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Dämmerung

von KirjaKei
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
22.04.2022
23.09.2022
25
75.240
22
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Dieses Kapitel
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23.09.2022 3.016
 
Kapitel 25: Wanken (Gegenwart)

Adrian und ich hatten es wieder alles hinbekommen!

Eigentlich durfte es mich gar nicht so sehr überraschen, wir hatten zuvor ja auch immer alles hinbekommen! Es waren zwar nie so große Probleme gewesen, das musste ich auch zugeben, aber gleichzeitig war ich so unglaublich glücklich mit diesem Wissen! Und ich hätte niemals an uns zweifeln dürfen. Wir waren doch ein Team und ein paar und wir waren perfekt füreinander!

Dennoch fiel mir ein Stein vom Herzen. Es war nicht wirklich nötig gewesen, das alles durch eine so große Geste wieder zu reparieren, wir waren ja nicht wirklich kaputt gewesen, aber wenn man so einen Streit hatte, dann musste man doch irgendwas machen. Für mich hatte es sich immerhin richtig angefühlt und ich hatte einfach so ein unglaubliches Glück mit diesem Mann, das konnte man sagen! Adrian hatte einfach gemerkt, dass es mir wichtig war, dass ich das gebraucht hatte, also hatte er das alles mitgemacht und es hatte uns geholfen! Es hatte uns wieder zu eng zusammengebracht, wie wir einfach zusammengehörten!

Ich war so froh! Und ich war so unglaublich glücklich, wie ich es ja eigentlich jeden Tag mit Adrian gewesen war!

Bevor dieser Freddy hier aufgetaucht war, war einfach jeder Tag wundervoll gewesen, selbst wenn gar nichts angestanden hatte, war ich einfach nur glücklich gewesen durch das Wissen, dass ich Adrian an meiner Seite hatte.

Und dann hatte der Ex aus der Hölle das alles ins Wanken gebracht!

Aber so leicht konnte man uns nicht besiegen!

Wir konnten am Ende alles schaffen. Da war ich mir ganz sicher. Ich konnte mir selbst zwar noch nicht ganz glaubhaft versichern, dass ich mich auch wirklich nicht mehr so von Freddy verunsichern lassen würde… aber ich würde daran arbeiten! Und wie ich das tun würde! Immerhin wusste ich, dass Adrian und ich füreinander bestimmt waren, ich wusste, wie glücklich wir waren und was für eine großartige Zukunft wir geplant hatten. Dann konnte mir alles andere auch egal sein.

Wir würden das schon schaffen. Dieser Abend auf jeden Fall hatte mir neuen Mut gegeben, wir verstanden uns wirklich blind. Adrian liebte mich und achtete auf mich. Natürlich vertraute ich ihm da und das war nur richtig so, so gehörte sich das. Und ich liebte ihn so sehr! Da könnte Freddy nichts tun. Niemals könnte er das!

Und ich würde mich ab jetzt auch ganz einfach mehr auf mein Leben konzentrieren!

Ja! Kein weiteres Ausspionieren auf den sozialen Medien mehr, kein Überlegen nach seinen Plänen, keine Eifersuchtsgeschichten mehr! Ich hatte selbst in meinem Leben mit Adrian noch so viel zu tun und so viel zu erledigen und jemand wie Freddy raubte einem da einfach die Kraft, wenn man nicht vorsichtig war. Aber jetzt wollte ich vorsichtig sein! Ich würde ihn das nicht mit mir machen lassen, ganz sicher nicht. Ich hatte mir einen Plan zurechtgelegt. Alles war durchdacht und geplant und so würde es auch funktionieren! Da war ich mir sicher!


Erster Teil meines Planes war es, jetzt zügig meine Abschlussarbeit abzuschließen. So viel Zeit hatte ich ja auch gar nicht mehr. Dafür war ich mir schon sehr sicher, dass ich nicht durchfallen könnte, so gründlich wie ich all das machte. Aber ich hatte mir zwar Zeit als Puffer eingeplant, aber auch das war schon jetzt gar nicht mehr so richtig leicht einzuhalten. Freddy hatte mich in allen Lebenslagen abgelenkt und verunsichert, das gab ich ungern zu, aber wenn es mir half, das zu überwinden, dann gab ich es zu und dann konnte damit jetzt Schluss sein! Ich würde das nicht mehr mit mir machen lassen!

Also arbeitete ich angestrengt in jeder freien Minute daran, dass ich zügig fertig wurde und abgeben konnte.

Ich hatte die Worte von meinem Professor ja auch noch im Kopf. Aber ich wollte ganz sicher keine Hilfe von Freddy! Ich würde das auch ohne ihn schaffen! Ich würde das ganz ohne Hilfe schaffen und ich würde es ihnen allen schon zeigen! Ja, so funktionierte das!

Noch nie hatte ich Probleme damit gehabt, mich in der Schule anzustrengen. Ich lernte gerne und ich arbeitete auch gerne, wenn ich ein Ziel vor Augen hatte! Und dieses Ziel bedeutete schließlich meine Zukunft! Also gab es keine zwei Meinungen! Ich müsste das schaffen! Ich würde das schaffen! All das!

Die Arbeit machte sich bezahlt.

Und dann war ich endlich fertig! Nachdem ich Tage beinahe durchgearbeitet hatte und mich von allem anderen zurückgenommen hatte, hatte ich es geschafft! Ich hatte alles fertig! Ich hatte alles überarbeitet und dann noch dreimal übergelesen und ich konnte das abgeben! Ich konnte es selbst gar nicht so richtig glauben, aber ich war mehr als stolz auf das alles!

Und Adrian war genauso stolz!

Es war ja schon irgendwie auch ein komisches und einfach sehr besonderes Gefühl. Aber ich freute mich einfach so sehr, dass ich froh war und dass Adrian auch froh war. Das war ein wichtiger Schritt, den wir für unsere gemeinsame Zukunft brauchten. Das war alles, was auf uns wartete und noch so viel mehr!

Nachdem ich die Arbeit abgegeben hatte, feierten wir. Wir beide gingen essen, dann gingen wir nach Hause und feierten erneut auf unsere ganz eigene Art und alles war so unglaublich schön. Ich war so glücklich. Ich erzählte allen davon, dass ich endlich fertig war. Meine Familie freute sich, Reuben gratulierte mir und einfach alles passte zusammen!

Dazu hatte sich Freddy nun auch schon eine verdammt lange Zeit nicht mehr gemeldet. Es kam mir beinahe etwas merkwürdig vor, dass wir so lange gar nichts von ihm gehört hatten, aber zu meinem Plan gehörte es auch, sich davon nicht aus der Ruhe zu bringen. Ich wollte es mit Adrians Strategie versuchen: Wenn etwas auf uns zukam, dann würden wir uns gemeinsam darum kümmern und jedes Hindernis aus dem Weg räumen und solange da nichts war, würde ich mich auf mein Leben konzentrieren. Das hatte geholfen, damit ich meine Arbeit fertigbekam und ich war mir nun auch sicher, dass es bei allem anderen helfen würde!

Also atmete ich durch und konzentrierte mich auf die weiteren Schritte:

Jetzt musste ich auf mein endgültiges und offizielles Abschlusszeugnis warten, Geld verdienen und nebenbei den Bau des Restaurants beginnen! Das war ja auch noch eine ganze Menge, aber das würde schon gehen.

Ganz langsam, ein Ziel nach dem anderen. Die Abschlussarbeit hatte ich immerhin auch schon abgehakt.

In meiner jetzt neugewonnen Zeit ging ich zu meinem Vater in die Bank. Er führte mich die ersten Tage rum, ich besuchte Henry und dann zeigten mir die beiden aber auch schon meinen Arbeitsplatz. Es hatte seine Vorteile, wenn der Vater der Chef war, er hatte mir den Job auch schon vor der Abschlussfeier geben können. Dann wiederum konnte ich aber auch behaupten, dass er meine Arbeit ja selbst gelesen hatte und dass er wusste, was ich konnte! Und ich bekam ja auch keine große Position, ich bekam einen normalen Job am Schreibtisch, um damit Geld zu verdienen. Mit dem Geld, das ich verdiente, und das, welches Adrian bekam, konnten wir gut ein kleines Fundament aufbauen, aber das meiste für das Restaurant müssten wir eh mit einem Kredit bezahlen.

Das war alles kein Problem. Dafür arbeitete man ja auch bei einer Bank! Und ich hatte all das schon mehrfach berechnet. Das war unproblematisch, die Pläne standen und ich glaubte an uns. Praktischerweise glaubte mein Vater auch daran, damit er war es gleich noch ein kleineres Problem!

So arbeitete ich mich ein. Inzwischen hatte ich auch erfahren, dass ich bestanden hatte. Ein paar Wochen wären es noch bis zur Abschlussfeier… aber nicht mehr lange! Dann wäre auch das geschafft!

Bis dahin hatte ich ja auch noch genug Arbeit jetzt zu tun. Nun, da ich eingearbeitet war, stand auch immer etwas an. Aber es war ein gutes Gefühl, sich nützlich zu machen. Und diese Abschlussfeier war mir eigentlich gar nicht so richtig wichtig, wenn ich an all das dachte. Das waren die ganzen Ehrungen in der Schule auch nie gewesen. Klar fühlte es sich gut an, Preise zu bekommen und wenn all die Leute klatschten und so etwas… aber mich hatte es immer mehr gefreut, zu sehen, wie stolz meine Eltern waren. Und das war ja vorher schon passiert. Der Rest war nur noch Form.

So war es bei dem Abschluss an der Uni nun auch gewesen. Ich hatte ja schon bestanden. Ich wartete jetzt nur noch, dass jemand mir die Hand dafür schüttelte. Aber alle Leute, die mir wichtig waren, hatten sich bereits mit mir gefreut und gefeiert und all das. Das reichte doch schon längst.

Viel lieber konzentrierte ich mich auf die Bank. Ich würde hier nicht ewig arbeiten, eigentlich nicht einmal lange, aber es war mir dennoch wichtig, dass ich das alles gut machte, dass ich nützlich war und dass die Leute mich mochten! Ich lernte in kurzer Zeit viele Leute kennen und alle waren sie nett. Vielleicht lag es auch daran, dass ich der Sohn des Bosses war und Henry mein großer Bruder, dennoch war es gut, dort zu arbeiten. Und ich sah Henry gleich noch einmal öfter!
Es war ehrlich gesagt ganz schön. Es lief ganz gut. Die Abschlussfeier rutschte in weitere Nähe, die Planung lief auch gut, Adrian kam mit seinem Nachfolger wohl auch langsam besser klar und von Freddy schon seit Wochen keine Spur!

Zumindest bis zu dem Punkt, an dem ich lernen sollte, wie sehr ich mich eigentlich zu früh gefreut hatte…

In der untersten Etage der Bank war ein Café eingerichtet. Die meisten Leute, die in der Bank arbeiteten, gingen dorthin, um zu frühstücken oder Kaffee in der Pause zu trinken. Das war ja auch schon netter, als in den kleinen Teeküchen, die es auf allen Etagen gab. Zumindest war das hin und wieder der Fall. Außerdem gab es hier die viel bessere Auswahl.

Ich war relativ oft dort. Es war aber auch unglaublich, was es dort alles gab und es war so gemütlich! Eigentlich sollte ich für so etwas nicht so viel Geld ausgeben, aber man konnte ja nicht auf alles verzichten! Und ich brauchte schließlich Motivation zum Arbeiten.

Natürlich war es keine große Motivation, als ich ihn dort sitzen sah. Nein, das war das Gegenteil von Motivation!

Ich trat gerade ein und dann fiel mein Blick schon darauf, wie er dort an einem Tisch mit seinem Tablet vor sich saß und… mir zuwinkte, als er mich auch erblickte.

Mir blieb das Herz stehen.

„Oh, Christian! Hallo!“

Ich starrte ihn eine ganze Zeit lang nur an. Das durfte doch nicht wahr sein. Schaute ich richtig? Was machte der auf einmal da?

Ich schluckte. Ja, es wäre wirklich dumm gewesen zu glauben, dass Freddy uns einfach so in Ruhe lassen würde, auch wenn er sich lange nicht gezeigt hatte. Niemals hätte ich wirklich gedacht, dass er sich so einfach zurückziehen würde, und man hätte sich schon denken können, dass er mit einem schrecklichen nächsten Plan zurückkommen würde. Aber dass er da nun einfach so saß, das irritierte mich dann doch!

Und dann winkte er auch noch mit so einem fröhlichen und leicht aufgesetzten Lächeln. Was war hier los? „Oh Chrissy, komm doch her! Lass uns ein wenig plaudern, ich habe dich ja schon ewig nicht gesehen!“

Ich blinzelte. Das hatten sicherlich genug Leute um uns herum gehört, da konnte ich ja nun auch nicht wirklich gehen! Aber was wollte er? Hatte ich seine Pläne durchkreuzt, indem ich ihn wirklich vorher nicht mehr beachtet hatte? War er deshalb hier? Was konnte er nur wollen?

Langsam ging ich zu ihm rüber und schluckte dabei leicht. Mit einem Mal fühlte sich mein Hals trocken an. Das war alles so absurd! All das! Was hatte er die letzten Wochen gemacht, in denen ich mein Leben wieder ganz auf die Reihe bekommen hatte und glücklich gewesen war. Gab es da noch einen versteckten Plan?

An dem Tisch angekommen setzte ich mich auch gleich und blickte ihn an. Irgendwo war ich ja auch neugierig, aber meine Skepsis überwog. Das konnte nichts Gutes bedeuten!

„Oh wie schön! Es ist so lange her. Hast du mich genauso vermisst, wie ich dich?“

Im ersten Moment fragte ich mich ja schon, ob der Typ jetzt einfach komplett durchgedreht war. Vielleicht war das auch echt und Freddy waren in der Zwischenzeit auch noch die letzten Sicherungen durchgebrannt, wenn man das so sagen konnte. Es tat mir ja leid, aber das hier wirkte nicht echt.

Ich schüttelte den Kopf. „Ehrlich gesagt nicht“, meinte ich leicht maulend. „Ich dachte, du hättest jetzt einfach aufgegeben und würdest uns in Ruhe lassen.“ Ich war dann aber auch einfach ehrlich. Adrian hatte schon recht, ich durfte mich nicht von ihm verrückt machen lassen. Ich musste mich dem einfach nur stellen.

Freddy lachte kurz auf, da war zumindest genau der Ton wieder, den ich eben doch kannte. Er war also doch noch der Alte! Ich durfte nicht unvorsichtig werden. „Aufgeben? Aber warum sollte ich denn aufgeben? Wir haben doch gerade erst angefangen. Und du hast immer noch etwas, das mir gehört. Solange kann ich doch nicht aufgeben, ich bitte dich.“ Er sah so amüsiert aus! Hatte er nicht mitbekommen, dass alle seine anderen Versuche schon gescheitert waren? So funktionierte das nicht!

Und dann merkte ich eben doch, wie ich etwas aufgebrachter wurde. Aber wie konnte sich dieser Typ das auch alles einfach so rausnehmen! Das ging doch nicht! „Adrian gehört dir nicht! Lass uns einfach in Ruhe! Du hast das nicht hinbekommen! Ich vertraue Adrian und wir sind glücklich! Und meinen Abschluss hast du auch nicht sabotieren können, also verzieh dich einfach?“

Freddy zog die Augenbrauen hoch. „Deinen… Abschluss?“ Dann lachte er. „Oh, du hast gedacht, ich würde damit etwas anstellen wollen. Wie süß!“

Ich blinzelte ein paar Mal. Also… nachdem ich ihn mit meinem Professor gesehen hatte, hatte ich es auf jeden Fall in Betracht gezogen. Dem war alles zuzutrauen. Ich schob die Unterlippe ein wenig vor. Wie konnte er sich nur so die ganze Zeit über mich lustig machen!

„Oh bitte, ich habe es nicht nötig, deine persönlichen Errungenschaften klein zu machen, das schaffst du schon alleine, da bin ich mir sicher.“ Freddy lehnte sich etwas zurück. „Glückwunsch übrigens. Aber da hätte ich mich nicht eingemischt. Was auch immer du meinen möchtest, ich will nicht dein Leben zerstören. Ich will nur Adrian.“ Er lächelte, als hätte er gerade irgendwas Nettes gesagt! Was war denn los mit dem? „Und den werde ich auch bekommen. Weil Adrian und ich zusammengehören. Daran kannst du gar nichts tun. Nie und nimmer wirst du da etwas tun können.“

„Du hast doch keine Ahnung!“, fauchte ich zurück. „Du redest über Adrian, als wäre er ein Gegenstand! Kannst du das nicht begreifen, er will dich gar nicht mehr! Er ist mit mir zusammen und wir sind glücklich, also verzieh dich!“

Er schüttelte den Kopf. „Du wiederholst dich. Das ist ja so albern. Genauso wie dein Versuch, dir einzureden, dass das, was Adrian und du da haben irgendwas an Bedeutung hat. Das hat es nicht. Wann willst du das endlich einsehen? Ich bitte dich, ich versuche ja nur, dir zu helfen, je früher du das einsiehst, desto früher kannst du dich auf die Suche nach einem richtigen Freund für dich machen. Und dann könnten wir am Ende vielleicht alle glücklich sein. Eins ist eben nur klar, Adrian gehört zu mir.“

„Das tut er nicht!“ Ich verdrehte die Augen. „Und der Einzige, der hier albern ist, das bist du!“ Ich schnaubte. „Sieh du das doch endlich ein und such dir einen Freund! Offenbar hast du ja genug Männer, die du ständig abschleppst, nicht wahr?“

„Du Mistgör!“ Er schnaubte. „Und das tut er sehr wohl. Und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er das auch endlich merken wird.“ Er stürzte die Arme auf dem Tisch ab und verschränkte die Finger ineinander. „Oder warum glaubst du, seid ihr nach all den Jahren immer noch bloß ein niedliches Pärchen und nicht mehr?“

Auf diese Frage hatte ich keine Erwiderung. Ich sah ihn an und begann zu zittern. Das war nicht fair! Wie hatte er das gemacht? Konnte er jetzt auch noch in meinen Kopf schauen? Woher wusste er das? Dass Adrian und ich nicht verlobt oder sonst was waren, war ja sicherlich offensichtlich, aber… war das einfach nur Menschenkenntnis oder ein Bluff, dass er versuchte, mich damit aus der Ruhe zu bringen, oder wusste er von irgendwem, wie sehnsüchtig ich mir das wünschte, dass Adrian mich endlich fragen würde! Immerhin waren wir lange genug zusammen!

Freddy presste kurz die Lippen aufeinander. „Da habe ich einen wunden Punkt getroffen, nicht wahr? Oh du Armer…“

Ich wollte irgendwas sagen! Ich wollte ihm zeigen, dass er keine Macht über mich hatte, dass ich das alles einfach so wegsteckte… aber ich konnte nicht. Weil ich es nicht tat. Ich konnte das nicht so einfach wegstecken. Das hier tat weh!

„Tja… Wie ich sagte, je schneller du die Wahrheit akzeptierst, desto schneller kannst du dich anderen zuwenden. Da bin ich mir sicher. Sieh es einfach so, du bist ja noch jung. Und du hast das nicht wissen können, also mach dir keine Vorwürfe.“ Freddy seufzte leicht und legte den Kopf schief. „Du hast ja nicht gewusst, dass Adrian in Wahrheit nur nach einem Ersatz für mich gesucht hat. Das war sicherlich nett, aber es ist eben nicht das, was er sich von seinem Leben wünscht. Er wehrt sich dagegen, so wie du das auch tust, aber tief in seinem Inneren weiß er, dass er immer nach mir gesucht hat und deshalb nie richtig mit dir zusammen sein konnte. Sobald er sich das eingesteht, kommt er zu mir und es ist vorbei. Ich will uns allen doch nur etwas Leid ersparen. Wir können das schneller haben und du kannst schneller darüber hinwegkommen. Denn eins ist klar, früher oder später wird er eben zu mir kommen. So wie es sich gehört.“

Ich hatte keine Ahnung, was ich aus all dem machen sollte, aber eins war mir jetzt gerade klar: Ich wollte nicht mehr davon hören! Also stand ich auf und rannte einfach so aus dem Café hinaus… Mit tränen Augen lief ich einfach immer weiter und es war mir ganz egal, wer das jetzt gesehen hatte!
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