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I like boys who ... go crazy

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P16 / Gen
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
08.05.2022
30.06.2022
31
51.239
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08.05.2022 2.008
 

I like boys who … go crazy


Audition


Während ich im Gedränge stand und einen sehr leckeren Muffin von Starbucks aß, ging ich im Kopf immer wieder die Lyrics durch. Ich kannte den Song 'You Belong with Me' von Taylor Swift längst auswendig, was nicht zuletzt daran lag, dass ich ihn seit Wochen rauf und runter hörte. So wie auch jetzt, wo mir Taylor gerade ins Ohr sang, dass sie Sneaker trug. Ich verstand allerdings kaum etwas davon, denn die Menge um mich herum war so laut, dass meine Kopfhörer selbst auf höchster Stufe irgendwie versagten.
Widerwillig zog ich mir die Dinger aus den Ohren und verstaute das leere Muffin-Papier in meiner Tasche um es später wegzuwerfen. Ich war sowieso bald ganz vorne, also musste ich wahrscheinlich nicht mehr lange warten.
Wenig später stand ich tatsächlich an einem Tisch und ein etwas unfreundlicher Mann erklärte mir, was ich machen musste. Nicht viel, wenn man bedachte, dass ich mich hier für eine Castingshow anmeldete. Tatsächlich musste ich lediglich meinen Namen, mein Geburtsdatum und meine Kontaktdaten angeben. Und, weil ich erst 16 war auch noch eine Erlaubnis von einem Vormund. Allerdings ging das ganze ziemlich schnell vonstatten, sodass ich keine fünf Minuten später in einer großen Halle stand, in der viele andere Bewerber mit Freunden oder Familie auf Sofas verteilt saßen. Hier und da war ein Kamerateam unterwegs.
Denen versuchte ich so gut es ging aus dem Weg zu gehen, als ich mich irgendwo in der Mitte auf einem Sofa niederließ. Neben mir saßen noch zwei Jungs, die sich angeregt miteinander unterhielten. Ich achtete nicht wirklich auf sie, sondern konzentrierte mich mehr darauf nicht schrecklich nervös zu werden. Normalerweise sang ich lediglich vor dem Spiegel in meinem Zimmer und da schaute mich nur ein Augenpaar kritisch an und nicht … keine Ahnung wie viele. Ich wusste wirklich nicht wie viele Leute vermutlich in der Halle nebenan saßen und sich das Spektakel ansahen. Ich wollte es auch eigentlich gar nicht genau wissen.
Es dauerte nicht so lange, wie ich erwartet hatte, bis meine Nummer aufgerufen wurde. Ich hatte sie einfach auf meinen Hoodie geklebt und hoffte, dass sie nicht abgehen würde.
Ein Mann mit Headset und Klemmbrett brachte mich hinter die Bühne, wo gerade eine Familie ein Mädchen tröstete, die es wohl nicht geschafft hatte.
„Hi, ich Dermont O'Leary.“ stellte sich mir ein Mann vor, der so aussah, als ob er auch auf Kamera zu sehen wäre. Er kam mir bekannt vor, aber der Name sagte mir nichts.
„Makayla Summers, freut mich.“ stellte ich mich ebenfalls vor und ergriff seine Hand.
„Bist du ganz alleine hier, Makayla?“ fragte Mr O'Leary und sah sich suchend nach möglichen Begleitern um.
„Ja, ich bin alleine.“ antwortete ich in dem Moment, als ein anderer Typ mit Headset und Klemmbrett kam und uns ein Zeichen gab.
„Na dann, viel Glück.“ wünschte mir O'Leary noch, ehe mir ein Mikrophone in die Hand gedrückt wurde und ich auf die Bühne ging. Glücklicherweise war ich geistesgegenwärtig genug gewesen meine abgenutzte braune Ledertasche Backstage stehen zu lassen. Ich hoffte einfach mal, dass niemand was stehlen würde.
„Hallo, wie heißt du?“ fragte Simon Cowell und riss mich damit aus meinen Gedanken. Konzentration Makayla!
„Makayla Summers“, antwortete ich etwas schüchtern. Es half nicht wirklich mich nur auf die Juroren zu fokussieren und zu versuchen den Rest der Halle zu vergessen. Vor allem nicht, weil die Juroren nun mal Louis Walsh, Cheryl Cole und Simon Cowell waren. Verdammt, möglicherweise hätte ich mir doch noch ein Mal mehr überlegen sollen, ob ich wirklich bei X-Factor mitmachen wollte. Aber jetzt war es dafür wohl zu spät.
„Und wie als bist du?“ fragte Simon.
„Fünfze- Nein, Sechzehn.“, antwortete ich und spürte, wie ich rot wurde.
„Was denn nun, 15 oder 16?“ fragte Simon und musterte mich prüfend.
„16, aber noch nicht lange, deshalb muss ich mich noch dran gewöhnen.“ antwortete ich etwas peinlich berührt.
„Seit wann bist du denn 16?“ fragte Cheryl freundlich. Ich schaute auf meine Uhr.
„Seit etwa vierzehn Stunden und zwanzig Minuten.“ antwortete ich.
„Oh, dann herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“ beglückwünschte sie mich und ich schenkte ihr ein nervöses Lächeln.
„Von mir auch, Glückwunsch. Was singst du denn für uns, Makayla?“ fragte Simon.
„'You Belong with Me' von Taylor Swift.“ antwortete ich.
„Na dann, die Bühne gehört dir.“ sagte er und machte eine einladende Handbewegung. Ich nickte kurz und atmete tief durch, während das Intro ertönte. Ich merkte, dass meine Hand ein wenig zitterte, als ich das Mikro anhob und anfing zu singen.

You're on the phone with your girlfriend, she's upset
She's going off about something that you said
'Cause she doesn't get your humor like I do


Ich musste mich davon abhalten die Augen zu schließen, doch stattdessen ließ ich meinen Blick, zugegebenermaßen sehr unruhig, über Publikum und Jury schweifen. Ich konnte nicht einschätzen ob ich gut war oder nicht. Dafür war ich viel zu nervös.

I'm in the room, it's a typical Tuesday night
I'm listening to the kind of music she doesn't like
And she'll never know your story like I do


Cheryl lächelte mich das nächste Mal, als ich kurz zu ihr, Simon und Louis guckte, an und irgendwie beruhigte mich das. Wenn ich eine komplette Katastrophe wäre, dann würde sie mich bestimmt nicht anlächeln. Dachte ich zumindest.

But she wears short skirts
I wear T-shirts
She's Cheer Captain, and I'm on the bleachers
Dreaming about the day when you wake up and find
That what you're looking for has been here the whole time


So langsam wurde die Nervosität etwas weniger und ich musste bei diesen Zeilen etwas lächeln. Da waren Taylor und ich wohl einer Meinung.
Ein Blick ins Publikum zeigte mir, dass ich wohl gar nicht so schlecht war, denn wenigstens lachte niemand über mich. Das war doch schon mal ein Erfolg.

If you could see that I'm the one
Who understands you
Been here all along
So, why can't you see?
You belong with me
You belong with me


Walk in the streets with you in your worn-out jeans
I can't help thinking this is how it ought to be
Laughing on a park bench thinking to myself
Hey, isn't this easy?


Weiter kam ich nicht, denn Simon hob die Hand und sowohl die Musik als auch ich verstummte. Nervös bis ich mir auf die Unterlippe. Scheiße, was wenn er mich unterbrochen hatte, weil ich so schlecht gewesen war. Eigentlich gab es keinen anderen Grund, weshalb er abbrechen sollte.
„Hey, was soll das?“ fragte Cheryl ihren Kollegen leicht entrüstet. Er ging allerdings gar nicht darauf ein.
„Sieh mal, Makayla, ich mag dich. Du hast eine gute Stimme und mit etwas Gesangsunterricht könntest du wirklich fantastisch sein, aber man sieht dir an, dass du super nervös bist.“ sagte er und ich nickte langsam.
„Da muss ich Simon zustimmen. Du siehst aus, als ob du gleich ohnmächtig werden würdest.“ bestätigte Louis, was mich zum lachen brachte. Wieso auch immer.
„Falls es Sie beruhigt, so fühle ich mich nicht.“ versicherte ich ihm.
„Ich glaube du bist die erste heute, die uns siezt.“ stellte Cheryl belustigt fest. „Wie auch immer, ich fand deine Stimme wirklich sehr gut. Außerdem sind wir ja hier um mit dir zu arbeiten, damit du selbstbewusster wirst.“ Das letzte sagte sie mehr zu ihren beiden Sitznachbarn, als zu mir.
„Also ich sage nein.“ stellte Louis fest. Er sah aus, als ob es ihm leidtäte, aber ich verstand seine Kritik. Vielleicht würde ich von Cheryl ein Ja bekommen, aber sicher nicht von Simon. Er war nicht der Typ dafür nachsichtig zu sein, soweit ich das beurteilen konnte.
„Du hast die Stimme, du hast das Talent und ich bin sicher, dass du das Selbstvertrauen auch noch bekommst. Für mich ein eindeutiges Ja!“ verkündete Cheryl und ich lächelte sie dankbar an. Ein Kompliment von keiner anderen als Cheryl Cole zu bekommen war ziemlich überwältigend.
Allerdings lag meine Aufmerksamkeit ziemlich schnell auf Simon, der mich nachdenklich ansah. Tja und ohne es zu wollen, steckte ich plötzlich mitten in einem Starr-Duell mit Simon Cowell. Ich wollte weggucken, wirklich, aber irgendwie hatte ich da Gefühl mich beweisen zu müssen. Es passte nicht zu mir schüchtern zu sein und es passte auch nicht zu mir nervös zu sein, weshalb es mich irgendwie ziemlich nervte, dass ich hier nicht einfach genauso unbefangen singen konnte wie in meinem Zimmer. Vor meiner Klasse kriegte ich es auch hin. Allerdings bedeutete mir die Meinung meiner Klassenkameraden wohl einfach zu wenig, um mir darum großartig Gedanken zu machen.
Nach einer halben Ewigkeit räusperte sich Simon schließlich und sagte: „Von mir bekommst du auch ein Ja. Ich denke in dir steckt was Großes.“ Ich hielt die Luft an. Okay, damit hatte ich nicht gerechnet, aber hey, umso besser.
Langsam breitete sich ein breites Grinsen auf meinem Gesicht aus.
„Danke, danke, danke“, sagte ich und war kurz davor auf und ab zu springen, was auch nicht zu mir passte. Nervosität war wohl echt nicht mein Ding.
Ich ging von der Bühne und wurde von Mr O'Leary in Empfang genommen, der mich ungefragt umarmte, während ich über seine Schulter hinweg von einer Kamera gefilmt wurde.
„Danke“, sagte ich, als wir einander wieder losließen. Er lächelte mich freundlich an und dann kam wieder einer von den Headset-Typen und nahm mich mit. Ich schnappte mir noch schnell meine Tasche und winkte O'Leary, ehe ich dem Mann hinterher eilte. Er brachte mich zum Ausgang und gab mir dann noch ein kleines Blatt mit Anweisungen wie es nun weitergehen würde.
Ich war immer noch völlig durch den Wind, aber so langsam fühlte ich mich wieder mehr wie ich selbst. Irgendwie kam mir alles was zwischen meinem Muffin und diesem Moment passiert war unwirklich vor.
Ich beeilte mich zur nächsten Undergroundstation zu kommen um meine Bahn nicht zu verpassen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet weiterzukommen. Bis auf meine Musiklehrerin, die mir immer wieder sagte, dass meine Stimme ganz toll war, hatte mir noch nie jemand gesagt, dass ich gut singen konnte. Ich hatte das zwar immer geglaubt, schließlich war ich zu X-Factor gegangen, aber es jetzt von Leuten zu hören, die etwas von Musik verstanden und mich nicht seit der Middle School kannten, war doch etwas anderes.
Ich wusste, dass ich es durchs Bootcamp schaffen konnte, wenn ich es schaffte diese bescheuerte Nervosität loszuwerden. Ich normalerweise eher der positiv verrückte Typ, als der schüchterne, zurückhaltende.
Ich wusste, dass ich eine Chance hatte und die würde ich jetzt auch nutzen.
Und mit jetzt, meinte ich wohl in drei Wochen, wenn das Bootcamp stattfinden würde. Glücklicherweise hier in London, wie ich dem Informationsblatt entnehmen konnte. Wir würden Unterkünfte gestellt kriegen was für mich kein Problem war. Da ich sowieso in London wohnte machte es eigentlich keinen Unterschied.
Auf der Rückseite des Blattes war noch eine Liste mit Dingen, die ich einpacken sollte. Ich schnaubte leicht. So dumm, dass ich meine Zahnbürste vergessen würde, war ich nun auch wieder nicht. Ja, ob man es glaubte oder nicht, aber ich war sogar halbwegs intelligent, wenn man meinen Lehrern glauben schenken durfte. Deren Intelligenz zweifelte ich zwar manchmal an, aber na ja. Irgendwie waren die ja auch zu ihrem Job gekommen, nicht?
Es dauerte eine Weile bis ich nach Hause kam. Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte lauschte ich. Aus dem Wohnzimmer konnte ich Stimmen hören, aber niemand schien mich bemerkt zu haben. Das war mir gar nicht so unrecht. Zwar hatte ich meine Nerven inzwischen wiedergefunden und fragte mich, wie bescheuert ich mich auf der Bühne eigentlich verhalten hatte, aber trotzdem war der Tag anstrengend gewesen.
Ich ging hoch in mein Zimmer und schmiss meine Tasche vor meinen Schrank, ehe ich mich an den Schreibtisch setzte und noch mal die Informationen fürs Bootcamp durchging. Na das konnte ja was werden.
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