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Ungewöhnliche Fälle der Winchesters

von Laila
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Charlie Bradbury Dean Winchester Jo Harvelle Sam Winchester
24.04.2022
20.11.2022
31
45.261
6
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Dieses Kapitel
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07.08.2022 1.781
 
Hallo zusammen,

und weiter geht es mit einem Teil für die Wochen-Challenge.
Mein Dank geht wieder an Dokati fürs Betalesen.
Ich musst Sam und Dean einfach zum Murder House schicken.


Nächtlicher Anruf

Blind tastete Dean nach dem Handy und fluchte leise, als es immer wieder klingelte.
Es war mitten in der Nacht und er wollte schlafen. Neben ihm murrte Sam und schmiegte sich näher an ihn heran. Sie waren doch erst vor ein paar Minuten ins Bett gegangen. Zumindest fühlte es sich so an.
Mit einem Gähnen ertastet er das Handy und nahm ab.
„Wer ist da?“, brummte er und drehte sich ein bisschen.
Am anderen Ende hörte er ein Lachen und das Klappern von Flaschen.
„Wer ist da? Meldet dich gefälligst.“ So langsam wurde er wütend. Sam hob neben ihm den Kopf und sah ihn fragend an.
„Sind sie der Mann der Geister jagt?“
Die Stimme gehörter einer Frau.
„Geister? Woher haben Sie meine Nummer?“
Stille und Dean konnte fast den Widerwillen der Frau spüren. „In meinem Haus spuckt es. Dort leben zu viele Geister. Die Nummer habe ich von einer Toilettentür.“
Fragend runzelte Dean die Stirn. Nach Spaß klang es nicht. Die Frau hört sich verstört an.
„Ok. Wo sind sie? Wir kommen zu Ihnen und dann können wir das klären.“
Er hört die Frau erleichtert aufatmen, bevor sie ihm die Adresse nannte.

Sam brummte, als er aufstehen musste. Er gähnte herzhaft und sah Dean fragend an. „Warum glaubst du ihr? Wir haben keinen Namen, nichts. Bis Los Angeles sind wir lange unterwegs.“
Dean zuckte die Schultern.
„Sonst bist du der Einfühlsame. Ich denke, es ist wegen der Angst in ihrer Stimme. Ich habe ihre Panik gehört. Das kann man nicht spielen. Und wenn es doch ein Fake ist, dann wischen wir meine Nummer von der Tür.“
Damit war es beschlossen.
Sie packten ihren Sachen zusammen. Kleidung und Waffen, samt Lebensmitteln landeten im Kofferraum des Impalas. Dean legte noch zwei Packungen Salz dazu. Man konnte nie wissen.
Mit einer Kanne Kaffee machten sie sich schließlich auf den Weg zu der mysteriösen Frau. Sam checkte unterwegs den Anrufer und konnte einen Namen samt Standort ermitteln.
„Wow, Dean ich habe sie gefunden. Ihr Name ist Vivien Harmon und sie lebt mit ihrer Familie im berühmten Murder House in LA. Ich wusste gar nicht, dass dort wieder jemand wohnt. Das sollte man verbieten.“
Seine Augen glühten im Dunkeln des Wagen als er Dean ansah. Über dieses Haus hatte er schon so viel gehört und gelesen. Bis jetzt waren sie aber nie dort gewesen.
Sein Bruder runzelte die Stirn. „Du und deine Liebe zu Mördern. Dann schauen wir uns das an. Zuerst treffen wir sie an dem Diner. Gibt es dort wirklich Geister? Warum wohnt man denn dort?“
Er legte eine Hand auf Sams Bein, der den Laptop etwas zu Seite schob.
„Ach Dean. Das Haus wurde in den 1920er Jahren von dem Arzt der Stars für seine Frau erbaut. Er war drogensüchtig. Aus Angst vor dem finanziellen Ruin zwang die Frau ihren Mann im Keller illegale Abtreibungen vorzunehmen. Dann muss aber etwas passiert sein. Angeblich wurde das Kind des Paares entführt und getötet. Der gute Doctor wollte es zum Leben erwecken, à la Frankenstein. Das muss wohl auch geklappt haben. Die Frau hat sich und ihren Mann erschossen. Dies war der Beginn einer langen Reihe von Todesfällen, die sich in dem Haus seitdem ereignet haben sollen. Wer auf dem Grundstück stirbt, wird zum Geist und ist ewig – außer am Tag von Halloween – an das Gebäude gebunden. So lautet zumindest die Legende.“
Dean schüttelte den Kopf. Das konnte auch nur in Los Angeles passieren.

Als sie auf den Parkplatz fuhren, ging gerade die Sonne auf. Nur wenige Autos standen auf dem Parkplatz und Dean sah sich suchend um.
Zwei Frauen saßen auf einer Holzbank. Die Jüngere der beiden hielt einen Kaffeebecher in der Hand. Gegen die Kälte hatte sie eine Decke um sich geschlungen. Die Ältere knetete nervös ihre Finger und sah auf, als Dean ausstieg. Zaghaft griff sie nach dem Handy.
Sam hielt Dean am Ärmel fest und sah ihm in die Augen. Der Ältere nickte langsam und ließ Sam den Vortritt.
„Hallo, haben sie uns angerufen wegen des Hauses?“ Seine Stimme klang ruhig und neutral.
Die Frau riss die Augen auf und starrte die beiden Männer an.
„Sie sind wirklich hier hergekommen? Ich, ich weiß nicht weiter. Wir haben solche Angst“, sagte sie.
Dabei nahm sie die Hand der Jüngeren und Sam vermutete, dass beide Mutter und Tochter waren.
„Was ist denn passiert? Wir können auch drinnen einen Kaffee trinken, wenn sie mögen.“
„Ich bin Vivien Harmon und das ist meine Tochter Violet. Sie müssen denken, ich bin verrückt. Ich rufe sie nachts an. An der Toilettentür stand ihre Nummer und die Information: bei Geistern bitte anrufen. Das ist albern, aber ich weiß nicht weiter“, schluchzte sie.
Die Tochter kam näher und legte ihr eine Hand auf den Arm. Dabei wurde ihr Arm sichtbar und Dean erkannte die Narben vom Ritzen. Ohne sie aus den Augen zu lassen, setzte er sich neben sie.
„Das ist nicht albern. Wir versuchen ihnen zu helfen. Erzählen sie uns einfach, was passiert ist“, bat nun auch Dean.
Es wurmte ihm, dass seine Handynummer an einer Tür stand, aber möglich war alles. Sie hatten schon so vielen Leuten geholfen, da konnte dies gut möglich sein, dass jemand eine Information hinterlassen hatte.
Vivien putzte sich die Nase und begann von den Geistern in ihrem Haus zu erzählen. Von Tate, der in diesem Haus gestorben war und sich nicht an seinen Tod erinnern konnte. Aber auch von den Zwillingen im Keller sowie von Moira und Hayden.
Die Haushälterin, die als junge Frau starb und die sich an Ben, Viviens Mann, heranmachte. Für Vivien war sah sie aus wie eine alte Frau.
Und dann natürlich Hayden, Bens Geliebte aus Boston. Sie starb auf dem Grundstück und kam wieder zurück.
Dean sah seinen Bruder an und dieser war ein wenig blass um die Nase. Aber seine Augen glühten vor Vorfreude. Dann war an der Legende doch etwas Wahres dran.

Sie holten sich zusammen einen Kaffee und fuhren dann zum so genannten Murder House.
Als Dean den Impala parkte, spürte er schon die böse Macht, welche von dem Haus ausging. Sein Blick wanderte zu Sam und dieser sah genauso verwundert aus. Eine Gänsehaut bildete sich auf seinen Armen und diese hatte nichts mit Dean zu tun.
„Wie sollen wir den beiden nur helfen? Wir können doch nicht alles abfackeln.“ Wobei die Idee gar nicht so schlecht war.
Kaum hatten sie das Haus betreten, spürte Sam auch schon die Kälte. Vivien bat sie in die Küche und erzählte noch ein paar Sachen über das Haus. Zumindest das, was sie auch wusste. Leider war es nicht viel. Im Grunde die Geschichten, die sie auch kannten.
„Können sie das Haus nicht verkaufen? Am besten sollte hier niemand wohnen. Ich kann das Böse spüren und es will uns nicht hier haben“, meinte Dean.
Vivien sah ihn fragend an und schüttelte dann den Kopf.
„Unser ganzes Geld steckt in dem Haus. Jetzt ist aber auch verständlich, warum das Haus so lange leer stand. Hier sind schon viele andere gestorben. Angeblich war es immer Selbstmord. Wie machen sie es denn sonst, dass die Geister verschwinden?“
Sam warf Dean einen Blick zu und dieser nahm dankend das Wasser entgegen.
„Wir verbrennen die Leichen oder alles, an was der Geist gebunden ist. Dann sind die Geister weg. Aber was wir hier machen sollen, kann ich nicht sagen. Ich rate ihnen zu gehen. Wenn wir das Haus abbrennen, könnte es helfen. Aber ich denke…“
Weiter kam er nicht, als der Geist eines Jungen in der Küche auftauchte und auf die beiden Brüder zuschoss. Reflexartig wehrte Sam den Angriff ab und griff nach der Tasche. Sie hatten in weiser Voraussicht ihre Waffen mitgenommen.
Als er aufsah, standen in der Tür zwei rothaarige Jungen und eine Krankenschwester.
Sam reichte Dean eine Waffe, die mit Steinsalz geladen war und zielte. Aber die Geister waren schon weg. Beide sahen sich an und Dean fluchte leise.
„Das solltet ihr nicht tun. Wir mögen keine Jäger. Verschwindet!“ Nora Montgomery stand mit verschränkten Armen in der Küche und funkelte die Jäger hasserfüllt an.
„Verdammt“, brummte Sam.
Nora stürmte auf ihn zu und warf Sam zur Seite. Dean schoss, traf sie aber nicht. Holz splitterte und Nora lachte dunkel. Hinter ihr drängten sich noch mehr Geister. Sie hielten sich an den Händen und erzeugten eine Art weißes Licht, welches Sam und Dean erfasste.
Sie hörten Vivien schreien, konnten sich aber nicht bewegen.
„Sam!“, rief Dean und versuchte die Hand nach ihm auszustrecken, aber es gelang ihm nicht.
Das Licht trieb sie nach hinten, aus dem Haus und dann weiter auf die Straße.
Die Geister standen in einer Linie und Nora trat neben ihren Mann und Tate.
„Verschwindet, ihr werdet das Haus nie wieder betreten. Wenn ihr wieder hier erscheint, werden wir dafür sorgen, dass ihr nicht auf dem Grundstück sterbt.“
Damit wandte sie sich ab und die anderen folgten ihr.
Verdattert starrte Dean ihr nach und sprang auf die Füße. Er wollte hinter ihr her, prallte aber gegen eine Art unsichtbare Barriere. Mit den Fäusten trommelte er dagegen und schrie nach Vivien, aber nichts geschah.
Zusammen mit Sam lief er das Grundstück ab, es gab jedoch keinen Weg hinein. Die Geister hatten eine Barriere erschaffen, die sie nicht überwinden konnten.
„Was ist das? Was sollen wir jetzt machen? Sowas habe ich noch nie gesehen“, meinte Dean.
Besorgt sah er sich um und holte sein Handy aus der Tasche um Vivien anzurufen. Aber niemand nahm ab. Kein Lebenszeichen war in dem Haus zu sehen oder zu hören.
Frustriert suchten sie sich ein Hotel und begaben sich auf die Suche nach einem Weg, um in das Haus zu gelangen.

Am nächsten Tag erfuhren sie, dass die komplette Familie verstorben war. Angeblich hätte Ben, der Vater und Ehemann, seine Familie ermordet. Aber daran glaubten die Winchesters nicht.
Bevor sie LA verließen, fuhren sie noch einmal zu dem Diner, um nach Deans Handynummer zu schauen.
Beiden ging der Fall an die Nieren und Sam war mehr als geknickt. Es war nicht das erste Mal, dass sie Menschen nicht retten konnten, aber sie nahmen es persönlich.
Sam legte Dean eine Hand auf den Oberschenkel und lehnte sich zu ihm. Sie waren auf dem Weg nach Hause zum Bunker.
„Jagen wir den nächsten Geist und töten ihn“, sagte er leise.
Der Ältere schnaubte, nickte aber. Er würde seinen Frust an einem anderen Geist auslassen und irgendwann zurückkommen, um die Familie Harmon zu rächen.

ENDE

 
Kalenderwoche 31: von - Leela -
An der Wand einer Toilettenzelle entdeckst du deine eigene Telefonnummer gekritzelt…
Viel Spaß :D
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