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Sugar Coated || min yoongi

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Het
OC (Own Character) Suga
21.04.2022
23.06.2022
11
16.021
5
Alle Kapitel
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23.06.2022 1.730
 
Ich seufzte und raffte meine Reisetasche über meine Schulter und sah mich um, als wüsste ich, wo ich jetzt hin sollte. Es war vorbei. Es war verflucht nochmal vorbei. Ich hatte meine Wohnung verloren, ich hatte meinen neuen Job in der Bäckerei verloren, weil ich müde vor mich hingeträumt hatte und dadurch alle Brötchen verbrannt waren, ich wusste nicht wohin mit mir und ich wusste nicht, was ich als nächstes tun sollte. Scheinbar hatte ich nichts mehr und das hatte ich noch gar nicht so richtig verdaut, als ich zur Bushaltestelle lief und versuchte Miyoung zu erreichen, in der Hoffnung, ich könnte für eine Weile bei ihr und Jisung unterkommen. Natürlich nur so lange, bis ich einen neuen Job und eine neue Wohnung gefunden hatte. Sie ging nicht ran, also schrieb ich ihr eine Nachricht und wartete auf den Bus, der mich in die Nähe ihrer Wohngegend bringen würde.
Frustriert raufte ich mir das Haar, was die Frau neben mir langsam zurückweichen ließ, während sie mich mit einem irritierten Seitenblick musterte. Sie sah sofort weg, als ich in ihre Richtung sah, um auf die Anzeigetafel zu schauen. Der Bus den ich nehmen wollte fiel aus. Mein Leben schien mir einen riesigen Streich zu spielen.
Während ich wartete, holte ich die Visitenkarte heraus, die mir Min Yoongi gegeben hatte. Seine Telefonnummer leuchtete verführerisch in weißen Ziffern auf dem schwarzen Hintergrund. Ich presste die Lippen zusammen und tippte die Nummer schließlich in mein Handy ein.

Sekunden verstrichen, in denen ich nervös mit den Beinen auf und ab wippte und dann ging er endlich ran und ich hörte seine gelassene Stimme, die durch den Telefonhörer noch tiefer klang, als in Face-To-Face-Konversationen.
"Hallo?"
"Hey, ich bin's, Lim Kiran. Ich rufe an wegen dem Hundesitter-Job", sagte ich leise und seufzte erneut. Ich wollte nicht die Hundesitterin spielen, auch wenn Holly scheinbar doch nicht so ein Albtraum war, wie ich erst dachte. Dennoch musste ich ziemlich über meinen Schatten springen, um dieses Jobangebot anzunehmen. Vielleicht hätte er mich doch lieber fragen sollen, ob ich nicht sein Sugar Babe sein wollte.
"Sie finden Hunde also doch nicht so schlimm, huh?"
"Ich wünschte, es wäre so einfach", antwortete ich kraftlos. Min Yoongi schien es nicht wahrzunehmen.
"Okay, wie wäre es, wenn wir erstmal austesten wie es überhaupt läuft? Haben Sie Samstag Zeit?"
"Ich habe Zeit, wann Sie wollen. Geben Sie mir einfach eine Uhrzeit und eine Adresse und ich bin da." Es war mir egal, ob ich mich verzweifelt anhörte, dieser Job war vermutlich meine letzte Rettung, wenn ich so schnell wie möglich meine Wohnung wieder haben wollte. Ich hoffte, mein Vermieter gab mir noch eine Chance, wenn ich ihm sagte, dass ich einen neuen Job gefunden hatte und die Miete nachzahlen würde. Was ich übrigens dennoch noch tun musste, auch wenn ich rausgeflogen war.
"Ich sende Ihnen Uhrzeit und Adresse per Textnachricht, wenn das für Sie okay ist."
"Klar."
"Okay, dann bis Samstag."
"Bis Samstag."

Ich blies die Wangen auf und atmete laut aus. Das war ja gar nicht mal so schwer gewesen. Dennoch hatte ich ein gemischtes Gefühl, was diese ganze Hundesittersache anging und hoffte, dass nicht wieder mein Hosenbein dran glauben musste und dieses Mal wirklich zerfetzt wurde. Ich würde jedenfalls nicht meine Hose mit den lockeren Hosenbeinen anziehen.
Irgendwann kam dann auch mein Bus und auf der Fahrt zu Miyoung antwortete mir meine Freundin und sagte, dass sie eines der Gästezimmer schon für mich bereit machte. Ich atmete aus vor Erleichterung, auch wenn ich auch hier gemischte Gefühle hatte. Ich freute mich, dass ich bei Miyoung und Jisung unterkommen konnte, aber ich wollte die beiden auch nicht nerven und Jisung vor allen Dingen nicht auf der Tasche liegen. Sowas vermied ich schon seit Jahren, obwohl Miyoung dieser Lebensstil wirklich gut gefiel und ihn mir sehr ans Herz legte.
Mit meiner läppischen Reisetasche, meinem Laptop und sämtlichem Zeichenequipment kam ich bei den beiden an und betrat das helle, eckige, glatte und vor allem große Haus in dem vermutlich zwei ganze Fußballmannschaften hätten Hausen können.
Miyoung überfiel mich sofort mit Dingen, die wir zusammen machen konnten, während ich hier wohnte und zog mich ins Gästezimmer, das fast größer war, als meine gesamte Einzimmerwohnung - einschließlich dem engen Bad und der Küche in die gerade einmal ein Single-Herd und ein Kühlschrank gepasst hatte.
Jisung schien nicht da zu sein.
"Hast du schon mit deinem Freund darüber geredet? Dass ich hier für eine Weile wohne? Ist er überhaupt damit einverstanden?"

Miyoung drehte sich in einem Schwung zu mir um und grinste. Ich wusste genau, was dieses Grinsen zu bedeuten hatte: Sie hatte ihn noch nicht gefragt.
"Er wird schon nichts dagegen haben. Er kennt dich und er hat nichts gegen dich."
"Das heißt nicht, dass er mich hier wohnen haben will."
"Ich kläre das. Es ist ja nur für ein paar Tage."
Ich verzog das Gesicht und linste auf meine Reisetasche und meine Zeichenutensilien auf dem Bett.
"Vermutlich ein paar viele Tage. Ich weiß noch nicht, ob ich meine Wohnung wieder zurückbekomme. Ich weiß nicht einmal, ob ich den neuen Job bekomme." Ich warf die Hände in die Luft, lief zum Bett und ließ mich einfach drauf fallen, mit dem Kopf voran.
Auf der anderen Seite bewegte sich das Bett, als Miyoung sich draufsetzte.
"Noch ein Job? Ran, wenn das so weitergeht, arbeitest du dich irgendwann zu Tode."
Ich hob den Kopf, pustete meine langen, dunklen Haare aus dem Gesicht und verzog abermals das Gesicht.
"Ich hab meinen Job schon wieder verloren. Ich bekomme es einfach nicht hin, wie ein normaler Mensch zu arbeiten."
Miyoung seufzte. "Da wären wir ja schon zwei."
Sie lehnte sich zurück, so dass sie beinahe mit ihrem Kopf gegen meinen stieß, als sie sich ebenfalls hinlegte.
"Für was für einen Job hast du dich dieses Mal beworben?"
"Ich habe ein Angebot als Hundesitterin bekommen."
Miyoung setzte sich abrupt wieder auf und drehte sich zu mir. Ich sah nur kurz nach oben, als könnte ich sie dadurch sehen, obwohl meine gesamte obere Kopfhälfte im Weg war. Meine Freundin wusste natürlich von meiner Angst vor Hunden. Es war ja auch nicht gerade unauffällig, wenn ich immer einen zehn Meter großen Bogen um jeden Hund machte, der mir entgegenkam.

"Und welche zuckersüße Grandma konnte dich Hundeflüsterin davon überzeugen auf ihren Vierbeiner aufzupassen?"
"Min Yoongi", nuschelte ich und verbarg mein Gesicht wieder in der Bettdecke.
"Was? Ich glaube, ich habe dich gerade nicht richtig verstanden. Ich habe sowas gehört wie Min Yoongi."
Ich grummelte in die Decke hinein, schlug die Hände neben mich in die Matratze und hievte mich so ruckartig auf, dass mir die Handgelenke wehtaten.
"Ja, du hast richtig gehört. Min Yoongi. Der Min Yoongi, den du mir andrehen wolltest. Der Min Yoongi, gegen den ich am Museum gelaufen bin. Der Min Yoongi, in dessen Raum ich gelandet war, als dieser eine Typ mich verfolgt hat. Und der Min Yoongi, der mich heulend im Park aufgelesen und mir dann aus Mitleid seine Visitenkarte in die Hand gedrückt hat. Genau dieser Min Yoongi."
Miyoung blinzelte verwundert und setzte sich dann in den Schneidersitz.
"Kann es sein, dass ihr schon weitaus mehr Romance-Novel-Momente in wenigen Wochen geteilt habt, als Jisung und ich in unserer gesamten Beziehung?"
Ich warf ein Kissen nach ihr und brummte: "Das ist nicht witzig."
"Witzig ist es nicht, aber ich sehe worauf das hinauslaufen wird." Sie wackelte mit den Augenbrauen und ich warf noch ein Kissen nach ihr, dem sie dieses Mal aber auswich.

"Es wird hoffentlich darauf hinauslaufen, dass ich endlich einen Job bekomme, den ich auch behalte. Auch wenn ich sowieso weiter auf Jobsuche gehen muss. Als Hundesitterin werde ich sicherlich kein Vermögen verdienen", jammerte ich.
Ich setzte mich wieder auf.
"Könnt ihr nicht eine Putzfrau oder so gebrauchen?"
Miyoung sah mich mit offenem Mund an.
"Jetzt reicht's aber mit dem Trübsal blasen. Du wirst hier keine Putzfrau, du bist meine beste Freundin."
"Als Putzfrau kann ich auch mit dir befreundet sein." Ich runzelte die Stirn. Ein Haus zu säubern war ja kein verwerflicher Job. Nur leider war ich auch was einen Haushalt zu werfen anging nicht gerade die Beste. Mein Kleiner Raum sah in meinen Kreativhochphasen immer aus wie eine Müllhalde.
"Du wirst den Job bekommen, ganz sicher. Wann ist dein erster Arbeitstag?"
"Samstag soll ich für einen Probetag kommen."
"Perfekt", sagte Miyoung und klatschte in die Hände. "Du wirst einen Job kriegen, ich verspreche es dir. Welcher junge Gentleman kann einer hübschen Studentin schon widerstehen?"
"Miyoung!"
"Schon gut, schon gut. Ich höre ja schon auf."

Erst einmal zufrieden stand ich auf und stellte meinen Koffer und meine sonstigen Habseligkeiten, die ich auf die Schnelle hatte mitnehmen können, neben den Eingang zu Miyoungs begehbaren Kleiderschrank.
"Aber Ran?"
"Hm?"
"Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass du den Job bekommst."
Sie drückte mir die Daumen, doch so nett sie auch lächelte, ich bekam eine schlimme Vorahnung.
"Du mischst dich da doch wohl nicht ein, oder?"
"Was, ich? Wieso sollte ich? Du kennst mich, so bin ich nicht."
Ich war nicht überzeugt davon.










[Hello!^^
Ich habe mich entschieden, dass bei dieser Geschichte und Yellow Skies ab Mitte Juli vorerst ungeplante Kapitel kommen werden. Ich werde einfach immer dann etwas hochladen, wenn ich ein Kapitel fertig habe, so dass ich jetzt keine monatelange Pause machen muss, bis ich jeweils 20 Kapitel vorgeschrieben habe. Wie oft dann Kapitel kommen werden, weiß ich allerdings noch nicht, da ich immer noch dabei bin, meine Aufgaben abzuarbeiten und für die nächsten Monate zu planen, wann ich was schaffe (für meine Hausarbeiten habe ich nicht gar nichts gemacht und das macht mich jetzt schon nervös, obwohl ich bis Ende September Zeit habe.) :')
Also stellt euch auf Spontankapitel ein. Bei TSLP geht es aber ganz gewohnt weiter, hehe. :D
Ich wünsche euch einen schönen, sonnigen Tag!
Wir lesen uns! <3]
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