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50 Neppdeppen und ein Mädchen - Gefangen im Labyrinth

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Chuck Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
23.04.2022
30.06.2022
19
27.705
2
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 1.480
 
Der Geruch von Rauch steigt mir in die Nase und weckt mich. Ich liege im Bett in meiner Hütte. Fragend suche ich die Ursache für den rauchigen Geruch, dann erkenne ich sie: Die halbe Hütte brennt! Genau die Seite mit der Tür! Dann muss ich wohl durch die Fenster. Dieser Plan wird jedoch zu Nichte gemacht, als ich die zugenagelten Fenster erkenne. Verzweifelt schreie ich und versuche, irgendwie die Fenster freizubekommen, was mir aber nicht gelingt. Dann wird mir noch heißer, als mir eh schon ist und ich merke, wie die Flammen immer näher kommen. Wird das mein Ende sein? Voller Panik presse ich mich an die Wand, als mich die Flammen dann erreichen.
~
<EMILY! MACH DIE TÜR AUF!> brüllt jemand von draußen und hämmert gegen die Tür. Alles war nur ein Traum! Gott sei Dank! Ich schlurfe zur Tür und öffne sie, als mir keine Sekunde später ein panischer Gally entgegen stürmt.
<Was ist passiert?> fragt er mich.
<Was? Wieso fragst du?> frage ich und habe den Traum schon fast vergessen.
<Du hast geschrien, als würde dich jemand umbringen!> erklärt er.
<Achso.> nuschle ich und der Traum kommt wieder hoch.
<Hattest du wieder einen Traum?> fragt er und ich nicke. Dann nimmt er mich in den Arm.
<Kannst du mir sagen, worum es ging?> fragt Gally vorsichtig. Also erzähle ich ihm alles.
<Glaubst du, das war wieder so ein Zukunfts-Traum-Ding?> frage ich.
<Nein. Ich werde niemals zulassen, dass dir sowas schreckliches passiert. Ich verspreche es.> meint Gally.
<Danke.> sage ich leise. <Was hast du hier eifentlich zu suchen?> frage ich ihn.
<Ich wollte dich wecken, damit wir zusammen frühstücken gehen können.> erklärt er.
<Dann machen wir das jetzt.> bestimme ich und ziehe Gally hinter mir her, Richtung Kochhütte. Am Tisch sitzen bereits Newt und Minho. Mir fällt auf, dass ich mit Minho schon lange nicht mehr geredet habe.
<Hey Newt. Hey Minho.> begrüße ich die Beiden. Beide grüßen zurück und wir essen erst mal.Gally und Newt unterhalten sich gespannt über meinen Traum von eben, während ich mich mit Minho über die letzten Tage unterhalte. Ich lade ihn auch zu mir ein, in meine Hütte. Heute Abend nach dem Essen kommt er mal vorbei, meint er. Ich freu' mich schon drauf. Mit Gally repariere ich den restlichen Morgen und Vormittag ein paar Hütten. Nach dem Mittagessen schleppen wir Holz, welches wir anschließend sägen. Dann gibt es auch schon Abendessen. Minho habe ich noch nicht gesehen, wie sehen uns aber später ja noch. Ich verabschiede mich von den Anderen und laufe zu meiner Hütte. Dort mache ich noch das Bett, auf dem die Decke zusammengeknüllt liegt. Die Unterwäsche hebe ich vom Boden auf und schmeiße sie in die Truhe. Wie konnte ich denn in so kurzer Zeit ein so großes Durcheinander machen?​​​​​​​​
Nach ungefähr einer halben Stunde ist er immer noch nicht da, weshalb ich beschließe, draußen zu warten. Deben meiner Hütte habe ich mir eine Zielscheibe aus Holz gebaut, an der ich etwas mit meinem Pfeil und Bogen übe. Nach jedem Treffer gehe ich einen Schritt zurück. Irgendwann bin ich so weit weg, dass mein Ziel nur noch sehr klein erscheint. Doch ich treffe trotzdem. Es klatscht hinter mir und ich drehe mich schnell um. Dort steht Minho.
<Das ist ja mal be Leistung! Und von der Entfernung erst!> meint er.
<Hi Minho. Wo warst du denn so lange?> frage ich ihn.
<Tut mir leid, ich hab' noch kurz geduscht und dann irgendwie die Zeit vergessen.> entschuldigt er sich.
<Ach was, alles gut. Du bist ja jetzt da.> meine ich. <Komm.> füge ich hinzu, nehme sein Handgelenk und ziehe ihn Richting Hütte. Dort schnappe ich mir erstmal alle Pfeile, stecke sie in den Köcher und hänge Pfeil und Bogen wieder über mein Bett. Anschließend laufe ich auf Minho zu und grinse ihn an.
<Wilkommen in meinem Reich!> sage ich stolz und breite die Arme aus.
<Ist ganz gemütlich hier.> meint er. <Und was machen wir jetzt?>
<Hm, daran habe ich noch gar nicht gedacht...> sage ich nachdenklich. <Gehen wir spazieren?>
<Eine sehr gute Idee.> grinst Minho. Wir laufen also ein bisschen durch den Wald, bis wir zufällig am See ankommen. Zusammen setzen wir uns auf den Steg und reden etwas über die letzten Tage.
Als wir beide sichtlich müde sind, laufen wir zurück zu meiner Hütte, die wir gerade noch so finden können.
<Dann, gute Nacht.> will er sich verabschieden.
<Minho, ich lass dich dich jetzt nicht gehen. Es ist stockdunkel. Du findest den Weg nie zurück.>
<Ach nein? Ich hab ein Läufergedächtnis, kleine. Ich werd mir ja wohl nen kurzen Weg merken können.> gibt er an.
<Ach ja? Warum haben wir meine Hütte dann erst nach ungefähr einer Stunde wieder gefunden, Herr Läufergedächtnis?> meine ich.
<Und dir macht das sicher nichts aus?> fragt er.
<Nein, Minho. Ganz sicher.> bestätige ich und ziehe ihn durch die Tür, welche ich anschließend abschließe. Den Schlüssel lasse ich stecken, falls Minho raus will.
<Okay, du kriegst das Bett, ich den Boden. Das Bett ist zu klein für zwei Leute.> meine ich.
<Auf gar keinen Fall! Ich bin in deiner Hütte, also bekommst du auch das Bett!> wiederspricht er.
<Genau, du bist in meiner Hütte. Du bist also mein Gast. Was wäre ich für eine Gastgeberin, wenn ich dir nicht das Bett überlasse?> frage ich.
<Nein.> sagt er stur. Nach hetzigen Diskussionen, wieso der jeweils andere im Bett schlafen soll, gewinnt Minho schließlich die Nacht auf dem Boden. Er hat einfach zu viele Argumente!

<Okay, umdrehen. Ich muss mich umziehen.> sage ich dann. Er dreht sich um und ich ziehe mir schnell die kurze Schlafhose und das Shirt an, die ich aus meiner Truhe gezogen habe. Es ist mir damit zwar kalt, so kann ich jedoch am besten schlafen. Minho steht mit dem Rücken zu mir und bewegt sich keinen Millimeter.
<Minho, bis du eingefroren?> frage ich.
<Hm? Achso, nein. Bist du fertig?> fragt er.
<Jap.> bestätige ich und setze mich im Schneidersitz aufs Bett. Minho zieht sich sein T-Shirt aus und setzt sich auf den Boden. Er hat sein T-Shirt aus!?
<Gute Nacht, Ems.> meint er und legt sich hin. Nach einer weiteren Diskussion, er solle doch bitte meine Decke nehmen, da er schon auf dem Boden liegt, er jedoch immer wieder verneint, schlafen wir endlich. Zumindest Minho schläft. Ich kann nicht schlafen, wenn mein Gast auf dem kalten Fußboden liegt, während ich es mir in meinem Bett gemütlich mache. Kurzerhand stehe ich auf und lege mich leise neben den schlafenden Minho. Die Decke ziehe ich über uns beide und ich lege meinen Kopf auf seinen Arm, da ich sonst Nackenschmerzen als Geschenk morgen früh bekommen würde, würde mein Kopf auf dem Boden liegen. Zumindest das Kissen hat er angenommen. Nach wenigen Minuten schlafe ich auch schon ein.


Ich renne mit Tränen in den Augen in meine Hütte und knalle die Tür zu. Diese verbarrikadiere ich mit meiner Truhe. Anschließend setze ich mich gegenüber der Tür hin und halte eine Packung mit irgendwelchen Medikamenten in der Hand.
~
<Klonk! Ich muss arbeiten!> sagt Minho und weckt mich somit.
<Guten Morgen, Minmin.> begrüße ich ihn verschlafen.
<Guten Morgen, Prinzessin. Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe, aber die Tore öffnen sich gleich und ich muss los.> meint er.
<Na dann, bis heute Abend.> rufe ich ihm noch hinterher, als er auch schon zur Tür raus stürmt. Jetzt fühl' ich mich irgendwie komisch. Ist ja auch egal, dann geh' ich eben meditieren. Als ich mich fertig gemacht habe, laufe ich zum See und meditiere wieder auf dem Steg. Nach einer Weile beschließe ich, mit meinem Pfeil und Bogen zu üben. Als mein Magen knurrt, beende ich die Übungen und laufe zur Küche. Alle Tische sind schon besetzt, weshalb ich an einem Baum am Waldrand angelehnt frühstücke. Nach dem Frühstück treffe ich auf Gally und wir gehen gemeinsam arbeiten. Das Mittagessen verbringen wir wie immer bei Fynn, Chuck und Newt. Der restliche Tag verläuft wie gestern auch. Beim Abendessen kann ich Minho nirgends entdecken. Bevor es dunkel wird verabschiede ich mich von allen und gehe in meine Hütte. Schlafen werde ich jedoch nicht. Ich habe keine Lust, dass ich wieder einen dieser komischen Zukunfts-Vergangenheits-was-auch-immer-Träume bekomme. Die ganze Nacht über starre ich die Decke an oder spiele mit meinen Fingern herum.
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