Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

2022 04 29: Zur falschen Zeit am falschen Ort? [by - Leela -]

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Brigadier Alistair Gordon Lethbridge-Stewart OC (Own Character) Sergeant John Benton
29.04.2022
29.04.2022
1
7.842
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
29.04.2022 7.842
 
Tag der Veröffentlichung: 29.04.2022
Titel der Geschichte: »Zur falschen Zeit am falschen Ort?«
Song: »Er gehört zu mir« von Marianne Rosenberg
Autor: - Leela -
Kommentar des Autors: Als ich gesehen habe, daß dieses Lied dabei ist, da mußte ich es mir gleich sichern – immerhin ist es das Lied von Johnny und mir. ^^’ Die Geschichte, die mir dazu eingefallen ist, hat es allerdings ein bißchen in sich. Ein bißchen mehr als nur Johnny&Leela-Romantik…



Zur falschen Zeit am falschen Ort?

Eine Zeit der Sorge;
Ein Ort des Auseinandergehens…

Leela stand zusammen mit John auf dem U.N.I.T.-Campus, sie hatte leicht die Arme um den Soldaten gelegt. Er war bereits in seiner kompletten Einsatzkleidung. Der Camouflage-Anzug, der die gewöhnliche Standard-Uniform abgelöst hatte, und das Barett standen ihm phantastisch. Trotzdem löste es in Leela im Augenblick ein seltsam dumpfes Gefühl aus. Der kommende Einsatz machte ihr Sorgen. Und das gleich in mehrerer Hinsicht. Zwei Seiten einander gegenübergestellt zu haben, bei denen man nicht wußte, was einen erwartete, waren nicht die einfachsten Voraussetzungen, unter denen man arbeiten konnte. Und John zwischen den Fronten zu wissen, machte sie nicht glücklich.
      Sie wußte, daß Militäreinsätze oft genug gefährlich waren. Sie wußte auch, worauf sie sich eingelassen hatte, als sie mit einem Soldaten in eine Beziehung gegangen war. Eine andere Wahl hätte es aber nicht gegeben, denn in dem Moment in dem sie ihn kennengelernt hatte, war klar gewesen, daß sie ihn nie wieder gehen lassen würde. Und so mußte sie akzeptieren, daß es immer wieder lebensgefährliche Einsätze für John zu bestreiten geben würde. Wenn er das Militär nicht verlassen würde.
      Bei U.N.I.T. kamen solche Einsätze oft genug vor, auch wenn viel der Arbeit eher Ermittlungen und Dokumentationen über außergewöhnliche Phänomene betraf. Eigentlich war die Arbeit in dem Bereich sehr interessant und vielseitig. Zu Gelegenheiten wie heute fragte sich Leela aber doch manchmal, ob es das Risiko wert war. Denn sie wollte sich nicht vorstellen müssen, daß John aus einem Einsatz nicht zurückkehrte. Zu oft hatten sie das bei Kameraden schon erleben müssen. Und auch wenn John ein sehr besonnener und gut ausgebildeter Soldat war, niemand war frei davon, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
      John drückte sie sanft an sich. „Mach dir keine Sorgen, Schatz.“
      „Ich mache mir immer Sorgen.“ Leela machte eine kleine Pause. Jetzt kam der Gewissenskonflikt, der sich bei ihr oftmals nicht vermeiden ließ. Ihre zweite große Sorge. „Und das nicht unbedingt nur um dich, das weißt du.“
      John wußte genau, was sie meinte. Die Einsätze von U.N.I.T. waren oft genug tricky. In einem normalen Krieg waren die Regeln klar. So unschön der Anlaß auch war, es gab zwei Seiten, und man wußte, was einen erwartete. Bei U.N.I.T. wußte man meistens nicht, worauf man sich bei dem Gegner einstellen mußte. Und bei dem Begriff Gegner würde Leela jetzt wieder protestieren, das wußte John. Denn im ersten Moment wußte man noch nicht einmal, ob es sich überhaupt um einen Gegner handelte. Und genau das war oft genug das Problem. Hatten sie es mit einer außerirdischen Invasion zu tun, konnten die Soldaten oft nicht sagen, ob ihnen die Besucher freundlich oder feindlich gesinnt waren. Das zu ermitteln, war dann jedesmal eine Gratwanderung dazwischen, das eigene Leben auf’s Spiel zu setzen, oder das der außerirdischen Besucher.
      Natürlich war der Brigadier vorsichtig, und ordnete den Selbstschutz vor dem Schutz der anderen an. Dies hatte nicht selten zur Folge, daß eine eigentlich friedliche Spezies mit verheerenden Folgen empfangen wurde. Zur falschen Zeit am falschen Ort.
      Auch mit John hatte Leela diese Diskussion oft genug geführt. Lernt man jemand Neues kennen, sollte man sich erst ein Bild darüber machen, ob derjenige freundlich ist oder tatsächlich gefährlich. Johns Argument, daß es am wichtigsten war, sich selbst zu schützen, fiel bei Leela nur bedingt auf fruchtbaren Boden. Sicher hatte er grundsätzlich Recht. Allerdings nicht um jeden Preis. Denn waren es nicht genau die friedlichen außerirdischen Besucher, auf die sie warteten? Mit denen sie in Kontakt treten wollten? Aber inwieweit war es gerechtfertigt, das eigene Leben auf’s Spiel zu setzen, um herauszufinden, ob die Invasoren zu einer schützenswerten Spezies gehörten oder lieber den Planeten vernichten wollten? Das einzuschätzen war immerhin das schwierigste von allem. Eine nicht sehr leichte Aufgabe. Die der Brigadier versuchte nach bestem Wissen und Gewissen zu lösen, wenn auch für Leelas Geschmack oftmals zu sehr im Sinne der Menschheit, koste es was es wolle.
      Der kommende Auftrag würde einmal mehr eine Gratwanderung dieser Art werden, das wußte Leela. Ein großes, seltsames Gebilde war im Stadtpark gelandet und als außerirdisch eingestuft worden. Für die Bevölkerung wurde es in einem großen Zeitungsartikel als »moderne Kunst« dargestellt, und alles war weitläufig abgesperrt worden – denn die »Eröffnungsfeier« wurde geplant. Wie sie die Geschichte im Zweifel wieder auflösen wollten, wußte Leela nicht. Hoffentlich jedenfalls gab es keine Katastrophe.
      „Wir passen gut auf uns auf. Und auf die Außerirdischen auch, soweit das möglich ist.“ versprach John.
      Leela konnte sich knapp zu einem mißmutigen Schmunzeln hinreißen lassen. „So wie üblich? Mit Granaten, sobald etwas nicht so läuft, wie ihr meint?“
      John verdrehte die Augen und atmete durch. „Schatz, du weißt genau, daß das nicht fair ist. Stell dir mal vor, wir reagieren nicht. Und die Außerirdischen machen dann alles dem Erdboden gleich. Was wäre dir dann lieber?“
      Sie biß die Zähne leicht zusammen. Würde sie nicht gerade den Mann, den sie liebte in den Armen halten, hätte sie eine klare Meinung dazu geäußert. So kam sie erneut in einen Gewissenskonflikt. John war der Faktor, der sie die Objektivität einbüßen ließ. Denn der Gedanke, ihn verlieren zu können, zwang sie in die Knie. Das hielt sie nicht davon ab zu sagen: „Und was ist, wenn ihr nur aufgeschreckt werdet, und damit eine friedliche Spezies auslöscht, mit der wir Freundschaft hätten schließen können? Ist das fair?“
      „In solchen Momenten kann man oft nicht sagen, ob es das eine oder andere ist.“ erklärte er mit sanfter Vehemenz. Immerhin war es nicht das erste Mal, daß sie diese Diskussion führten. „Und ganz ehrlich, bevor wir uns verkalkulieren, schützen wir uns lieber. Hm?“
      „Mmhm, am besten sagen wir allen außerirdischen Spezies, sie sollen einen großen Bogen um Terra machen! Egal ob sie gut oder böse sind, platt gemacht werden sie auf jeden Fall, wenn einer falsch hustet! U.N.I.T. wird’s schon richten!“ Sie hatte den Sarkasmus nicht aus ihrer Stimme verbergen können.
      „Aw, Lia, fang jetzt nicht schon wieder damit an.“ ließ sich John angespannt vernehmen. Sie war sich nicht ganz sicher, ob er generell keinen Bedarf mehr an dem Thema hatte, oder gerade jetzt, weil er so kurz vor dem Einsatz stand.
      „Ich sage ja nur, daß man vorher viel mehr ermitteln kann!“ hielt sie dagegen. „Statt der Philosophie »Erst schießen, dann fragen«! Ganz ehrlich: Mit den Erfahrungswerten von diesem Planeten hier ist es nicht verwunderlich, wenn eine neue Spezies erst einmal die Waffen auf euch richtet – nicht, weil sie böse ist, sondern weil sie Angst haben muß, ausgelöscht zu werden. Verteidigung – kommt dir das bekannt vor?“
      „Okay!“ John resignierte vollends. „Wir sind also immer die Bösen, weil wir versuchen, unser - im übrigen auch dein - Leben zu schützen. Bekenne mich schuldig, und kann von Glück sagen, daß du mit so einem erbarmungslosen Mörder überhaupt zusammen sein willst.“ Er atmete durch. „Tut mir leid, Lia, ich muß los. Wir sammeln uns gleich bei den Jeeps.“ Er drückte ihr schnell einen Kuß auf die Wange und löste sich aus der Umarmung.
      Nach dem Kommentar sah sie ihn hilflos an. „Hey, willst du mich jetzt so hier stehen lassen?“
      „Ich will nicht, ich muß! Bis später.“ Auf mehr Diskussion ließ er sich nicht ein, sondern ging strikt in Richtung des Sammelplatzes.
      Leela atmete tief durch. Sie hatte gemerkt, daß er gefrustet gewesen war. Und sie war es auch. Sie haßte es, wenn sie so auseinandergingen, mit einer ungeklärten und nicht zu Ende geführten Diskussion; insbesondere, wenn der nächste Einsatz wieder nicht zu berechnen war. Es ließ sie einmal mehr hilflos zurück. Als wenn der Gedanke, ob er aus diesem Einsatz lebend zu ihr zurück kommen würde, nicht reichen würde, um sie in die Knie zu zwingen – der Gedanke, daß sie so auseinander gingen, und sie keine Chance mehr haben könnte, mit ihm ins reine zu kommen, gab ihr den Rest. Das durfte nicht sein! Sie wußte, daß er wußte, daß sie ihn liebte. Und sie wußte, daß er sie immer lieben würde. Und dennoch. Zu wissen, daß der Konflikt zwischen ihnen stand, machte es ihr noch schwieriger, ihn jetzt in Einsatz gehen zu lassen.
      Ihre Gedanken schweiften kurz zu der bevorstehenden Mission. Zu gerne wäre sie bei dem Auftrag dabei gewesen. Das fremde Schiff hätte sie sich auch gerne aus der Nähe angesehen. Aber sie hatte ihren Dienst in der Verwaltung zu verrichten, während John auf großes Abenteuer ging. Vielleicht wollte sie aber auch gar nicht dabei sein. Wenn U.N.I.T. so richtig loslegte, frustrierte sie das Ergebnis vielleicht noch mehr als die Diskussion, die sie gerade hinter sich gebracht hatte.
      Ein wenig unzufrieden mußte sie sich eingestehen, daß sie ihn augenblicklich weder begleiten, noch jetzt, vor dem Einsatz, den Konflikt klären konnte. Und so ging sie, während John sich zu seinen Kameraden gesellte, die sich auf den Einsatz vorbereiteten, zurück an die Arbeit, in der der U.N.I.T.-Verwaltung.


Eine Zeit der Neugier;
Ein Ort der Forschung…

Die Beobachtungsposten hatten seit zwei Tagen Stellung bezogen, seit das seltsame Objekt auf dem Planeten gelandet war. Getan hatte sich seither gar nichts. Niemand war ausgestiegen, niemand war eingestiegen, nichts hatte sich bewegt…
      Aufgetaucht war das Objekt tatsächlich auf dem Satellitenradar. Daher hatte auch die Herkunft so genau bestimmt werden können. Dies war kein irdisches Objekt, so viel war sicher. Wer das Objekt gesehen haben mochte, wurde allerdings mit der Meldung eines Heißluftballons beruhigt – oder zumindest vertröstet.
      Nun brachte Brigadier Lethbridge-Stewart seine Leute in Position. Zum ersten Mal sah John das Gebilde aus der Nähe. Es war merkwürdig in allen Belangen, anders als alles andere, was er bisher gesehen hatte. Es begann schon bei der Form. Ein gebogener Rumpf endete in verschiedene seitliche Abzweige. Vielleicht mochten diese Brücke, Mannschaftsquartiere, Maschinenraum undsoweiter des Schiffes darstellen. Allerdings sah er keinerlei Fenster, Luken, Kameras oder ähnliches, mit dem man sich in der Außenwelt hätte orientieren können. Er wußte ja aber auch nicht, wie die Außerirdischen beschaffen waren. Auch da gab es ja die unterschiedlichsten Ansätze – Energiewesen beispielsweise. Was für eine Technologie mochten sie wohl haben?
      Zu guter Letzt machte das Material auf sich aufmerksam. Das ganze Schiff wirkte wie aus Terrakotta. Sowohl die Farbe, als auch - soweit man es aus der Entfernung beurteilen konnte - die Konsistenz waren dem sehr ähnlich. Es konnte aber nur eine Ähnlichkeit sein, denn wer würde ein Raumschiff aus Terrakotta bauen?
      Der Brigadier wies seine Leute gerade ein. Eine Einheit wurde darauf abgestellt, das Raumschiff vorsichtig zu untersuchen. Eine zweite blieb im Hintergrund als Schutz. Und Schutz bedeutete wieder das übliche: Gewehre im Anschlag, Handgranaten griffbereit. John nahm es recht kritisch nach seiner Diskussion mit Leela wahr. Eine Vorsichtsmaßnahme, sonst nichts! Passierte der Supergau, hatten sie später nicht mehr die Zeit, sich auf einen Kampf vorzubereiten. Das mußte sie doch verstehen! Er jedenfalls ging lieber an ein fremdes Objekt heran, das er nicht einschätzen konnte, wenn er wußte, daß er den Schutz der Kameraden hinter sich hatte. So, und nicht anders war es auch jetzt vom Brigadier gemeint. „Und sollten Sie die kleinste Bewegung ausmachen, sofortiger Rückzug zum Sammelplatz hier!“ schloß er.
      Die Männer bestätigten. Nun ging es zur Sache. Neugierig ging das Untersuchungs-Team um das Gebilde herum, aber auch ehrfürchtig, denn es war groß. So wie seine Kameraden betrachtete auch John es genau. Es schien aus einem Guß zu sein. Er sah keine Nähte, Ansätze, keine Fugen oder Ritzen, nirgendwo. Es schien keinen Einstieg zu geben, keine Möglichkeit, um in das Schiff zu kommen oder heraus. Das war seltsam.
      Er sah Tom Osgood nicht weit entfernt. Sein Kollege klopfte gerade das Material ab und machte sich Notizen. „Das alles wirkt recht massiv.“ stellte er fest. „Warmes, solides Material, ich habe aber keine Idee, was das sein könnte.“
      „Was bei außerirdischem Material nicht ganz so ungewöhnlich ist.“ bemerkte Elijah Canterville, der gerade an ihm vorbeiging. „Vielleicht bringt uns die Laboranalyse weiter.“
      John schmunzelte. Ja, sein Job war schon sehr speziell. Er sah an dem Objekt hoch. Noch immer rührte sich hier nichts, bis auf die U.N.I.T.-Soldaten, die das Gebilde untersuchten. Hätte er es nicht besser gewußt, er hätte gesagt, es wäre ein Meteorit, oder ähnliches. Das allerdings konnte bereits ausgeschlossen werden. Dafür war die Form zu gleichmäßig. Wer das Design wohl so erschaffen hatte? Und was waren das für Wesen, die in einem solchen Schiff reisten? Waren es freundliche Besucher, oder gefährliche Invasoren? Unwillkürlich mußte er wieder an Leela denken. Was würde hier passieren, wenn sich tatsächlich jemand von der Crew sehen ließ? Wenn jetzt an allen Ecken und Enden geklopft wurde, wäre es ja nicht unmöglich, daß es bald geschehen mochte. Und er hoffte dann sehr auf freundliche Gäste des Planeten.
      Er nahm die Kamera zur Hand. Es sollten noch einmal Bilder aus verschiedenen Positionen gemacht werden. Das war eine schöne Aufgabe. Langsam ging er um die Struktur herum und versuchte, verschiedene Perspektiven einzufangen, so daß man sich später anhand der Fotos einen guten Eindruck von dem Raumschiff verschaffen konnte.
      Deutlich war zu erkennen, daß es mit großer Wucht auf dem Boden gelandet sein mußte. Der Boden war eingedrückt, so daß man annehmen konnte, daß es keine freiwillige Landung gewesen war. War das Raumschiff etwa abgestürzt? Auch das hielt John in seinen Bildern fest. Je mehr er um das sonderbare Schiff herum ging, desto mehr Details fielen ihm auf. An einigen Stellen schien direkt etwas aus dem Korpus herausgebrochen zu sein, zumeist an den Standbeinen, so man die verwinkelten Seitenteile so nennen konnte. Er konnte hier und da die Löcher sehen, so daß er auch feststellen konnte, wie gleichmäßig und massiv das Material an diesen Stellen war. Als er sich umsah, fand er tatsächlich die Bruchstücke dazu. War das auch eine Konsequenz des Aufpralls? Anders konnte er es sich nicht erklären. Und es war eher ein Indiz dafür, daß diese Spezies Hilfe brauchte!
      Auch davon machte er Fotos, sowohl von den herausgebrochenen Teilen als auch den beschädigten Stellen. Die Bruchstücke gaben ideale Forschungsobjekte ab, um das Material zu untersuchen - so mußten nicht extra Proben genommen werden. Die Fotos waren eine ideale Ergänzung dazu. Auch versuchte er im Bild festzuhalten, wie die Bruchstücke zu dem Schiff lagen. Manchmal mußte er für sich grinsen. Er versuchte zwar, seine Kollegen nicht unbedingt mit auf das Bild zu kriegen, manchmal ließ es sich aber nicht umgehen; dafür waren zu viele Soldaten gerade dabei, das Material und die Struktur zu untersuchen. Gerade ging er wieder nach vorne zurück, in dem Ansinnen, sich mit dem Brigadier abzusprechen, als er hinter sich ein Rumoren hörte.
      Erschrocken drehte er sich um, nur kurz darauf stockte ihm der Atem. Tatsächlich bewegte sich das Objekt. Aber anders, als er es je erwartet hätte! Es bäumte sich auf, wand sich, und stand plötzlich auf seinen zwei hinteren Seitenteilen, kippte seitlich ab, so daß nun drei der seitlichen Ableger als Standbeine dienten. John hielt den Atem an. Um ihn herum brach unterdessen Alarmbereitschaft aus. Die Soldaten waren geistesgegenwärtig aus der Nähe des Objektes geflohen und beobachteten ebenfalls atemlos das Geschehen. Die Soldaten, die zum Schutz abgestellt waren, rückten vor und standen schon mit den Granaten in den Händen bereit. Sie warteten nur auf das Zeichen des Brigadiers. Noch immer rumorte es, wie ein gigantisches Stöhnen. Kaum in der anderen Position angelangt, kam das Gebilde wieder zum Stillstand. Und mit einem Mal wurde John siedendheiß klar, was hier passierte: Dies hier war kein Raumschiff! Dies war ein interstellares Lebewesen!
      Sein Blick huschte hektisch zu seinen Kameraden, dann zum Brigadier, der vom Jeep aus angespannt mit den weiteren Männern beobachtet hatte, was passierte. Wenn nun bloß niemand den Befehl zum Angriff gab! Die Diskussion mit Leela war plötzlich wieder präsent in seinem Kopf, und er spürte sein Herz rasen. Ein Lebewesen, welches mutmaßlich aus dem Weltraum gestürzt war, und von dem noch niemand sagen konnte, ob es überhaupt gefährlich war. Vielleicht war es verletzt, hatte Schmerzen und brauchte Hilfe. So wirkte es auf ihn; wenn der Brigadier nun die Nerven verlor, sich bedroht fühlte und den Befehl gab, die Granaten zu werfen, dann… ‚Dann wären wir es wirklich nicht wert, eine andere Spezies kennen zu lernen.‘ schoß es ihm durch den Kopf.
      Die Miene seines vorgesetzten Offiziers verriet, daß er kurz davor stand, den Befehl zu geben. Unwillkürlich spürte John Verzweiflung in sich. In diesem Augenblick verstand er so deutlich, was Leela ihm so oft zu verstehen gab, und aus welchem Grund auch immer konnte er es nicht verantworten, wenn diesem Wesen noch mehr Schaden zugefügt wurde, als es schon durch den Absturz erlitten hatte. Doch wenn der Befehl kam, würde er sich nicht weigern können. Oder doch?
      Das Wesen war erneut zur Ruhe gekommen und regte sich nicht mehr. John vollendete den Rückweg zum Jeep mit etwas schnellerem Schritt. „Sir, nur eine Mutmaßung. Was auch immer das für ein Wesen ist, es scheint uns nicht angreifen zu wollen! Ich denke, wenn wir es in Ruhe lassen, sind wir sicher.“ Reichte diese kleine Einschätzung dazu aus, um jetzt das schlimmste zu verhindern?
      Nur langsam entspannten die anderen Soldaten. Und John fragte sich, ob es Leelas Einfluß war, der ihn nun dazu führte, seine Umwelt auf diese Weise wahrzunehmen. Hätte er in diesem Moment genau so reagiert, wenn er sie nicht kennen gelernt hätte, und sie so oft diese Diskussion geführt hätten?
      „Beobachten sollten wir es trotzdem weiter genau.“ ordnete der Brigadier an und zog zunächst die Männer am Jeep wieder zusammen. „Lagebericht! Jeder von Ihnen gibt mir einen genauen Tätigkeitsbericht, vor allem, was Sie getan haben, kurz bevor Leben in dieses… Raumschiff kam.“
      So seltsam die Formulierung auch war, John erkannte beruhigt, daß Lethbridge-Stewart von einer Offensive absah, und nun mit Bedacht und sehr sorgsam das Geschehen analysierte. Nach und nach gaben alle Mitglieder des Untersuchungsteams ihre Berichte ab.
      Lethbridge-Stewart nickte. „Irgend etwas von dem, was wir gemacht haben, hat es augenscheinlich aufgeschreckt.“
      „Sir, könnte es eventuell verwundet sein?“ warf John ein. „In dem Fall wäre es nicht verwunderlich, wenn es auf unsere Untersuchungen reagiert.“ Er konnte nicht anders, als all seine Gedanken loszuwerden. Wenn das arme Wesen unter Beschuß genommen wurde, obwohl sie selbst an seiner Reaktion schuld waren, dann würde er nie wieder guten Gewissens seinen Dienst verrichten können.
      „Das wäre eine Möglichkeit…“ Der Blick des Brigadiers ruhte gedankenvoll auf dem großen Körper, der nun, lediglich in einer anderen Lage, wieder keine Regung von sich gab. „Aber es ist nur eine Theorie. Wir wissen noch nicht, wie wir das Wesen hier einzuschätzen haben. Hat es sich einmal erholt, und wütet dann über den Planeten… Ich möchte dann nicht unbedingt in der Schußbahn stehen.“
      In John elektrisierte sich alles. Wenn… Genau das war das, was Leela meinte. Und irgendwie fiel es ihm diesmal unglaublich schwer zu akzeptieren, sich präventiv zu schützen, koste es, was es wolle. Vielleicht lag es daran, daß dieses Wesen so anders war als die Spezies, denen sie bislang begegnet waren. Es war etwas besonderes. Man könnte sagen, ein Tier aus dem Weltraum, welches eher schutzbedürftig war. Und dennoch war das Argument des Brigadiers nicht ganz von der Hand zu weisen. War es gerechtfertigt, zum Schutz den Planeten diesen Besucher unschädlich zu machen, ohne zu wissen, ob er überhaupt Schaden anrichten wollte? Er stellte fest, daß er schon Leelas Begriffe benutzte. Besucher. Behandelte man so jemanden, der verwundet an seine Haustür klopfte, weil, es könnte ja ein entflohener Mörder sein?
      Nie hatte er sich so schrecklich gefühlt, wenn es um die Beurteilung einer Situation ging, wie jetzt. Lag es daran, daß er kurz zuvor schon wieder mit Leela diese Diskussion geführt hatte…? Sein Blick ruhte unruhig auf dem Brigadier. Wenn er eine Chance hatte, die Geschicke zu lenken, dann war es jetzt! Er war nie derjenige gewesen, der es gewagt hatte, das Wort vor einem Vorgesetzten zu erheben. Doch dieses Mal war der Drang nach Gerechtigkeit stärker. Wenn er zu Leela zurückkehrte, ohne alles getan zu haben, was möglich war, dann würde er sowohl ihr, als auch sich selbst nicht wieder in die Augen sehen können. Und so flossen seine nächsten Worte von ganz allein aus seinem Bewußtsein seinem Vorgesetzten entgegen. „Sir… Wenn wir dem Wesen mit einem Mindestmaß an Würde begegnen wollen, sollten wir versuchen, ihm zu helfen, statt es noch mehr gegen uns aufzubringen.“
      Der kleine Moment der Stille, der folgte, ließ John glauben, man müsse seinen Herzschlag über den ganzen Platz hören können.
      „Im Augenblick scheint alles ruhig zu sein.“ stellte Lethbridge-Stewart fest. „Wir werden erst einmal die Informationen auswerten, die wir bis jetzt haben. Die Beobachtungsposten werden verdoppelt. So lange sich hier nichts weiter tut, gilt es, die Lage nur zu beobachten, bis wir mehr aus dem Material ermitteln konnten. Das einzige, was ich jetzt gerne noch hätte, sind Fotos aus der neuen Perspektive. Das könnte hilfreich sein. Sergeant, machen Sie noch einmal Bilder von verschiedenen Seiten. Keine Berührungen! Nur Fotos!“
      „Ja, Sir!“ John war erleichtert über diese Anweisung. Das hörte sich alles in allem sehr vernünftig an. U.N.I.T. schoß eben doch nicht immer sofort. Mit neuem Elan ging er noch einmal um das Geschöpf herum, um die Fotoserie zu ergänzen. Dabei fiel ihm etwas auf. Jetzt, wo man die Sicht auf die Unterseite frei hatte, konnte man noch besser erkennen, daß an einigen Stellen etwas aus dem Korpus herausgebrochen war. Es waren große Stücke, die an der Unterseite fehlten. Es war kein Zweifel möglich, dies mußte dem Aufprall geschuldet sein. Die Bruchstücke lagen nicht weit entfernt. Er versuchte, nahe an das Wesen heranzukommen, um auch davon ein paar gute Bilder zu machen…


Eine Zeit der Gedanken;
Ein Ort des Vermissens…

Während die U.N.I.T.-Soldaten ein neues Abenteuer bestritten, starrte Leela auf den Monitor in ihrem Büro, bearbeitete Listen und langweilte sich. Hin und wieder glitt ihr Blick zu dem Foto von John, das auf ihrem Schreibtisch stand, und ihre Gedanken zu ihm. Wie sah es jetzt vor Ort wohl aus? War es interessant? Oder gefährlich? Hatten sie schon etwas herausgefunden? Kam es zum Kampf? Kam er… Nein, den nächsten Gedanken vollendete sie nicht. Er würde zu ihr zurück kommen! Und der Streit war auch bald wieder vergessen, so wie immer, wenn sich die Aufregung legte. Dafür waren sie einander viel zu wichtig.
      In Gedanken glitt sie zurück zu dem Moment, als sie sich kennen gelernt hatten. Sie würde nie ihren ersten Tag zusammen vergessen. Sie hatte gleich gespürt, daß er sie mochte. Das hatte er gar nicht vertuschen können, wenn er sich im Bistro schon zu ihr in die Bank setzte, um sie kennen zu lernen. Und genau so war es ihr auch gegangen. Sie würde nie sein Lächeln vergessen, das Lächeln, das sie heute noch in die Knie zwang.
      Es hatte nicht lange gedauert, bis sie es kaum ohneeinander ausgehalten hatten. Und jetzt waren sie schon so lange zusammen, machten alles gemeinsam. Dank einer glücklichen Fügung hatten sie mittlerweile sogar den gleichen Arbeitgeber. Und obwohl ihre Beziehung von U.N.I.T. so oft auf die Probe gestellt wurde, gab es keine Situation, die sie nicht nur noch mehr zusammenschweißte. Es war egal, wie unterschiedlich sie waren, er als Soldat, der sich einer Befehlshierarchie zu untergeben hatte und sie als Verwaltungsangestellte, die mit ihrer Meinung oft kontrovers zu seiner ging, wenn es um die militärischen Einsätze ging. Darauf kam es nicht an. Nur darauf, was sie füreinander empfanden, und daß sie immer füreinander da waren.
      Sie wußte, daß sie es ihm nicht immer leicht machte. Und manchmal fragte sie sich, ob sie damit alles auf’s Spiel setzen konnte. Alles, was ihr etwas bedeutete. Und dennoch war es umgekehrt genauso. Auch er forderte sie oft genug, und sie wußte, daß er manches Mal die gleichen Ängste hegte wie sie. Sie würde ihn aber nicht mehr hergeben. Und sie wußte, er würde immer bei ihr bleiben. Er würde immer um sie kämpfen, genau so wie sie ihn nie wieder loslassen würde, komme da was wolle. Dies war keine Liebe, die vom Winde verweht wurde. Dies war wahre Liebe, die nie mehr vergehen würde. Das hatten sie so oft bewiesen…
      Beide dankten jedem Moment, den sie zusammen verbringen konnten. Und wie schnell es vorbei sein konnte, das hatten sie schon zu diversen Gelegenheiten festgestellt – manchmal in Situationen, die so banal anmuteten, daß man sich der Gefahr nicht einmal bewußt war. Eine solche Erfahrung lag noch gar nicht so lange zurück. Bei der Kontamination eines Sees war eine außerirdische Substanz gefunden worden. Ein ganz anderes Kaliber als eine außerirdische Invasion, ein gefährlicher Gegner, gegen den man kämpfen und sich behaupten mußte, und dennoch tödlich. Kam man einmal mit der Substanz in Berührung, schrieb sie sich unweigerlich in jede Faser des Körpers ein und ließ sich nicht mehr entfernen, bis sie zum sicheren Tod führte. Zivilisten, aber auch Wissenschaftler waren dabei zu Tode gekommen.
      Inzwischen wurde die Substanz in einem Hochsicherheitslabor von U.N.I.T. unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen untersucht. John hatte das Labor vor ein paar Tagen im Rahmen einer Untersuchung besucht. Und dabei war es passiert. Ein Reagenzglas war bei einem Experiment gesprungen, und die Substanz war auf den Bericht gelangt, den er auf dem Tisch abgelegt hatte. Er war der einzige gewesen, der keine Handschuhe getragen hatte, weil er eigentlich nur stiller Beobachter gewesen war. Und es war denkbar knapp gewesen, daß er mit der Substanz in Berührung gekommen wäre.
      Als sie von diesem Vorfall gehört hatte, war sie in heller Aufruhr gewesen. Er war ihr in der Hinsicht viel zu sorglos gewesen. Und sie hatte die Chance nicht verpaßt, ihm zu verdeutlichen, daß es nicht der unbekannte Außerirdische sein mußte, der für die Menschen eine Gefahr darstellte, sondern schlicht und ergreifend eine unscheinbare Flüssigkeit, bei der niemand in Panik geriet, ja, die nicht einmal richtig ernst genommen wurde. Sie war sich nicht sicher, ob er verstanden hatte, daß es diese Substanz gewesen wäre, die ihn bei Kontakt aus dem Leben befördert hätte, und daß dort mehr das Augenmerk übermäßiger Vorsicht angebracht war, anstatt jeden Außerirdischen mit der Waffe in der Hand zu begrüßen.
      Sie merkte, wie sie sich schon wieder in die Situation hineinsteigerte. Es lag aber auch daran, daß der Schock noch nicht ganz verwunden war. Die noch nachträgliche Angst, wie leicht sie ihn hätte verlieren können, steckte tief in ihren Fasern, da nützte es auch nichts, daß das eigentliche Ereignis schon längst vorbei war.
      In ihre Gedanken hinein sah sie ihre Kollegin Claire ein Telefonat annehmen. Was die andere Frau in den Hörer sprach, bekam sie nur als Hintergrundrauschen in ihren Gedanken mit.
      Claire wurde indes immer nervöser. „Ja. Ja, ich habe verstanden. Ich werde es ausrichten.“ Sie ließ den Hörer sinken und sah zu ihrer Kollegin herüber. „Leela…?“
      Die Blonde sah auf. In der Miene ihrer Kollegin lag ein seltsamer Ausdruck, ihre Stimme war seltsam dünn, und sie hatte den Hörer gegen die Brust gepreßt, obwohl das Telefonat bereits beendet war. „Ja?“
      „Das war der Brigadier. Es ist etwas passiert. Du sollst sofort zum Einsatzort kommen.“
      „Was ist passiert?“ fragte Leela verwirrt. Der tiefere Sinn war noch gar nicht in ihrem Bewußtsein angekommen.
      Claire sammelte sich kurz. „Ich weiß nichts genaues. Aber es geht um John.“
      Leela sah sie stumm an. Die Botschaft hatte Mühe, Fuß zu fassen. Dann plötzlich legte sich der Schalter um. „Oh, nein, nein, nein, nein, nein…“ Von einer Sekunde zur anderen übernahm die Panik den Autopiloten, und ohne noch eine Sekunde zu verlieren, sprang sie auf und lief zur Tür.
      Claire reagierte ebenfalls sofort. „Ich fahre!“ Sie griff den Schlüssel eines Dienstwagens und lief ihrer Kollegin nach. Wenn eines für sie klar war, dann, daß sie Leela in dem Zustand nicht würde fahren lassen. Für sie war die Nachricht schon ein Schock gewesen. Wie mußte es bloß für die eine Frau sein, die ihn über alles liebte…?


Eine Zeit zu kämpfen;
Ein Ort zum handeln…

Wie gut Claire daran getan hatte, Leela nicht fahren zu lassen, merkte sie deutlich, als sie unterwegs waren. Ihre Kollegin war völlig fix und fertig, obwohl sie noch gar nicht wußten, was geschehen war. War John verletzt? Schwer vielleicht? Oder…? Es nicht zu wissen, war für die Freundin des Sergeants genauso zermürbend wie die schrecklichste Nachricht, die sie erlangen konnte. Stand es in den Sternen, was die Zukunft brachte? Oder mußte sie lernen, daß alles zerrann…?
      Als die beiden Frauen auf den Platz kamen, herrschte Aufregung. An einer Seite lag das große Terrakottawesen. Im Augenblick vermochte es aber nicht Leelas Aufmerksamkeit zu erlangen. Ihr Fokus war auf den Soldaten gerichtet, der nicht weit von dem Wesen entfernt auf dem Boden lag.
      Ein Krankenwagen stand abseits, Sanitäter und Kameraden kümmerten sich um John. Leela stürzte aufgewühlt an seine Seite. „Johnny!“ Er war bewußtlos. Ihr Blick traf den eines Kameraden. Die Miene sprach für sich.
      Claire kam atemlos beim Brigadier an. „Was ist passiert?“
      Die beiden gesellten sich an die Seite des unglücklichen Soldaten. Der Brigadier atmete tief durch. Er sah noch den Sergeant von seiner Aufgabe zu den Jeeps zurückkehren, und wie in Zeitlupe zusammenbrechen. „Es hatte noch nicht einmal etwas mit unserem Einsatz zu tun. Erinnern Sie sich noch an die extraterrestrische Substanz, die in unseren Laboren untersucht wird? Er muß sich doch damit infiziert haben. Jetzt hat sie ein Ausmaß erreicht, wo…“ Er sprach nicht weiter. Die Antwort konnten sich alle Beteiligten selber geben, und Claire begriff, warum John noch nicht längst auf dem Weg ins Krankenhaus war. Es war zu spät.
      Beklommen betrachteten die beiden Leela, die weinend über dem Körper des Soldaten zusammengebrochen war. Auch sie wußte nur zu gut um die Bedeutung der Worte des Brigadiers. Jetzt waren ihre schlimmsten Befürchtungen eingetreten. „Johnny…!“ Ihre Stimme ging den Umstehenden durch. Wut und Verzweiflung verschafften sich Platz. „Du kannst mich doch nicht einfach so alleine lassen! Nicht so! Nicht jetzt! Nicht…“ Ihre Stimme versiegte in Schluchzen. Den leblosen Körper umklammert, ließ sie sich weder von Soldaten, noch von den Sanitätern beruhigen.
      „Ich muß noch etwas regeln.“ murmelte der Brigadier und ging zu den Jeeps herüber.
      Claire wußte, worum es ging, und es ließ sie schaudern. John konnte dort nicht liegen bleiben. Ihr Blick ruhte auf dem Soldaten, der so wirkte, als würde er schlafen. Sie hatte die Geschehnisse noch immer nicht realisiert. Die ganze Szenerie wirkte so unwirklich wie ein Traum.
      Leela nahm von dem, was um sie herum passierte, gar nichts mehr wahr. Die anderen Menschen, die Umwelt, das außerirdische Wesen – alles schien ganz weit weg zu sein. Das Denken hatte sie längst ausgeschaltet. Im Augenblick ließen alle sie in Ruhe. Jeder wußte, daß es jetzt keinen Sinn machen würde zu versuchen, sie von dem leblosen Körper ihres Freundes loszueisen.
      Die Welt verschwamm in einem Meer von Tränen, während sie den Stoff der Uniform unter ihren Händen spürte. Sie konnte nicht akzeptieren, ihn hergeben zu müssen. Das durfte nicht sein! Und doch wußte sie, daß ihr kaum eine andere Wahl bleiben würde…
      Während sich ihre Finger in den Uniformstoff gruben, veränderte sich plötzlich die Umgebung. Es wirkte ein bißchen, als würden die Farben aus der Realität gezogen. Irgendwie fühlte es sich auch kühler an. Als Leela verwirrt aufsah, war das U.N.I.T.-Aufgebot verschwunden, ebenso die Sanitäter und das außerirdische Wesen. Sie war hier mit John allein.
      Sie sah sich um. Unter ihnen war endloser dunkelgrauer Sand. Der Horizont schien zu allen Seiten in weiter Ferne in hellgrauem Nebel zu versinken. Außer ihnen gab es nichts hier. Ihrer Verzweiflung mischte sich Orientierungslosigkeit bei. Wo waren sie hier? Was hatte sie hier hergebracht? Und wo waren die anderen, ihre Kollegen, die Helfer? Sie konnte keine der Fragen beantworten. Das einzige, was für sie klar war, das war, daß sie nicht von Johns Seite weichen würde, komme was wolle!
      Sie spürte, wie sie sich mehr an Johns Körper klammerte. Noch in ihre bedingungslosen Gedanken hinein bemerkte sie plötzlich die Gestalt, die wie eine Fata Morgana aus einem Flimmern zu entstehen schien und direkt auf sie zukam. Die große, hagere Gestalt war in einen langen, schwarzen Kapuzenmantel gehüllt, so daß man vom Gesicht nichts sehen konnte, und sie trug… In Leela schlug alles auf Alarmbereitschaft um. Sie wußte, wer das war! Die Sense in den knöchernen Händen war eindeutig.
      Die Gestalt stoppte vor dem Pärchen und sah auf die beiden herab. „HALLO LEELA! ES IST ZEIT, SICH ZU VERABSCHIEDEN. SOLL ICH DIR NOCH FÜNF MINUTEN GEBEN?“
      Geschockt sprang Leela auf, stellte sich über den Körper ihres Freundes und nahm automatisch eine Schutzhaltung ein. „Du bekommst ihn nicht!“
      Tod seufzte. Wie oft hatte er Diskussionen dieser Art schon geführt? „ES IST LEIDER NICHT ZU ÄNDERN. WENN DIE ZEIT ABGELAUFEN IST, IST DIE ZEIT ABGELAUFEN.“
      „Was ist das denn für ein Spruch?“ regte Leela sich auf.
      „ICH VERSUCHE NUR, DIR BEGREIFLICH ZU MACHEN, DAẞ ES REGELN GIBT.“ erwiderte Tod ruhig. „SO LEID ES MIR TUT, UND DAS TUT ES MIR WIRKLICH UM DEN HÜBSCHEN SOLDATEN, JOHNS ZEIT IST ABGELAUFEN. ES IST FÜR IHN AN DER ZEIT, MICH ZU BEGLEITEN.“
      „Das werden wir ja noch sehen!“ Sie wußte, wenn es nur die geringste Chance gab, würde sie ihren Liebsten nicht kampflos dem Tod überlassen. „Johnny gehört zu mir! Es ergibt keinen Sinn, wenn er bei dir ist, und ich hier bleiben muß! Oder willst du, daß ich ihm folge? Daß du einen Tod auf dem Gewissen hast, der noch nicht dran war?“
      Tod musterte die junge Frau fast mitleidig. „HAST DU ÜBER DIE ZEIT IN DEINER BEZIEHUNG VERLERNT, ETWAS OHNE JOHN ZU MACHEN?“
      Ihr dunkler Gegenüber schürte Wut in ihr. „Was soll das denn jetzt? Nein, ich habe nie vergessen, wie man auch allein sein kann! Aber nicht für immer! Darum geht es ja wohl hier!“ Sie spürte, wie sie zitterte, und konnte einmal mehr Tränen nicht vermeiden. „Ich kann gut alleine sein, solange ich weiß, daß er immer zu mir zurückkehrt!“
      „NAJA, ABER GENAU DAS IST JETZT NICHT MEHR MÖGLICH. DU HÄTTEST DICH BEIZEITEN DARAUF EINRICHTEN SOLLEN.“ tadelte Tod. „INSBESONDERE DU. DU WUẞTEST, WAS ES BEDEUTET, MIT EINEM SOLDATEN ZUSAMMEN ZU SEIN!“
      Leela wußte, daß er Recht hatte, und es war nicht einmal so, daß das Thema sie nicht immer begleitet hatte. Gerade deswegen, weil er Soldat war, war dies der Moment gewesen, vor dem sie immer Angst gehabt hatte. Und dennoch! „So leicht mache ich es dir nicht!“
      „ES IST KEINE FRAGE DANACH, ES MIR LEICHT ZU MACHEN ODER NICHT.“ erklärte Tod ruhig. „DU KANNST DIE GEGEBENHEITEN NICHT ÄNDERN. GENAUSO WENIG WIE ICH. ALSO: MÖCHTEST DU DIE ZEIT NUTZEN, UM DICH ZU VERABSCHIEDEN, ODER MÖCHTEST DU LIEBER MIT MIR DISKUTIEREN?“
      Leela biß die Zähne zusammen und ballte die Fäuste. „Er gehört zu mir!“
      „DAS LIEGT LEIDER NICHT IN DEINER HAND.“
      „Er gehört zu mir!“ betonte sie.
      „ICH WÜRDE ES DIR GÖNNEN, WIRKLICH, ABER…“
      „Er gehört zu mir!“
      „LEELA…“
      „ER GEHÖRT ZU MIR!“
      Stille.
      Leelas Atem ging keuchend. Sie sah in Tods überraschte Miene. Man mochte kaum glauben, wieviel Gefühlsregung ein Schädel auszudrücken vermochte. „Ja, ich kann auch in Großbuchstaben reden!“
      „OFFENSICHTLICH.“ Tod sah auf eine Sanduhr, die er in einer Tasche seines Mantels bei sich führte. „ICH HABE NICHT MEHR SO VIEL ZEIT. ICH HABE HEUTE NOCH EINEN VERKEHRSUNFALL UND EINE INTENSIV-STATION, WO ICH HIN MUẞ. MÖCHTEST DU DICH NUN NOCH VERABSCHIEDEN? DU MUẞT NICHT. ABER WENN, TU ES JETZT, DENN WIR WERDEN GLEICH GEHEN.“
      Leela hatte das Gefühl, als wenn Johns Körper zu glühen begann, und sank auf die Knie. Es war, als wäre seine Seele kurz davor, den Körper zu verlassen, um mit Tod in eine andere Welt überzuwechseln. Es zeigte ihr deutlich, daß sie nichts ausrichten konnte. Sie konnte - mit ein bißchen Glück - jetzt nur noch ihren Streit aufklären, damit sie in Frieden auseinander gehen konnten. Wenigstens das… Und trotzdem versuchte sie, seine Seele festzuhalten. War es in einer Liebe wie ihrer nicht möglich, allein durch Willenskraft…? Wenn er auch nicht gehen wollte? Sie zitterte, als sie John festhielt, und schluchzte. „Johnny, bleib bei mir, bitte! Ich brauche dich! Ich liebe dich, und nein, du bist kein erbarmungsloser Mörder. Du bist das wundervollste Wesen, das je in Raum und Zeit gelebt hat, und ich lasse dich nicht gehen!“ Ihre Stimme war dünn, kaum mehr als ein Hauchen. Verzweifelt klammerte sie sich an ihm fest. „Ich lasse dich nicht los! Ich lasse dich nicht los!“ Wie ein Mantra wiederholte sie die Worte.
      „DAS WIRD DIR NICHTS NÜTZEN, WEIẞT DU…“ kommentierte der Tod.
      Plötzlich ging eine Erschütterung durch den Boden. Wie eine Welle durchlief sie den Untergrund. Das Glühen versank in Johns Körper. Tod wirkte sehr überrascht. Auch Leela spannte sich automatisch an. Für einen Moment waren alle orientierungslos.
      „SELTSAM.“ murmelte Tod. „SO ETWAS HABE ICH NOCH NIE ERLEBT!“
      „Was passiert hier?“ fragte Leela aufgeregt.
      Tods Miene zeigte ein Grinsen. „OFFENBAR BEKOMMT IHR NOCH EIN BIẞCHEN ZEIT.“ Die Szenerie begann langsam zu verlassen. Doch bevor Tod ganz ging, fügte er an: „NUTZT SIE WEISE!“
      Die Farben kehrten in die Welt zurück. Geräusche, Bewegungen wurden wieder wahrnehmbar. Johns Körper lag noch immer regungslos in Leelas Armen.
      Ein, zwei Atemzüge. Der Soldat öffnete die Augen. Eine leise, fast substanzlose Stimme. „Was ist passiert…?“
      Das war die Frage, die auch Leela nicht beantworten konnte. Doch im Augenblick interessierte es sie auch nicht. Die Emotionen, die aus Trauer und Verzweiflung langsam in Erleichterung und Freude umschlugen, brachen sich Bahn. „Johnny? Geht es dir gut?“ Noch immer klang Angst durch ihre Stimme.
      Der angesprochene Soldat sammelte sich langsam und richtete sich auf. „Ja.“ Er betrachtete seine Freundin verwirrt, bis er sich unter Tränen in ihren Armen wiederfand. Einen Augenblick stockte ihm der Atem. „Was ist passiert, Schatz?“
      Der sanfte Ton ging ihr direkt unter die Haut, und sie mußte sich daran erinnern, daß er derjenige war, der von allen am wenigsten mitbekommen hatte.
      Verwirrt sah er sich um, während er sie festhielt. Auf dem Platz des Parks herrschte große Aufruhr, und das fremde Raumwesen war verschwunden…


Eine Zeit zum reflektieren;
Ein Ort zum erholen…

Es war gar nicht so einfach, nachzuvollziehen, was passiert war. Erst stückchenweise setzte sich alles wie ein Puzzle zusammen. John hatte von irgendwo her einen Becher Tee bekommen. Leela hatte abgelehnt. Sie konnte im Augenblick nichts anderes, als sich an ihm festzuhalten, während die Anwesenden ihre Erlebnisse schilderten.
      Was Leela mit Tod in der Zwischenebene besprochen hatte, war den anderen gänzlich verborgen geblieben. Es war ein Moment gewesen, der im Raum/Zeit-Gefüge nicht existierte.
      Als sich alles auf John konzentriert hatte, war das Wesen im Hintergrund fast in Vergessenheit geraten. Aber nur fast. In dem hilflosen Moment, in dem keiner etwas hatte tun können, außer herumzustehen und Leela zu beobachten, die sich an Johns leblosen Körper klammerte, war Elijah, teils aus Langeweile teils um sich abzulenken, über den Platz gestromert. Dabei hatte er die herausgebrochenen Terrakottastücke gefunden, und aus irgendeiner Eingebung heraus, oder auch nur, um etwas zu tun zu haben, hatte er versucht, eines davon in den ursprünglichen Raum des Weltraumwesens einzupassen, aus dem es herausgebrochen war. Zu seiner Überraschung hatte die Stelle kurz geglüht, als würde Energie in den Bereich fließen. Anschließend war alles wieder so ineinander integriert, daß man die Verletzung nicht mehr feststellen konnte.
      Davon inspiriert hatte er nach den anderen Teilen Ausschau gehalten, und die Verletzungen immer weiter repariert, oder geheilt. Wohin es sie führen mochte, wußte er zu dem Zeitpunkt selber nicht; der Tag war aber sowieso schon im Eimer, da konnte er auch noch etwas gutes tun. Er hoffte nur, daß das Wesen es auch zu schätzen wußte.
      Als er alle fehlenden Teile eingepaßt hatte, passierte etwas neues. Der ganze außerirdische Körper hatte angefangen zu glühen. Als es wieder vollständig war, gewann es offenbar an Kraft, die verlorene Energie kehrte zurück. Und die Energie breitete sich aus. Das war der Moment gewesen, der durch die ganze Erde gegangen war. Es hatte fast den ganzen Stadtpark in einer Welle eingeschlossen. Kurz darauf hatte sich das Wesen aufgeladen und war vom Boden abgehoben. Unter den Augen der staunenden Anwesenden war es in den Himmel aufgestiegen und hatte die Welt unter sich zurückgelassen.
      Es war schon bald im Weltraum verschwunden. Doch sein Abschiedsgeschenk war geblieben. Anwesende Soldaten und Sanitäter stellten verblüfft fest, daß Wunden verheilt und Schmerzen verschwunden waren. Sogar alte Verletzungen schien es nicht mehr zu geben. Und John… Er hatte von allen am meisten davon profitiert. Ihm war das Leben geschenkt worden. Das mußte das Dankeschön des seltsamen Weltraumwesens gewesen sein, dafür, daß es hier friedlich empfangen worden war und Hilfe erhalten hatte – das Geschenk der Heilung, ganz und gar. Es hatte die Substanz in Johns Körper neutralisiert, und sein System regeneriert. Gerade zur rechten Zeit, wie Leela feststellte, wenn sie an den Moment mit Tod zurückdachte.
      „Das war etwas, was Tod nicht hat vorhersehen können.“ überlegte Leela, als sie ihren Teil der Geschichte erzählte. „Ohne das Weltraumwesen hätte er Recht gehabt. So aber war er praktisch umsonst hier. Tja, er war zur falschen Zeit am falschen Ort.“ Sie wandte sich an ihren Schatz und erklärte atemlos: „Aber du warst zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Denn wenn du auf dieser Mission nicht dabei gewesen wärst – du wärst zu mir nicht zurückgekehrt!“
      Nicht nur sie, auch John schauderte leicht bei dem Gedanken. „Das zeigt, daß bestimmte Einsätze einen tieferen Sinn haben.“ Er zog sie dichter zu sich heran und lehnte sich an sie. Gerade jetzt, wo er noch ein wenig erschöpft war, war diese Gelegenheit mehr als willkommen. „Manchmal sind sie nicht lebensgefährlich, sondern sie retten Leben!“
      „Insbesondere der außerirdische Besucher hat dein Leben gerettet, vergiß das nicht!“ erinnerte sie. Noch jetzt konnte man in ihren Augen ablesen, welche Ängste sie um den Soldaten in ihren Armen ausgestanden hatte. „Wenn ich eines begriffen habe, dann, daß ich nichts gegen Tod ausrichten kann.“ erzählte sie nachdenklich. „Ich habe alles gegeben, bis in die letzte Instanz gekämpft und hätte alles getan, um dich zu retten – und hätte es doch nicht ändern können. Dein Leben hast du dem außerirdischen Besucher zu verdanken. Das ist etwas, was hier vielleicht niemand vergessen sollte.“ Bei den letzten Worten sah sie in die Runde der Soldaten, insbesondere auch zum Brigadier.
      Daß ihre Worte auf fruchtbaren Boden fielen, bemerkte sie an den gedankenvollen Mienen um sie herum.
      Der Brigadier, der selbst einige alte Kampfverletzungen losgeworden war, verpaßte auch nicht, an John gewandt zu erwähnen: „Dann haben Sie die Situation sehr gut eingeschätzt. Ich bin sehr dankbar, Ihrem Rat gefolgt zu sein.“ Auf Leelas überraschten Blick hin erklärte er: „Er hat sich schon für das Wesen eingesetzt, da wußten wir noch nicht einmal, was wir zu erwarten haben.“
      John schaute mit verlegenem Lächeln zu Boden. Er wußte, daß er gerade in dem Ansehen seiner Freundin um einige Sprossen auf der Leiter nach oben geklettert war.
      „Dann hast du das Geschenk erst recht verdient.“ stellte sie fest und schloß ihn um so fester in die Arme. „Siehste du, manchmal lohnt es sich, im Sinne einer möglichen Freundschaft etwas zu riskieren.“
      „Das stimmt. Ich muß aber gestehen, daß mir einfach nicht wohl dabei gewesen ist, diesem hilflosen, verletzten Wesen noch mehr Schaden zuzufügen.“ gestand John. „Das hätte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können.“
      „Und das ist genau die richtige Einstellung.“ lobte sie. Etwas gedankenverloren dachte sie an ihre Ankunft hier zurück. Sie hatte nur Augen für John gehabt, und das Wesen gar nicht richtig wahrgenommen. Selbst als es seinen Heimweg angetreten hatte, war sie noch mit John in der Zwischenebene zwischen Leben und Tod gewesen. „Ich hätte das Wesen gerne mal gesehen.“
      John schmunzelte. „Ich habe viele Fotos gemacht!“
      Die Aussicht darauf nahm sie mit einem Lächeln. Ruhe kehrte ein auf dem Platz. Sie sah in die Runde der Soldaten. Heute hatten sich mehrere eine Auszeichnung verdient. John, der gleich zu Beginn für das Weltraumwesen eingestanden hatte, der Brigadier, für seine Entscheidung, auf Johns Intentionen einzugehen, Elijah, der das Weltraumwesen geheilt hatte, und damit sogar zugleich zu Johns eigentlichem Lebensretter wurde… Heute war hier etwas wundervolles passiert.
      Sie wußte, das würde die zukünftigen Entscheidungen von U.N.I.T. in außerirdischen Gegenüberstellungen nicht einfacher machen. Heute aber hatte es sich gelohnt! Sie lehnte sich wieder in Johns Arme, auf den sie sehr stolz war. Noch einmal glitten ihre Gedanken zu dem Moment mit Tod in der Zwischenebene. Eigentlich war er gar nicht so ein übler Typ. Er machte eben auch nur seinen Job. Und was John anging… Sie schmunzelte, während sie sich versonnen und dankbar an ihn schmiegte. Er gehörte zu ihr, für immer zu ihr…
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast