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Eleanor Wood und der Imperatus Kristall (Jahr 2)

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Fred Weasley George Weasley Lee Jordan Oliver Wood
24.04.2022
26.05.2022
8
34.736
3
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24.04.2022 3.416
 
Zu dieser Geschichte existiert bereits ein erster Teil, der sich im ersten Jahr abspielt, man kann die Geschichte aber auch verstehen, ohne ihn gelesen zu haben.

Die Sonne tauchte als orangeroter Ball am Himmel auf und tauchte alles in ein herrliches, zartes Licht. Sie erhellte grüne Hügel, gelbe Rapsfelder, dunkle Seen und auch ein kleines, mit Plakaten und Fotos vollgehängtes Zimmer, das mit einem leicht ausgefransten, blaugrauen Teppich ausgelegt war. Besonders viel von dem Teppich konnte man nicht sehen, denn er lag unter haufenweise Klamotten, Pergamentrollen, aufgeklappten und mit Eselsohren versehenen Büchern, Süßigkeitenpackungen, dreckigem Geschirr und riesigen Tintenflecken verborgen. In der Mitte des Zimmers stand ein aufgeklappter Koffer, in dem einige unordentlich zusammengefaltete Umhänge, bunte Socken und eine halbleere Packung Filibusters Feuerwerkskörper lagen. Neben diesem Koffer lag ein Mädchen in einer löchrigen Jeans und einem übergroßen T-Shirt, auf dem in dunkelgrünen Lettern die Worte "Holyhead Harpies" zu lesen und eine goldene Vogelkralle zu sehen war. Über den Hals des Mädchens zog sich ein schwarzes, schlangenartiges Muster, das teilweise von ihren schulterlangen, braunen Locken, die aussahen, als wären sie seit Tagen nicht mehr mit einem Kamm in Berührung gekommen, verdeckt wurde.

Der Name des Mädchens war Eleanor Wood. Sie war am letzten Abend beim Packen eingeschlafen, totmüde, da sie den gesamten Tag mit ihrem Bruder im nah angrenzenden Wald fliegen geübt hatte.

Der morgendliche Frieden wurde von einem quietschigen, lauten Schrei gestört.

Ein paar Sekunden später wurde die Tür zu Eleanors Zimmer, die mit einem großen Plakat der Schicksalsschwestern bedeckt war, heftig aufgerissen.

„Eleanor!" Rief eine Frau, die wie Eleanor braune Locken hatte, die jedoch um einiges länger und ordentlich frisiert waren. Sie hielt eine Zahnbürste in der Hand und sah aus, als würde sie gleich an die Decke gehen. Eleanor fuhr, durch den Schrei ihrer Mutter geweckt, hektisch vom Boden hoch.

„Wasnlos?"Fragte sie verwirrt.

„Was los ist?" Rief Eleanors Mutter aufgebracht. „Was hast du mit der Zahnpasta gemacht?"

Eleanor grinste verlegen. „Chilipulver" Sagte sie. „War eigentlich für Oliver"

„Das ist überhaupt nicht lustig, Eleanor" Entgegnete ihre Mutter erzürnt. „Du kannst später gleich neue kaufen!"

„Aber das geht doch nicht Mum" Eleanor grinste triumphierend. „Ich gehe doch heute in die Winkelgasse. Da hab ich noch nie Zahnpasta gesehen"

Ihre Mutter schüttelte fassungslos den Kopf. „Sei lieber nicht so frech, sonst überleg ich vielleicht nochmal, ob du danach wirklich weg darfst" Damit schloss sie die Tür wieder. Eleanor streckte sich genüsslich. Sie wusste, dass ihre Mutter die Drohung nicht ernst meinte. Wäre ja auch noch schöner. Eleanor freute sich seit der Rückkehr aus Italien auf den Besuch bei den Weasley Zwillingen, die nach Lee Jordan ihre beiden besten Freunde waren.

Apropros. Eleanor besah sich das Chaos in ihrem Zimmer. Sie sollte vielleicht wirklich mal anfangen, zu packen. Sie stand gähnend auf und begann alles, was sie dieses Jahr in Hogwarts brauchen würde in den Koffer zuschmeißen. Sie wünschte, sie könnte Zaubern, dann würde das sehr viel schneller gehen. Sie war gerade dabei, ihre Krawatten zu inspizieren, um zu sehen, welche die war, in die Fred letztes Jahr versehentlich ein Loch gebrannt hatte, als ihre Tür erneut aufging.

„Ich würde sagen, deine Chancen stehen bei siebzig Prozent" Sagte Eleanors Bruder Oliver und ließ sich auf Eleanors ungemachtes Bett fallen. Er trug einen roten Schlafanzug und marineblaue Socken, auf die zwei gekreuzte Ähren gestickt waren: Das Symbol der Eintracht Pfützensee, seines Lieblingsquidditchvereins.

„Siebzig Prozent?" Wiederholte Eleanor entrüstet. „Bei dir waren´s letztes Jahr 85!"

„Ja, aber ich war da auch schon Dreizehn. Und wesentlich verantwortungsbewusster als du"

Eleanor warf ihn mit der Brandlochkrawatte ab. „Ich bin auch sehr verantwortungsbewusst!" Behauptete sie. Oliver zog die Augenbrauen hoch und wies zu Eleanors Koffer, in dem ein Tintenfass zerbrochen war und einen Haufen Klamotten blau gefärbt hatte.

„Verdammt" Murrte Eleanor, während sie die Splitter aus dem Koffer fischte. Sie wollte doch so unbedingt einen Besen, damit sie bei den Quidditchauswahlspielen eine echte Chance hatte.

„Hey, du erhöhst deine Chancen bestimmt, wenn du Frühstück machst" Meinte Oliver.

„Ach, du willst doch bloß, dass Dad nicht wieder die Pfannkuchen anbrennt" Gab Eleanor zurück und quetschte ihre Winterstiefel in den Koffer. Oliver grinste und warf einen Flummi gegen Gwenog Jones´ Gesicht, fing ihn wieder und warf erneut. Er seufzte sehnsüchtig.

„Du kannst den ganzen restlichen Sommer mit Charlie verbringen" Meinte er neidisch. Oliver vergötterte den älteren Bruder der Zwillinge, Kapitän der Hausmannschaft, ungewöhnlich begabter Sucher und, wie Eleanor letztes Jahr festgestellt hatte, ein großer Drachenfan.

„Ich geh nicht zu den Weasleys, um mit Charlie abzuhängen" Gab Eleanor augenverdrehend zurück. „Aber ich kann ihm das Liebesgedicht, das du ihm geschrieben hast, gerne geben, wenn du willst"

„Halt die Klappe" Murrte Oliver und warf mit dem Flummi nach Eleanor, der sie jedoch verfehlte und stattdessen gegen das Fenster prallte.

Eleanor schüttelte den Kopf und verließ den Raum. „Hey, wohin gehst du?" Rief Oliver ihr hinterher.

„Frühstück machen!" Rief Eleanor zurück. Sie würde alles tun, um diesen Besen zu bekommen.



Drei Stunden später machten sie sich endlich auf den Weg zur Winkelgasse. Da ihre Mutter bei der Arbeit war, konnten sie auf magischem Weg dorthin gelangen.

Oliver und sie reisten per Flopulver in den tropfenden Kessel, in dem es nur so von Zauberern, Hexen und anderen halbwegs menschlich-magischen Wesen wimmelte. Eleanor war seit zwei Monaten nicht mehr unter so vielen Menschen mit magischem Blut gewesen und fühlte sich sofort wohl, obwohl sich auch einige zwielichtige Gestalten hier herumtrieben.

Um einen Tisch weiter hinten im Raum drängten sich mehrere Zauberer in dunklen Umhängen und Kapuzen, die wild diskutierten, weiter vorne saß, genau wie letztes Jahr, der riesenartige Hagrid, Wildhüter von Hogwarts. Neben ihm stand Eleanors Vater, der mit Eleanors Koffer appariert war und die beiden unterhielten sich angeregt. Oliver und Eleanor stießen hinzu.

„Ah, die Eleanor" Hagrid grinste. „Schönen Sommer gehabt, bisher?"

„Sehr" Sagte Eleanor und schüttelte Hagrids Hand, was ziemlich schmerzhaft war.

„Hab sie letztes Jahr oft aus dem verbotenen Wald getrieben, sie und-"

„Hagrid!" Zischte Eleanor erschrocken, denn ihr Vater setzte einen missbilligenden Blick auf.

„Hab ich verbotenen gesagt?" Hagrid war ein miserabler Lügner. „Ganz normaler Wald mein ich, ganz normal"

Oliver kicherte und Eleanor trat ihm gegen das Schienbein.

„Okay, wir müssen dann auch mal weiter, war gut dich zu sehen, ich komme in ein paar Tagen wahrscheinlich noch mal vorbei, vielleicht treffen wir uns dann" Verabschiedete Eleanors Vater Hagrid und sie machten sich auf den Weg in den Hinterhof, wo Eleanors Vater einen Stein in der Wand antippte, sodass sich ein Tor öffnete, durch das sie auf eine breite Einkaufsstraße kamen.

Auch hier wimmelte es nur so von Hexen und Zauberern, die geschäftig durch die Straßen zogen.

Eleanor, Oliver und ihr Vater machten sich auf den Weg zu Flourish & Blotts,  wo sie sich mit den anderen treffen wollten. Vor dem vollgestopften Buchladen warteten schon Lee Jordan und sein Vater.

„Lee!" Rief Eleanor und rannte die letzten paar Meter.

„Lenny!" Auch Lee rannte, sie trafen sich in der Mitte und fielen sich um den Hals. Lee war mindestens fünf Zentimeter gewachsen und trotzdem war Eleanor noch größer als er.

Strahlend lösten sie sich voneinander. Abgesehen vom Größenunterschied sah Lee noch genau so aus, wie Eleanor ihn in Erinnerung gehabt hatte: Dunkle Haut und dunkle Haare, die zu kleinen Zöpfen geflochten waren, ein Grübchen in der rechten Wange und ein strahlendes Lächeln im Gesicht.

„Mann ich hab dich vermisst!" Sagte Lee und flüstere dann, damit sein Vater ihn nicht hören konnte: „Frankreich war totlangweilig"

„Du hättest mir ja mal schreiben können" Meinte Eleanor beleidigt. „Ich habe dir zwei Briefe geschickt!"

Lee grinste verlegen. „Ich konnte die überhaupt nicht entziffern!" Verteidigte er sich. „Und ich habe dir geschrieben ... ich habe nur vergessen, die Briefe abzuschicken"

Eleanor schüttelte den Kopf.

„Also, wie war's in Italien?" Fragte Lee hastig, um vom Thema abzulenken.

„Oh, es war schön" Sagte Eleanor vergnügt. „Wir waren jeden Tag am Strand und haben massenweise Eis gegessen. Oliver hat seinen Besen mitgenommen und wäre um ein Haar von ein paar Muggeln entdeckt worden, Dad war stinksauer" Sie kicherte, während ihr Bruder ihr einen wütenden Blick zuwarf.

„Hey, ich glaube da vorne sind die anderen!" Sagte Lee und tatsächlich, da kamen Fred und George Weasley. Zwillinge, die sich bis aufs Haar glichen, außer man sah sehr genau hin. Eleanor hatte letztes Jahr gelernt, die zwei sicher voneinander entscheiden zu können, aber dafür hatte sie erst mal eine Menge Zeit mit ihnen verbringen müssen. Die beiden hatten feuerrote Haare, die ihre Mutter mal wieder geschnitten zu haben schien, Sommersprossen im ganzen Gesicht und waren von breiterer Statur. Obwohl sie im Gegensatz zu ihrem Bruder Percy eher klein waren, überragten die Zwillinge Lee und Eleanor doch um einige Zentimeter, die über den Sommer noch mehr geworden zu sein schienen.

Eleanor und Lee fielen den beiden um den Hals, sodass sie ein großes Knäuel bildeten, das den gesamten Verkehr in der Winkelgasse aufhielt. George machte sich einen Spaß daraus, Lee hochzuheben und im Kreis herumzuwirbeln.

„George!" Zischte da eine kleine, rundliche Frau mit ebenso roten Haaren wie all ihre Kinder, deren magisch verstärkte Stimme Eleanor schon zwei Mal durch die gesamte Große Halle schallen gehört hatte, als sie ihren Söhnen Heuler geschickt hatte.

George ließ Lee grinsend wieder runter.

„Mum, das ist Lee" Stellte George Lee vor, der Mrs. Weasley eine Hand hinstreckte. Mrs. Weasley schüttelte sie herzlich lächeln.

„Und das ist Lenny" Fred schob Eleanor zu seiner Mutter.

„Eigentlich Eleanor" Meinte Eleanor und schüttelte Mrs. Weasley ebenfalls die Hand. „Ich freue mich sehr, dass ich zu Ihnen kommen darf"

„Ach" Mrs. Weasley winkte ab. „Ist doch selbstverständlich. Sind das eure Eltern?"

Während die Erwachsenen sich vorstellten, zogen die Zwillinge Eleanor und Lee ein wenig von ihnen weg.

„Mum will uns ernsthaft verbieten, zu Freud und Leid zu gehen" Erzählte George leise und aufgebracht flüsternd. „Sie meinte, wir werden sowieso nur Unfug damit anstellen"

„Ich meine, natürlich werden wir das" Zischte Fred. „Aber sie kann uns das doch nicht verbieten"

Eleanor kicherte. „Keine Sorge, gebt uns die Liste und wir besorgen das Zeug für euch" Sagte sie und streckte die Hand aus.

„Woher wusstest du-" Setzte Fred an, doch Eleanor grinste nur. „Ich kenne euch doch" Diese Scherzartikel waren der wichtigste Bestandteil im Leben der Zwillinge, Eleanor wusste, dass sie schon genauestens geplant hatten, was sie brauchten, um so viel Unruhe wie möglich zu stiften.

Fred grinste und gab Eleanor ein Stück Pergament, das eng beschriftet war und einen Beutel voller klimpernder Münzen. Eleanor hatte gerade beides eingesteckt, als Mrs. Weasley Fred bei der Schulter packte und herumriss.

„Was macht ihr da?" Fragte sie streng.

„Bei Merlins Unterhose Mum!" Fuhr Fred erschrocken auf. „Ich habe ihr bloß unser Geburtstagsgeschenk gegeben!"

„Aha, und was wäre das?" Wollte Mrs. Weasley wissen. Eleanor zog ein rotes Jojo aus ihrer Tasche. Die Zwillinge hatten es ihr tatsächlich zu ihrem Geburtstag am zwölften Mai geschickt. Man konnte die Schnur in der Hand halten und das Jojo würde an der nächsten Wand kleben bleiben und so eine einmalige Stolperfalle bilden. Mrs Weasley beäugte das Jojo kurz, dann nickte sie. „Okay, lasst uns reingehen" Sagte sie und ging voraus in den Buchladen.

„Sie vertraut euch nicht besonders, oder?" Fragte Lee mitleidig.

„Sie traut uns immer das Schlimmste zu" Meinte Fred. „Zurecht, aber trotzdem sehr verletzend"

„Und nervig. Letztes Jahr mussten wir unsere Stinkbomben in einem ausgehöhlten Buch nach Hogwarts schmuggeln" Meinte George. Damit betraten auch sie den vollgestopften Buchladen.

„Wo sind eigentlich eure ganzen Geschwister?" Wollte Eleanor wissen, während sie sich vier Zauberkunstbücher aus den Regalen nahmen.

„Ginny und Ron sind mit Dad zu Hause geblieben, Charlie hat seine Freunde schon bei Gringotts getroffen und Percy versucht wahrscheinlich jemanden zu finden, der in seinen Langweiler Club einsteigen will"

Sie nahmen sich die Bücher, die sie für Verteidigung gegen die dunklen Künste kaufen sollten.

„Sieht aus als hätte Dumbledore einen Ersatz für Professor Cunningham gefunden" Meinte Lee. Professor Cunningham hatte sie im letzten Jahr unterrichtet, hatte dann jedoch aufhören müssen, da sie für ihre Machenschaften in einer Sekte namens „Die Retter Des Dunklen Lords" nach Askaban gekommen war.

„Schlimmer als die kann er oder sie wohl nicht sein, was?" Meinte Fred.

Eleanor nickte düster. „Hey, hier gibt's Bücher über die hundert besten Scherzzaubersprü-" George wurde unterbrochen, als Mrs. Weasley ihm das Buch aus der Hand riss.

„Das lässt du schön bleiben. Habt ihr alle Bücher? Gut, dann zur Kasse"

Sie klapperten unter Mrs Weasleys strengen Blicken alle Läden ab, in denen sie finden konnten, was auf ihren Listen stand. In der Apotheke, wo sie Zaubertrankzutaten kauften, bezahlten Fred und George heimlich für eine riesige Packung Haarfärbemittel. „Wofür wollt ihr das denn?" Flüsterte Eleanor.

„Oh, wir haben da so was geplant" Meinte Fred geheimnistuerisch. „Ich sage nur, Shampoo der Vertrauensschüler"

Als sie wieder herauskamen, erwischte Mrs. Weasley Charlie, der mit seinen Freunden eine Flasche Feuerwhiskey trank. Eleanor und Lee nutzten die Chance, um sich zu „Freud und Leid" zu stehlen.

Eleanor hätte ewig in dem Scherzartikelladen bleiben können, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis Mrs. Weasley darauf kommen würde, womit die beiden ihre Söhne versorgen würden, also beeilten sie sich so gut es ging, auch wenn sie ziemlich lange stehen blieben, um ein paar Tintenfässer zu begutachten, die jede Feder zerhäckselten, die man hineinsteckte.

Als sie wieder zu den anderen stießen, waren diese im Besenkaufhaus. Oliver redete begeistert auf Charlie ein, der wiederum ziemlich bedröppelt aussah. Eleanors Vater stand vor den neuesten Sauberwischmodellen und sie ergriff die Chance.

„Sind echt cool oder?" Fragte sie ihren Vater.

Er fuhr erschrocken auf. „Da bist du ja. Wo wart ihr?"

„Oh wir haben nur neue Drachenlederhandschuhe für Lee gekauft. Die sind ihm letztes Jahr kaputt gegangen" Log Eleanor. „Also, coole Besen oder?"

„Ich weiß nicht Eleanor. Ich habe erst letztes Jahr einen neuen Besen für Oliver gekauft"

„Ja, aber ich brauche ihn doch so unbedingt!" Bettelte Eleanor. „Ein Jäger ist letztes Jahr von Hogwarts gegangen und ich habe so gute Chancen, bitte bitte bittte!"

„Genau Mr. Wood. Selbst unsere Mum kauft uns welche" Mischte Fred sich ein.

„Tut Sie?" Fragte Eleanor überrascht.

„Oh ja, weil Dumbledore ihr doch letztes Jahr diesen Brief geschrieben hat, um unseren tollen Einsatz für Dency zu loben"

„Oh ja Dad, wir waren doch so mutig und mussten so viel aufopfern! Weißt du, wie schwer es ist, jemanden wochenlang versteckt zu halten? Und wie eklig Riesenspinnen sind? Wir haben gegen die gekämpft, aus reinster Herzensgüte!" Sagte Eleanor eifrig.

„Genau, was wir ohne Besen auch gar nicht geschafft hatte. In Zukunft wollen wir natürlich keine mehr klauen, aber wenn Eleanor jetzt keinen kriegt, müssen wir vielleicht wieder zu diesen extremen Maßnahmen greifen..." Fred hob bedauernd die Schultern.

„Und ich wäre doch fast gestorben, Dad, ich bin immer noch traumatisiert! Nur wenn ich fliege, kann ich dieses furchtbare Gefühl, als würde ich erwürgt werden, endlich hinter mir lassen"

Eleanor legte sich die Hände um den Hals und tat, als würde sie erstickend zu Boden sinken. Fred stupste sie mit dem Fuß an. „Mausetot" Sagte er. „Wäre sie fast gewesen"

Ihr Vater schüttelte lachend den Kopf. „Na gut, na gut" Gab er dann nach. Eleanor sprang vor Freude kreischend auf und fiel ihm um den Hals. „Danke danke danke" Sagte sie glücklich.

Oliver grinste ihr von der anderen Seite des Raumes aus zu und reckte einen Daumen in die Höhe.

Einige Minuten später verließen sie den Laden wieder, Eleanor, Fred und George mit ihren brandneuen Besen in den Armen. Eleanor hätte am liebsten sofort die Verpackung abgerissen und sich vom Boden abgestoßen, doch sie riss sich zusammen. Da sie jetzt alle ihre Sachen beisammen hatten, gingen sie noch zu Florean Fortescues Eissalon. Eleanor, Lee, George und Fred hatten einen der runden Tische für sich allein.

„Okay, können wir bitte mal über Dency reden" Meinte George. „Wieso klingt sie in ihren Briefen ernsthaft so, als hätte sie Spaß?" Eleanor lachte.

„Sie hat euch Briefe geschrieben?" Fragte Lee überrascht.

„Zwei Stück, nachdem wir sie mit fünf genervt haben. Wir wollten, dass sie uns einen Grundriss von Snapes Haus schickt"

Eleanor lachte. „Mir hat sie auch viel geschrieben. Das passiert, wenn man sich die Mühe macht und überhaupt mal fragt, wie es anderen geht, Lee"

„Du hast mir auch so geschrieben" Entgegnete Lee.

Eleanor verdrehte die Augen. „Ja und dafür solltest du mir sehr dankbar sein"

„Okay, okay, jetzt erzählt doch, wie geht es ihr?"

Prudence Shipley war eine Slytherin aus ihrem Jahrgang. Sie hatten sie letztes Jahr vor einem Haufen Riesenspinnen und der selben Sekte, in der auch ihre Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrerin gewesen war, gerettet. Da fast alle aus Prudences Familie in Askaban gelandet waren, hatte Professor Snape, der Zaubertränkelehrer aus Hogwarts Prudence und ihre kleine Schwester Scarlett adoptiert.

„Gut" Meinte Eleanor. „Anscheinend wohnt Snape zwar in 'ner ziemlich abgewrackten Gegend und das Haus sieht auch nicht gerade schön aus, aber im Bücherregal ist so eine geheime Tür eingebaut, durch die man in einen und ich zitiere „ziemlich kuscheligen" Bereich kommt"

„Kuschelig?" Wiederholte Lee und brach in lautes Gelächter aus. „Snape hat eine kuschelige Wohnung?"

„Anscheinend" Sagte George. „Und er kann angeblich kochen"

„Angeblich spielt er auch Brettspiele mit ihnen" Fügte Fred hinzu.

„Und Prudence meinte, sie hätten viele aufmunternde Gespräche geführt" Erzählte Eleanor.

„Es ist unglaublich" Meinte Lee und steckte sich kopfschüttelnd einen großen Löffel voller Eis in den Mund.

„Ziemlich" Stimmte Eleanor hinzu. „Wer hätte gedacht, dass Snape ein guter Vater sein würde"

„Nun ja" Meinte Fred. „Es kann immer noch sein, dass er Dency zwingt, all diese Dinge zu schreiben"

„Als würde Snape jemals auf die Idee kommen, etwas in Bezug auf sich selbst kuschelig zu nennen" Gab Lee zu bedenken.

Fred grinste. „Stimmt auch wieder"

„Robin besucht sie nächste Woche" Erzählte Eleanor. Robin war eine Ravenclaw, die sich letztes Jahr mit Prudence angefreundet hatte.

„Was?" Fragte Fred entrüstet. „Wir wollen sie auch besuchen!"

„Genau, voll unfair, wir haben sie drei Mal gefragt, ob wir kommen können" Meinte George.

„Wahrscheinlich hat Snape keinen Bock auf uns" Vermutete Eleanor.

Lee schnaubte. „Immerhin haben wir ihr das Leben gerettet"

Eleanor zuckte mit den Schultern. „Irgendwann können wir bestimmt auch mal kommen"

George brummte unwirsch.

„Na gut, Themawechsel" Sagte Fred. „Wir haben so viele Ideen für neue Streiche!"

„Ich auch!" Sagten Lee und Eleanor wie aus einem Mund. Sie verbrachten den Rest des Essens damit, ihre nächsten Späße zu planen, wobei klar wurde, dass sie sich dieses Jahr selbst übertreffen würden.

Doch dann wurde es Zeit zu gehen. Sie gingen gemeinsam zum Tropfenden Kessel, wo sie sich von Lee verabschiedeten. Er würde Übermorgen nach Irland fahren, um die Familie seiner Mutter zu besuchen. Eleanor zwang ihn, zu versprechen, diesmal auf ihre Briefe zu antworten.

Lee ließ sie im Gegenzug schwören, dass sie sich in Zukunft mehr um eine ordentliche Schrift bemühen würde, danach stieg er in die grün aufleuchtenden Flammen und verschwand.

„Gut" Sagte Mrs. Weasley. „Charlie und ich werden mit dem Zeug apparieren, ihr kriegt das alleine hin, ja?" Sie nickten.

„Charlie darf schon apparieren?" Fragte Eleanor interessiert, während Percy sich vordrängelte, um als erster verschwinden zu können.

„Oh ja. Und er nutzt es voll aus, ich sag's dir. Er ist letzte Nacht heimlich wegappariert und ich schwöre, er hat diese Rachel besucht" Erzählte George.

„Würde ich auch machen" Meinte Eleanor. „Und ich würde jeden Tag direkt nach Freud und Leid apparieren"

„Oh ja!" Sagte Fred, warf einen Knut in eine Kasse und nahm sich eine Priese Flopulver vom Kaminsimms. „Okay, also wir wohnen im „Fuchsbau", kriegst du das hin?"

„Klar" Meinte Eleanor. Sie beobachtete, wie Fred im Feuer verschwand, bezahlte einen Knut, warf Flopulver ins Feuer und sagte laut und deutlich: „Zum Fuchsbau", sodass die smaragdgrünen Flammen sie mit sich rissen.
 
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