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Beast Changers

Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Freundschaft / P12 / Het
07.05.2022
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Anders beugte sich zu Ellukka. „Gehen wir?“, flüsterte er und seine Freundin nickte.
„Wir gehen zu mir.“, entschied sie im Flüsterton.
Sie standen beide auf, er schlang Ellukka einen Arm um die Hüfte und führte sie die Gänge entlang, bis sie in ihrem Zimmer ankamen. Sie schmiss sich auf ihr Bett, während Anders im Bad verschwand, um sich fertig zu machen.
Diese Tagundnachtgleiche verbrachten sie gemeinsam mit Rayna, Lisabet, Theo, Mikkel und mit Leuten -Drachen, Wölfen und Menschen-, die dieses Jahr nicht auf dem Hafenplatz an der großen Feier teilnehmen wollten, in Alt-Drekhelm. Obwohl sie meistens mit allen anderen Schülern der Valenskòl auf dem Hafenplatz feierten. Sie waren gestern schon hier hin geflogen und für Anders und Ellukka war es noch schwieriger als in der Schule, in irgendwelchen Gängen alleine zu sein. Schließich waren überall ihr Vater Valerius und von ihm der beste Freund Torsten. Den beiden wollte Ellukka auf keinen Fall auf die Nase binden, dass sie, Feuerdrache, mit einem Eiswolf zusammen war. Klar, die Drachen und Wölfe waren nicht mehr zerstritten und ein Bündnis zwischen Wolf und Drache wurde akzeptiert, ja sogar begrüßt, aber sie wusste nicht, wie ihr Vater darauf reagieren würde. Deswegen waren sie schon über drei Monate zusammen, und nur ihre engsten Freunde wussten auch davon.
Sobald Anders aus dem Bad kam, sprang Ellukka auf und verschwand auch kurz. „Sind alle anderen noch beim Fest?“, fragte sie, als sie wieder herausgekommen war und sich an ihn gekuschelt hatte.
„Ja.“, murmelte er leise in ihr Ohr. „Schlaf schön.“
„Du auch.“ Sie drehte sich kurz zu ihm, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken.

Sie liefen gemeinsam durch die Gänge. Er mit ihr. Anders mit Ellukka. In der Valenskòl. Hand in Hand, ohne Angst zu haben, entdeckt zu werden. Sie grinste, er lächelte. Sie blieb kurz stehen um ihn zu küssen. Dann gingen sie weiter zu Hayns Werkstatt.
Rayna, Mikkel, Theo und Lisabet warteten schon mit Hayn auf die beiden. »Da seid ihr ja endlich.«, sagte Anders‘ Onkel mit einem süffisanten Grinsen. »Okay, die Geschichte fängt damit an…«

„Torsten und Valerius suchen euch!“, holte eine kreischende Stimme Anders aus den Träumen und er richtete sich langsam auf.
„Was?“, fragte er müde, als Ellukka sich auch aufgerichtet hatte.
„Die beiden suchen euch, weil gleich Mitternacht ist.“, antwortete Rayna immer noch kreischend.
„Oh, mist, wir kommen!“ Ellukka sprang in ihrem Nachthemd auf und Anders folgte ihr. „Die suchen uns nicht wirklich?“
„Äh… nein, aber dein Vater hat gefragt, wo du denn seist.“, gab Rayna zu. Sie erreichten die Eingangshalle und alle Augen richteten sich auf Anders, Rayna und Ellukka, doch die drei schlichen einfach nur zu ihren Freunden.
„Guten Morgen!“, begrüßte Theo Anders strahlend. „Von den Toten auferstanden?“
„Ich habe nur geschlafen.“ Anders ließ sich neben ihm fallen und rieb sich verschlafen über das Gesicht.
„Ich weiß. Und du Ellukka?“, fragte er bedeutungsvoll.
„Was ist mit mir?“
„Was hast du gemacht?“
„Ich habe geschlafen, warum?“, fragte sie zurück.
„Nur so, ich habe mich gefragt, warum man jetzt schon schlafen kann.“ Theo grinste sie an.
„Es gibt so etwas, das sich Müdigkeit nennt.“, gab sie zurück, als sie seinen neckenden Unterton heraushörte. „Und noch so etwas, das sich anstrengender Tag nennt. Ich bin mir nicht sicher, ob du davon schon gehört hast.“
„Gut geschlafen?“, ertönte Lisabets Stimme am anderen Ende der Halle, Anders streckte den Daumen in die Höhe und sie grinste. Sie kam zu ihnen herüber, ließ sich auf Theos Schoß fallen und er schlang seine Arme um sie.
Die beiden waren kein Paar, sondern einfach nur beste Freunde, aber wenn man sie nicht richtig kannte, wirkte es so. Manchmal hatte Anders das Gefühl, dass Lisabet und Theo sich gegenseitig wie ihre eigenen Kinder behandelten.
Valerius kam auf sie zugeeilt und fragte: „Wo warst du, Ellukka? Hast du geschlafen?“
„Ich habe einen langen Flug hinter mir, deswegen bin ich jetzt müde. Natürlich habe ich geschlafen, oder warum sehe ich jetzt so zerrupft aus? Und warum sonst sollte ich im Nachthemd sein?“, antwortete Ellukka.
„Du hast heute Morgen noch allen erzählt, dass du am längsten wach bleiben wirst.“, gab er zurück.
„War ja nur ein Mittagsschlaf.“, murmelte sie.
„Jedenfalls wollten wir gerade zum Tor gehen, um die Sterne zu sehen. In drei Minuten ist schließlich Mitternacht, da sieht man immer so viele Sternschnuppen.“, warf Mikkel ein und mit einer Handbewegung von ihm standen sie alle auf.
„Bis morgen, Vater.“ Ellukka winkte ihm noch kurz zu, ehe sie durch die Tür ging. „So ein Doppelleben ist schon anstrengend.“, murmelte sie zu Anders und nahm seine Hand.
Vor dem Vorsprung setzten sich die Freunde nebeneinander und Anders schlang Ellukka einen Arm um die Taille. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und starrte in die Sterne. „Da!“ Sie deutete in den Himmel. „Es fängt an.“
Weitgehend schweigend beobachteten alle die Sternschnuppen, zwischen durch war nur ein geflüstertes „Ah“ und „Oh“ und „Da“ zu hören.
„Warum habt ihr euch noch kein einziges Mal vor uns geküsst?“, fragte Lisabet, als es immer weniger Sternschnuppen wurden.
„Müssen wir das denn?“, fragte Anders zurück.
„Nein, aber es muss euch nicht peinlich vor uns sein, klar?“, sagte Mikkel und Theo nickte zustimmend.
„Klar.“, sagte Ellukka und wie als Beweis küsste sie Anders.
„Ha! Ich wusste es!“, ertönte hinter ihnen die Stimme von Valerius. „Ich bin besser als du, Thorsten! Ich habe gesagt, dass die beiden zusammen sind! Ich bin einfach nur gut!“
Nach dem kurzen Aufschrei den Ellukka ausgestoßen hatte, als sie die Stimme ihres Vaters hörte, ließ sie sich nach hinten Fallen und murmelte: „Ich würde mich gerade sehr gerne den Berg runterstürzen.“ Ihre Augen suchten Anders‘.
„Ich kann nicht mehr!“, japsten Mikkel und Lisabet gleichzeitig.
„Wirklich, ich sterbe gleich!“, brachte Theo unter höchster Anstrengung hervor.
„Ihr seid ja so gute Freunde.“, murmelte Ellukka, während sie sich aufrichtete. „Sollen wir abhauen, Anders?“
„Wohin wollt ihr denn?“, fragte ihr Vater mit belustigter Stimme.
„Jedenfalls nicht in den Tod.“
„Ich werde euch doch nicht umbringen!“ Valerius half seiner Tochter und Anders hoch und zog sie in seine Arme.
„Ich will mir gar nicht Anders‘ Gesicht vorstellen!“, lachte Rayna aus tiefster Seele.
„Ich freu mich ja so für euch!“ Valerius‘ Umarmung wurde noch fester und Anders, der hilflos zu Ellukka schaute, wusste gar nicht, was alle hier so toll an der Situation fanden.
„Vater, kannst du uns bitte loslassen?“, quietschte Ellukka irgendwann.
„Natürlich!“ Sie wurden aus seinem Griff entlassen. „Jetzt sag schon, wie lange seid ihr schon zusammen?“
„Über drei Monate.“, antwortete Theo mit einer so fröhlichen Stimme, dass Anders ein Lachen kaum unterdrücken konnte.
„Oh, okay. Wenigstens weiß ich es jetzt.“
Ellukka lächelte entschuldigend. „Tut mir leid, Vater, aber du hast immer so abwertend auf Wölfe reagiert, insbesondere auf Anders. Und auch Thorsten.“
„Aber das war doch früher. Damals haben wir noch nicht die ganze Geschichte gekannt.“, hielt Valerius dagegen und Thorsten nickte von hinten zustimmend.
„Also ist es für dich in Ordnung, wenn ich und Anders zusammen sind?“, fragte Ellukka vorsichtig.
„Ja! Mehr als in Ordnung!“, rief Valerius beinahe schon aus.

Als Anders und seine Freunde am nächsten Morgen in den Speisesaal kamen, wurde an jedem Tisch getuschelt und ab und zu fiel der Name von Anders und Ellukka. Ellukka drehte sich um und zischte ihre Freunde an: „Ihr haltet jetzt alle die Klappe.“ Sie knirschte mit den Zähnen. „Vor allem du, Theo!“ Dann stapfte sie davon, um sich einen Tisch zu suchen.
Anders zuckte mit den Schultern und ging ihr hinterher, doch als er die anderen kichern hörte, drehte er sich erbost um. „Habt ihr sie nicht gehört?! Klappe halten!“ Mit einem belustigten Stöhnen folgte Lisabet den beiden, die anderen drei waren ihr dicht auf den Fersen.
„Wie konnte das bloß schon so schnell die Runde machen?“, fing Ellukka auch sofort an, als sie alle was zum Essen vor sich hatten.
„Dein Vater war tüchtig. Ich habe ihn heute schon mehrmals gehört, wie er von eurer Beziehung erzählt hat.“, antwortete Mikkel.
Ellukkas Blick flog zu Anders, der seinen Mund öffnete und schließlich wieder schloss. „Ich gehe zu ihm.“ Sie stand auf und ging zum Tisch des Drachenrates. Ihr Blick war so empört, dass Anders schon vom schlimmsten ausging.
„Das gibt Ärger.“, warf nun auch Theo grinsend ein.
Als Ellukka wiederkam, grinste sie zufrieden und ließ sich wieder neben Anders fallen, diesmal mit deutlich weniger Abstand. „Das war vielleicht mal peinlich für ihn.“
„Was hast du gemacht?“, fragte Anders argwöhnisch, seine Freundin machte manchmal- obwohl, eigentlich ziemlich oft- Sachen, die ihr im Nachhinein peinlich waren.
„Oh, Anders!“, quietschte sie. „Es war nicht so eine Situation. Wirklich!“
„Dann will ich dir mal glauben.“, sagte er lahm.
Sie stieß ihn spaßhaft mit dem Ellenbogen in die Seite. „Du bist noch frecher als Rayna.“
„Früher war er nicht so.“, warf seine Schwester ein.
„Dann eben jetzt.“
Anders musste lachen. „Du hast einen schlechten Einfluss auf mich, Ellukka.“
„Das Rumgeknutsche ist dir wohl eher zu Kopf gestiegen, Anders.“
Er wurde tatsächlich etwas rot. »Sei bloß still, dir ist wohl vor langer Zeit schon etwas zu Kopf gestiegen.“
„Unser Anders ist rot!“, lachte Lisabet da auch schon los. „Das ganze Geknutsche ist ihm wirklich zu Kopf gestiegen.“
„Kannst du nicht einmal die Klappe halten? Das hat jeder gehört!“, maulte Ellukka, doch alle außer sie und ihrem Freund lachten nur noch lauter.
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