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Butterflies in my mind - Drehbuch des Schicksals

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Familie / P18 / Het
OC (Own Character) Tom Hiddleston
14.05.2022
02.07.2022
50
72.738
5
Alle Kapitel
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23.06.2022 1.459
 
Vom Film an sich – oder eher der Handlung – hatte Tom noch nicht viel erzählt. Eliza wusste im Groben, worum es ging, aber genaue Einzelheiten erfuhr sie erst jetzt während der Vorführung.
„Und was möchtest du mir sagen?“, fragte sie, als er einige Momente still blieb.
Die Gespräche um sie herum waren noch laut genug, sodass sie sich unterhalten konnten, ohne die Aufmerksamkeit der umliegenden Massen auf sich zu ziehen. Sie spürte seine Unruhe und hoffte, dass das Thema so geschützt genug besprochen werden konnte.
„Meine Figur, Thomas, und die andere Hauptfigur Edith, gespielt von Mia, kommen sich in einer Szene nahe – sehr nahe“, rückte er endlich mit der Sprache heraus. Seine Stimme klang dunkel und weil er flüsterte, verstand sie ihn kaum.
Sie schielte zu ihrer anderen Seite, wo Mia ein paar Plätze weiter saß und sich mit ihrer Begleitung unterhielt, und begann zu erfassen, was er meinte. Sehr nahe ließ in diesem Zusammenhang nur eine Vermutung zu: die Figuren schliefen miteinander.
Anscheinend wollte ihr Freund nicht, dass sie davon überrascht wurde, oder machte er sich eventuell Gedanken, dass sie doch eifersüchtig würde? Diese Sorgen waren unbegründet.
„Tom“, antwortete sie ihm in einem sanften Ton und griff nach seiner Hand, die auf der Lehne zwischen ihnen lag. „Ganz ruhig. Das ist deine Arbeit und diese verlangt nun mal außergewöhnliche Dinge von dir. Ich werde weder dich noch Mia verurteilen – es ist ja nicht so, als ob ihr wirklich ineinander verliebt wärt.“
Er drückte ihre Hand und wirkte erleichtert. „Warum bist du nur so verständnisvoll“, murmelte er. „Womit habe ich dich nur verdient?“
Eliza lachte leicht auf. „Diese Frage stelle ich mir beinah täglich“, gestand sie und gab ihm so einen kleinen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ein Kino war kein Ort für ein solch gefühlsgeladenes Gespräch und wenn er wollte, konnten sie später noch darüber sprechen.
Der folgende Blickwechsel war kurz, aber intensiv. Sie schwiegen im Anschluss – es war alles gesagt, was gesagt werden musste – und warteten in stiller Eintracht auf den Beginn des Films, der nicht lange auf sich warten ließ. Tom strich mit seinem Daumen über ihren Handrücken und es schien, als ob er sich und sie damit beruhigen wollte. Bei ihr funktionierte es auf jeden Fall.
Kurze Zeit später verdunkelte sich der Raum und der Film begann. Es war eine schaurig schöne Liebesgeschichte, in die so viel mehr einfloss als in einer kitschigen Liebeskomödie, denn es gab mysteriöse, gruselige, verständnisvolle und verwirrende Momente.
Diesen Film würde sie jederzeit wieder schauen wollen. Es gab nur ein Problem: sie müsste ihn allein schauen, denn wie Tom ihr einmal sagte, schaute er sich seine eigenen Filme nach der Premiere vielleicht noch ein- oder zweimal an. Sich selbst im Film zu sehen war für ihn immer noch befremdlich.
Sie konnte das sehr gut nachvollziehen. Es hatte ihr schon gereicht, Videos zu sehen, auf denen sie zu sehen war und die nie veröffentlicht wurden, wie sollte es dann sein, wenn man jederzeit darauf stoßen und den Film sehen konnte?
Die Handlung schritt voran und das zarte liebende Band, das Thomas und Edith verband, wurde immer stärker. Ehe Eliza sich versah, waren die beiden auch schon eingeschneit im örtlichen Postamt gefangen und richteten sich in ihrem provisorischen Nachtlager ein.
Und dann wurde es ernst mit ihnen.
Sie spürte, wie sich Tom unmerklich neben ihr versteifte, und drückte seine Hand, die immer noch die ihre hielt. Er schien nervös zu sein, aber ob das an der Szene an sich lag oder daran, dass sie neben ihm saß, wusste sie nicht.
Edith und Thomas harmonierten gut miteinander und auch wenn sie da ihren Freund sah, wie er mit einer anderen Frau tat, was sonst nur ihr vorbehalten war, hatte sie keinerlei negative Gefühle dabei, denn sie wusste: all das, was sie dort sah, war gespielt und nicht echt.
Sie lehnte sich zu Tom hinüber und flüsterte provokant in sein Ohr: „Niedlich.“ Das war es aber wirklich. Edith wirkte zwar nicht unschuldig, jedoch unerfahren, und Thomas ging hervorragend auf seine junge Frau ein.
Tom brachte abrupt Abstand zwischen sie, so gut es in den Sitzen ging, und sah sie verwirrt an.
„Aber wir kriegen das besser hin, oder?“, fuhr sie fort, grinste ihn auf eine so eindeutige Weise an, dass er das Grinsen nur erwidern konnte, und wusste sogleich, dass ihre Ablenkung funktionierte.
Ebenso wie er ihr den Rücken stärkte, sorgte sie dafür, dass es ihm gut ging. Ihm war diese Situation unangenehm – über die Gründe konnte sie weiterhin nur spekulieren – und obwohl sie diesen Film bis jetzt ausgesprochen gut fand, zerstreute sie seine Nervosität mit anzüglich konnotiertem Humor.
Der restliche Film war kurzweilig und spannend und sie genossen ihn wiederum schweigend. Zum Ende hin gab es ein paar Wendungen und Ereignisse, mit denen Eliza nicht gerechnet hatte, aber das machte einen guten Film ihrer Meinung nach aus.
Sie verließen den Kinosaal als eine der letzten, zusammen mit den anderen Schauspielern. Eine abschließende Party oder Gespräche mit Festivalbesuchern waren nicht geplant, weswegen sich einige dazu entschieden, noch ein wenig durch das Kino zu streifen und sich mit neugierigen Fans zu unterhalten.
Eliza und Tom gehörten nicht dazu. Sie trafen sich mit einer Handvoll seiner Kollegen und deren Begleitungen etwas abseits des Kinos in einer Bar, in der man neben guten Getränken wohl auch etwas zu essen bekam.
Die Bar war so klein, dass sie fast unter sich waren – bei den Hochkarätern, die anwesend waren, war das nur von Vorteil – und gut miteinander sprechen konnten.
Sie kam sich vor wie das fünfte Rad am Wagen, da sie niemanden genau, Mia und Jessica auch nur flüchtig kannte und nicht kundig war, was die Gesprächsthemen anging. Dennoch versuchten sie, die Köchin in ihre Gespräche einzubinden, wofür sie ihnen dankbar war.
Nach wenigen Minuten hatten sie nicht nur ihre Getränke vor sich stehen, sondern auch etwas zu essen. Es war gut und Eliza lächelte gewogen.
„Schmeckt es?“, fragte Tom neben ihr. Er hatte sein Essen noch nicht angerührt, erst auf ihr Nicken hin begann auch er zuzugreifen.
„Was? Wartest du jetzt darauf, dass sie vorkostet?“ Die Frage kam vom anderen Ende des Tisches, sie wusste nicht, wer genau fragte, aber der Tonfall war keineswegs anmaßend. Es wurde gelacht und gescherzt.
„Ich vertraue ihrem Urteil“, meinte der Angesprochene und schob sich die nächste Gabel in den Mund. „Sie ist Köchin, sie wird es wissen“, holte er weiter aus, als ihn mehrere fragende Blicke trafen, und zeigte auf seine Freundin.
„War ja klar! Warum kriegst du jetzt wieder die Guten ab?“ Wildes Stimmengewirr kam auf und von überall her wurde Toms Partnerwahl bewundert.
Das Paar sah sich an und lachte. Ihnen war die Profession des anderen egal, auch wenn es durchaus Vorzüge ihrer Berufe gab, die sie genossen. Der Schauspieler führte ein finanziell abgesichertes Leben und die Köchin wusste mit Lebensmitteln umzugehen und Gerichte einzuschätzen.
Der Abend gestaltete sich unterhaltsam und mit der Zeit fand auch Eliza ihren Platz in der Gruppe; in dieser Konstellation würden sie sich zwar nicht noch einmal treffen, aber das machte nichts. Erst spät in der Nacht machten sie sich auf den Weg zurück ins Hotel, denn am folgenden Tag musste Tom bereits weiterziehen und sie wollte ins Bett.
Und so kam es auch. Entgegen ihrer Ankündigung vom Nachmittag, dass er ihr nur zu gern den Jumpsuit ausziehen wollte, fielen sie beide müde ins Bett und schliefen einfach nur, bis der Wecker sie aus ihrer Nachtruhe riss. Ehe sie sich versah, trennten sich ihre Wege, diesmal für längere Zeit.
Ihre Terminkalender waren so vollgepackt, dass es mehrere Monate dauerte, bevor sie sich wiedersahen, denn die Zeit verging wie im Flug und Skype konnte nicht immer die gemeinsamen Minuten ersetzen, die sie miteinander verbrachten. Weihnachten, Geburts-, Feier- und Jahrestage, Ferien… Sie versuchten, sich so oft wie möglich zu sehen.
Immer mal kam es deswegen zu Streitigkeiten, doch im Großen und Ganzen lief es gut mit ihnen. Sie einigten sich mehr oder weniger auf Strategien, die sie durchziehen wollten, wenn es soweit war und sie sich beispielsweise auf einen Wohnort einigten, doch noch war es nicht soweit.
Von ihrer Familie und ihren Freunden bekam sie viel Rückhalt. Mehr als einmal hatte sie sich bei ihren Eltern über Tom beschwert und bei Paige über ihn ausgeheult, doch sie beruhigten sie jedes Mal erfolgreich und erinnerten sie daran, wie sehr sie ihn liebte und er sie.
Tom erging es mit ihr nicht anders. Ab und zu schrieb Emma und berichtete ihr davon, dass er ebenso wie sie zweifelte, doch sie rauften sich immer zusammen.
Etwas über ein Jahr später waren sie nach wie vor glücklich miteinander. Tom war gerade wieder einmal beruflich in Los Angeles und kam bei ihr unter, wie so oft – doch sie langweilten sich nicht oder wurden einander überdrüssig – sie liebten sich innig – teilten das Bett miteinander.
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