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Where we belong

von Kubinashi
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Eustass 'Captain" Kid Heat Killer OC (Own Character) Trafalgar Law Wire
08.05.2022
03.06.2022
5
12.296
12
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.05.2022 2.991
 
Hey hey!
Mir ist eingefallen, dass ich vielleicht ein paar Sachen erwähnen sollte (und war im ersten Kapitel, aber besser spät als nie, lol) - ich halte mich kurz, versprochen.
Also, erstens: Die Story hält sich nicht an das Original und weicht signifikant davon ab
Zweitens: Ich habe ab dem Wa no Kuni-Arc den Anime nicht weitergeguckt, bin also nicht auf dem aktuellen Stand. Also werden alle Sachen, die danach ans Licht kamen hier nicht auftauchen.
Drittens: Ich bin trotz allem ein Weeb, deswegen werden japanische Begriffe und Suffixe verwendet huehue
Viertens: Detailierte Charaktersteckbriefe werden folgen

Und ich glaube, das wars auch schon!
Enjoy~
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Es waren einige Wochen vergangen, in denen Chain sich möglichst weit von den Docks fernhielt. Und da war sie nicht die einzige. Cliff sank neben ihr auf der Mauer und ließ die Beine baumeln. Seine Verletzungen waren gut verheilt, auch wenn sein Brustkorb noch immer eine Palette verschiedener Rot- und Lila-Töne war.
"War viel los heute?", fragte er mit leiser, heiserer Stimme. Der Stimmbruch setzte bei ihm ein, was ihm sehr unangenehm war, doch Chain könnte es nicht weniger jucken. Eine sachte Briese kühlte ihre erhitzte Wangen.
"Untertreibung des Jahrhunderts. Oben findet irgendeine feine-Pinkel-Party statt. 2000 Cupcakes, Cliff. Ich kann keine Buttercreme mehr sehen."
Raspelig kicherte Cliff vor sich her.
"Hey, immerhin verdient deine Ma Geld. Meine versäuft es nur."
Chain schaute ihn skeptisch an.
"Man kann nichts versaufen, was man eh schon nicht hat, oder?"
Cliff zuckte die Schultern.
"Scheinbar schon."
Betroffen schwieg Chain. Sie und Cliff waren keine engen Freunde, eher sowas wie flüchtige Bekannte, deswegen kam es ihr nicht richtig vor, weiter nachzufragen.
"Warte, ich frag meine Mutter eben ob du ein paar von denen haben kannst, die ich versaut habe", meinte sie dann und sprang auf. Cliff wurde rot.
"Du musst das nicht tun..."
Chain schaute zu ihm runter, in ihren Augen funkelte Schalk.
"Dich als Mülleimer benutzen um meine Fehler vom Angesicht der Welt zu tilgen? Glaub mir mal, du tust mir einen Gefallen, nicht ich dir."
Sie lief nach Hause und da Claire keine Einwände hatte, brachte sie Cliff eine kleine Schachtel voller deformierter Küchlein mit. Er sah die zerknautschten, halb zerfallenen Cupcakes mit der zerlaufenen Buttercreme und musste lachen.
"Okay, ja, die sind echt hässlich."
Dafür bekam er ein paar gescheppert, worauf das Lachen der beiden durch die Gasse hallte. Sie verbrachten den Tag damit, an ihrem Baumhaus zu arbeiten, wobei sich Cliff als große Hilfe herausstellte, Claire beim sauber machen zu helfen und abends im Meer schwimmen zu gehen. Chain begleitete Cliff nach Hause. Sie kamen vor dem Haus an, es war totenstill.
"Ma scheint zu schlafen."
Cliff klang so, als wäre das etwas wirklich gutes.
"Danke für Heute, Chain."
Sie winkte ihm zum Abschied und machte sich auf den Weg nach Hause. Hätte sie doch nur früher gewusst, dass das ein Abschied für immer gewesen war.

Einige Tage später streifte sie allein durch die Stadt. Es war schon später Nachmittag und ihre Mutter hatte sie schon vorzeitig aus der Backstube entlassen. Nun genoss sie die frische Luft. In der würzigen Sommerluft war schon ein bisschen der nahende Winter zu erschnuppern. Ein Hauch von dieser Kälte, die nach nichts bestimmten roch und auch nicht sonderlich ausgeprägt war, aber dennoch vorhanden. Zindoha lag, genau wie drei weitere Inseln, in einer speziellen Klimazone. Wenn man nach den Temperaturen ging, existierten nur zwei Jahreszeiten auf der Insel: Sommer und Winter. Weder der Herbst doch der Frühling waren zu spüren. Man sah den Frühling, wenn der Schnee schmolz, neue Knospen überall aufgingen und die Blumen um die Wette leuchteten.
 
Man sah auch den Herbst, wenn die Blumen wieder in den Winterschlaf gingen und dafür die Bäume ihre Farben wechselten. Doch der Frühling war immer noch sehr warm und der Herbst immer schon sehr kalt. Und bald schon würden die Temperaturen innerhalb von einigen Tagen von 40 Grad im Schatten auf 5 Grad in der Sonne fallen. Dann hieß es wieder, mit dem Schlitten zur Schule und auf dem gleichen Wege die Torten ausliefern. Chain freute sich. Sie mochte den Winter, wenn eine Schneedecke über allem lag, keine nervigen Insekten auf dem Essen rumkrabbelten oder man glauben musste in der Sonne zur Pfütze werden. Und sie hatte eine sehr helle Haut.  

Sie konnte es nicht leiden, wenn sie nach 20 Minuten in der Sonne mehr Ähnlichkeit mit einem Krebs hatte als mit einem Menschen. Sie würde ja auch gern mal eine schöne, sommerlich braune Haut haben, aber das war ihr dank der Porzellanhaut nicht vergönnt. Und im Winter fiel man als blasser Mensch nicht auf. Im Winter verloren alle ihre Farbe. Sie kletterte über eine flache Mauer und machte einen Bogen um ein jugendliches Pärchen welches, an einer Wand gelehnt, damit beschäftigt war sich lautstark aufzufressen.  
Zu Küssen.  
Nein, sie fraßen sich definitiv auf.  

Chain nickte über ihren stummen Entschluss, überquerte eine von Schlaglöchern durchsetzte Straße und verschwand in der nächsten Gasse. Dort bestieg sie einen Stapel Fässer, die stark nach Gewürzgurken und Schafskäse rochen, machte einen Satz, bekam die Kante der hohen Ringmauer zu fassen und zog sich rauf. Aus der Gewohnheit heraus rollte sie sich oben ab und ließ sich auf der anderen Seite einfach in den zweiten Ring  runterplumpsen. Normalerweise lag dort ein riesiger Heuhaufen, doch diesmal lag direkt unter ihr ein Mensch im Heu.  
"Vorsicht!"  
Doch sie hatte ihn zu spät gesehen, sie würde auf dem Jungen landen und ihm ziemlich wehtun. Das dachte sie, bis er sich nach ihrem Ruf aufrichtete, sie überrascht musterte und die Arme austreckte, woraufhin sie direkt in seinen Schoß plumpste. Er hatte ihren Fall mit den Armen gebremst, doch da, wo sie aufeinandertrafen, tat es trotzdem ziemlich weh, sein Körper war hart.    
"Tut mir furchtbar Leid, normalerweise ist hier nie jemand, ich habe-", sie unterbrach sich selbst, als sie endlich begriff, auf wessen Schoß sie da saß.
"Eustass Kid!"  
Ihr Ausruf war mehr ein Quietschen. Das durfte doch nicht wahr sein. Von allen Menschen, auf die sie hätte fallen können war es ausgerechnet Eustass? Sie wollte die Flucht ergreifen und sich aus seinem Schoß hochkämpfen, doch seine Arme waren, wie seine Hand damals auf ihrer Schulter, wie Schraubstöcke. Wie konnte man nur so viel Kraft haben?  
"Ehrlich, es tut mir Leid. Ich würde mich niemals absichtlich auf dich fallen lassen. Ich...ich habe dich erst gesehen, als ich- als es schon zu spät war."  
Er hatte sie die ganze Zeit angesehen, so, wie die Leute immer schauten wenn ein fremdes Kind auf der Straße brüllend anfing zu weinen: Genervt, aber mit einem gewissen Maß an Resignation. Nun glättete sich die die Falte auf seiner Stirn und der unterschwellige Zorn verschwand aus seinem Blick. Zurück blieb eine gewisse Überraschung.
"Passiert mir nicht oft", meinte er schließlich mit einem Hauch Belustigung, "dass Mädchen vom Himmel auf mich fallen."  
Chain konnte es nicht verhindern, ihre Wangen wurden heiß. Es war ihr schon irgendwie peinlich. Aber woher sollte sie auch wissen, dass nach all den Monaten, die sie nun schon in diesen Haufen gefallen war, dass da plötzlich jemand liegen würde? Sie öffnete den Mund, um sich erneut zu entschuldigen, da blitzte etwas in seinen Augen auf.
"Dich kenn ich doch"  
Sie erstarrte, den Mund leicht geöffnet und mit leicht geweiteten Augen. Die Farbe wich ihr wieder aus dem Gesicht.
"Unsinn, woher-"
"Klaaar, du bist das Mädel, wegen dem Nat so ausgerastet ist. Ich erinnere mich an dein hübsches, kleines Gesicht, Zwerg."  
Chain schluckte, dann stieg wieder dieses Gefühl in ihr auf, welches fast ihren Brustkorb sprengte.
"Wahnsinn, dass du dich an mich erinnerst. Ich fühle mich wirklich geehrt."  
Was zur Hölle laberte sie da? Sie saß noch immer auf seinem Schoß, ohne eine Chance, ihm zu entkommen und dann ließ sie solche Sprüche ab? In ihrer Krankenakte stand doch aber nichts davon, dass sie selbstmordgefährdet war.
"Und so gern ich auch deine Nähe genieße, ich muss leider weiter...wichtige Dinge warten darauf erledigt zu werden. Wärst du also so freundlich?"  
Seine Augen blitzen und verengten sich zu schmalen, goldenen Schlitzen. Innerlich wollte sie sich auf den Boden werfen und um Vergebung bitten, doch in dem Moment beugte er sich ein Stück zu ihr und zischte:
"Ist dir bewusst, mit wem du es zu tun hast?"  
Rückblickend sollte gesagt sein, dass bestimmte Situationen bestimmte Maßnahmen erfordern und sie wohl den Verstand verloren hatte. Also tätschelte sie scheinbar unverfroren seine Wange.
"Aber sicher. Ich meine, so einen flammend roten Schädel gibts nur einmal in der Unterstadt, ist schon recht einzigartig. Naja und dein Charme ist natürlich selbstredend."  
Chain drückte ihren Finger gegen seine Stirn, um Abstand zwischen sie zu bekommen.
"Aber ich muss jetzt wirklich weiter, war nett mit dir, wirklich. Nettes Hemd übrigens!"  
Sie wand sich aus seinem Griff und stürzte hastig davon, während Eustass Kid seit langer Zeit überrumpelt worden war. Er trug gar kein Hemd.

Chain hielt erst an, als ihre Seitenstiche so schlimm wurden, dass es sich anfühlte, als hätte sie Dolche zwischen den Rippen und ihr die Luft so sehr in den Lungen brannte, dass sie glaubte sich gleich übergeben zu müssen. Am Ende ihrer Kraft ließ sie sich im fünften Ring an der Mauer herabsinken, die Ober- und Unterstadt trennte und schnappte keuchend und prustend nach Luft. Sie lauschte dem Rauschen der Wellen in der Ferne über ihren dröhnenden Herzschlag hinweg und versuchte sich auf deren Rhythmus zu konzentrieren, um ihren Herzschlag zu beruhigen. Sie war vom zweiten Ring bis hierher komplett durchgerannt, in der Angst, Kid könnte seine Verblüffung schneller überwunden haben als gut für sie war und sie für ihre Frechheit bestrafen.  
Leider Gottes gab es auf einer Insel, egal wie groß sie auch war, kein dauerhaftes Entkommen. Vielleicht sollte sie zu Oris gehen und ihn um Arbeit bitten. In der Schmiede wäre sie sicher vor Kid. Außerdem respektierte der Rothaarige den Großschmied und würde seinen Schützlingen nie etwas antun. Früher hatte Oris Kid aufgenommen, nachdem seine Eltern sich einfach davon gemacht hatten, daher sah er in ihm wohl so etwas wie Familie. Ihr Herz klopfte immer noch heftig, aber ihr Atem hatte sich beruhigt und auch das Seitenstechen hatte sich gelegt.

Doch ihre Beine zitterten noch, daher rutschte sie zweimal zurück auf den Boden, ehe sie sich aufrappeln konnte. Wackelig machte sie sich auf den Heimweg um ihrer Mutter beim Abendessen zu helfen.  
Unterwegs dachte sie diese eine Sache, die ihr seid ihm Zusammenstoß mit Kid nicht mehr ganz aus dem Sinn wollte: Der Kerl war tatsächlich zu ehrlicher Belustigung in der Lage. Nicht diese hämische, brutale oder hämische Freude, wie er sie sonst zeigte. Und wenn er so schaute, ohne diese Zornfalten auf der Stirn, dann sah er sogar recht gut aus. Und wenn sie schon mal dabei war, Kid wie einen Mann zu betrachten und nicht wie ein gefährliches, wildes Tier, musste sie sich eingestehen, dass sie total auf seine roten Haare stand. Sie liebte rote Haare. Ihr Vater war auch rothaarig gewesen. Sie fand auch Akagami no Shanks super, auch weil sie seine Art mochte. Er schien sehr bodenständig zu sein, trotz seiner Berühmtheit.
Abrupt blieb sie stehen. Hatte sie etwa einen Fetisch? Das wäre furchtbar. Zögernd lief sie weiter und brütete über ihrem neusten Problem. Es dürfte sich in Zukunft schwer gestalten eine scheinbare Ruhe an den Tag zu legen, wenn sie Kid nochmal über den Weg lief. Jetzt wo sie das mit dem Fetisch rausgefunden hatte, würde sie sich da dann nicht verraten? Und wie peinlich war das bitte? Und Kid würde sie auslachen...oder verprügeln, das wohl eher. Sie musste ihm unbedingt aus dem Weg gehen. Wer wusste schon, was für ein Blödsinn ihr das nächste Mal-

"Da bist du ja, Zwerg."  
Sie fuhr herum. Kid stand vor ihr, die Haare windzerzaust und ein ganz winziges bisschen aus der Puste, doch wenigstens trug er jetzt ein Shirt.
"Nur um das gleich klarzustellen: Du hättest dich für mich nicht umziehen müssen", flapste sie und schlug sich innerlich gegen die Stirn.  
Hätte der liebe Gott sie doch nur mit mehr Selbsterhaltungstrieb ausgestattet. Was war nur los mit ihr? Warum riskierte sie ausgerechnet ihm gegenüber immer so eine dicke Lippe? Sie hatte wohl echt Todessehnsucht. Genau den Gedanken schien Kid auch gehabt zu haben, denn seine Knöchel knackten bedrohlich, als er die Fäuste ballte.
"Wie kommt es, Zwerg, dass du mich immer, wenn du mich ansiehst, den Eindruck machst, als würdest du dir gleich in die Hose machen, aber mir dann solche Sprüche drückst?"  
Chain legte den Kopf schief und hob die Arme.
"Ich habe keine Ahnung. Du musst wissen, mein Hirn arbeitet wenns um dich geht immer gegen mich und mein Mund ist sein Verbündeter. Angst und Vernunft kommen gegen die beiden nicht an. Die beiden sind erziehungsresitent."  
Sie machte sich gar nicht die Mühe, sich zu fragen, wie er sie gefunden hatte. Eustass Kid kümmerte sich zwar nicht um Trasch und Klatsch, aber er hatte seine Leute überall, um mitzubekommen wenn etwas lief, das für ihn nützlich oder von Interesse wäre. Wie ein Diebstahl, oder eben ein vorlautes Mädchen.
"Soso. Große Klappe und nichts dahinter also."  
Empört sah sie zu ihm hoch.

"Na hör mal! Ich muss mir von einem Haudrauf wie dir nicht sagen lassen ich wäre dumm! Ich nutze immerhin meinen Verstand, statt meiner Fäuste, nur weil ich nichts anderes für mich sprechen lassen kann!"  
Er starrte stumm auf sie herunter, und sie sah Wut in seinen Augen.
"Sorry", murmelte sie und erbleichte. Ja, er hatte sie beleidigt und ja, bestimmt war sie schlauer als er. Aber solange ihr Verstand nichts gegen seine Fäuste ausrichten konnte, sollte sie das vielleicht nicht unbedingt unter seine Nase reiben. Chain schaute gequält zur Seite. Verdammte Scheiße, warum konnte sie nicht einfach mal die Schnauze halten?
"Du solltest lernen, den Mund zu halten wenn du nichts zu sagen hast, was deine Situation verbessert", knurrte Kid, machte jedoch bisher nicht den Eindruck, also würde er ihr etwas antun wollen.  
Zumindest nicht ernsthaft.
"Den Gedanken hatte ich auch gerade. Haargenau den gleichen."  
Wieder traf ein genervter, wütender Blick sie.
"Ich sag ja schon nichts mehr!"  
Kid murrte etwas Unverständliches, dann trat er näher zu ihr, bis sie den Kopf in den Nacken legen musste, um ihn anzusehen. Sie würde ja gern mal durch seine Haare wuscheln, aber das würde sie wohl bitter bereuen. Also stand sie da und bekam Nackenkrämpfe, während er sie anstarrte und sie zurückstarrte. Nachdem sich das Gestarre fast eine ganze Minute hingezogen hatte und sie beide in den letzten dreißig Sekunden nicht mal mehr geblinzelt hatten, wurden Chains Augen trocken und begannen zu brennen.  

Gerade, als sie überlegte dieses "Duell" zu beenden und den Blick zu senken, ehe sie die Augen womöglich nie wieder zu bekam, stieß Kid einen Laut des Unwillens aus, drehte sich um und entfernte sich ein paar Schritte. Erleichtert senkte Chain den Kopf und rieb sich die staubtrockenen Augen. Was für eine Folter. Aber was genau hatte er damit nur bezweckt? Als sie wieder hochsah, blickte Kid über die Schulter zu ihr, schien sie zu mustern.
"Was? Wenn du mich jetzt auch noch anmachen willst, weil ich es gewagt habe dich anzugu-"
"Klappe."  
Gehorsam machte sie den Mund zu und beobachtete, wie er sich wieder umdrehte und zu ihr zurückkam.
"Bisher," erklärte er mit knirschenden Zähnen, "Ist mir noch kein Mädchen blöd gekommen und ich weiß nicht, was ich jetzt mit dir machen soll. Oris sagte immer, ich solle keine Frauen schlagen. Aber er wollte ja eh, das ich niemanden schlage, daher fällt es wohl weg, sich an diesen Rat zu halten."  
Chain öffnete den Mund und schloss ihn dann rasch wieder. Ihm zu sagen, dass sie Oris' Ratschlag toll fand und er ihn beherzigen sollte, würde sicher wenig gut ankommen. Die Adern an seinen Schläfen waren angeschwollen und das war generell kein gutes Zeichen. Sie hang ja schon etwas an ihrem Leben.
"Also was mache ich jetzt mit dir? Du musst auch deine Lektion lernen, sonst denken bald alle, dass sie mir auf der Nase rumtanzen können."  
Sie sah ihn zweifelnd an. Niemand hatte es gesehen, also bestand doch gar keine Notwendigkeit, ihr etwas anzutun. Allerdings ging es dabei wohl auch um sein Ego. Oder....es ging wohl im Grunde nur um sein Ego.
"Niemand hat uns gehört oder gesehen...?"
Kid trat wieder zu ihr.
"Das denkst auch nur du. Du scheinst das nicht zu kapieren, aber hier geht es um meinen Ruf. Und wenn alle anfangen zu denken, dass sie sich gegen mich auflehnen können und mir frech kommen können, wird das nur nervig für mich. Ein Prinzesschen wie du versteht nichts vom wahren Leben, also versuchs gar nicht erst."

Chain biss sich hart auf die Lippen, um ihm keine beleidigte Antwort an den roten Schädel zu knallen. Stattdessen beobachtete sie stumm, wie er in Gedanken versank. Faszinieren zu sehen, wie er sein Gehirn anstrengte – das dürfte ein so seltener Zustand sein, vielleicht sollte sie den heutigen Tag als Feiertag ansehen. Sie musste sich ein Grinsen verkneifen, da ruckte Kids Kopf hoch.
"Mir ist gerade was wirklich Gutes eingefallen."  
Oh nein. In seiner Stimme schwangen Unheil und Boshaftigkeit mit, und mit zunehmender Angst beobachtete sie, wie das alte, gemeine Funkeln in seine Augen zurückkehrte.
"Oh, nicht doch..."
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