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Was ist nur los mit dir?

von retrolady
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Alexandra Rietz Christian Alsleben Gerrit Grass Michael Naseband OC (Own Character) Robert Ritter
10.05.2022
26.05.2022
4
2.780
2
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Dieses Kapitel
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10.05.2022 831
 
- GERRIT -

Gedankenverloren sitzt Alex am Aquarium und füttert die Fische. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Da sind sich Michi, Robert und ich ausnahmsweise mal einig. Seit einigen Wochen ist sie sehr verschlossen und ruhig.

Außer uns beiden ist niemand im Büro, also meine Chance sie darauf anzusprechen.
„Willst du, dass unsere Fische fett werden? Ausgewogene und gesunde Ernährung sieht anders aus, meine Liebe.“
„Sehr witzig Gerrit. Was soll ich denn bitte machen, wenn ihr drei zu faul seid, mal die Dose über das Aquarium zu halten?“
„He! Ich finde, dass du dich super um unsere kleinen Piranhas kümmerst. Aber das ist doch kein Grund gleich pampig zu werden.“ Nach einer kurzen Zeit des Schweigens, überwinde ich mich sie zu fragen: „Alex, was ist denn los mit dir in letzter Zeit?“
Sie schaute mich mit einem Blick an, der ein starkes Ziehen in meinem Bauch verursacht.
Es tut mir weh, sie so leiden zu sehen. Ich bin mir recht sicher, dass sie etwas Großes mit sicher herumträgt. Sie behauptet zwar immer, dass alles nicht so schlimm ist und sich bald von selbst erledigen würde, aber das glaube ich ihr nicht. Dieser Blick gerade, er hat Bände gesprochen.
„Alex, du weißt, dass wir immer für dich da sind. Erzähl, was dich gerade bedrückt. Liebeskummer?“
Alex schaut ertappt auf ihre Winterstiefel. Kurz freue ich mich innerlich über meine kleine Spürnase.
Als ich wieder zu Alex schaue, sehe ich eine einzelne Träne über ihre Wange laufen. Au man, das tut mir jetzt leid. Ich gehe einen Schritt auf sie zu, wische ihr die Träne mit meinem Daumen von der Backe und nehme sie kurz in meine Arme. Als ich sie wieder loslasse, lehnt sie sich wieder zurück an das Regal.
„Gerrit ich k...“ in diesem Moment betritt Michi mit Robert das Büro. Es gab wirklich kein schlechteres Timing als das, der Beiden. Ich gehe zurück an meinen Schreibtisch und beobachte die Szene. Michi fällt natürlich sofort auf, dass Alex total abwesend und aufgelöst ist. Als er sie darauf anspricht, geht sie raus, mit der Entschuldigung auf die Toilette zu müssen.
Kurz überlege ich mir, ob ich hinterher soll, entscheide mich aber dagegen. Ja, sie wollte gerade anfangen zu reden, aber ich bekomme das auch noch so aus ihr raus.

Durch das Klingeln von Michaels Telefon werde ich aus meinen Gedanken gerissen.
„Es war der Doc. Gerrit, würdest du mit Alex hinfahren? Er hat irgendwelche Neuigkeiten zu unserem Fall.“
Michael schaut mich auffordernd an. Er hat gemerkt, dass er und Robert zu einem ungünstigen Zeitpunkt kamen.
Ich nicke nur, nehme Alex‘ und meine Jacke und gehe sie suchen. Mein erster Weg führt mich zur Damentoilette. Ich gehe hinein, eine der beiden Türen ist tatsächlich verschlossen.
„Alex?“ frage ich zaghaft.
„Was willst du? Kann man nicht mal mehr hier seine Ruhe haben?“
„Entspann dich, ich will dich eigentlich nur abholen. Der Doc will uns sehen, er hat Neuigkeiten.“
„Okay, gib mir zwei Minuten.“ Murmelt sie hinter der geschlossenen Tür.
„Ich warte vor der Tür, deine Jacke habe ich schon.“
„Ist okay, danke!“
Als Alex endlich rauskommt, sieht sie überraschend frisch aus.

- ALEX –

Man, wie peinlich war das denn bitte? Welche Kommissarin weint denn vor ihren Kollegen? Am liebsten wäre ich aus lauter Scham in den Boden gesunken.
Gerrit, jetzt hör mal auf mich anzustarren, das macht es doch nicht besser. Ich komm mir wirklich blöd vor, als wir auf den Aufzug warten – seine Blicke durchbohren mich. Endlich höre ich das erlösende PLING des Aufzuges und ich kann mich aus dieser Situation befreien. Schnell drücke ich mich an Gerrit vorbei in den Aufzug.
Bitte stell jetzt keine Fragen, bitte stell jetzt keine Fragen. Mein Kopf pocht wie verrückt. Am liebsten würde ich jetzt nach Hause in mein warmes Bett kuscheln und dort die nächsten Jahre bleiben.
„Was wolltest du vorhin sagen, Alex?“ Ich wusste es.
„Also, ähm. Ich... man Gerrit, muss das denn sein?“ Ich schaue flehend zu ihm hoch. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, genügt ihm diese Gegenfrage überhaupt nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen.
„Ja, muss es. Alex ich mache mir ehrlich Sorgen um dich. Du bist nur noch ein Schatten deines Selbst. Wie viel hast du denn abgenommen in der letzten Zeit?“ Was?! DAS ist ihm aufgefallen? Dabei trag ich doch immer weite Pullis und Blusen. Ich schaue in geschockt an.
„Du denkst es fällt nicht auf, nur weil du im Schlabberlook hier auftauchst? Alex, für wen hältst du mich?“
„Gerrit, ich kann da jetzt nicht mit dir drüber reden. -  Vor allem nicht hier. Aber es ist auf alle Fälle kein Liebeskummer.“
Gerrit schaut mich überrascht an und zieht mich in seine starken Arme. Für einen kurzen Augenblick fühle ich mich sicher und geborgen. Vielleicht muss ich mich doch irgendjemand anvertrauen. So kann es ja eigentlich nicht mehr weitergehen. „Gib mir bitte noch etwas Zeit!“ Ich löse mich aus seiner Umarmung und sehe wie er leicht lächelt und verständnisvoll nickt.
Unten angekommen machen wir uns schweigend auf den Weg zum Dienstwagen.
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