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I won't say I'm in love

von Xiema
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Pauly Rob Lucci
12.05.2022
13.06.2022
5
5.381
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
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17.05.2022 1.056
 
Jahr 4:

Karneval, die vermutlich ereignisreichste Zeit in Water 7. Lucci hatte Aufregung außerhalb von kämpfen schon immer gehasst, trotzdem stand er hier, umgeben von Menschen in den verschiedensten Kostümen und beobachtete, wie sie aufgeregt umherliefen, während er wartete. Pauly war so spät wie eh und je.

Wie er in diese Situation gekommen war? Ganz einfach. Er hatte den Blonden vor einem umstürzenden Mast gerettet. Wieso? Das wusste er selbst nicht so genau. Als er realisierte was geschah, war es als hätte sein Körper ein Eigenleben entwickelt und ehe er es sich versah, hielt er Pauly im Arm während eine gutes Stück hinter ihm der Mast zu Boden viel.

Peinlich berührt hatte Pauly sich den Dreck von der Hose gewischt und zum Dank lud der Jüngere ihn zur Karnevalsinsel ein. Eigentlich wollte Lucci ablehnen, aber ohne es zu wollen stimme er zu. Auch Pauly war überrascht, er hatte wohl nicht damit gerechnet das er zusagen würde und ganz ehrlich, Lucci ebenso wenig. Doch der Überraschung des Blonden war schnell Freude gewichen und mit einem spöttischen "Und diesmal kein Eislaufen ... Versprochen." Verabredeten sie sich.

Pauly zog ihn von einem Stand zum anderen, überall roch es nach essen und Alkohol, Kinder sowie erwachsene feuerten Knallkörper und hier und da konnte man ein kleines Feuerwerk beobachteten. Die Stimmung war heiter und hingegen aller Erwartungen gefiel es Lucci tatsächlich ein wenig. Er hatte eine schöne Zeit, auch wenn man es ihm durch seine gewohnte Maske kaum ansah. Eigentlich befürchtete Lucci das dieser Tag ewig dauern würde und das alles am Ende als reine Zeitverschwendung ansehen würde, aber die Sonne verabschiedete sich schneller als gedacht und tatsächlich kam ein Hauch von Bedauern mit der Dunkelheit der hereinbrechenden Nacht.

Nun blieb nur noch eines, das große Feuerwerk. Hattori hatte sich bereits vor einer weile zurückgezogen und saß wohl auf irgendeinem Baum, aber das war ok, so betrunken wie Pauly mal wieder war, oh Wunder, würde eh kein anspruchsvolles Gespräch zustande kommen. Eben jener zog den Älteren am Arm zu einer etwas abgelegenen Stelle, der schwarzhaarige wehrte sich nicht.

Als der Countdown losging hörte man aus der Ferne die Menschen fieberhaft Schreinen.

10: Pauly grinste ihn breit an

9: Lucci verstand nicht was in dem Kopf des Jüngers vorging

8: und zum ersten Mal war es ihm nicht egal

7: Pauly wandte sich wieder dem Himmel zu

6: Lucci tat es ihm gleich

5: Pauly griff plötzlich nach seiner Hand

4: Lucci zog sie nicht zurück

3: Pauly drückte fester zu

2: Lucci Herz schlug aus

1: Die Raketen stiegen in den Himmel

„Ich liebe dich."

Liebe

Vier Buchstaben, zwei Vokale, zwei Silben, zwei Konsonanten

Ein starkes Gefühl des Hingezogen seins. Eine im Gefühl begründete Zuneigung zu einem anderen Menschen. Eine auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein.


Ein anderer hätte diese Worte bei dem Lärm der Explodierenden Raketen nicht gehört, doch Lucci tat es. Jedes einzelne Wort und sie trafen ihn wie ein Pfeil ins herz, genauso, wie ein tritt in den Magen.

Danach war der Abend gelaufen. Auf dem Weg nach Water 7 hatten die beiden kein Wort mehr miteinander gewechselt. Was für den Blonden sowieso besser war, da er sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Hingegen war Lucci in seiner eigenen Welt gefangen, als wäre er gar nicht in seinem eigenen Körper. Erst als sehr viel später seine Apartmenttür zufiel war er wieder in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen.

'Ich liebe dich'

Lucci hatte diese Worte schon oft gehört. Das erste Mal war er 8 Jahre alt gewesen. Er hörte das die Leute sie unter sich sagten als er die Straße entlangging oder wie andere sie zu ihm sagten. Er selbst hatte sie bereits auch gesagt. Aber sie waren genau das.

Worte.

Nichts als leere Worte.

Floskeln, die man der Familie erzählte oder seinen Partner am Höhepunkt beim Sex.

Also, was war Liebe?

Eine Frage die sich Lucci nie gestellte hatte.

Bis jetzt.

Aber wieso ausgerechnet jetzt?

Liebte er Pauly?

Er konnte er nicht leugnen, dass er sich in der Nähe des Jüngeren wohl fühlte, das er tatsächlich auch gerne mit ihm zusammen war. Aber liebe?

Er schüttelte den Kopf, um den Gedanken loszuwerden.

Wieso sich den Kopf zerbrechen, er war nicht verliebt. Lucci war ein Monster, eine Waffe, er konnte gar nicht lieben. Er war ein Killer, auf einer wichtigen Mission. Liebe ist nicht das für das er hier war. Und doch gab es diese leise Stimme in ihm die etwas anderes sagte. Eine Stimme die er nur allzu gerne im Keim ersticken möchte.

Wen machte er eigentlich was vor? Er konnte es vor anderen verstecken was er fühlte, aber sich selbst konnte er nicht belügen. Tief in ihm wusste er was er fühlte.

Nein, niemals, er war nicht verliebt. Liebe ist eine Schwäche und schwäche bedeutete den Tod. Er war der beste Agent der CP9 genau, weil er keine Schwächen zuließ. Er war nicht verliebt! Sie waren Freunde.

Freunde? Eines hatte er in den letzten 4 Jahren gelernt: Freunde schwärmten nicht insgeheim so von einem, sie hielten nicht Händchen und sie sprangen einem auch nicht einfach so in Eiswasser hinterher.

Da war nichts zwischen ihnen!

Wenn es wirklich so wäre, wieso schlug sein Herz aus, wenn er bei ihm war?

Das stand im absoluten Widerspruch.

Du kannst es nicht leugnen. Ein Widerspruch? Den scheiß glaubte er doch selbst nicht. Stell dich dem wie ein Erwachsener. Er musste es sich endlich eingestehen, es hatte ihn wirklich schlimm erwischt.

Reis dich zusammen! Bevor es zu spät ist!

Wieso noch leugnen? Es lag doch auf der Hand.

Nein, niemals, keine Chance. Er war ein Monster, nicht in der Lage zu lieben. Diese Zeiten waren vorbei. Die Mauer um sein Herz, unüberwindbar und es gab nichts was sie niederzureißen vermochte.

Er müsste endlich aufhören so verdammt stolz zu sein, es ist ok zu lieben.

Vielleicht war es das für einen normalen Menschen, aber Lucci war keiner und er würde es auch niemals sein. Liebe war keine Option. Er hatte einen Auftrag und das wars. Alleine hatte er es sowieso einfacher, Lucci brauchte niemanden.

Vielleicht können drei einfache Worte nicht seine Mauern niederreißen, aber sie konnten zum ersten Mal einen Riss hinterlassen. Einen Riss so klein und unscheinbar das niemand ihn wahrnahm.
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