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Butterflies in my mind - Drehbuch des Schicksals

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Familie / P18 / Het
OC (Own Character) Tom Hiddleston
14.05.2022
02.07.2022
50
72.739
6
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22.06.2022 1.413
 
Eliza erkannte ihr Gegenüber, obwohl sie mit der Filmbranche sonst nicht viel am Hut hatte; es war Mia Wasikowska, die neben Tom eine der Hauptrollen spielte, wie sie mitbekommen hatte. Sie trug ein schulterfreies, bodenlanges schwarzes Kleid, auf dem in mehreren Reihen helle Perlen aufgestickt waren, das blonde Haar war kurz geschnitten.
„Mia“, begrüßte Tom die andere Schauspielerin und umarmte sie kurz.
„Tom“, entgegnete Mia lächelnd und wandte sich anschließend ihr zu. „Sie müssen Eliza sein. Es freut mich, Sie kennenzulernen.“ Tom hatte mit Sicherheit von ihr erzählt.
„Ebenso. Es ist mir eine Ehre.“ Das war es tatsächlich, denn sie kannte Mia Wasikowska bereits aus mehreren Filmen. Zum einen war da Alice im Wunderland, dessen literarische Vorlage sie als Kind geliebt hatte, und zum anderen Jane Eyre, das sie erst später für sich entdeckt hatte und das schnell zu ihren Lieblingen avancierte. Sie hatte beide Filme mit Freuden geschaut.
„Sag bloß, du kennst Mia“, meinte Tom neben ihr überrascht.
„Welches gehört zu meinen Lieblingsbüchern?“, fragte sie grinsend.
Er schloss ergeben die Augen, als bei ihm der Groschen fiel. „Jane-“
„Eyre“, sagte sie im Einklang mit ihm und nickte.
„Mr Hiddleston.“ Jemand kam auf ihre kleine Gruppe zu, blieb mit auffordernder Miene vor ihnen stehen und unterbrach sie so. „Miss Chastain ist da.“
Tom seufzte und suchte Elizas Blick. „Kann ich dich kurz allein lassen?“
„Natürlich.“ Wahrscheinlich mussten sie auf dem roten Teppich Bilder zusammen machen lassen, weil sie die Hauptdarsteller waren.
Er gab ihr noch einen Kuss auf die Wange, verschwand dann in der Menge und sie versuchte ihn weiter im Auge zu behalten, aber es war schwierig.
„Sie kennen Jane Eyre?“ Mia klang sehr interessiert daran, mehr von ihr zu erfahren.
„Oh ja, ich liebe das Buch. Den Film habe ich auch gesehen, Sie und Michael Fassbender haben fantastische Arbeit abgeliefert.“ Sie wandte ihren Kopf zur Seite und blickte ihr Gegenüber an. „Kennen Sie noch ein wenig Text?“, fragte sie zögernd und neugierig zugleich.
Mia sah ihr entgegen, aber sie schien sie nicht ganz zu erfassen und eher nachzudenken. Dann richtete sie sich auf, faltete die Hände vor ihrer Körpermitte und sprach mit klarer Stimme: „Ich spreche in diesem Augenblick nicht zu Ihnen, wie es Bräuche und Konventionen erforderten, und es ist auch nicht die Stimme des Fleisches, die hier spricht – es ist meine Seele, die zu der Ihren redet. Es ist, als hätten wir beide das Grab hinter uns gelassen und stünden zu den Füßen Gottes – einander gleich, was wir ja sind!“
„Was wir sind!“, erwiderte sie ganz im Sinne Edward Rochesters und bekam bei der Darstellung Mias Gänsehaut. Sie hatte ihre Interpretation im Film gemocht und dieses Können noch einmal live zu sehen, war aufregend.
„Entschuldigung, an mehr erinnere ich mich nicht. Ich habe seitdem zu viel andere Projekte gemacht.“ Mia löste ihre starre Haltung, mit der sie Jane Eyre imitiert hatte, und verwandelte sich sozusagen in die Schauspielerin zurück.
„Machen Sie Witze?“, fragte Eliza lachend. „Das war absolute Spitze!“
„Oh, Dankeschön“, sagte sie verlegen.
Es wurde noch lauter um sie herum, als es eh schon war, irgendetwas schien die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zu ziehen. Sie konnte sich schon denken, was das war, und als sie zum Teppich blickte, sah sie Tom und Jessica Chastain gemeinsam in die Kamera lächeln. Sie unterhielten sich ein wenig, wie sie erkennen konnte, und zaghaft legte er seinen Arm um die Schauspielerin. Traute er sich nicht?
Eliza war keineswegs ein eifersüchtiger Mensch, sie hatte Grundvertrauen in ihren Freund und bisher hatte er ihr keinen Anlass gegeben, eifersüchtig zu werden – vielleicht wusste sie aber auch nur nicht, ob und was zwischen Tom und Jessica Chastain vorgefallen war und er sich deswegen so genierte.
Sie standen nur wenige Meter voneinander entfernt und dennoch kam es ihr so vor, als ob Welten sie trennten. Manchmal schien es ihr, dass sie seiner nicht würdig war, obwohl er ihr oft das Gefühl gab, genau richtig für ihn zu sein.
Tom wandte für einen Bruchteil einer Sekunde den Kopf in ihre Richtung und suchte sie im Gedränge. Sie schaltete augenblicklich, sah ihn lächelnd und schwach nickend an, als sich ihre Blicke trafen, und er erwiderte das Lächeln, ehe er sich zurückdrehte.
Ob er ihre Zweifel gespürt hatte oder sichergehen wollte, dass diese Bilder für sie in Ordnung waren, konnte sie nur erahnen, und in beiden Fällen hatte sie ihm mit ihrem Nicken versichert, dass er sich nicht zu sorgen brauchte.
„Wissen Sie“, riss Mia sie aus ihrer Unachtsamkeit. „Das hier ist nicht mein erstes Projekt mit Tom.“
„Ach ja?“, fragte sie ehrlich interessiert und wandte sich wieder ihrer Gesprächspartnerin zu. Tom erzählte natürlich von seiner Arbeit und den Leuten, mit denen er zusammenarbeitete, aber alles konnte sie sich leider nicht merken. Vor diesem Projekt hatte sie noch nie von einer Zusammenarbeit mit Mia Wasikowska gehört, aber vielleicht lag das auch länger zurück, als Tom und Eliza sich kannten.
Die Australierin kicherte und nickte. „Sie haben noch nicht so viele seiner Filme gesehen, oder? 2012 war das. Und ich muss gestehen, er war ein echt guter Vampir.“
„Vampir?“, lachte sie verblüfft, die Vorstellung ihres Freundes als blasser, bluttrinkender Vampir mit Fangzähnen war amüsant. Ohne es explizit gesagt zu haben, gab sie damit ebenfalls zu, den Film nicht gesehen zu haben – weder für sie noch für Tom war das von Belang.
Mia und sie unterhielten sich noch ein paar Minuten über diesen Film und verstanden sich recht gut, ehe auch die blonde Schauspielerin auf den roten Teppich gerufen wurde, damit sie zu dritt Bilder machen konnten.
Sie blieb allein zurück und hatte so die Möglichkeit, durchzuatmen und ihre Gedanken zu sammeln, so gut es im lauten Wirrwarr eben ging.
An all das hier konnte sie sich nur schwer gewöhnen. Während ihrer Arbeit in der Küche hatte sie nur bedingt mit solch großen Events zu tun – ja, sie bereiteten Essen für Galas oder ähnliche Feiern zu, aber selbst stand sie nicht im Mittelpunkt oder hielt sich so lange dort auf. Hatte sie einmal die Gelegenheit dort hinzukommen, tat sie das im Rahmen ihrer Arbeit, um Kontrollen durchzuführen oder die Auftraggeber zu besänftigen, ähnlich wie sie es bei ihrem Auftrag in den Universal Studios getan hatten.
Tom war immer mal auf Premierenfeiern, anderen Partys oder auf Promotour und er bildete oft das Zentrum der Aufmerksamkeit, weswegen er den Rummel gewohnt war. Eliza hoffte nur, dass sie ihn nicht allzu oft begleiten musste – obwohl sie das gern tat, selbstredend – mehr als ein paar Mal hielt sie womöglich nicht durch.
Zum Glück beachtete sie gerade niemand. Ihr Atem beschleunigte sich etwas und sie spürte eine gewisse Angst, aber es artete nicht in eine Panikattacke aus, wie sie befürchtete. Dauerhaft im Mittelpunkt stehen wollte sie nicht, trotz ihrer eher extrovertierten Art, das lag nicht in ihrem Interesse und bereitete ihr Sorge.
Tom oder eher sein Management leisteten in diesem Bereich unglaubliche Arbeit. Im vergangenen Jahr war es tatsächlich zu ein paar Vorkommnissen gekommen, in denen sie von Reporter belagert und in denen es eng wurde, doch nach ein paar fordernden Anrufen, Androhungen, die betreffenden Redaktionen anzuzeigen, und einer Mediensperre für sie hatte sich die Lage wieder beruhigt.
So, wie es jetzt war, konnte es bleiben. Natürlich war sie sich bewusst, dass es sich irgendwann ändern würde, denn sie liebten sich und eine Fernbeziehung wollte sie nicht für immer, er ebenso wenig. Wenn sie einmal an einem Ort lebten, erregte das Aufmerksamkeit, aber bis dahin dauerte es noch.
Tom und seine beiden Kolleginnen kamen kurz darauf zurück und sie hatte ihren Ruhepunkt an diesem Abend wieder, als er sie in seinen Arm nahm, ihre Nervosität ließ sie sich allerdings nicht anmerken. Eliza beruhigte sich in seiner Umarmung allmählich.
Sie wurde nun auch der anderen Hauptrolle in diesem Film vorgestellt: Jessica Chastain war eine herzliche Frau Ende dreißig, aber sie ahnte, dass sie sich nur am heutigen Abend sehen würden – sie lebten einfach in zu unterschiedlichen Welten. Für sie stellte das kein Problem dar.
Wenig später machten sie sich auf den Weg in den Kinosaal. Anders als bei der letzten Premiere, bei der sie dabei war, waren die meisten Kinobesucher keine geladenen Gäste der High Society, sondern sie hatten die Karten bei einer Art Lotterie gewonnen. Dementsprechend war das Getuschel groß, als sie inmitten der Menge an Festivalbesuchern den Zuschauerraum betraten.
„Ich sollte dir vielleicht noch etwas sagen“, murmelte Tom, als sie ihre Plätze eingenommen hatten, und lehnte sich zu ihr hinüber. Heute saßen sie nebeneinander.
Sie machte ein zustimmendes Geräusch.
„Es geht um den Film...“
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