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I See Your Fire [Version 2022]

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Marco der Phoenix Puma D. Ace / Gol D. Ace
15.05.2022
02.07.2022
14
21.266
6
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15.05.2022 2.210
 
Hallo Leute,
Ich habe diese Story vor einige Jahren geschrieben und sie vor einiger Zeit mal wieder gelesen und ... naja mir gefiel mein Schreibstil manchmal nicht und auch war meine Logik das ein oder andere Mal schlecht. Daher hab ich sie einfach nochmal geschrieben ヾ( `ー´)シφ__

Achja, ich bin auch auf Wattpad unterwegs, also nicht wundern (^_−)☆

Viel Spaß mit der neuen Version dieser FF (*^‿^*)

Eure Yukari

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Es war eindeutig ein Weg, den ein Mann nur schwer beschreiten konnte.
Es war eindeutig ein Weg, den ein Pirat dieser Stellung niemals gehen sollte.
Es war eindeutig ein Weg, den ich eigentlich nie gehen wollte.

Doch ich ging ihn trotzdem ...
Und bereute nichts.

Man beschreitet Wege, weil man sie gehen möchte, weil sie einem zu dem Ziel bringen, welches man erreichen wollte. Man beschreitet solche Wege mit voller Zuversicht und Kraft. Anders ist es, wenn man Wege beschreitet, weil man sie gehen muss. Solche Wege gehen sich schwer und man verliert oft den Mut und die Kraft einen weiteren Schritt zu gehen.

Anfangs war mir nicht bewusst, wie ich überhaupt solch einen Weg einschlagen konnte. Doch als ich merkte, wo ich drauf zu steuerte wollte ich umkehren, konnte aber nicht mehr. Zu weit war ich schon gegangen und zu sehr wollte ich das, was am andere dieses Weges auf mich wartete, wer am Ende dieses Weges auf mich wartete.

Für diese Person riskierte ich meine Position als Kommandant der 1. Division und meine Stellung als Mann und als Pirat in dieser Mannschaft.

Für Portgas D. Ace riskierte ich alles was ich besaß ...

Und alles fing schon mit dem ersten Blick an ...


Es war mitten in der Nacht, als die Moby Dick auf eine Insel zusteuerte auf der sich schon seit fünf Tagen Jimbei und Ace bekämpften. Wir wussten, dass Ace Paps herausfordern wollte, aber wir wussten auch, dass er ihn niemals besiegen konnte. Die Nacht brachte einen leichten Nebel, durch den wir hindurch segelten. Die weiße Masse teilte sich ehrfürchtig vor dem Schiff und gab bereitwillig den Weg frei. Niemand wagte es sich gegen Whitebeard zu stellen.

Ace war anders.

Er stellte sich Paps noch gegenüber, nachdem der Kampf zwischen ihm und Jimbei beendet war. Diesen Kampf, den er mit meinem Kapitän führte, war aussichtslos und doch faszinierte er mich. Seine Körpersprache fesselte mich. Seine Bewegungen waren zwar träge und doch zeigten sie mir noch ein Fünkchen der Kraft, die dieser Körper sonst besaß. Er war noch so jung und schon so stark und widerstandfähig.

Seine Augen waren tief schwarz, schwarz wie die Nacht und abgrundtief, sodass man sich in ihnen verlieren konnte. Es war ein kurzer und flüchtiger Blickkontakt. In seinem Blick lag etwas schweres, etwas trauriges. Wie viel dieser junge Mensch wohl schon gesehen und durch gemacht haben musste?

Wir brachten Ace und seine Leute an Deck. Ace wurde in einer Kammer untergebracht, die nicht weit von meiner entfernt lag. Unruhig drehte ich mich in meinem Bett herum. Ich konnte nicht schlafen, viel zu sehr verfolgten mich diese schwarzen sturen Augen. Sie waren so anders, als alles was ich in meinem Leben bisher gesehen hatte.

Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und schwang mich aus dem Bett. Mein Weg führte mich zu Ace. Zögerlich öffnete ich die Tür, schlüpfte so schnell hinein, als wenn ich gerade etwas Verbotenes tat und mich niemand dabei sehen sollte.

Kurz atmete ich ruhig ein und wieder aus, bis ich mein Blick auf den schlafenden Ace legte. Sein Gesicht schien leicht angespannt zu sein, ob er wohl Schmerzen hat? Ich versuchte leise einen Stuhl neben sein Bett zu stellen und setzte mich mit verschränkten Armen darauf.

Ace verzog ein paar Mal das Gesicht und jedes Mal rutschte mir mein Herz in die Hose, weil ich dachte er würde aufwachen. Der Stuhl war nicht sehr bequem und ich wurde auch langsam müde. Träge stand ich auf, streckte mich und hörte wie meine Knochen knackten. Einer Eingebung folgend, streichelte ich Ace sachte einige Haarsträhnen von der Stirn. Ich stockte. Was tat ich hier gerade? Kopfschüttelnd verließ ich ihn wieder.

Die nächstens Tage benahm sich unser Neuer wie ein kleines Kind. Er versuchte auf verschiedenste Art und Weise unseren Paps umzubringen, manchmal war er hinterhältig, dann wiederum war er übermütig und einfach ein Idiot.

Ich würde es natürlich nie zugeben, aber unser Kleiner hat ganz schön mein Interesse geweckt. Er war ein Dickkopf und eigentlich ein hoffnungsloser Fall, weil er so verdammt stur war, doch etwas an ihm ließ mich nicht los. War es seine Hartnäckigkeit? Seine Stärke? Nein, etwas war an ihm, dass niemand sonst hatte.

Eines Abends, nachdem er schon hunderte Male versuchte hatte Paps zu erledigen, brachte ich ihm sein Essen. Er saß an der Reling, sein Kopf auf seine angezogenen Knie gestützt. Er sah mich nicht an, was mich nicht überraschte, er sah mich selten an, wenn ich ihm etwas zu Essen brachte. Und ich musste sagen, dass ich es schade fand. Grade drehte ich mich um und wollte wieder gehen.

„Hey ...", seine Stimme klang müde. „Warum nennt ihr ihn euren Vater?"

Sein neugieriger Blick ließ mich leicht lächeln.

„Er nennt uns seine Söhne, deswegen."

Er richtete seinen Blick nun ganz auf mich und ich konnte wieder diese unglaublich tiefen Augen sehen. „Für den Rest dieser Welt sind wir Außenseiter. Wir haben keine Familie, wir sind Piraten ... der Abschaum der Gesellschaft."

Es schien ihn zu überraschen, wie ich diese Tatsache einfach aussprach.

„Es ist vielleicht nur ein Wort, aber es macht uns glücklich und sagt uns, dass wir jemanden haben.", ungewollt musste ich grinsen. Ace senkte seinen Kopf und gab eine Art Schluchzer von sich. Ich bewegte mich auf ihn zu und hockte mich vor ihm hin. Er tat mir Leid, so wie er dort saß und nicht wusste wohin er gehörte. „Wie lange willst du noch auf diese Art dein Leben riskieren? Entscheide dich.", meine Stimme wurde fester und bestimmender. „Seinen Kopf wirst du nie bekommen.", ich machte eine kurze Pause.

„Willst du weg von diesem Schiff und von vorne beginnen oder willst du hier bleiben und Whitebeards Zeichen akzeptieren?", mir war bewusst, dass meine Stimme zum Ende in weicher würde. Ich konnte nicht verhindern, dass sich mein Wunsch, dass er hier bleiben möge, mit in meine Stimme geschlichen hatte.

Am nächsten Morgen schon gleich trat er vor Paps und akzeptierte ihn als seinen Kapitän und nun auch als seinen Vater. „Ich ... ich möchte dein Zeichen tragen.", er klang etwas verunsichert. „Auf meinem Rücken!", die Mannschaft wurde kurz still. Whitebeard lachte nur aus vollem Herzen und alle stimmten gröhlend mit ein. „Marco, kümmere dich um den Jungen.", ordnete Paps an. Lächelnd legte ich Ace meine Hand auf die Schulter und zog ihn leicht in Richtung meiner Kajüte.

Als Kommandant hatte man das Privileg eine Kammer für sich alleine zu haben, außerdem kam man in meine Kajüte von außen herein, ohne erst einmal in den Bauch der Moby Dick zu verschwinden. Wir gingen vom Deck eine Treppe nach oben auf einen Gang, von dem man die feiernde Meute beobachten konnte.

„So setzt dich da rein, ich hol eben die Sachen.", ich zeigte auf die Tür zu meiner Kammer. Gehorsam verschwand er darin. Kurz ging ich in ein anderes Zimmer und holte die Sachen zum Tätowieren. Als ich wieder kam, stand Ace an meinem Regal und schaute sich ein Bild an. Er schien sehr vertieft zu sein, denn er hörte nicht wie ich eintrat und die Sachen auf den Schreibtisch stellte.

Langsam trat ich hinter ihn.

Auf dem Bild waren Thatch und ich drauf. Es wurde auf einer Feier aufgenommen, als wir beide den Arm auf die Schulter des anderen gelegt hatten. Wir waren gut betrunken, haben viel gelacht. Leicht verzog ich meine Lippen zu einem Lächeln, der Abend war ein echt netter Abend gewesen. Doch als ich in Ace Gesichte blickte, erlosch mein Lächeln.

Seine Gesichtszüge waren angespannt.

„Na, was interessantes gefunde?", fragte ich, während ich immer noch dicht hinter ihm stand. Ace erschreckte sich füchterlich und wäre mir fast in mein Regal gesprungen. „Willst du das ich sterbe?!", schrie er panisch und hielt sich die Brust. „Setzt dich dort hin.", ich deutete auf den Stuhl hinter mir, welcher direkt vor meinem Bett stand. „Okay.", er wirkte immer noch ein wenig eingeschnappt, ließ sich aber auf den Holzstuhl fallen. Ich platzierte mich mit allen Utensilien auf meinem Bett und stellte die Farbe auf mein kleines Nachtschränkchen. „Achtung, könnte kalt werden.", mit Desinfektionsmittel wischte ich seinen Rücken ab. Danach malte ich die Konturen der Tätowierung vor.

„Willst du sehen wie es aussehen wird?", fragte ich ihn eher so nebenbei.

„Nein.", er nuschelte noch etwas dazu, aber ich verstand es nicht genau. Klang aber nach: „Ich vertraue dir.".

Ich zuckte nur mit den Schultern und fing an ihm das große Tattoo auf den Rücken zu stechen. Es überraschte mich kaum, dass er nicht einen Muskel verzog und die ganze Zeit ruhig vor mir saß. Wir redeten nicht und ich glaubte, dass war genau das, was wir brauchten. Als ich fertig war schmierte ich seinen Rücken mit einer Wundcreme ein. Vielleicht brauchte ich für diese Prozedur länger als sonst, seine Haut war erstaunlich weich.

„Hier. Reibe es noch einige Tagen lang damit ein und mach morgen noch einen Verband drum.", ich stand auf und reichte ihm aus dem Karton eine Dose und einen Verband. Einen anderen Verband nahm ich mir, setzte mich wieder hinter ihn und legte ihn Ace gleich um. Ich musste dafür näher an ihn heran und nahm nun seinen Geruch wahr, welcher vorher von der Tinte übertüncht wurde.

Er war warm und angenehm, er erweckte in mir den Wunsch kurz so zu verweilen und einfach diese Wärme zu genießen.

Als ich meine Arme um ihn legte, um den Verband um seine Brust zu legen, wich er etwas zurück. Um den Verband über das gesamte Tattoo zu legen, musste ich seinen gesamten Rücken bandagieren und ihm deshalb ziemlich oft so nahe kommen. Ich erwartete schon, dass er mir den Verband aus der Hand nahm und sich selbst versorgte. Doch er tat es nicht. Er ließ es zu, dass ich ihm weiterhin so nahe war.

Grade lehnte ich mich etwas nach vorne, um die Verbandsrolle wieder über seine Brust zu rollen. „Marco?", es war ein leises Flüstern. Ich brummte als Zeichen, dass ich ihn gehört hatte, da ich den Verdacht hatte, dass mir meine Stimme versagen würde, wenn ich den Mund jetzt aufmachen würde.

„Danke ..."

Ich hielt inne.

Sein Blick lag auf meinen Händen und ich spürte die Wärme, die von ihm ausging. Zögerlich setzte ich mein Tun fort, musste mich regelrecht dazu zwingen. Ich musste mich erst sammeln, bevor ich fähig war ihm zu antworten. „Nichts zu danken.", ich verschloss den Verband an seiner linken Seite. „So, alles fertig.", ich klopfte ihm auf die Schulter und wollte grade aufstehen, als mich Ace festhielt. Fragend schaute ich ihn an.

„Doch ... ich muss dir sehr danken.", es schien ihm ein wenig peinlich zu sein, denn er wurde ein wenig rot um die Nase herum.

Süß.

Mich überraschte mein eigener Gedanke so sehr, dass mir fast meine Gesichtszüge entglitten. Sein schüchternes und etwas Zurückhaltendes Verhalten war ganz anders als sein sonstigen.

Tiefe, schwarze Augen fesselten meine. Blick.

Schwarze, wilde Haare ließen meine Hände kribbeln.

Es kostete mich viel Kraft mich von seinen Augen zu lösen. Ich grinste ihn an und zerzauste ihm die Haare. „Gern geschehen.". Mit diesen Worten stand ich nun endgültig auf und räumte die Sachen wieder ein. Seine Haare ... Ich spürte sie immer noch unter meinen Fingerspitzen, dieses angenehm Kribbeln. Gut, dass er mich gerade nicht sehen konnte, denn ich rang um meine Fassung und um meine Gesichtsfarbe.

„Zieh dir das Hemd hier an und geh schon mal raus. Ich denke, die warten alle schon auf dich.", ich warf ihm ein schwarzes Hemd aus meinem Schrank zu. Danach nahm ich mir den Karton und brachte die Sachen zurück. Als ich draußen war atmete ich einmal tief ein und versuchte die Gedanken, die sich gerade bildeten zu verscheuchen.

Ich war sein Vorgesetzter! So etwas sollte nie wieder passieren!

Ace hatte sich nicht aus meinem Zimmer wegbewegt, weswegen ich wieder zurück kam. Er saß noch immer auf dem Stuhl, hatte mein Hemd in der Hand und starrte es an. Es sah so aus, als wenn er völlig gebannt davon wäre.

„Alles in Ordnung?"

Ruckartig hob er seinen Kopf in meine Richtung.

Es entstand eine kurze Stille zwischen uns, bis Ace leicht nickte und sich aufrichtete. Als er an mir vorbei ging, streifte er sich das Hemd über. Er ging zurück an Deck, wo er mit lautem Gebrüll empfangen wurde. Wie zu erwarten, feierte die Mannschaft die neuen Mitglieder. Kopfschüttelnd trat ich hinter Ace, der stocksteif im Türrahmen stehen blieb und auf die Meute schaute.„Ace!", die Spade-Piraten kamen auf ihn zu. „Wir bleiben bei dir!", riefen sie. Es schien Ace erst zu überraschen, doch dann grinste er und freute sich von ganzem Herzen.

Ungewollt musste ich auch grinsen.

So glücklich hatte ich ihn noch nie gesehen. Ich hoffte, dass er von nun an immer so glücklich sein konnte.
 
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