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Keep calm and fake on

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
09.05.2022
13.06.2022
21
49.704
6
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
09.05.2022 1.412
 
Hallo und Willkommen zu meiner neuen/nächsten Kickers Geschichte ;)
Viel Spaß beim lesen und wenn sie euch gefällt, lasst mir gerne ein Review und/oder ein Sternchen da ;)
Eure Tasha

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“Hallo Elsa.”
Die Angesprochene sah auf. “Oh, hallo Taro.”
Die junge Frau lächelte ihren Kommilitonen an, ehe sie den Kaffeebecher to Go entgegen nahm, denn ihr der Besitzer des Kaffeewagens reichte und den sie soeben bezahlt hatte. Sie stellte sich an die Seite des Kaffeewagens und fügte Milch und Zucker hinzu.
“Ist dein Freund heute gar nicht dabei?”, fragte Taro neugierig und sorgte für ein Stirnrunzeln bei Elsa. Sie drückte den Deckel auf den Pappbecher, ehe sie ihn in die Hand nahm und sich zur Seite drehte.
“Ich bin nicht mehr mit ihm zusammen”, antwortete sie auf die Frage und widmete sich schon dem Unvermeidbaren, das tatsächlich nicht lange auf sich warten ließ.
“Wirklich? Würdest du dann vielleicht mal mit mir ausgehen?” Hoffnung lag in Taros Tonfall.
Elsa unterdrückte ein lautes Seufzen, zwang sich ein Lächeln aufs Gesicht und sah ihren Kommilitonen an.
“Entschuldige bitte, Taro, aber ich möchte mich aktuell auf mich konzentrieren, immerhin ist es noch nicht lange her, dass Misugi und ich uns getrennt haben. Ich hoffe du verstehst, dass ich gerade nicht auf Dates gehen will.”
Und schon konnte man die Enttäuschung auf den Zügen des neben ihr Stehenden sehen. Er blinzelte, dann grinste er schief. “Okay. Meld dich bei mir, wenn du doch wieder ausgehen willst, ich bin ein guter Typ. Ich bin nett, ich bin freundlich, ich lade dich auch gerne ein und …”
Mit versteinerter Miene hatte Elsa Taro zugehört, musste sich wirklich zusammenreißen, diesen nicht zu unterbrechen und war einfach nur dankbar, als ihr Name laut erklang.
“Elsa!”
Sie drehte sich um und strahlte den dort Stehenden an. “Viktor!” Dieser grinste ebenfalls, runzelte dann seine Stirn, als sie direkt auf ihn zukam und sich bei ihm einhakte. “Da bist du ja endlich! Ich warte schon auf dich.” Sie wandte sich noch einmal Taro zu. “Ähm, wir sehen uns dann an der Uni, bis dann.”
Sie nickte ihrem Kommilitonen zu und zog Viktor kurzerhand mit sich in eine andere Richtung. Der Ältere schob seine Sonnenbrille auf den Kopf und sah seine plötzliche Begleitung verwirrt an, wartete jedoch, bis Elsa stehen blieb und sich von ihm löste. Ihr Kopf fiel in ihren Nacken und ein lautes Stöhnen entkam ihr.
“Was ist los?”, fragte er und hob seine Augenbrauen.
“Entschuldige bitte, dass ich dich so vereinnahmt habe, aber ich hatte keinen Bock mehr. Ich bin mit Misugi nicht mehr zusammen und …”
“Oh, das tut mir leid zu hören.”
Elsa winkte ab. “Schon gut, ich habe Schluss gemacht, mir war es irgendwie zuviel. Aber jeder Typ, der das mitbekommt, denkt, dass das ein Freifahrtschein ist, mich um ein Date zu bitten. Ist es wirklich so schwer, jemanden, der gerade eine Trennung hinter sich hat, erstmal in Ruhe zu lassen?  Ich würde mich gerne erstmal auf mich konzentrieren, ehe ich mich auf einen anderen Typen einlasse. Außerdem ist es doch ganz nett, auch mal Single zu sein. Aber gut, danke dir, dass ich dich ausnutzen konnte, du hast was gut bei mir.”
Auf Viktors Zügen erschien ein breites Grinsen und nun ließ er seine Augenbrauen auf und ab wackeln. “Du weißt, du darfst mich jederzeit ausnutzen.”
Die Frau neben ihm, lachte auf und stieß ihm ihren Ellenbogen spielerisch zwischen die Rippen, während sie ihren Gang im Park wieder aufgenommen hatten und gemütlich nebeneinander her liefen. Immer wieder trank Elsa einen Schluck von ihrem Kaffee.
“Was machst du hier?”, fragte sie ihren Begleiter dabei neugierig.
“Ich hatte Training und bin eigentlich auf dem Heimweg. Hier durch den Park ist es halt die kürzeste und schnellste Strecke.” Er deutete auf die Sporttasche, die über seinem Rücken hing.
“Das hätte ich mir denken können.”
“Was willst du damit sagen?”
“Dass wenn du nicht an der Uni bist, du entweder Fußball spielst oder Party machst. Wo soll ich anfangen? Keine Unisachen, keinen Drink in der Hand, bleibt doch nur noch Fußball übrig.”
Schon lachte Viktor laut auf. “Okay, hier kann ich nichts entgegnen, falsch liegen tust du damit eindeutig nicht. Na gut, ich muss hier entlang, falls du mal wieder ein Alibi brauchst, sag Bescheid. Und ich melde mich, wenn ich meinen Gefallen einfordern muss.”
Nun war es Elsa, die breit grinste. “Tu das. Ich bin für fast alle Schandtaten bereit, außer sie haben was mit der Horizontale zu tun.” Ihr Finger deutete zwischen ihnen beiden hin und her.
Auch Viktor grinste. “Schade drum. Aber keine Sorge, das hier”, nun war es sein Finger zwischen ihnen, “ist gut so, wie es ist. Also dann bis bald.”
Er hob seine Hand zum Abschied und lief davon. Schmunzelnd blickte Elsa ihm hinterher. Doch, Viktor war ein Typ, mit dem man Pferde stehlen konnte und sie war froh, dass sie beide Freunde waren.

///


Nachdem sie den letzten Schluck getrunken hatte, warf Elsa den Kaffee-to-go Becher in einen Mülleimer. Sie würde jetzt nach Hause gehen und dort ihre Notizen noch zusammentragen, die sie vorher gemacht hatte, während sie auf einer Bank gesessen war. Das Wetter war so schön, da hatte sie nicht in ihrem Studentenwohnheimzimmer sitzen wollen und dort an ihrem Schreibtisch arbeiten, der Park war dazu genauso geeignet, gerade, wenn die Sonne so schön schien wie heute. Sie lief los, sah dabei auf ihr Handy, als sie vor sich eine Gruppe junger Männer erkannte, die alle Fußball-Trikots trugen. Ein etwas wehmütiges Lächeln erschien auf ihren Zügen. Es erinnerte sie an ihren Bruder und dessen frühere Fußballmannschaft, die Kickers. Aber gut, das war wirklich schon lange her, sehr lange. Inzwischen war Gregor schon 21, sie 23 Jahre alt und sie beide studierten. Natürlich spielte Gregor immer noch Fußball, allerdings nicht mehr in einer Schulmannschaft und zu seiner großen Freude sogar mit Viktor als Torwart der gleichen Mannschaft, was es manchmal auch anstrengend machte bei Familienfeiern zu sein, wenn sowohl Gregor als auch Viktor da waren. Wenigstens hatte Elsa mit Conny, Gregors Freundin und gleichzeitig Viktors Schwester, immer eine weibliche Unterstützung an ihrer Seite.
Wie von selbst suchten Elsas Augen nach dem Torwart der Mannschaft vor sich. Als sie eine grüne Mütze erkannte, machte ihr Herz einen Satz. Es war schon fast acht Jahre her, dass sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. In der Grundschule war sie damals sehr in ihren Klassenkameraden verliebt gewesen, der gleichzeitig der Torwart von Gregors Mannschaft und auch dessen guter, eigentlich schon bester Freund gewesen war. Auch in der Mittelschule hatte sie noch sehr für ihn geschwärmt, doch dann war er weggezogen und das war es dann gewesen. Doch zuvor hatten sie sich tatsächlich geküsst. Er hatte ihr ihren ersten Kuss geschenkt und sie wusste, dass sie das erste Mädchen gewesen war, das er geküsst hatte. Und kurz darauf war er weg gewesen. Wie gesagt, es war schon ewig her, sie sollte nicht nach ihm Ausschau halten und ihr Herz sollte ruhig bleiben, wenn sie an ihn dachte. Trotzdem verhielt es sich auch heute oft noch seltsam, wenn sie an ihn dachte … Mario.
In dem Augenblick drehte sich der Torwart herum, der in dem Pulk der Männer stand, sodass sie sein Profil erkennen konnte. Elsas Augen weiteten sich und sie starrte diesen ungläubig an, während ihr Herz sich zusammenzog. Das … das war er doch, oder? Zweifelnd betrachtete sie ihn, überlegte, ob er es wirklich sein könnte. Doch, das musste er einfach sein. Der Mann hatte die gleichen kurzen, schwarzen Haare, dunkle Augen, einen etwas dunkleren Teint. Natürlich wirkte er viel männlicher, aber damals war er ja auch noch ein Junge gewesen, es wäre seltsam, hätte er sich äußerlich nicht verändert.
Ehe sie groß reagieren konnte, hatten sich ihre Füße schon in Bewegung gesetzt und dann:
“Hey Seigo, komm, der Bus fährt sicher gleich.”
Einer der Fußballspieler klopfte dem Torwart auf die Schulter, der lachen musste.
Elsa blieb stehen und lachte leise. Gott, was war das denn gewesen? Sie konnte doch nicht in jedem schwarzhaarigen Mann mit einer grünen Mütze auf dem Kopf ihren früheren Schwarm vermuten, das war wirklich peinlich. Sie schüttelte ihren Kopf und drehte sich zur Seite. Wüsste sie es nicht besser, würde sie glatt behaupten, dass sie immer noch in den Jungen von früher verknallt war. Aber das war lächerlich, erstens war die Schwärmerei schon lange her und zweitens hatte sie ihn auch ewig nicht mehr gesehen, also war das Quatsch, eindeutig. Und jetzt wollte sie nach Hause, sie hatte noch genug zu tun.
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