher sportliche Jacken oder T-Shirts, die augenscheinlich den Namen oder das Zeichen der Schulmannschaft zeigten.

Sollte die Uniform doch eigentlich dem entgegen wirken, sich wie ein Außenseiter zu fühlen, kam Regina sich jetzt schon genau wie einer vor. Als würde sie damit rebellischer wirken, öffnete sie hastig den Knopf ihres Kragens und atmete erst einmal gar erleichtert auf; Sie hasste dieses beklemmende Gefühl um die Kehle. In Gedanken aber hörte sie schon die Stimme ihrer Mutter, wie sie sie ermahnte, den Knopf wieder zu schließen. Da spielte sie glatt mit dem Gedanken, sogar noch die Krawatte zu lockern, verwarf dies aber mit einem Kopfschütteln wieder und ging weiter.

Kurz bevor sie das Gebäude dann betrat, musterte sie es einmal. Es war ein großer, eckig geschnittener Bau mit drei Stockwerken, den Fenstern nach zu urteilen. Nur der Mittelteil war etwas weiter nach vorn versetzt, höher und lief in einem Spitzdach nach oben zu. Knapp unter dem Dach befand sich eine große Uhr und die Fensterreihe des vierten Stocks. Darunter war ein großes Schild mit dem Namen der Schule und dann auch schon die große Eingangstür. Zu den Seiten dieser war je ein Banner, eines mit dem Schulwappen, das andere mit dem Logo der Mannschaft; „Storybrooke Red Wolves“ stand in kritzeliger Schrift auf rotem Hintergrund über dem schwarzen Kopf eines grinsenden Wolfes.

Leicht legte Regina den Kopf schräg, schien man hier doch sehr stolz auf die eigene Mannschaft zu sein. An ihren vorherigen Schulen hatte es so etwas nicht gegeben, weswegen sie bereits eine gewisse Neugier verspürte, was für eine Sportart hier betrieben wurde und wie sich der Mannschaftsstolz auf die Schüler auswirkte.

Derweil Regina das Gebäude betrat und das Sekretariat aufsuchte, war in den meisten Klassenräumen bereits der Teufel los. Ruby, eine meist etwas aufgedrehte und auffällige junge Dame mit roten Strähnen im schwarzen Haar, stark geschminkt und recht freizügig gekleidet, saß auf ihrem Tisch und ließ geräuschvoll eine Kaugummiblase platzen. Gelangweilt sah sie von ihrem Handy auf und zu Emma, eine legére gekleidete Blondine mit grünen Augen.

„Hast du schon das neue Lied von der Schulband gehört?“
„Nope“, sagte Emma eher beiläufig, während sie in ihrer Tasche kramte, „na toll, ich hab' mein Etui vergessen.“
„Ach, kannst 'n paar Stifte von mir haben.“
„Ja klar. Ich komm' drauf zurück, wenn ich meine Notizen in pinker Glitzerschrift haben will.“
Ruby grinste. „Wenn schon, dann sind sie rot.“
„Aber mit Glitzer“, raunte Emma und ließ von ihren Sachen ab, „egal. Stimmt es eigentlich, dass wir 'ne Neue kriegen?“
„Glaub' schon. Bestimmt die, die in die Mifflinstreet gezogen ist. Zumindest glaube ich, dass da ein Mädel in unserem Alter dabei war.“
„Hm. Hoffentlich kein verklemmtes Mauerblümchen.“
Ruby gab einen angewiderten Laut von sich. „Bloß nicht. Wir brauchen nicht noch 'n Sidney.“

„Worum geht’s?“, mischte sich Neal mit ein, ein Freund der beiden, der gewöhnlich in der hintersten Reihe saß.
„Dass wir vielleicht 'ne Neue heute kriegen sollen und Ruby vermutet, dass es die sein könnte, die jetzt in der Mifflinstreet wohnt.“
„Oh scheiße... Ich weiß von meinem Dad, wie teuer dieses Haus ist und da ist bestimmt keine flippige Punkrockerin eingezogen.“
Emma und Ruby lachten. „Tja, dann haben wir sicher Pech. Auch wenn etwas Frischfleisch in unserer Klasse mal ganz cool wäre“, sagte Ruby, „aber dann wird’s vermutlich so 'ne richtig spießige Streberin.“

„Also wenn wir echt noch einen Sidney kriegen, schwänze ich erst recht.“
Bevor sie weiter reden konnten, ertönte der Gong und sie nahmen ihre Plätze ein. Der einzige freie Platz war ganz vorne zur linken Seite. Mittig saß Sidney, daneben Ashley, eine Freundin von Ruby, die jede Sekunde auf diesem Platz hasste. Bekanntlich saßen immerhin nur die Streber in der ersten Reihe und zudem wurde sie ständig von den Lehrern um irgendetwas gebeten, sei es die Tafel zu säubern, Arbeitsblätter zu verteilen, die Fenster zu öffnen und so weiter. Das brachte ihr irgendwann den Spitznamen „Cinderella“ ein, was schon schlimm genug war, aber sie nahm es mit Humor.

Kaum, dass sich alle gesetzt hatten, kam auch schon der Lehrer herein; August W. Booth. Ein großer Mann mittleren Alters mit dunklem Haar und Dreitagebart. Er war der Lehrer für Geschichte und Geografie und obendrein der Zuständige für diese Klasse.
„Guten Morgen“, grüßte er und stellte seine Tasche ab. In der Hand hielt er noch eine Tasse Kaffee.
„Guten Morgen, Mr. Booth.“
„Jo, Mr. Booth“, meldete sich einer der Jungs aus der hintersten Reihe, „wie waren Ihre Ferien?“

Mr. Booth grinste. „Super. Ich war drei Wochen in Phuket, wundervolle Gegend.“
„Was ist mit Ihrem Urlaub in Nepal?“
„Jaah“, er seufzte einmal, „das musste ich auf nächstes Jahr verlegen. Aber jetzt genug von meinen Reisezielen. Dieses Jahr ist euer letztes und somit müssen wir uns bereits an die Prüfungsvorbereitungen machen.“
Ein demotiviertes Raunen ging durchs Zimmer, doch noch ehe weiteres gesagt werden konnte, klopfte es an der Tür.
„Ja bitte?“

Die Tür wurde geöffnet und Regina trat ein. „Verzeihung“, gab sie kleinlaut von sich, „ich habe das Klassenzimmer nicht gefunden.“
„Oh, kein Problem. Du bist sicher die neue Schülerin, richtig? Wie war dein Name doch gleich?“
„Regina Mills, Sir.“
Einige Schüler kicherten und schlagartig fühlte Regina sich noch unwohler, als zuvor.
„Das ist nicht nötig“, sagte Mr. Booth mit einem freundlichen Lächeln. „Also dann, herzlich Willkommen, Regina. Nimm doch hier vorne bitte Platz.“

Stumm ging sie zwischen den Tischen der anderen nach vorne, mied jeglichen Blickkontakt und ließ sich auf dem vorderen, linken Stuhl nieder. So leise, wie möglich, packte sie ihre Sachen aus und legte sie mit absoluter Sorgfalt vor sich, derweil Mr. Booth auch schon weitersprach: „Also, als Prüfungsthema habe ich mir für euch mal etwas neues überlegt, was glücklicherweise von der Direktorin abgesegnet wurde. Ich möchte euch gerne in Zweiergruppen einteilen, da jede Gruppe ein gemeinsames Thema erhält.“

Ruby, welche vor Emma saß, streckte ihre Hand nach hinten aus, woraufhin Emma diese abklatschte. Für die beiden stand fest, dass sie das Projekt zusammen machen würden. Auch einige andere nickten sich bereits vielsagend zu.
Gar verstohlen grinste Mr. Booth.
„Was für ein Projekt ist das?“, fragte der Junge von vorher.
„Wenn du schon so fragst, Killian“, begann Mr. Booth, „Länder und Kulturen. Oder teils eher Mythologien.“
„Mythologien? Was hat das mit Geschichte zu tun?“, fragte Ashley, während sie ihre goldblonden Haare zu einem Zopf band.

„Nun, ihr bekommt in jeder Gruppe ein Land zugewiesen, über das ihr Dinge wie Flüsse, Orte und Fakten sammeln sollt. Das wird Teil der Geografieprüfung. Für die Geschichte spielt die Kultur eine wichtige Rolle, welche oft mit der Mythologie diesen Landes einher geht. Sucht euch dafür verschiedene Dinge aus der Mythologie heraus, wie Gottheiten, Glaube, wie die Menschen damit umgingen und so weiter. Was genau ihr euch da aussucht, bleibt euch überlassen. Ich habe hier eine Liste der verschiedenen Themen.“ Er ging herum und verteilte an jeden Tisch ein Blatt.

„Und wie entscheiden wir, wer welches Thema nimmt?“, fragte eine andere Schülerin.
„Seht euch die Themen in Ruhe an, dann stimmen wir alles ab. Also...“
Mr. Booth schrieb die verschiedenen Themen an die Tafel und wartete, bis die Schüler ein wenig miteinander diskutiert hatten.
„Gut. Wer stimmt für Ägypten und seine Kultur?“
Hier meldeten sich drei Schüler: Phillip, Lily und Ashley.
„Sehr schön. Mittelamerika und Azteken?“ Alice, Killian und Dorothy.

„Nordische Länder und Kultur?“ Hier meldeten sich einige mehr: Elsa, Kistoff, Killian, Ruby, Merida, Neal und Emma.
Bei der chinesischen Kultur waren es Aurora, Sidney und Mulan und bei der griechischen Mythologie Regina, Ruby und Killian.
„Indien?“ Hier waren es Sidney und Anton.
„Gut. Afrikanische Kultur?“ Wieder meldeten sich erneut Aurora, Sidney, Ashley, Dorothy und Regina.
„Italien und römische Mythologie?“ Auch hier waren es wieder Neal, Ruby und Regina.

„Wunderbar“, sagte Mr. Booth und sah sich die Stimmen einmal an. „Hm...“, er biss sich auf die Unterlippe und überlegte genau, welche Schüler er in eine Gruppe einteilte. Dann verkündete er: „Alice und Killian, ihr macht die Azteken. Phillip Lily – Ägypten. Hm... Da wir ohnehin eine Dreigruppe brauchen... Kommen Elsa, Merida und Kristoff in eine. Ihr macht die nordische Kultur. China... Mulan und Aurora, ganz klar“, er brummte einmal nachdenklich. „Sidney und Anton, ihr macht Indien. Afrika geht Ashley und Dorothy. Ich denke, ihr werdet da gut harmonieren. Rom geht an Neal und Ruby...“

Die meisten Schüler waren bisher doch sehr zufrieden mit der Einteilung und warfen sich begeisterte Blicke zu. Nur Emma stöhnte. Es war nicht ein einziges Thema mehr verfügbar, für das sie sich gemeldet hatte. Und es blieb nur noch eines übrig.
„Griechische Mythologie...“, Mr, Booth sah zu Regina, „die geht definitiv an dich. Emma, was meinst du, kannst du dich ein bisschen damit arrangieren?“
Erst wollte Emma sich beschweren, da sie es doch etwas unfair fand. „Ja... meinetwegen“, sagte sie dann aber nur plump und ließ sich etwas genervt gegen ihre Lehne fallen. Regina sah über die Schulter zu ihr, mit dem Anflug eines verunsicherten Lächelns, doch Emmas unbegeisterter Ausdruck blieb unverändert.

„Sehr schön“, erhob Mr. Booth die Stimme, legte die Kreide zur Seite und rieb sich die Hände, „Also: In den Unterrichtsstunden werden wir gemeinsam einige Basics durchgehen, sodass es für alle fair bleibt und jeder einen Einblick in die verschiedenen Länder und ihre Kulturen bekommt. Ansonsten werde ich euch genug Zeit für Gruppenarbeit einräumen. Recherchiert auch zu Hause bitte und bringt die Materialien mit hier her. Oder trefft euch gerne privat, um weiter zusammen zu arbeiten. Zwischendurch werde ich mit euch kleine Tests über oberflächliche Dinge der verschiedenen Länder und Kulturen schreiben, allerdings liegt für euch der Fokus weitgehend auf eurer Gruppenarbeit. Zu Ende des Schuljahres erwarte ich von jedem einen umfassenden Bericht als Prüfungsarbeit.“

Die meisten wirkten nun nicht mehr so begeistert, allein schon, weil nicht jeder mit dem gewünschten Partner arbeiten durfte. Aber sie diskutierten auch nicht unnötig. Immerhin war Mr. Booth allgemein hin einer der Lieblingslehrer an dieser Schule, war er doch schlichtweg bekannt dafür, seinen Unterricht sehr locker zu gestalten und mit seinen Schülern eher freundschaftlich umzugehen. So vertraute man seinen Entscheidungen und fast alle waren sich sicher, dass er bestimmte Absichten hinter der Einteilung hatte.

Als nächstes wurden noch einige Dinge, wie Zusatzkurse und generelle Informationen abgesprochen, dann war die Stunde vorbei. Die meisten Schüler strömten sofort zu den Kursaushängen im Korridor, während Emma sich von ihrer Clique löste und zu Regina ging. „Hi. Ich bin Emma.“
Regina sah sie fast schon fragend an, lächelte dann aber. „Regina.“
„Cool. Ähm... also du bist neu hier, hm? Woher kommst du?“
„New York.“
„Und was hast du da so gemacht?“, fragte Emma weiter.
„Schule.“
Emma hob eine Braue, grinste dann aber. „Erzählst du immer so viel über dich?“
„Nein“, Regina sah auf ihre silberne Armbanduhr, „entschuldige mich.“
Somit wandte sie sich von Emma ab und ging zu Mr. Booth, um ihn noch etwas zu fragen. Gar belustigt sah Emma ihr nach, ehe sie ebenso zu den Aushängen ging.
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