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2022 05 08: Ich Scheiß' Auf Euren Krieg [by Satyrical]

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P16 / Gen
Himiko Toga Touya Todoroki / Dabi
08.05.2022
08.05.2022
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Tag der Veröffentlichung: 08.05.2022
Titel der Geschichte: Ich Scheiß Auf Euren Krieg
Song:Ich Scheiß Auf Euren Kriegvon Lukas Litt
Autor: Satyrical
Kommentar des Autors: Irgendwie ist beim Schreiben der Bezug zum Lied immer mehr verloren gegangen. Naja. Zufrieden bin ich trotzdem, denke ich.

Das wars. Der Vorhang war gefallen, wie Mister Compress jetzt sagen würde, und bei dem Gedanken an den Entertainer tat sich ein heiseres Lachen in seiner Kehle auf.

Mit einem zufriedenen Seufzen ließ sich Touya in das feuchte Gras fallen. Er hatte sein Ziel erreicht. Endlich.

Endeavor war tot. Er war tot, und all die anderen auch - Rei, Fuyumi, Natsuo... Shoto.

Und auch Touya würde sterben und mit ihm der Todoroki-Name und all die Jahre des Leids, welches Endeavor über ihre Familie gebracht hatte.

Es würde nicht mehr lange dauern. An Armen und Beinen war seine Haut bereits abgeblättert wie alte Farbe, zwischen dem wenigen gesunden und dem vielen verbrannten Fleisch sickerten Blut und allerlei andere Flüssigkeiten hervor.

Es war Zeit. Gott, es war schon lange Zeit gewesen. Er hätte bereits vor vielen Jahren sterben sollen, damals, auf Sekoto Peak. Er war müde.

Und so schloss er die Augen, bereit sich dieser Müdigkeit hinzugeben, und dann-

Dann riss ihn eine vertraute Stimme aus seinen Gedanken.

"Touya!"

Es war Himiko Toga. Sie hatte also doch überlebt.

Mit einem leisen Seufzen öffnete er die Augen. Und da stand sie, nackt und zitternd, und in ihren Armen-

"Suchst du einen Wäschekorb?" Er lachte leise. In ihren Armen trug Himiko den viel zu großen Parka, den Geten immer getragen hatte. Er war so dermaßen mit Blut befleckt, dass man die ursprüngliche blaue Farbe kaum noch erkennen konnte.

"Was machst du hier?? Steh auf!! Wir brauchen dich, wir-"

"Ruhig Blut, Psycho." Er schenkte ihr ein schiefes Grinsen. Es war ihm schwer gefallen, als sein Unterkiefer noch an den Oberkiefer getackert war. Jetzt war es ganz leicht.

"Hat's unseren Iceman endlich erwischt? Und ich hatte schon Angst vor ihm draufzugehen."

"Das ist nicht lustig!!"

Touya und Geten hatten sich nie wirklich verstanden. Seit ihrem ersten Kampf, damals in Deika City, herrschte eine... einseitige Rivalität zwischen den beiden Fernkämpfern. Himiko hingegen hatte in dem Weißhaarigen nicht nur einen Gleichaltrigen sondern auch einen Freund gefunden.

Touya seufzte. "Hör mal, Toga. Wir haben verloren. Das haben wir schon als sie Shigaraki erledigt haben."

Sie starrte ihn aus großen gelben Augen an. "Sag sowas nicht..."

"Setz dich zu mir."

Wortlos ließ sich Himiko neben ihm im Gras nieder. Ihre Nase zuckte, als ihr der Geruch von verbranntem Fleisch in die Nase stieg.

"Tut es weh...?" fragte sie und Touya lachte. "Machst du dir Sorgen?"

"Natürlich mach ich mir Sorgen, Idiot! Wir sind doch eine Familie!"

Das brachte sein Lachen zum Verstummen. Vorsichtig griff er nach Himikos Hand. Sie war klein in seiner eigenen und ihm wurde schlagartig bewusst wie jung sie doch war. "Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Toga. Ich spür gar nichts mehr."

"Gar nichts?"

"Die Nervenenden sind verbrannt."

Einen Moment lang schwiegen die beiden und lauschten dem Kampfgeschehen im Hintergrund, den Schreien, dem Krachen und dem Knallen. Dann erhob Himiko die Stimme.

"Wirst du sterben...?"

"Ja", antwortete Touya viel zu schnell, viel zu unbekümmert, und Himikos Herz wurde ganz schwer.

"Ich will nicht dass du stirbst..." murmelte sie leise. "Ich will nicht alleine sein..."

"Du folgst mir gefälligst." Er lachte leise. "Du kannst mich doch nicht mit Geten allein lassen. Der frisst mich doch auf."

In Himikos gelben Augen glitzerten Tränen und Touya legte schwerfällig einen Arm um sie. Er war nie gut darin gewesen, andere zu trösten, aber Himiko schloss die Augen und drückte sich an ihn und er hatte das Gefühl, dass es vielleicht doch etwas gebracht hatte.

"Wir haben verloren. Sie werden uns wegsperren, ins Gefängnis oder in die Psychiatrie, und vielleicht bekommen wir sogar die Todesstrafe. Dann sterbe ich lieber hier und jetzt, als dass ich jahrelang in irgendeiner Gefängniszelle auf meine Hinrichtung warte."

"Du hast ja Recht, aber..."

"Ich weiß, dass du Angst hast. Das ist normal." Er kratzte sich mit der freien Hand am Kopf. Solche Gespräche waren wirklich nicht sein Ding. Er lachte unsicher. "Normaler als es so schnell zu akzeptieren wie ich."

Himiko spielte nervös an den Knöpfen des Parkas herum, welchen sie immer noch dicht an ihren nackten Körper drückte.

"Du kannst dich natürlich auch stellen. Du bist noch so jung. Deine Strafe würde sicher milder ausfallen als meine, und-"

Touyas ganzer Körper zuckte zusammen wie vom Blitz getroffen und Himiko konnte gar nicht reagieren, so schnell bäumte er sich auf und übergab sich.

"Touya..?" fragte Himiko vorsichtig und fuhr unbeholfen mit einer Hand über seinen zitternden Rücken. Sie konnte seine Wirbelsäule spüren. "Alles in Ordnung, mach dir keine-" er unterbrach sich selbst, als er sich ein weiteres Mal übergab. "Sorgen.." brachte er verspätet heraus, die Stimme noch leiser als zuvor, und er blickte mit trübem Blick auf den Boden vor sich. Er hatte vor Aufregung schon seit Tagen nichts mehr herunterbekommen. Immerhin.  

"So viel Blut.." murmelte Himiko leise und so sehr es Touya immer genervt hatte, irgendwie wünschte er sich ihr verrücktes Grinsen zurück, das Funkeln in ihren Augen wenn sie über Blut sprach.

"Schon in Ordnung, Toga. Schon in Ordnung." Er spürte wie ihm heißes Blut in die Kehle stieg und kämpfte gegen den Drang an sich gleich ein drittes Mal zu übergeben. "Deine Messer, Kleine, hast du noch deine Messer?"

Zögerlich griff Himiko nach ihrem Messer. Sie hatte es ins Gras fallen gelassen, als sie sich zu ihm gesetzt hatte. "Wieso..?"

"Ich hab gar keine Lust mehr zu warten." Sanft nahm er ihr das Messer aus der Hand. "Das verstehst du doch, oder?"

Himiko nickte. Natürlich verstand sie es. Sie konnte ja selber sehen, wie übel er zugerichtet war, wusste, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gab. Und doch widerstrebte ihr der Gedanke, dass er sich das Leben nehmen würde.

"Weißt du.." Nachdenklich drehte er das Messer in seinen Händen. "Ich hab die Liga geliebt. Ihr wart wie ne Familie für mich."

Himikos Augen wurden ganz groß. An jedem anderen Tag hätte sie sich über Touyas Geständnis lustig gemacht bis er ihr mit seinem Feuer gedroht hätte. Aber nicht heute. "Ich habe euch auch geliebt.." murmelte sie zur Antwort, und Touyas Gesicht verzog sich zu einem breiten Grinsen. "Ich weiß."
 
 
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