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2022 04 24: Zukunftsmusik [by Iralenya]

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
24.04.2022
24.04.2022
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24.04.2022 552
 
Tag der Veröffentlichung: 24.04.2022
Titel der Geschichte: Zukunftsmusik
Song:Zukunftsmusikvon Dame
Autor: Iralenya
Kommentar des Autors: Viel Spaß :)

Mein Vater sagte, das ist Zukunftsmusik.

-Dame-


Es gab einen Grund, wieso er sich Four nannte. Vier. Das war eine bedeutsame Zahl für ihn. Mit vier Jahren hatte er bereits einen Plan von seinem Leben, seiner Zukunft gehabt. Wo andere Jungen Pirat, Prinz, Ritter oder gar König werden wollten und sich diese Wünsche später Richtung Arzt, Polizist, Feuerwehrmann verlagerten, hatte er von Anfang an gewusst, dass er eines Tages ein besseres Leben haben wollte. Er hatte Rockstar werden wollen, die Welt bereisen, auf den größten und bedeutsamsten Bühnen der Welt stehen. Davon mochten auch andere Jungen geträumt haben, doch für ihn war das mehr als nur ein Traum. Es war sein Antrieb. Seine Eltern machte sich lustig darüber, die Lehrer belächelten ihn, doch Four ließ sich nicht unterkriegen. Er trainierte hart, brachte sich das Gitarrenspielen selbst bei in der elterlichen Garage, nahm in den Ferien Gesangstunden und jobbte dafür, um es sich leisten zu können, stand jeden Samstag um vier auf, um Zeitungen auszutragen, führte sonntags die Hunde der Nachbarn aus. Sein Plan war fest in seinem Leben verankert und es gab nichts, was ihn davon abweichen ließ. Bei jeder Berufsberatung gab er nur diesen einen Wunsch an. Es war sein Ziel, sein Plan A. Er hatte keinen Plan B, denn dieser würde niemals notwendig sein.

Über all die Jahre hatte er seine Zukunft nie aus den Augen verloren, hatte alles getan, um seine Ziele zu erreichen und sich von nichts und niemanden ausbremsen lassen. Auch von Corona nicht und die Tatsache, dass er seine beiden letzten Schuljahre im Homeschooling verbringen durfte, war für ihn ein Segen. Er konnte sich richtig entfalten, musste die spottenden, mitleidigen Blicke seiner Klassenkameraden und Lehrer nicht mehr ertragen. Sie hatten keine Ahnung, dachten nicht weiter als bis zum nächsten Morgen oder verloren sich in kurzfristigen Zielen.

Ein Grinsen umspielte Fours Lippen, als er sich in dem hohen Standspiegel betrachtete. Langsam drehte er sich nach allen Seiten, strich den schwarzen Anzug glatt, zupfte sich das weiße Hemd zurecht und fuhr sich einmal durch das gegelte Haar. Dann griff er sich die Sonnenbrille vom Tisch und setzte sie auf. Sein Spiegelbild grinste noch vergnügter.

»Four, wir wären dann so weit.« Daphne – die rechte Hand seine Managerin  – steckte den Kopf zur Tür herein. Sie trug wie immer ein hochgeschlossenes Kleid, heute in einem himmelblauen Farbton, und ihr farblich passendes Klemmbrett in der Hand.

»Alles klar, ich komme gleich«, erwiderte er, ohne sich umzudrehen. Daphne kannte ihn und so konnte er kurz darauf hören wie sich die Tür wieder schloss. Er nahm die Sonnenbrille von der Nase und sah in funkelnde Augen.
»And here we are«, flüsterte er seinem Spiegelbild zu und grinste erneut, ehe er seine Sonnenbrille wieder aufsetzte und sich umdrehte, um aus der Garderobe zu gehen und für einen weiteren Abend in einer weiteren Stadt die Bühne zum Beben zu bringen, alles zu geben, seine eigene Zukunftsmusik zu leben und einfach nur glücklich zu sein.

Denn sein vierjähriges Ich hatte richtig gelegen und heute war er ein Superstar. Heute war er Four, heute war es nicht mehr nur ein Spitzname, es war sein richtiger Name, sein Leben und er würde immer Four bleiben.
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