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I won't say I'm in love

von Xiema
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Pauly Rob Lucci
12.05.2022
13.06.2022
5
5.381
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.05.2022 860
 
Jahr 2:

Es war nicht unüblich, dass Lucci Pauly nach einer langen Nacht mit viel Alkohol nach Hause brachte. Denn das war was Freunde taten, oder? Sie halfen einander. Selbst wenn der dem mal half, wie ein überfluteter Bierkeller stank und drohte sich jeden Moment über seine Schulter zu erbrechen. Wieviel Alkohol Pauly tatsächlich an diesem Abend getrunken hatte konnte man nur erahnen, aber eines war klar, es war mehr gewesen als gut für den Blonden. Besagter Blonde Schiffsbauer, hing eher, denn als laufen konnte bei diesem Anblick wirklich keine Rede sein, an Lucci gestützt.

Als Außenstehender hätte man meinen können, dass sie wirklich Freunde wären. Und für den Blonden waren sie das vielleicht auch wirklich.

Die Wahrheit blieb jedoch, wie man es dreht und wendete eine andere...

"Du musst aufhören dich so volllaufen zu lassen Pauly. Gurrr.... Ich werde dir nicht jedes Mal nachhause helfen" Zu sagen Lucci wäre genervt davon Pauly jeden zweiten Tag nach Hause helfen zu müssen war mehr als nur eine kleine Untertreibung. Trotzdem tat er es.

Anhand der Alkoholfahne, die seinem Mund entwich, konnte man fast schon die Promilleanzahl feststellen, die der Jüngere intus hatte: "Ach komm wir sind doch Freunde. He, *hicks* kannst'e mal etwas langsamer gehn?" Schweigend wie eh und je kam Lucci der Bitte nach und verlangsamte seine Schritte. "Du grübelst, schon wieder. Was denkst du?"

"Gurr...ich grüble nicht, ich bin von deiner Sauferei genervt."

"Du grübelst. Immer wenn du das tust, beginnst du dir leich' auf die Lippen zu beißen." Tatsächlich begann er einen leichten schmerz auf seiner Lippe zu spüren. Tat er das tatsächlich jedes Mal? Wie konnte es sein das ihm das selbst nie aufgefallen war. "Siest du. Sag i' doch. Du hast 'ne menge merkwürdiger Angewohnheiten, weis' du."

Sie standen jetzt genau vor Paulys Haustür. Es war Lucci immer noch ein Rätzel wie jemand wie Pauly sich ein eigenes Haus leisten konnte. Noch dazu glich es einem Wunder, das es nicht bereits an seine Gläubiger verloren hatte. Zwar war es nicht besonders groß, aber genug für 2 Personen mit allem was dazugehörte.

"Weißt du," begann Pauly aus dem Nichts und pflückte dabei eine violette Blüte von den Ranken, die sich an der Hauswand hinaufwanden. Nun standen sie sich gegenüber, der Glasige Ausdruck war aus den Schwarzen Augen gewichen und für diesen einen Augenblick wirkte es, als ob Pauly absolut nüchtern wäre. "Du wärst viel hübscher, wenn du ein wenig mehr lächeln würdest.", sagte er mit völlig klarer Stimme und steckte dem Schwarzhaarigen die Blume hinters Ohr. Normalerweise hätte Lucci den Anderen aufgehalten noch bevor dieser auch nur die Möglichkeit gehabt hätte ihn zu berühren, oder wäre zumindest zurückgewichen. Doch hier und jetzt ließ es geschehen. Wieso? Das konnte er sich selbst nicht erklären. Es war fast als hätte sein Gehirn für einen Moment ausgesetzt und sein Körper zu Stein geworden. In dem Moment, in dem er jedoch realisierte, was gerade geschehen war, griff er wütend nach der Blume und riss sie sich schon fast aus den Haaren.

"Höhr auf, du bist betrunken. Geh schlafen und werde wieder nüchtern." bevor ich dir noch eine reinhaue, fügte er stumm in Gedanken hinzu. Mit diesem letzten Gedanken machte Lucci am Absatz kehr und verschwand im dunklen der Nacht.

Auf dem ganzen Weg zu seinem Apartment kreiste eine einzige Frage in dem Kopf des Killers. Was sollte das?

'Du wärst viel hübscher, wenn du ein wenig mehr lächeln würdest.' So einen dämlichen Spruch hatte er zuletzt in einem dieser Liebesromane gelesen, denen Kalifa so verfallen war. Reinster Kitsch seiner Meinung nach. Betrunken oder nicht, wie kam Pauly auf die Idee so etwas zu sagen?

Kurz vor der Haustür hielt er inne. Hatte der Jüngere etwa mit ihm geflirtet?

Nein, definitiv nicht. Lucci wusste das er auf andere Attraktiv wirkte, die Briefe, die er tagtäglich bekam, sprachen Bände, aber Pauly? Und wieso ließ ihn dieser Gedanke sich so merkwürdig fühlen? Als regte sich etwas in ihm, das vorher nicht da gewesen war.

Wollte er mit Pauly schlafen?

Lust

Vier Buchstaben, ein Vokal, zwei Silben, drei Konsonanten

Ein heftiges, auf die Befriedigung sinnlicher, besonders sexueller Bedürfnisse gerichtetes Verlangen.


Nein.

Pauly war nicht unattraktiv, im Gegenteil und er konnte es sich durchaus vorstellen mit ihm zu schlafen, aber was er fühlte war keine Lust. Wie sich das anfühlte, wusste er. Natürlich war Sex für den Agenten nichts Unbekanntes, immerhin war er 28 Jahre alt, ein erwachsener Mann und egal wie gefühlskalt und unnahbar er auch war, so hatte auch er Bedürfnisse.

Tatsächlich nahm er sich die Zeit die Blüte ein wenig zu begutachten. Es war eine violette Prachtwinde und wenn Lucci sich nicht komplett irrte, was er normalerweise nie tat, dann standen diese Blumen für 'Mich wirst du nicht los.' Der Agent lächelte spöttisch bei dem Gedanken. Das werden wir noch sehen, dachte er bei sich als er die Blüte in seiner Faust zerdrückte.

Was Lucci zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erahnen Vermochte war, als wie zutreffend sich diese Aussage schlussendlich herausstellen würde.
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