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Ungewöhnliche Fälle der Winchesters

von Laila
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Charlie Bradbury Dean Winchester Jo Harvelle Sam Winchester
24.04.2022
22.01.2023
40
56.252
6
Alle Kapitel
42 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.09.2022 1.438
 
Hallo zusammen,

weiter geht es mit einer neuen Geschichte für die Wochen-Challenge.
Inspiriert wurde das ganze von der Folge 11.05.
Viel Spaß beim Lesen.

Sam und Dean - Der Borden Fall

Er hätte es sich denken können. Dieser Fall war eindeutig etwas für Sam. Sie waren in Fall River im Lizzie Borden House um genau zu sein. Das Haus, in dem Lizzie Borden gelebt hatte, war nun ein Bed and Breakfast und auch ein Museum.
Der Fall an sich war recht simpel. Ein Pärchen wurde von einem Geist angegriffen, so wie es schien. Zumindest deutete alles darauf hin.
Sam bekam große Augen und hatte schon sein Notizbuch in der Hand, als sie das B&B betraten. Neugierig sah er sich um und staunte nicht schlecht. Es gab so viel zu sehen. Bilder und Zeichnungen von Lizzie, wie das Haus früher ausgesehen hatte und man konnte auch eine kleine Führung buchen.
Dean stöhnte innerlich, sagte aber nichts weiter.
Er buchte ihnen ein Zimmer und ließ sich die Geschehnisse des Angriffs erklären. Der Mann hinter dem Tresen war auch sehr gesprächig und Dean nickte immer wieder bei passender Gelegenheit.
Viel Interessantes war jedoch nicht dabei. Aber angeblich sollte es hier spuken. Dean war sich nicht sicher und wäre gerne wieder gefahren, wenn da nicht Sam wäre.
Sein Liebster erfreute sich an der Tatsache, dass sie in Fall River in einem Mörderhaus waren. Er kannte die Legende von Lizzie Borden viel zu gut.

In ihrem Zimmer ließ Dean seine Tasche fallen und sah sich um. Das Bett sah mehr als nur ungemütlich aus. Da wäre ihm ja fast der Boden lieber.
Sam trat zu ihm und legte eine Hand auf die Tapete.
„Das hier soll Lizzies Zimmer gewesen sein. Ob es hier wirklich Geister gibt? Und wenn, warum tauchen sie erst jetzt auf?“
Gerade als Dean antworten wollte, spürte er plötzlich eine Art Sog. Er wurde nach vorn gezogen und stürzte auf das Bett. Er hörte Sam schreien und dann nichts mehr. Als er die Augen öffnete, sah er zuerst nichts, dann spürte er eine Hand auf seinem Rücken.
„Dean? Schatz, geht’s dir gut? Bitte, wach auf“, bat Sam und klang dabei recht ängstlich.
Nur langsam hob Dean den Kopf. Schwindel erfasste ihn und er begann zu würgen. Sofort war Sam bei ihm und sah ihn an, strich sanft mit den Fingern über dessen Rücken.
„Mir geht’s gut, Sammy. Alles ok. Was ist denn passiert?“
Träge sah er sich um und war verwundert, dass Sonnenlicht durch das Fenster fiel. Das Zimmer sah auch anders aus.
„Keine Ahnung. Wieso ist plötzlich Tag? Das Handy hat keinen Empfang. Hier stimmt etwas nicht. Ich dachte schon, du wachst gar nicht mehr auf. Ich habe mir Sorgen gemacht.“
Dean setzte sich auf und hielt sich den Kopf.
„Warst du schon draußen?“
Sam schüttelte den Kopf. „Ich wollte dich nicht alleine lassen.“
Sie sahen sich an und Dean strich ihm sanft über die Wange. Dann beugte er sich nach vorn und stibitzte sich einen Kuss. Seine Finger fuhren dabei über Sams Körper. Das harte Fleisch unter seinen Fingern fühlte sich echt und lebendig an und Dean war dankbar dafür.
Nur ungern löste er sich von den sinnlichen Lippen.
„Komm, wir schauen uns um. Ich kenne ja deine Vorliebe für Massenmörder, aber hier gefällt es mir nicht.“
Dem hatte Sam nichts entgegenzusetzen.

Ihre Taschen waren verschwunden und Dean fluchte, da er nur noch eine Pistole und das Dämonenmesser hatte. Sam hatte eine Klinge, aber das war es dann auch an Waffen.
Er würde denjenigen, der seine Sachen geklaut hatte, ganz langsam töten.
Als sie den Flur betraten, stockten beide. Was war hier los? Der Teppich sah anders aus, genau wie die Beleuchtung. Es war alles rustikaler und primitiver eingerichtet als vorher.
Unten waren Stimmen zu hören. Eine Frau sagte etwas, während eine andere lachte. Dann hörte man Geschirr klirren.
Dean deutete Sam ihm zu folgen und sie schlichen die Treppe hinab.
Das Haus sah komplett anders aus und Dean hatte ein ungutes Gefühl.
Waren sie in der Vergangenheit?
Eine Frau ging an ihren vorbei. Sie trug ein Kleid aus dem 19. Jahrhundert, welches auf dem Boden schleifte. Gut gelaunt ging sie an ihrem Versteck vorbei.
Sprachlos standen beide Männer da und wussten nicht so recht, wie sie reagieren sollten.
War das ein Kostüm? Was war hier nur passiert?

„Lizzie, kommst du bitte zu mir? Ich bin im Wohnzimmer und habe dir schon Tee eingeschenkt.“
Sam sah seinen Liebsten an und bekam große Augen. Sollte das wahr sein?
Lizzie Borden ging an ihnen vorbei. Sie trug ebenfalls ein langes dunkles Kleid und hatte die Haare hochgesteckt.
Sie sah so völlig anders aus wie auf den Bildern, die Sam schon von ihr gesehen hatte. Dieser griff nach Deans Hand und drückte sie. Vielleicht um sich zu vergewissern, ob dies hier kein Traum war.
Nun, es war sicherlich nicht normal, dass man Serien- und Massenmörder kannte, aber Sam hatte diese Taten immer verfolgt. Wohl auch, um herauszufinden, ob es der Mensch oder ein Dämon war, der diese Gräuel anrichtete.
Heimlich schlichen die Winchesters weiter und fanden ein Versteck, von wo aus sie das Wohnzimmer überblicken konnten. Dort saßen Lizzie und ihre Schwester Emma an einem kleinen Tisch. Auf diesen standen Tassen und Gebäck.
Beide Schwestern plauderten und lachten.
„Dann ziehen wir also nach The Hill? Das Haus ist groß und wunderschön“, sagte Emma.
Lizzie nickte. „Ja, ich werde es Maplecroft nennen, wenn dir das recht ist.“
Emma nahm einen Schluck Tee und lehnte sich zurück.
„Gut. Der Name gefällt mir. Ich möchte gerne aus diesem Haus raus. Hier gibt es zu viele schlechte Erinnerungen“, erklärte sie.
Beide Frauen sahen sich an und Lizzie legte ihr die Hand auf den Arm.
„Das Monster ist tot. Du hast ihn getötet. Es ist vorbei Emma. Er wird mich nie wieder anfassen. Wir ziehen nach Maplecroft und beginnen dort ein neues Leben, weit weg von den schlechten Erinnerungen. Du hast mich gerettet.“
Ihre Schwester lächelte dünn. Die Erinnerung saß noch tief.
Andrew und Abby Borden waren nicht die netten Menschen gewesen, die sie nach außen hin gespielt hatten. Ihr Vater war ein jähzorniger Mensch gewesen und hatte Lizzie geschlagen und im Keller eingesperrt.
Als er sie vergewaltigt hatte, fasste Emma den Entschluss, es zu beenden.
Nun waren Andrew und Abby Borden tot. Beide Schwestern waren nun frei und besaßen ein ansehnliches Vermögen.
Lizzie wirkte wie ein kleines verstörtes Mädchen und Emma wie die Beschützerin.
Sam und Dean lauschten den Worten und Sam war sichtlich verwirrt.
Er drängte Dean nach hinten und sie gingen nach oben. Hier konnten sie nicht bleiben. Allerdings blieb die Frage, wie sie wieder nach Hause kommen sollten.
„Dann war Emma die Mörderin und nicht Lizzie? Sie ist auch so völlig anders wie in den Berichten, die ich gelesen habe.“
Dean war das egal. Er wollte zurück. Zurück nach Hause und in ihre Zeit. Sam schien aber völlig abwesend und verblüff von den Offenbarungen.
Im Schlafzimmer angekommen, rief er nach Castiel, aber nichts geschah.
„Verdammt“, brummte der ältere Winchester.
Sam sah ihn an und setzte sich dann auf das Bett. So recht war er nicht bei der Sache und mit den Gedanken bei den Borden Schwestern.
Dean kniete sich vor ihm nieder und nahm seine Hände.
„Dann kennst du nun die Wahrheit. Ist das so schlimm? Sam, Schatz, wir müssen wieder nach Hause.“
Der Jüngere nickte und wollte gerade etwas erwidern, als sie wieder diesen Sog spürten. Er zerrte an ihnen und nur Sekunden später standen sie wieder in dem Zimmer ihrer Zeit.
Schwankend kam Dean wieder auf die Beine und suchte nach Sam. Dieser lehnte an der Wand und sah blass aus.
„Geht’s dir gut, mein Süßer? Komm, setz dich und ich hole dir etwas zu trinken“, sagte Dean.
Dankbar folgte Sam, ließ sich nieder und nahm das Glas an sich. Der Alkohol brannte auf seiner Zunge, aber er tat gut.
„Waren wir wirklich in der Vergangenheit? Waren das die Borden Schwestern? Dann stimmen die Geschichten über sie gar nicht. Emma hat die Eltern getötet.“
Nachdenklich sah Sam auf und Dean zuckte die Schultern. Was immer es gewesen war, er froh wieder im Hier und Jetzt zu sein.
Sie würden die Nacht hier schlafen und dann zurückfahren.
Vielleicht wollte der Geist von Lizzie ihnen nur die Wahrheit zeigen?

ENDE


Kalenderwoche 35: von Caralia
Durch einen blöden Zufall landet dein Charakter an einem Zeitpunkt deiner Wahl in der Vergangenheit. Schlimm genug, dass er nun irgendwie wieder zurück in seine Zeit kommen muss – aber dein Charakter stellt auch fest, dass die ganzen Geschichtsbücher vollkommenen Stuss erzählt haben.
[inspiriert vom Kinofilm „Die Geschichte der Menschheit – leicht gekürzt“]
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