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Freundschaft, Liebe und Pokémon

von MassiCM
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
OC (Own Character)
30.04.2022
30.06.2022
12
22.728
2
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23.06.2022 1.700
 
Noah fuhr erschrocken zusammen und sprang schützend vor Nico, auch Jungglut und Froxy kamen direkt dazu. Als Noah jedoch das Pokémon sah, dass aus dem Gebüsch gesprungen war, entspannte er sich sofort wieder. Es war ein Evoli. Nicht, dass Evoli nicht auch brutal, gnadenlos und fies sein konnte, aber sie waren, zumindest meistens, friedfertig, hilfsbereit und liebenswert. Es entsprach nicht wirklich ihrer Natur bösartig zu sein.

Das Evoli blickte Noah und die beiden anderen Pokémon etwas scheu an, lief aber dann die letzten paar Schritte zu Nico und schnüffelte an ihm. Es sah besorgt aus. Nach einem weiteren Blick auf die um Nico stehenden Lebewesen verschwand Evoli wieder so schnell im Busch, wie es gekommen war. Noah lief schnell um den Busch herum und sah Evoli noch kurz hinterher, das gerade schnell in Richtung der Baumgruppe mit der Lichtung in der Mitte rannte, und dabei immer mal wieder zwischen dem Gras der Wiese zu sehen war.

Noah konnte sich keinen Reim auf Evolis Auftauchen machen. Es musste aber gemerkt haben, dass es Nico nicht gut ging.

Es verging etwas weniger als eine halbe Stunde, in der Froxy, Jungglut und Noah nichts taten, als am Bachufer herumzusitzen, als das selbe Evoli wieder aus dem Busch auf Nico zusprang. Wenige Sekunden später kam jedoch noch ein weiteres Pokémon aus dem Busch gelaufen, nämlich ein Fruyal. Das Dreiergespann sah interessiert der Szene zu, welche sich gerade abspielte, dennoch jederzeit bereit, einzugreifen. Fruyal kniete sich neben Nico und setzte eine Attacke ein, jedoch keine, die anderen Lebewesen schadete, sondern eine, die primäre Statusveränderungen heilte; es war Aromakur.

Und tatsächlich...

Nach wenigen Sekunden öffnete Nico seine Augen und blinzelte einige Male; er musste sich erst einmal an das Licht gewöhnen. Noah brachte die wenigen Meter zwischen sich und Nico mit schnellem Schritt hinter sich, ließ sich neben seinem Freund auf die Knie sinken und umarmte ihn fest.

"Ich bin verdammt froh, dass du wieder wach bist! Wir hatten echt Angst um dich!", wurde Nico von Noah ins Ohr gehaucht. Nico erwiderte die Umarmung kurz, bis sich Noah schließlich verlegen von ihm löste und sich neben ihn setzte. Froxy sprang daraufhin direkt in Nicos Arme, und Nico musste etwas Lachen. Dann kuschelte sich auch Jungglut an Nico, und dieser weitete positiv überrascht seine Augen.

"Du hast dich entwickelt! Ich freu' mich für dich! Aber wie ist das passiert?", fagte Nico mit rauer Stimme.

"Ich erzähle dir gleich alles, was passiert ist. Aber erstmal möchte ich mich bei euch bedanken. Fruyal, Evoli, vielen Dank euch beiden!", sagte Noah. Erst jetzt schien der jüngere der beiden Jungen zu merken, dass dort zwei fremde Pokémon standen. Nico nickte ihnen dankbar zu, und die Beiden nickten zurück. Nico versuchte aufzustehen, doch seine Beine brachen ihm weg. Er wurde zwar von der von Toxin verursachten Vergiftung geheilt, trotzdem hatte er aber über die Dauer eines ganzen Tages gelegen und sich nicht wirklich bewegt, das durfte man nicht vergessen.

Fruyal verabschiedete sich und machte sich anscheinend zurück auf den Weg zur Baumgruppe. Evoli blieb aber noch da und wartete vermutlich gespannt auf die Antwort. Also begann Noah zu erzählen. Er erzählte von dem Ausflug in den Wald mit Froxy, von Rettan, von Flemmli, das tapfer gegen Bibo gekämpft hatte, vom generellen Kampfverlauf einschließlich Flemmlis Entwicklung zu Jungglut und von Evoli und Fruyal.

"Ich danke euch! Euch allen! Dafür, dass ihr mich verteidigt und für mich gekämpft habt! Und auch dir danke Evoli, dafür, dass du Hilfe geholt hast. Richte auch Fruyal bitte meinen Dank aus!", meinte Nico. "Ach und Noah, wir haben unseren Kampf noch nicht zu Ende geführt. Wenn ich wieder richtig laufen kann, dann holen wir das nach, also nur wenn du will..."

"Seid leise! Hört ihr das auch?", unterbrach Noah seinen Freund flüsternd.

Und wirklich... man hörte Stimmen aus der Ferne. Und desto lauter sie wurden, desto bekannter kamen sie ihnen vor.

"Mara und Louis!", sagte Nico mit leiser aber hasserfüllter Stimme. Da war sie wieder, die Facette, wegen welcher sich Noah Sorgen machte. "Ich will nicht gegen sie kämpfen müssen.", erklärte Noah. Sie standen auf und wollten im Schutz der kleinen Anhöhe am Ufer in das Gebüsch laufen, und sich dort verstecken. Nico fing sofort an zu taumeln und stürzte, doch Noah konnte ihn noch auffangen, bevor er auf den Boden fiel. Ohne zu zögern legte Noah ihm einen Arm um den Rücken und den Anderen unter Nicos Kniekehlen und hob diesen an. Aus irgendeinem Grund gefiel es Nico, in Noahs starken Armen zu liegen und getragen zu werden.

Ach ja, es war nicht irgendein Grund, Nico liebte ihn mehr als alles andere!

Noah ging mit Nico in seinen Armen voran und die drei Pokémon folgten ihm. Als Noah ihn dann absetzen wollte, beugte er sich tief runter, um Nico auch wirklich behutsam auf den Boden legen zu können. Ihre Blicke verfingen sich ineinander, ihre Münder waren nur wenige Zentimeter voneinader entfernt. Nico spürte Noahs Atem auf seinen Lippen und ihm wurde plötzlich sehr warm. Beide wagten es nicht, sich zu bewegen. Nico öffnete unbewusst den Mund, aber nur soweit, dass sich seine Lippen nicht mehr berührten. In Nicos Augen erkannte man deutlich das Verlangen, aber irgendwo tief verborgen auch die Unsicherheit, die er niemanden gerne sehen ließ. Nico flehte seinen Freund wortlos an, den ersten Schritt zu machen. Er dachte, dass Noah es in seinen Augen und seiner Mimik lesen würde. Doch Noah war sich nicht sicher, ob er die gesamte Situation gerade richtig deutete. Nico überlegte kurz, und  entschloss sich dazu, den ersten Schritt zu machen, wenn Noah sich offensichtlich nicht traute. Oder deutete ER diese Situation falsch und Noah wollte einfach nur... Ja, was würde Noah wollen? Nico hob langsam, ganz langsam den Kopf und brachte sein Gesicht noch näher an Noahs. Kurz bevor Nico seine Lippen auf Noahs legen konnte, der sich nicht bewegte, sondern nur in Nicos Augen blickte, wurde dieser fast schon romantische Moment abrupt unterbrochen, als man Maras Stimme von dort aus hörte, wo sie selbst vor nur einer Minute gelegen und gesessen hatten. Der Blickkontakt brach ab, weil Noah instinktiv seinen Kopf in Richtung der Stimme drehte, und daraufhin seine Hände unter Nico hervorzog. Nico setzte sich auf und war enttäuscht. Hätte er nur schneller reagiert! Er verfluchte sich und sein zu langsam denkendes Gehirn. Hätte er einfach seinen Kopf schneller angehoben, hätte er den Jungen geküsst, den er seit viel zu langer Zeit so verzweifelt liebte.

Nico hatte schon oft versuccht, Noah aus seinem Kopf und seinem Herzen zu verbannen, doch es hatte bisher nicht funktioniert.

Das, was gerade geschehen war, bestätigte Nicos Vermutung nur noch stärker, Noah würde nicht auf Jungs stehen, zumindest nicht auf ihn. Sonst hätte er doch, so dominant wie er manchmal sein konnte, den ersten Schritt gemacht, oder wäre ihm zumindest, sowohl metaphorisch als auch bildlich gesehen, entgegengekommen. Würde Noah ihn wirklich wollen, hätte er ihn defintiv geküsst, da war sich Nico sicher. Es versetzte ihm einen Stich. Dann erinnerte er sich wieder an die Weise, wie er gewissen Situationen oder Dingen und Themen begegnete, nämlich pessimistisch. Er wagte eigentlich nicht zu hoffen, um nicht enttäuscht zu werden. Seitdem er diese Lebensweise hat fallen lassen, wurde er irgendwie nur enttäuscht.


"Wo sind diese nervigen Kinder? Der Boss will das Froxy zurück! Was fällt denen ein, ein Pokémon zu fangen, dass ihnen gar nicht zu steht?!", hörte man Mara genervt und wütend sagen.


"Froxy wollte zu mir!", flüsterte Nico, mit sehr aufgebrachtem Ton. Noah legte ihm sofort eine Hand auf den Mund und drehte sich zu ihm um. Noah sah ihm kurz verständnisvoll in die Augen und nickte, wahrscheinlich um auszudrücken, dass Noah ihm da zustimmte.

"Scoppel, Dartiri, sucht weiter, hier sind sie nicht!", hötrte man dieses Mal Louis' Stimme.

Noahs Hand war angenehm warm. Als er seine Hand wieder zu sich nahm, streichten zwei seiner Finger ganz leicht, und dennoch schnell über Nicos Lippen. War das ein Versehen gewesen? Oder war das ein scheues Streicheln der Lippen gewesen? So oder so war es sehr angenehm. Doch nein, es war vermutlich ein Versehen... Keine Hoffnungen!

Noah wusste selbst nicht, was ihn dazu verleitet hatte, mit seinen Fingern über Nicos Lippen zu streichen. Sie sahen so schön aus. sowohl die Form, als auch die Fülle. Es war ein impulsiver Instinkt gewesen, dem er einfach nachgegangen war, ohne darüber nachzudenken.

Jungglut, Froxy und Evoli saßen mehr am Rand des Busches, sodass sie die Szene, die sich hinter ihren Rücken zwischen Nico und Noah abgespielgt hatte, nicht mitbekommen hatte. Aus dem Busch heraus konnte man nicht wirklich gut sehen, den aber immer leiser werdenden Stimmen nach zu urteilen, entfernten sich Mara und Louis wieder. Sie warteten jedoch noch zwei bis drei Minuten, um sicherzugehen, dass man sie nicht doch noch sehen würde. Während sie noch kurz warteten erzählten sie Evoli knapp, wer die beiden waren und wieso sie sich vor ihnen versteckt hatten.

Evoli hatte Nico die ganze Zeit aufmerksam beobachtet, seitdem er aufgewacht war. Es empfand Nico als symphatischen und liebenswürdigen Menschen. Und da es selbst das Kämpfen sehr mochte, und sich fragte, wie Nico und Froxy gemeinsam kämpfen würden, rannte es schließlich zu der Stelle, an welcher auch der Kampf gegen das Bibor stattgefunden hatte. Dort nahm es dann die eigene Kampfposition ein. Der Schweif in die Luft erhoben. Alle vier Pfoten auf dem Boden. Der Rücken gestreckt und der Körper nach unten gebeugt, wie ein Raubtier, das in hohem Gras auf seine Beute wartet. Es nickte mit dem Kopf in Nicos und Froxys Richtung.

"Ich glabe, es will gegen euch kämpfen.", stellte Noah fest.

"Stimmt das?", fragte Nico an Evoli gewandt. Es nickte erneut.

"Froxy, hast du Lust zu kämpfen?", fragte Nico, woraufhin er sofort ein sehr entshlossenes Nicken als Antwort bekam. Beide waren sehr aufgeregt. Evoli war ein Pokémon vom Typ Normal. Aber man durfte solche Pokémon nicht unterschätzen, da diese oft ein großes Spektrum an verschiedenen Attackentypen besaßen oder erlernen konnten. Diese Vielfalt machte sie unberechenbar, und somit galten sie auch als gefährliche Gegner. Das würde sicherlich ein spannender Kampf werden...
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