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Eleanor Wood und der Imperatus Kristall (Jahr 2)

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Fred Weasley George Weasley Lee Jordan Oliver Wood
24.04.2022
26.05.2022
8
34.736
3
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29.04.2022 4.123
 
Am Tag nach ihrem Ausflug mit Mr. Weasleys Auto ließ Mrs. Weasley sie glücklicherweise ausschlafen. Eleanor stand erst um ein Uhr auf und dass auch nur, weil die Zwillinge sie mit einer ihrer Erfindungen weckten; einem boxenden Kissen, dass sie ihr unter den Kopf legten.

Ginny und Ron kriegten sich vor Lachen gar nicht mehr ein, während Eleanor die Zwillinge wütend durchs Zimmer jagte, bis sie Fred erwischte und mit seinem eigenen Kissen verhaute.

Danach gingen sie hinaus und ließen Ron und Ginny ihre Besen auszuprobieren, während sie selbst versuchten, Hildegard mit dem noch freien Besen das Fliegen beizubringen, indem sie das Huhn aus immer höheren Abständen herunterfallen ließen. Hildegard stellte sich ziemlich gut an, auch wenn sie jedes Mal panisch kreischte, wenn sie sie fallen ließen.

Irgendwann kam aber leider Percy und bereitete ihren Flugstunden ein Ende.

„Du bist ja bloß neidisch, weil selbst Hildegard sich besser auf einem Besen halten kann als du!" Rief George ihm wütend hinterher.

Leider petzte Percy bei Mrs. Weasley und sie mussten zur Strafe den Garten entgnomen. Sie machten jedoch einen Weitwurfwettbewerb daraus und so wurde es ganz lustig. Den Rest des Tages verbrachten sie damit, in Freds und Georges Zimmer an ein paar Erfindungen herumzubasteln, bis Mrs. Weasley sie zum Abendessen rief.

Diesmal aßen sie im Garten, an einem klapprigen Holztisch. Charlie, der mittlerweile wieder nüchtern war, hatte ihre Begegnung in der vergangenen Nacht offenbar nicht vergessen, denn er fragte sie leise über das Auto aus, während Mrs. Weasley damit beschäftigt war, mit Ron und Ginny über den Nutzen von Gemüse zu diskutieren.

„Und woher wusstet ihr, wie man das Ding überhaupt bedient?" Wollte Charlie wissen.

„Wir haben's einfach mal ausprobiert" Meinte Fred.

„Eleanor kannte sich schon ein bisschen aus, ihre Mum ist ein Muggel" Erklärte George.

„Stimmt" Charlie nickte. „Hat Oliver mal erzählt. Sag mal, willst du eigentlich auch ins Quidditchteam?"

„Unbedingt" Sagte Eleanor und verschluckte sich fast an ihrer Lasagne. „Einer von euren Jägern ist doch letztes Jahr von Hogwarts gegangen, stimmt's? Avens?"

„Ja" Charlie seufzte. „Und Micheal – also Micheal Lewis will dieses Jahr nicht mehr spielen, weil er sich  ganz auf die UTZe konzentrieren möchte"

„Wie bitte?" Wiederholte Fred fassungslos. „Der muss ja verrückt sein"

Charlie lachte. „Naja. Es wird ein stressiges Jahr werden, da hat er schon recht"

„Ja, wenn einen Prüfungen interessieren" Meinte George abschätzig.

„Lass das bloß nicht Mum hören" Grinste Charlie. „Jedenfalls haben wir jetzt nur noch Matthew Clarke als Jäger. Also, versuch's ruhig Eleanor. Wenn du das selbe Talent hast wie Oliver, hast du bestimmt eine Chance" Eleanor freute sich ziemlich über diese Nachricht. Bisher war der Gedanke, ins Quidditchteam zu kommen wie ein ferner Traum gewesen, doch gerade eben war er greifbar geworden und Eleanor nahm sich fest vor, noch mehr zu üben.

„Oh, das hat sie defintiv" Meinte Fred. „Du kannst ja mal mit uns fliegen und dich selbst überzeugen"

„Sicher, irgendwann in den nächsten Tagen bestimmt" Meinte Charlie.

„Du kannst dich bei der Gelegenheit auch gleich von uns überzeugen" Sagte George. „Wir wollen Treiber werden"

Charlie runzelte die Stirn. „Wir haben noch Treiber" Sagte er.

Fred schnaubte abfällig. „Wir sind aber besser als die" Sagte er selbstsicher.

„Nun, wenn ihr meint. Ich werde euch aber keinen Vorteil geben, das wisst ihr oder?"

„Als ob wir einen Vorteil bräuchten" Entgegnete George. In dem Moment kam Mr. Weasley in den Garten. Er sah ziemlich erschöpft aus.

„Arthur, na endlich!" Sagte Mrs. Weasley. „Wir haben schon mal ohne dich angefangen"

Mr. Weasley nickte, wischte sich eine schweißnasse Strähne aus dem Haar und setzte sich neben seine Frau. „Ja" Sagte er fahrig. „Natürlich"

„Ist alles in Ordnung?" Fragte Mrs. Weasley besorgt.

„Ja" Mr. Weasley nahm seine Brille ab und begann, sie mit einem Umhangzipfel zu putzen. „Also eigentlich nein. Das ganze Ministerium ist in Aufruhr"

„Was? Wieso, was ist passiert?" Wollte Mrs. Weasley wissen.

Die Kinder spitzten alle interessiert die Ohren

„Ja, nun" Mr. Weasley seufzte. „Es gab einen Einbruch, im historischen Zaubermuseum in Edinburgh" Eleanor kannte das Museum, von dem Mr. Weasley redete. Ihre Großmutter wohnte nicht weit von Edinburgh entfernt und hatte das Museum schon oft mit ihnen besucht. Es gab dort allerlei alte, magische Gegenstände, von denen einige ziemlich gefährlich waren, wenn sie in die falschen Hände gerieten.

„Was wurde geklaut?" Wollte Charlie wissen.

„Der Imperatus Kristall" Erzählte Mr. Weasley.

„Der was?" Fragte George verwirrt.

„Der Imperatus Kristall" Wiederholte Mr. Weasley. „Das ist ein uralter, schwarzmagischer Kristall, der angeblich aus den Tiefen eines riesigen Vulkans stammt. Der Legende nach wurde er von einem alten Zauberer mit unglaublichen Kräften versehen, um im Krieg eingesetzt zu werden"

„Ist das nicht dieser Kristall, der Menschen versklaven kann?" Fragte Eleanor in Erinnerung an einen blutroten Kristall hinter einer Glasvitrine und die Worte ihrer Großmutter.

Mr. Weasley nickte.

„Wie, versklaven?" Wollte Fred wissen.

„Der Kristall kann, wenn sein Besitzer sich würdig erwiesen hat, alle Menschen im Umkreis von sieben Meilen in willenlose Sklaven verwandeln, die alle Befehle des Besitzers ausführen müssen" Erklärte Mr. Weasley

„Ach du heilige Scheiße" Sagte George. „Das heißt irgendjemand wird bald eine Armee voller Zombies durchs Land führen?"

Mr. Weasley schüttelte den Kopf. „So einfach ist das nicht" Sagte er. „Man muss dem Kristall erst beweisen, dass man würdig ist. Einen starken Geist, Entschlossenheit und so etwas hat. Und das kann man nicht von einem Tag auf den anderen

„Genau, war da nicht irgendetwas von zweihundert Tage lang jeden Tag das Blut einer anderen Person opfern oder so?" Erinnerte Eleanor sich.

„Zweihundertvierundachtzig Tage, ja. Und der Geist des alten Zauberers sucht den Geist des Besitzers auf und versucht, ihn zu brechen. Aber das sind nur ein paar Dinge. Es gibt einen Haufen Dinge, die man mit dem Stein machen muss" Sagte Mr. Weasley.

„Und du meinst, es ist nicht möglich, das zu schaffen?" Fragte Charlie.

Mr. Weasley zuckte mit den Schultern. „Möglich ist es schon. Aber es dauert eine Weile"

„Und bis dahin wird das Ministerium den Verantwortlichen finden, nicht wahr?" Sagte Percy überzeugt.

Mr. Weasley seufzte. „Das hoffe ich"

„Sie haben hoffentlich alle Auroren darauf angesetzt" Meinte Mrs. Weasley.

„Natürlich" Ihr Mann fuhr sich durch die Haare. „Die werden das schon schaffen. Kann ich was von der Lasagne haben?"

An diesem Abend diskutierten Eleanor, Fred und George noch eine ganze Weile über den Mysteriösen Stein und die Gefahren, die sich mit seinem Klau auftaten.

Am nächsten Morgen, als Percy einen Tobsuchtsanfall kriegte, weil sie Chilipulver auf seine Zahnbürste geschmiert hatten und Charlie auf der Obstbaumwiese verkündete, dass ihre Chancen, ins Quidditchteam zu kommen, recht gut standen, vergaßen sie den Imperatus Kristall recht schnell wieder und würden auch für eine ganze Weile nicht mehr darüber nachdenken.

Der folgende Monat bei den Weasleys war einer der besten, die Eleanor je erlebt hatte.

Sie hatte schon oft bei Freunden oder Verwandten einige Tage verbracht, doch nirgendwo hatte sie sich so schnell zu Hause gefühlt wie im Fuchsbau. Die Weasleys gaben einem einfach sofort das Gefühl, dazu zu gehören, als wäre man ein Teil der Familie. Das bedeutete, dass Eleanor sich nie zurückhalten musste, um höflich zu sein, aber auch, dass sie im Haushalt mithelfen und die selben Schimpftiraden wie die Zwillinge über sich ergehen lassen musste.

Sie verbrachten eine Menge Zeit fliegend über der Obstbaumwiese und bastelnd in Fred und Georges Zimmer, sie spielten am Küchentisch Zauberschnippschnapp und Eleanor ließ sich fünf Mal von Ron im Schach schlagen, bevor sie sich wie der Rest der Weasleys weigerte, gegen ihn zu spielen, sie wanderten im nah gelegenen Dorf herum und spielten den Muggelkindern Streiche, flogen noch ein paar weitere Male mit dem Ford Angelia und verbrachten auch einige Tage an einem nah gelegenen See.

Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war es schon Zeit, sich für die Fahrt nach Hogwarts vorzubereiten.

Sie aßen ein letztes Mal im sonnigen Garten zu Abend, ließen sich von Ron und Ginny für eine abschließende Partie Zauberschnippschnapp breitschlagen und packten ihre Sachen.

Am nächsten morgen apparierten sie an Mr. und Mrs. Weasleys Armen zum Bahnhof Kings Kross, was nicht besonders schön war, verabschiedeten sich am Bahnsteig von ihnen und stiegen in den Zug.

Sie waren ziemlich früh dran und suchten sich gleich ein freies Abteil im vorderen Teil des Zugs, wuchteten ihre Koffer in die Gepäckablagen und ließen ein paar Stinkbomben auf den Gängen platzen.

Dann beobachteten sie vom Fenster aus, wie ihre Mitschüler sich auf dem Bahnsteig drängten und sich von ihren Eltern verabschiedeten.

„Meint ihr, Snape bringt Dency selbst hier her?" Fragte George.

Bei der Vorstellung musste Eleanor grinsen. „Ganz bestimmt nicht" Kicherte sie. Dann entdeckte sie ihre Freundin Robin auf dem Bahnsteig und verließ den Zug, um sie zu sich zu holen.

„Hey!" Robin umarmte Eleanor stürmisch. Ihre im letzten Jahr noch kurzen, blonden Haare reichten ihr mittlerweile schon fast bis zu den Schultern, sie war braungebrannt und trug bunte Armbänder.

„Mann, ist es lange her!" Meinte Robin grinsend.

„Ewig" Pflichtete Eleanor ihr bei. „Komm, wir haben uns schon ein Abteil reserviert"

Robin verabschiedete sich ein letztes Mal von ihren Eltern und gemeinsam trugen sie ihren Koffer in den Zug.

Auch Lee war mittlerweile im Abteil angekommen. Er hatte im letzten Monat sein Versprechen gehalten und Briefe geschrieben, wenn auch nicht besonders viele.

Während Fred und George das Abteil verließen, um gruselige Nachrichten auf den Toilettenspiegeln zu hinterlassen, unterhielten Eleanor, Lee und Robin sich über ihre Ferien.

Robin war zwei Monate lang in Griechenland gewesen und hatte eine Menge alter Muggeltempel besichtigt.

„Und wie war es bei Prudence?" Wollte Eleanor wissen.

„Es war ...irgendwie komisch, bei einem Lehrer zu Hause zu sein" Meinte Robin. „Und dann auch noch bei einem wie Snape. Aber es war eigentlich ganz lustig. Snape war gar nicht so viel dabei, ich war eigentlich die meiste Zeit in Prudences Zimmer und wir haben halt zusammen gegessen. Das war auch cool, Snape hat uns ganz viel über diesen Kristall erzählt, ihr wisst schon, der geklaut wurde"

„Damit kannte er sich aus?" Fragte Eleanor interessiert.

Robin nickte. „Er kennt sich mit so ziemlich allem aus. Das muss man ihm schon lassen, schlau ist er"

In dem Moment wurde die Tür zu ihrem Abteil aufgeschoben und Prudence selbst kam mit ihrer kleinen Schwester Scarlett, die dieses Jahr in die erste Klasse kam, herein.

„Prudence!" Freute Eleanor sich und umarmte ihre Freundin. „Du lebst!"

„Natürlich lebe ich" Prudence lachte und umarmte auch Robin. Lee nickte sie zu.

„Hi Scarlett" Sagte Eleanor freundlich. „Wie geht's?"

„Gut" Erwiderte Scarlett leicht schüchtern.

„Willst du nicht durch den Zug gehen und ein paar andere Erstklässler kennenlernen?" Fragte Robin.

Scarlett schüttelte den Kopf. Prudence seufzte. „Ich habe auch schon versucht, sie zu überreden"

„Aber willst du nicht ein paar Leute aus deinem Jahrgang kennenlernen? Ich meine, du wirst die nächsten sieben Jahre mit denen verbringen" Sagte Lee.

Scarlett schüttelte erneut den Kopf.

„Warum nicht?" Fragte Robin.

„Ich – was wenn sie mich nicht mögen?" Sagte Scarlett verlegen.

„Ach, natürlich werden sie dich mögen!" Versicherte Robin Scarlett

„Genau, mach dir keine Sorgen deswegen. In der Ersten kennt niemand irgendwen. Und je früher du sie kennenlernst, desto besser" Meinte Eleanor.

„Sie haben Recht" Sagte Prudence. „Du solltest wirklich versuchen, jetzt schon Freunde zu finden"

Scarlett seufzte. Lee und Eleanor warfen sich einen Blick zu, dann packten sie Scarlett und trugen sie hinaus auf den Flur.

„Los, geh einfach in das erste Abteil, in dem Erstklässler sind und frage, ob du dich dazusetzen kannst" Sagte Eleanor und Lee schob sie ein wenig Richtung des nächsten Abteils.

„Okay, okay, schon gut!" Sagte Scarlett. Dann ging atmete sie tief durch und ging los.

Eleanor und Lee kehrten in ihr Abteil zurück.

„Danke" Sagte Prudence. „Das hat sie echt gebraucht"

„Was denkst du, in welches Haus sie kommen wird?" Wollte Eleanor wissen.

Prudence zuckte mit den Schultern. „Ich hoffe nicht Slytherin" Sagte sie.

„Nervt sie dich so sehr?" Lachte Eleanor.

„Nein!" Sagte Prudence. „Es ist nur ... die Leute dort werden sie genauso hassen wie mich. Ich will nicht, dass sie das durchmachen muss"

„Es hassen dich doch nicht alle" Sagte Robin.

„Oh doch" Sagte Prudence. „Ist ja auch egal. Hauptsache ihr mögt mich" und sie zwang sich ein Lächeln ab. Sie wechselten hastig das Thema und redeten über Quidditch, während der Zug anfuhr.

Wenig später kamen auch Fred und George mit zufriedenen Gesichtern wieder.

Sie verbrachten einen Großteil der Zugfahrt damit, die Hausaufgaben zu machen, die sie die gesamten Ferien lang aufgeschoben hatten. Robin und Prudence, die bereits fertig waren, verließen das Abteil irgendwann, um nicht mehr nach den Lösungen gefragt zu werden.

Wenig später kam Kenneth Towler, ein ziemlich nerviges Mädchen mit dem Eleanor sich einen Schlafsaal teilen musste, herein und begann ungefragt von ihren Ferien zu erzählen, bis George ihr ihre Kröte klaute und durch den Flur davonschweben ließ. Kenneth rannte ihrem Haustier hinterher, sodass sie die Tür wieder hinter ihr zuschlagen konnten. Als sie irgendwann mehr schlecht als Recht mit ihren Schulsachen fertiggeworden waren, kauften sie sich zur Belohnung etwas bei der Süßigkeitenhexe und probierten auf ihrem Weg Eleanors neues Jojo aus.

Schließlich kamen sie in Hogsmead an und stiegen aus dem Zug. Diesmal fuhren sie nicht, wie im letzten Jahr mit Booten über den See nach Hogwarts, sondern stiegen in pferdelose Kutschen, was ziemlich cool war.

Bald tauchte das Schloss vor ihren Augen auf und Eleanor wurde klar, wie sehr sie es vermisst hatte.

„Oh, wir werden Filch dieses Jahr wieder so auf die Nerven gehen" Lachte Fred und Eleanor musste grinsen, denn sie hatte genau das selbe gedacht.



Es fühlte sich ziemlich cool an, schon zu den „alten Hasen" zu zählen, sich in die große Halle setzen und die aufgeregt-ängstlichen Gesichter der Erstklässler beobachten zu können. Sie waren jetzt nicht mehr die Neuen. Eleanor stellte mit einem Lächeln fest, dass Scarlett anscheinend Freunde gefunden hatte, denn sie stand inmitten einer Gruppe schwatzender Mädchen.

Sie beobachteten, wie die erste Erstklässlerin, Katie Bell, nach Gryffindor eingeteilt wurde und jubelten laut, während das blonde Mädchen sich ein paar Meter weiter neben Angelina und Alicia setzte.

„Meint ihr, wir haben dieses Jahr 'ne Chance auf den Hauspokal?" Fragte Lee.

Fred grinste gewinnend. „Mit all den Regeln, die wir vorhaben zu brechen? Sicher nicht"

„Ach, wir dürfen uns einfach nicht mehr erwischen lassen, dann wird das schon" Meinte Eleanor zuversichtlich, während der sprechende Hut verkündete, Cho Chang sei eine Ravenclaw.

„Hey, denkt ihr, dass ist der neue Verteidigung Gegen Die Dunklen Künste Lehrer?" Fragte George und deutete auf einen Mann, der neben Snape am Lehrertisch saß.

Er hatte dunkle, bereits leicht ergrauende Locken und trug einen roten Festumhang über einem schwarzes Hemd mit locker gebundener Krawatte.

„Hoffentlich" Sagte Eleanor. „Er sieht cool aus"

„Ja" stimmte George zu.

„Er sieht zum Anbeißen aus" Sagte Kenneth, die sich unglücklicherweise neben Eleanor gesetzt hatte. Fred, George, Lee und Eleanor starrten sie entgeistert an.

„Er ist ungefähr vierzig oder so" Sagte Lee.

„Tja, immerhin würde er sich bestimmt nicht mit jemandem verabreden und dann einfach nicht auftauchen" Giftete Kenneth und Eleanor sah sie mitleidig an. Am letzten Schultag des letzten Jahres hatte Kenneth Lee dazu gebracht, sich mit ihr in der Winkelgasse zu verabreden.

Auch Lee schien sich zu erinnern und lief dunkel an. „Ich war in Frankreich" Murmelte er.

„Ich habe den ganzen Tag auf dich gewartet" Sagte Kenneth erzürnt. Eleanor konnte ein Lachen nur unterdrücken, in dem sie an ein sterbendes Katzenbaby dachte, während sie spürte, wie Fred neben ihr die Finger in ihr Knie grub, offensichtlich ebenfalls darum bemüht, nicht laut loszuprusten. George hatte plötzlich einen Hustenanfall. Sie waren gemein, das wusste Eleanor, aber Kenneth war einfach eine blöde Kuh und hatte es ein bisschen verdient.

„Tut mir echt leid" Sagte Lee. „Aber hey – jetzt hast du ja den neuen Lehrer"

Eleanor konnte sich nicht mehr halten, sie lachte laut los, was zum Glück in dem Applaus für Cormac McLaggen, der nach Gryffindor kam, unterging. Kenneth amüsierte sich offenbar überhaupt nicht, sie schnaubte nur und setzte sich weg.

„Denkt ihr, Snape wird enttäuscht sein, wenn Scarlett nicht nach Slytherin kommt?" Überlegte Lee, als sie sich wieder eingekriegt hatten. Die Schlange der Erstklässler war schon deutlich kürzer geworden und gerade war Alexander Ross nach Hufflepuff gekommen. Es konnte nicht mehr langedauern, bis Scarlett drankam.

„Wer wäre das nicht?" Meinte George. „Stellt euch vor ihr seit Hauslehrer und euer eigenes Kind kommt in ein anderes Haus"

„Ja" Meinte Fred. „Das ist schon hart"

„Shipley, Scarlett" Rief Professor McGonagall. Scarlett, deren dunkle Zöpfe das Kerzenlicht in sich auffingen, ging offensichtlich mit zitternden Knien nach vorne. Es schien, als würden mehr Schüler auf sie achten, als sie es bei den meisten anderen getan hatten. Shipley war ein Name, den die gesamte Schule kannte.

Scarlett bekam den Hut auf den Kopf gesetzt und die Spannung war kaum auszuhalten. Es schien, als würde der Sprechende Hut ewig überlegen, doch schließlich kam er zu einer Entscheidung.

„RAVENCLAW" Rief er laut, woraufhin eine Art kollektives Japsen durch den Raum ging. Selten war es vorgekommen, dass jemand aus einer Familie wie den Shipleys in ein anderes Haus als Slytherin eingeteilt wurde.

Eleanors sah sich nach Prudence um und entdeckte sie, mit einigem Abstand von allen anderen am Slytherintisch sitzen. Sie lächelte, doch das Licht schimmerte merkwürdig in ihren Augen. Eleanor wusste, was Prudence durch den Kopf ging. Die letzte Chance auf jemanden Verbündeten in dem Gemeinschaftsraum, den Prudence mindestens zwei Mal am Tag durchqueren musste, hatte sich gerade aufgelöst. Sie tat Eleanor leid.

Snapes Lächeln hingegen war ein wenig ehrlicher und Eleanor fragte sich unwillkürlich, ob er vielleicht genau wie Prudence wusste, was Scarlett in Slytherin erwartet hätte.

Als alle Schüler auf die Häuser verteilt worden waren, erschien nach einer kurzen Rede von Dumbledore („Schlenderten sieben schwabblige Scheine zum Schlachter, schlachtete der Schlachter schnell sieben schwabblige Schweine") endlich das Festessen. Eleanor, deren Magen seit ihrer Ankunft in Hogwarts knurrte, schlang hungrig so viel herunter, wie sie kauen konnte. Sie waren so mit Essen beschäftigt, dass sie gar nicht viel zum Reden kamen.

Als der Nachtisch schon auf den Tischen aufgetaucht war, winkte Angelina Eleanor zu sich hinüber und sie stand auf, um sich zu ihr, Alicia und dem neuen Gryffindor-Mädchen zu gesellen.

„Hi, gute Ferien gehabt?" Fragte Alicia, sobald Eleanor sich gesetzt hatte.

„Ja, sehr gut. Ihr auch?" Antwortete Eleanor und griff nach einem Stück Schokoladenkuchen.

„Hervorragend. Das ist übrigens Katie" Sagte Angelina und deutete auf die Erstklässlerin neben ihr.

„Hi" Sagte Eleanor. "Ich bin Eleanor"

"Sie, die Zwillinge da drüben und der Typ neben ihnen haben letztes Jahr die ganze Schule auf den Kopf gestellt" Erklärte Alicia Katie.

"Und wir werden es wieder tun" Entgegnete Eleanor, woraufhin Katie lachte.

„Also, Quidditch" Sagte Angelina.

„Quidditch" Wiederholte Eleanor, die nicht ganz wusste, worauf Angelina hinauswollte.

„Ich habe gehört, es sind zwei Plätze für Jäger frei" Erklärte Angelina. Eleanor nickte.

„Ich will Jägerin werden" Sagte Angelina überflüssigerweise. Sie, Alicia und Eleanor hatten letztes Jahr oft darüber geredet. „Alicia auch, genau wie du"

Eleanor nickte. Sie hatte auch schon über dieses Problem nachgedacht, es aber immer beiseitegeschoben, weil sie weder Angelina noch Alicia ihren Platz im Team wegnehmen, aber natürlich noch weniger überlassen wollte.

„Wir haben uns überlegt, dass wir ein so unverzichtbares Dreierteam werden, dass Charlie uns einfach nehmen muss" Sagte Alicia.

„Und Clarke rausschmeißt?" Fragte Eleanor.

Alicia nickte. „Tut mir zwar ein bisschen leid für ihn, aber um ehrlich zu sein, ist seine Leistung letztes Jahr nur durchwachsen gewesen. Ich meine ja, er kann Tore schießen, aber er war nicht so toll im Team. Und die Jäger sollten ein gutes Team sein"

„Stimmt" Meinte Eleanor. „Und wenn wir richtig gut harmonieren ..."

„Muss Charlie uns nehmen" Beendete Angelina ihren Satz. „Und wir sind gute Flieger, alle von uns. Gut, ein bisschen jung, aber das hat auch Vorteile"

Eleanor grinste. „Das ist ein echt cooler Plan" Sagte sie.

„Also bist du dabei?" Fragte Alicia.

„Auf jeden Fall!" Sagte Eleanor grinsend.

„Hervorragend. Dann müssen wir in den nächsten Tagen aber viel trainieren, letztes Jahr waren die Auswahlspiele schon nach einer Woche" Sagte Angelina.

Eleanor nickte. „Wie wär's mit jeden Tag eine Stunde vor dem Abendessen?"

„Klingt gut" Sagte Alicia und Angelina nickte. Eleanor kehrte zufrieden auf ihren Platz zurück. Wie cool wäre es bitte, wenn Alica, Angelina und sie alle drei Jägerinnen werden könnten?

„Wogegen habt ihr euch verschworen?" Wollte Lee wissen.

„Gegen Matthew Clarke" Sagte Eleanor. Doch bevor die anderen nachfragen konnten, erhob Dumbledore sich für seine Rede.

„Einen wundervollen Abend" Sagte er. „An unsere neuen Schüler –willkommen. An unsere alten Schüler – willkommen zurück! Ein aufregendes neues Jahr erwartet euch, ein Haufen neues Wissen und ich weiß, ihr alle könnt es kaum erwarten, gleich jetzt damit anzufangen, eure Hausaufgaben zu erledigen, doch muss ich ein paar Ankündigungen machen. Mr. Filch hat mich gebeten, euch daran zu erinnern, das das Zaubern auf den Gängen und der Aufenthalt im verbotenen Wald strengstens verboten ist und auch das Versehen von Türklinken mit Klebeflüchen nicht mehr hingenommen werden wird" Sein Blick schien sich bei diesen Worten direkt auf Eleanor, Lee, Fred und George zu richten. „Die Schüler, die für ihre Quidditchhausmannschaft spielen wollen, sollen wie üblich ihre Namen bei den Hauslehrern hinterlassen" Fuhr Dumbledore fort, während er den Blick wieder schweifen ließ „Wir suchen auch einen neuen Quidditch-Stadionsprecher, wer daran interessiert ist, soll bitte dasselbe tun. Ich freue mich, euch euren neuen Lehrer für Verteidigung Gegen Die Dunklen Künste vorstellen zu können: Professor Allen" Bei diesen Worten stand der Mann mit den Locken auf und nickte den Schülern zu, die viel lauter klatschten, als sie es im vorausgegangen Jahr für Professor Cunningham getan hatten.

Nachdem Professor Allen sich wieder gesetzt hatte, wünschte Dumbledore ihnen noch eine gute Nacht und sie verließen die Große Halle lärmend. Fred und George hatten es merkwürdig eilig.

„Habt ihr was vor?" Fragte Lee ein wenig außer Atem.

„Klar, wir müssen doch die Erstklässler willkommen heißen" Sagte George. Sie nahmen ein paar Geheimgänge, sodass sie als erste beim Gryffindor Gemeinschaftsraum ankamen.

„Fortitudo" Sagte George zu der fetten Dame, welche mit neugierigem Gesichtsaustruck zur Seite schwang.

„Woher -" Fragte Eleanor.

„Haben's aus Charlie rausbekommen" Sagte Fred grinsend. „Hat manchmal auch seine Vorteile, wenn man 'nen Vertrauensschüler kennt" Die Zwillinge warfen sich ihre Umhänge über den Kopf, sodass sie nicht mehr hinten, sondern vorne hinunterhängten und ihnen ein ziemlich lächerliches Aussehen verpassten, von dem sie allerdings behaupteten, es wäre total gruselig. Eleanor nahm sich lieber eine Decke von einem der Sofas und warf sie sich über.

„Wenn sie kommen, krächzten wir einfach gruselig und machen ein paar Lichtblitze" Sagte George. Lee positionierte sich direkt neben dem Portraitloch, George, Fred und Eleanor stellten sich in die Mitte des Raumes und dann warteten sie.

Wenig später schwang das Portrait auf, Lee verpasste Charlie, der voraus kam einen Ganzkörperklammerfluch, sodass er krachend umkippte, Eleanor und die Zwillinge jagten bunte Blitze in die Luft und streckten die Arme aus, um Zombieartig vorwärts zu gehen, während Lee sie mit ein wenig Nebel unterstützte.

Die Reaktion war noch besser, als sie es sich vorgestellt hatten, nicht nur Erstklässler, sondern auch einige ältere Schüler kreischten panisch auf.

Erst als Eleaonor, Lee, Fred und George anfingen, sich vor Lachen zu biegen, stellten sie fest, dass es nur ein Scherz gewesen war. Die Vertrauensschülerin befreite Charlie, der sehr sauer aussah.

„Findet ihr das etwa lustig?" Fragte er böse.

„Ziemlich" Sagte Fred vergnügt. Eine Erstklässlerin hatte angefangen zu weinen.

„Hey kommt schon, ihr seid Gryffindors, wir wollten euch bloß eine Chance geben, mal euren Mut zu beweisen" Verteidigte Eleanor ihre Aktion.

„Für alle, die es noch nicht wissen" Sagte Charlie und wandte sich an die Erstklässler. „Haltet euch von diesen vier lieber fern"

Fred schnaubte belustigt. „Wenn ihr es könnt, was ich bezweifle"

„In eure Schlafsäle!" Donnerte Charlie.

George verbeugte sich, die anderen taten es ihm nach und sie verschwanden unter vereinzeltem Applaus.
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